Visualisierung im Coaching: Wie kannst du deine Handschrift verbessern?

Visualisierung im Coaching: Wie kannst du deine Handschrift verbessern?

Lese­zeit: ca. 11 Minu­ten | aktua­li­siert: 18.05.2022

Es ist mir ein Her­zens­an­lie­gen, mehr Coa­ches, Berater:innen und Therapeut:innen dazu zu ermu­ti­gen, Visua­li­sie­rung in ihrer Arbeit zu nut­zen. Dabei geht es um visu­elle Anker und Struk­tur, nicht ums Zeich­nen. Funk­tio­nelle Visua­li­sie­rung ist ein unglaub­lich wirk­mäch­ti­ges Kom­mu­ni­ka­ti­ons­werk­zeug, gerade in Ver­än­de­rungs­pro­zes­sen, die unser Den­ken, Füh­len und Han­deln betreffen.

Wenn wir im Gespräch visua­li­sie­ren, schrei­ben wir immer auch Dinge auf. Hand­schrift ist dabei unser wich­tigs­tes Werk­zeug. Visu­elle Noti­zen funk­tio­nie­ren wun­der­bar ohne Bil­der und Sym­bole, ohne Text wird es aber schwie­rig – denn wie sonst soll­test du Inhalte kurz und prä­gnant für dich oder deine Coa­chees fest­hal­ten können?

Wir wol­len schließ­lich keine Wim­mel­bil­der pro­du­zie­ren, son­dern klare, funk­tio­nelle Notizen.

handschrift-verbessern-visualisierung-coaching © Viktoria Cvetković

Gesag­tes zu exter­na­li­sie­ren und sicht­bar zu machen ist ein wich­ti­ges Werk­zeug im visu­ell beglei­te­ten Coa­ching. Gespro­che­nes ist flüch­tig – schrei­ben wir es auf, hel­fen wir unse­ren Coa­chees, ihre Gedan­ken kon­kre­ter zu for­mu­lie­ren, sie fass­ba­rer zu machen, sie wei­ter­zu­ent­wi­ckeln und bei Bedarf auch zu verändern.

Welche einfachen Stellschrauben gibt es, um deine Handschrift zu verbessern?

Mir geht es um einen prag­ma­ti­schen Ansatz, bei dem du deine „nor­male“ Hand­schrift bei­be­hal­ten kannst. Es geht also nicht darum, eine spe­zi­elle Mode­ra­ti­ons­schrift zu ler­nen, die nicht mehr nach dir aus­sieht. Statt­des­sen zeige ich dir vier ein­fa­che Klei­nig­kei­ten, auf die du ach­ten kannst, wenn du deine Hand­schrift für dich (und zum Wohl dei­ner Coa­chees) ver­bes­sern willst. 

Das sind die wich­tigs­ten Fak­to­ren, die die Les­bar­keit von Hand­schrift beein­flus­sen: 

handschrift-verbessern-visualisierung-coaching © Viktoria Cvetković

#1: Handschrift verbessern: Die Form der Buchstaben

Der erste Blick gilt der Form der Buch­sta­ben selbst: Hat jeder Buch­stabe seine eigene, spe­zi­fi­sche Form, die ihn von ande­ren Buch­sta­ben unter­schei­det? Lass mich das anhand mei­ner eige­nen Hand­schrift demons­trie­ren: 

handschrift-verbessern-visualisierung-coaching © Viktoria Cvetković

Ein Bei­spiel­satz, ganz schnell und nicht beson­ders ordent­lich geschrie­ben in mei­ner „Nur-ich-muss-das-lesen-können“-Handschrift.

Selbst meine eilige, ziem­lich schlud­rige Hand­schrift ist eini­ger­ma­ßen les­bar – was sicher damit zu tun hat, dass ich täg­lich viel schreibe und für andere visua­li­siere. Schrei­ben und Visua­li­sie­ren sind mein täg­li­ches, beruf­li­ches Hand­werks­zeug, meine Hand­schrift ist ent­spre­chend geübt. 

Meine per­sön­li­che Schrift “für den Tages­ge­brauch” ist eine Kom­bi­na­tion aus Druck- und Schreib­schrift. Nor­mal und sinn­voll, weil sie mir erlaubt, zügig und ent­zif­fer­bar zu schrei­ben. 

Schau dir trotz­dem die For­men der Buch­sta­ben an: Die Buch­sta­ben „n“, „m“ und „r“ sind schwer zu lesen, so, wie sie sich mit den benach­bar­ten ver­bin­den. Offen­bar habe ich mir ange­wöhnt, die Buch­sta­ben optisch zu ver­schlei­fen. Eine Endung wie „-en“ hat sich quasi in ein eige­nes Zei­chen ver­wan­delt. 

Was du bes­ser machen kannst: Schreibe jeden Buch­sta­ben voll aus.

Ich ver­su­che das jetzt auch. Dies­mal achte ich dar­auf, jeden Buch­sta­ben deut­li­cher auszuformen:

handschrift-verbessern-visualisierung-coaching © Viktoria Cvetković

Der Unter­schied ist deut­lich: Nur eine kleine Ver­än­de­rung und der Satz ist schon viel bes­ser les­bar als im ers­ten Durchgang.

#2: Handschrift verbessern: Die Abstände zwischen Buchstaben

Achte als nächs­tes auf den Abstand zwi­schen den Buch­sta­ben. Berüh­ren sie sich oder gibt es einen schma­len Abstand zwi­schen den Buch­sta­ben? Kannst du einen Buch­sta­ben vom nächs­ten gut unter­schei­den?  

Sowohl die Form der Buch­sta­ben als auch die Abstände zwi­schen ihnen kannst du ver­bes­sern, indem du den Stift zwi­schen den ein­zel­nen Stri­chen kurz vom Papier abhebst. Wenn du mei­nen bei­den ers­ten Schreib­ver­su­chen ansiehst, sind nur wenige der Buch­sta­ben getrennt: Im zwei­ten Ver­such immer­hin das „g“ und ein­zelne „i“ und „t“.

Ich habe einen drit­ten Ver­such unter­nom­men (siehe unten), wobei ich dies­mal dar­auf geach­tet habe, den Stift zwi­schen den Buch­sta­ben kurz anzu­he­ben und einen Abstand zwi­schen ihnen zu set­zen. In die­ser Runde habe ich gemerkt, wie tief meine Schreib-Gewohn­hei­ten sit­zen. Obwohl ich deut­lich lang­sa­mer geschrie­ben habe (und sich das sehr selt­sam ange­fühlt hat), berüh­ren sich trotz­dem noch immer einige Buch­sta­ben. 

Beim genauen Betrach­ten mei­ner Schrift stelle ich fest, dass es Buch­sta­ben­kom­bi­na­tio­nen gibt, die ich trotz des Vor­sat­zes, den Stift nach jedem Buch­sta­ben kurz anzu­he­ben, quasi auto­ma­tisch ver­binde: „er“, „te“ und „fi“ beispielsweise.

Was du bes­ser machen kannst: 

  • Hebe den Stift nach jedem Strich kurz an. 
  • Gib den den Buch­sta­ben inner­halb eines Wor­tes ein biss­chen Platz zu ihren Nachbarn.
handschrift-verbessern-visualisierung-coaching © Viktoria Cvetković

Dies­mal habe ich dar­auf geach­tet, mehr Platz zwi­schen den Buch­sta­ben zu las­sen und sie nicht inein­an­der­lau­fen zu lassen.

Die­ser dritte Ver­such ist sau­be­rer durch die kla­re­ren Abstände, aber das Schrift­bild wirkt auch eher ver­hal­ten. Wenn ich mir das so ansehe, kann ich nach­spü­ren, wie ver­krampft ich den Stift gehal­ten habe. Bis sich das natür­lich und natür­lich und leicht anfüh­len wird, werde ich noch ein paar Ver­su­che mehr brau­chen. 

#3: Handschrift verbessern: Die Proportionen der Buchstaben

Eine wei­tere Kom­po­nente, die über die Les­bar­keit ent­schei­det, sind die Pro­por­tio­nen der Buch­sta­ben. Grob kön­nen wir unter­schei­den zwi­schen den Mit­ten (das ist die Höhe der Klein­buch­sta­ben wie „e“, „r“ und „n“), den Ober­län­gen (das sind zum Bei­spiel die obe­ren Teile von „f“, „b“ oder „d“) und Unter­län­gen (wie etwa die unte­ren Teile von „g“, „p“ oder „j“. Die beste Les­bar­keit erreichst du, wenn die Mit­ten etwas höher sind als die Ober- und Unterlängen.

Auch wie schmal oder breit, lang oder kurz die Buch­sta­ben selbst und die Abstände zwi­schen ihnen sind, spielt eine Rolle. Du kannst Buch­sta­ben sehr schmal und hoch zie­hen, sehr breit und flach machen und natür­lich auch alle Nuan­cen dazwi­schen nut­zen. Gut les­bar ist eine Hand­schrift, wenn sie weder in das eine, noch in das andere Extrem ausschlägt.

Was du bes­ser machen kannst: 

  • Achte dar­auf, dass deine Mit­ten etwas höher als die Ober- und Unter­län­gen sind.
  • Ver­meide extrem schmale und extrem in die Breite gezo­gene Buchstaben.
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Je extre­mer die Pro­por­tio­nen sind, desto ten­den­zi­ell schlech­ter ist die Schrift lesbar.

#4: Handschrift verbessern: Die Stiftauswahl

Wel­ches Schreib­in­stru­ment du aus­wählst, hat enorme Aus­wir­kun­gen auf dein Schrift­bild. Hier der Satz in ver­schie­de­nen Stift­di­cken: 

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Die Stift­di­cke sollte so gewählt sein, dass sie zur Schrift­größe passt. Je grö­ßer du schreibst, desto dicker darf der Stift sein.

Wie du siehst, wirkt sich auch die Stift­di­cke auf die Les­bar­keit aus. Der letzte, dickste Stift würde super im grö­ße­ren For­mat funk­tio­nie­ren. Bei die­ser Schrift­größe lässt er die Buch­sta­ben inein­an­der­lau­fen und „Leer­stel­len“ wie etwa beim „e“ und „s“ ver­schwin­den. Achte also dar­auf, dass Lini­en­di­cke und Schrift­größe zusam­men­pas­sen – auch das ist im wei­te­ren Sinne eine Frage von Proportion.

Auch die Art der Stift­spitze wirkt sich aus: Rund­spitze, Keil­spitze oder Pin­sel­spitze ver­än­dern jeweils unser Schrift­bild. Und wäh­rend eine Per­son die Expres­si­vi­tät von varia­blen Stift­spit­zen liebt, fin­det die andere diese Art von Stif­ten nur schwer kon­trol­lier­bar. 

Was du bes­ser machen kannst: 

  • Wähle die Stift­di­cke aus, bei dem dein „e“ noch einen lee­ren Innen­raum hat.
  • Wähle die Stift­spitze aus, bei der du dei­nen Schreib­fluss gut kon­trol­lie­ren kannst.

Fazit: Wie du deine Handschrift einfach verbessern kannst

Hand­schrift ist immer ein Abwä­gen zwi­schen Schnel­lig­keit und Les­bar­keit. Selbst wenn du Noti­zen nur für dich selbst machst, wer­den einige davon doch unter einem Zeit­druck ent­ste­hen, bei­spiels­weise wäh­rend eines Gesprächs oder eines Vor­trags. 

Aber auch unter Zeit­druck kannst du auf die fol­gen­den Dinge ach­ten, denn sie kos­ten dich ins­ge­samt nur wenige Sekun­den(!) mehr: 

  • Forme deine Buch­sta­ben sauber. 
  • Hebe den Stift zwi­schen zwei Stri­chen an. 
  • Achte auf aus­rei­chend Abstände zwi­schen den Buchstaben. 
  • Achte auf aus­ge­wo­gene Proportionen.
  • Benutze Stifte, die zu dei­ner Schrift­größe passen.

Außer­dem lohnt es sich, immer wie­der ein biss­chen Zeit zu inves­tie­ren, um deine lang­jäh­ri­gen Schreib­ge­wohn­hei­ten zu hin­ter­fra­gen. Manch­mal fällt uns gar nicht auf, was alles dazu bei­trägt, dass unsere Schrift bes­ser oder schlech­ter les­bar ist. Meist sind es Klei­nig­kei­ten, aber wenn sie sich sum­mie­ren, dann wir­ken sie sich stark aus. 

Gerade weil es Klei­nig­kei­ten sind, las­sen sie sich aber auch leicht ändern. Teste es ein­fach mal: Nimm dir eine Woche Zeit und pro­biere erst ein­mal nur einen der vier Tipps aus, am bes­ten täg­lich. Selbst, wenn du dir nur fünf Minu­ten Zeit nimmst, wirst du am Ende der Woche einen Unter­schied fest­stel­len. Versprochen!

So wie meine Teil­neh­me­rin­nen im lau­fen­den Kurs:

handschrift-verbessern-visualisierung-coaching © Viktoria Cvetković

Das ist das erste von meh­re­ren Lear­nings, die eine Teil­neh­me­rin zum Abschluss des Kurs­mo­duls mit der Gruppe geteilt hat. Natür­lich handschriftlich!

handschrift-verbessern-visualisierung-coaching © Viktoria Cvetković

Ein tol­ler Erfolg: Nur eine Sekunde mehr zum Schrei­ben des Übungs­tex­tes gebraucht – und die Schrift ist leserlich.

In der nächs­ten Woche nimmst du dir den nächs­ten Tipp vor und nimmst dir wie­der ein paar Minu­ten täg­lich zum Üben. Und so machst du es mit allen vier Tipps: Lang­sam, aber ste­tig eta­bli­serst du so neue, gute Schreib­ge­wohn­hei­ten. In über­schau­ba­rer Zeit wirst du dahin­kom­men, dass du schnell und trotz­dem les­bar schreibst. 

Damit eine unle­ser­li­che Hand­schrift nicht mehr dich selbst behin­dert – und auch nicht deine Kom­mu­ni­ka­tion mit ande­ren. 

Kurs-Sketchnote-Anstiften © Viktoria Cvetković

Hand­schrift ist gerade auch dein Thema? Dann sei gerne beim nächs­ten Durch­gang von Anstif­ten dabei! 

Anstif­ten ist mein Basis-Kurs zu visu­el­len Noti­zen. Dort küm­mern wir uns um die Ver­bes­se­rung dei­ner Hand­schrift, bevor wir uns dann um wei­tere Pra­xis-The­men wie Blatt­auf­tei­lun­gen, visu­el­ler Struk­tur und Umgang mit Farbe, Linien und Icons widmen.

Und den­noch wird Visua­li­sie­rung im Coa­ching noch viel zu sel­ten ein­ge­setzt. Obwohl näm­lich rund 80 % der Men­schen „visu­ell Ler­nende“ sind, lau­fen Coa­chings oft nur rein ver­bal ab. Damit berück­sich­ti­gen viele Coa­ches den domi­nan­ten Wahr­neh­mungs­ka­nal ihrer Coa­chees nicht und machen sich so die Arbeit unnö­tig schwer.Und den­noch wird Visua­li­sie­rung im Coa­ching noch viel zu sel­ten ein­ge­setzt. Obwohl näm­lich rund 80 % der Men­schen „visu­ell Ler­nende“ sind, lau­fen Coa­chings oft nur rein ver­bal ab. Damit berück­sich­ti­gen viele Coa­ches den domi­nan­ten Wahr­neh­mungs­ka­nal ihrer Coa­chees nicht und machen sich so die Arbeit unnö­tig schwer.
Und den­noch wird Visua­li­sie­rung im Coa­ching noch viel zu sel­ten ein­ge­setzt. Obwohl näm­lich rund 80 % der Men­schen „visu­ell Ler­nende“ sind, lau­fen Coa­chings oft nur rein ver­bal ab. Damit berück­sich­ti­gen viele Coa­ches den domi­nan­ten Wahr­neh­mungs­ka­nal ihrer Coa­chees nicht und machen sich so die Arbeit unnö­tig schwer.
Und den­noch wird Visua­li­sie­rung im Coa­ching noch viel zu sel­ten ein­ge­setzt. Obwohl näm­lich rund 80 % der Men­schen „visu­ell Ler­nende“ sind, lau­fen Coa­chings oft nur rein ver­bal ab. Damit berück­sich­ti­gen viele Coa­ches den domi­nan­ten Wahr­neh­mungs­ka­nal ihrer Coa­chees nicht und machen sich so die Arbeit unnö­tig schwer.

Damit lei­test du deine Klient:innen best­mög­lich durch Gesprä­che hin­durch, ver­an­kerst Inhalte wirk­sam in den Köp­fen und hebst dich effek­tiv von ande­ren Coa­ches ab.

Denn: Visua­li­sie­rung im Coa­ching wird noch viel zu sel­ten ein­ge­setzt. Obwohl rund 80 % der Men­schen „visu­ell Ler­nende“ sind, lau­fen Coa­chings oft nur rein ver­bal ab. Damit berück­sich­ti­gen viele Coa­ches den domi­nan­ten Wahr­neh­mungs­ka­nal ihrer Coa­chees nicht und machen sich so die Arbeit unnö­tig schwer.

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Hi, ich bin Viktoria.

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Warum ist Visualisierung im Coaching relevant?

Warum ist Visualisierung im Coaching relevant?

Lese­zeit: ca. 6 Minu­ten | aktua­li­siert: 01.03.2022

Es ist mir ein Her­zens­an­lie­gen, mehr Coa­ches, Berater:innen und Therapeut:innen dazu zu ermu­ti­gen, Visua­li­sie­rung in ihrer Arbeit zu nut­zen. Dabei geht es um visu­elle Anker und Struk­tur, nicht ums Zeich­nen. Funk­tio­nelle Visua­li­sie­rung ist ein unglaub­lich wirk­mäch­ti­ges Kom­mu­ni­ka­ti­ons­werk­zeug, gerade in Ver­än­de­rungs­pro­zes­sen, die unser Den­ken, Füh­len und Han­deln betreffen.

Und den­noch wird Visua­li­sie­rung im Coa­ching noch viel zu sel­ten ein­ge­setzt. Obwohl näm­lich rund 80 % der Men­schen „visu­ell Ler­nende“ sind, lau­fen Coa­chings oft nur rein ver­bal ab. Damit berück­sich­ti­gen viele Coa­ches den domi­nan­ten Wahr­neh­mungs­ka­nal ihrer Coa­chees nicht und machen sich so die Arbeit unnö­tig schwer.

Lass uns das ab heute ändern!

Warum ist Visualisierung im Coaching überhaupt relevant?

Die kurze Ant­wort: Weil unser Gehirn so gestrickt ist.

Die aus­führ­li­chere Vari­ante: Etwa 60 % unse­rer Groß­hirn­rinde sind an der Wahr­neh­mung und Ver­ar­bei­tung von visu­el­len Rei­zen betei­ligt. Die visu­elle Wahr­neh­mung nimmt in unse­rem Gehirn also sehr viel Raum ein. Und es ist nicht nur eine Region im Gehirn, die damit beschäf­tigt ist, son­dern gleich ein gan­zes Netz­werk: Wis­sen­schaft­lich wur­den bereits mehr als 30 Berei­che iden­ti­fi­ziert, die gemein­sam das ver­ar­bei­ten, was wir über die Augen wahrnehmen.

Visualisierung Coaching © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Ins­ge­samt sind etwa 60 % der Groß­hirn­rinde an der Wahr­neh­mung, Inter­pre­ta­tion und Reak­tion auf visu­elle Reize beteiligt.

Diese ver­netzte Struk­tur macht unsere visu­elle Wahr­neh­mung sehr sehr schnell und effi­zi­ent: Ein flüch­ti­ger Blick reicht aus, damit wir uns einen ers­ten Ein­druck machen und emo­tio­nal einsteigen.

Inhalte über Text zu visua­li­sie­ren (also etwas auf­zu­schrei­ben), ist also hoch­wirk­sam. Vor­aus­ge­setzt, deine Hand­schrift ist leserlich.

Noch wirk­sa­mer sind wir in der Kom­mu­ni­ka­tion mit Bil­dern, denn wir erfas­sen Bil­der schnel­ler als Text. Sehr viel schnel­ler: Bil­der wer­den etwa 60.000 Mal schnel­ler wahr­ge­nom­men als Geschrie­be­nes, weil sie nicht deko­diert, also ent­schlüs­selt wer­den müs­sen. Das spart unse­rem Gehirn Ener­gie und des­we­gen bevor­zugt es Bil­der. Schon 0,1 Sekun­den rei­chen, damit wir uns grob etwas unter einem Bild vor­stel­len kön­nen. Ein Bild 2 Sekun­den zu betrach­ten reicht aus, damit wir es spä­ter sicher wiedererkennen.

Wenn deine Kom­mu­ni­ka­tion schnell sein soll: Setze auf Bilder.

Und noch viel effek­ti­ver ist es, geschrie­be­nen Text oder gespro­chene Spra­che mit Bil­dern zu kombinieren.

Hierzu gibt es schon jahr­zehn­te­lange For­schung, zum Bei­spiel zum Bild­über­le­gen­heits­ef­fekt (pic­ture supe­rio­rity effect, beschreibt das Phä­no­men, dass Bil­der eher in Erin­ne­rung blei­ben als Worte) und zur Dua­len Kodie­rungs­theo­rie (dual-coding theory, das Gehirn hat zwei sepa­rate Sys­teme für die Reprä­sen­ta­tion ver­ba­ler und non­ver­ba­ler Informationen).

Dem­nach akti­viert und ver­netzt die Kom­bi­na­tion von ver­ba­len und bild­li­chen Infor­ma­tio­nen ver­schie­dene Areale im Gehirn. Dadurch wer­den Inhalte nicht nur merk­fä­hi­ger, son­dern auch Ver­än­de­rungs­pro­zesse, die unser Den­ken und Ver­hal­ten betref­fen, las­sen sich leich­ter ansto­ßen. Nicht ganz unwe­sent­lich fürs Coaching…

Visualisierung Coaching © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Das Prin­zip der dua­len Kodie­rung (oder Mul­ti­me­dia­prin­zip) besagt, dass ver­bale und bild­li­che Infor­ma­tio­nen leich­ter erinn­ner­bar sind, als rein ver­bale Infor­ma­tio­nen. Gra­fi­ken mit Text sind zur Ver­an­schau­li­chen von Zusam­men­hän­gen beson­ders wirksam.

Wie verteilt sich unsere Wahrnehmung?

Nicht nur unser Gehirn ist her­vor­ra­gend im Umgang mit visu­el­len, also über die Augen wahr­ge­nom­me­nen Infor­ma­tio­nen. Auch unsere Wahr­neh­mung ist domi­niert vom Seh­sinn. Etwa 83 % der Infor­ma­tio­nen aus unse­rer Umge­bung errei­chen uns über die Augen, nur etwa 11 % kom­men über das Gehör. Der schmale Rest ver­teilt sich auf Geruchs‑, Tast- und Geschmackssinn.

Visualisierung Coaching © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Was pas­siert nun beim rein ver­ba­len Coa­ching? Wir reden und hören zu. Und: Wir nut­zen nur die 11 %, die übers Gehör kommen.

Visualisierung Coaching © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Und was geschieht mit dem Seh­sinn? Wie ist das mit den 83 % visu­el­ler Ein­drü­cke? Solange wir die Augen geöff­net haben, kön­nen wir sie nicht aus­blen­den. Im Zwei­fel len­ken sie uns vom Gehör­ten sogar ab: Wir sehen die Mimik und Ges­tik unse­rer Gegen­über. Wir betrach­ten ihren roten Pull­over, die grau­me­lier­ten Haare, den sei­dig glän­zen­den Schal. Unser Blick schweift umher und bleibt an der Pinn­wand hin­ter ihr hän­gen und wan­dert von dort zu den Pflan­zen auf der Fens­ter­bank. Wann sie die wohl das letzte Mal gegos­sen hat? Äh, … was hat sie gerade gefragt?

Die 83 % unse­rer visu­el­len Wahr­neh­mung sind nicht weg, aber sie blei­ben bei rein ver­ba­ler Gesprächs­füh­rung inhalt­lich fürs Coa­ching ungenutzt.

Wenn wir nun davon aus­ge­hen, dass die Wahr­neh­mung gerade auch im Coa­ching ein wich­ti­ger Schritt zur Ver­än­de­rung ist: Dann ist es ziem­lich schlau, die 83 % zu den 11 % zu addie­ren und beide Sin­nes­ka­näle zusam­men anzusprechen.

Visualisierung Coaching © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Wie kannst du Visualisierung im Coaching nutzen?

Mein der­zeit liebs­tes visu­el­les Coa­ching-Tool ist die Rie­sen­rad-Methode. Für mich ist sie auf­grund ihrer Fle­xi­bi­li­tät so etwas wie das Schwei­zer Taschen­mes­ser für visu­ell unter­stützte Gesprächs­füh­rung. Und des­we­gen habe ich die kom­plette Anlei­tung hier für dich beschrieben.

Visualisierung Coaching Riesenrad-Methode © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Natür­lich gibt es auch andere Mög­lich­kei­ten, Visua­li­sie­rung im Coa­ching zu nut­zen. Spon­tan oder mit Vor­lage, abs­trakt oder bild­haft, nur für deine Unter­la­gen oder zum Wei­ter­ge­ben an deine Coachees.

© Viktoria Cvetković bebildert.eu

Genau dar­über spre­che ich gerade in mei­nen Tee­stun­den – und du bist eingeladen!

Tee­stun­den? Ja! Und nein, es ist keine Teeverkostung.😉

Statt um Dar­jee­ling geht es um Visua­li­sie­rung, um zwar spe­zi­ell im Coa­ching und ande­ren Bera­tungs­ge­sprä­chen. Wir küm­mern uns dabei um visu­elle Anker und Struk­tur, nicht ums Zeichnen.

Die Tee­stun­den fin­den 2022 als Mini-Reihe statt. Sie bie­ten Coa­ches, Therapeut:innen, Trainer:innen und Berater:innen ein kos­ten­lo­ses Aus­tausch­fo­rum. Am Anfang jeder Tee­stunde gibt es einen kur­zen Input von mir und dann kön­nen wir ein­fach mit­ein­an­der reden.

Ich freue mich dar­auf, ein­fach mal außer­halb von Grup­pen­kur­sen und Ein­zel­trai­nings ins Gespräch zu kom­men. Wel­che gedank­li­chen oder prak­ti­schen Hin­der­nisse begeg­nen dir, wenn du über Visua­li­sie­rung im beruf­li­chen Kon­text nach­denkst? Wel­cher Erfah­run­gen hast du bis­her gemacht? Was würde dir hel­fen, um die­ses wirk­mäch­tige Tool über­haupt mal (oder noch selbst­be­wuss­ter) einzusetzen?

Stell dir ein Getränk dei­ner Wahl bereit – bei mir ist es Tee –, mach’s dir auf dem Sofa gemüt­lich und komm mit dazu!

Hier fin­dest du aktu­elle Infos und kannst du dich gra­tis zur nächs­ten Tee­stunde anmelden:

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Hi, ich bin Viktoria.

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Ich helfe dir, mit visu­el­len Noti­zen Zusam­men­hänge sicht­bar zu machen, Wis­sen zu sichern und im Gedächt­nis zu verankern.

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Visualisierung im Coaching: So nutzt du die Riesenrad-Methode

Visualisierung im Coaching: So nutzt du die Riesenrad-Methode

Lese­zeit: ca. 18 Minu­ten | aktua­li­siert: 16.02.2022

Du kannst die Rie­sen­rad-Methode sowohl für dich selbst nut­zen (zum Selbst­coa­ching), als auch als visu­el­les Coa­ching-Tool, wenn du mit dei­nen Coa­chees arbei­test. Ich habe diese Visua­li­sie­rungs­tech­nik vor Jah­ren bei Ceren Hauss­mann ken­nen­ge­lernt und für meine Arbeit immer wei­ter ange­passt. Die Methode ist poten­ti­al­ori­en­tiert und her­vor­ra­gend geeig­net, um von Wün­schen schritt­weise in eine kon­krete Hand­lungs­pla­nung zu kommen.

Wie bei allen erfah­rungs­ori­en­tier­ten Coa­ching­me­tho­den ist es von Vor­teil, wenn du die Methode erst für dich prüfst. Mache die Übung also selbst, bevor du deine Coa­chees durch den Pro­zess lei­test. Oder mit den Wor­ten des Arz­tes und Psy­cho­the­ra­peu­ten Wolf Bün­tig:

„Es emp­fiehlt sich, den Berg, auf den man andere füh­ren will, aus eige­ner Erfah­rung zu kennen.“

Worum es bei der Riesenrad-Methode im visuellen Coaching geht

Bei der Rie­sen­rad-Methode stellst du Fra­gen aus dem poten­ti­al­ori­en­tier­ten Coa­ching und hältst die Ant­wor­ten, den Pro­zess und die Ergeb­nisse in einer struk­tu­rier­ten Visua­li­sie­rung fest. 

Die Grund­idee des Rie­sen­rads ist, aus­ge­hend von Wün­schen zu einem kla­ren Zukunfts­bild (Vision) zu kom­men, Erfolgs­fak­to­ren zu iden­ti­fi­zie­ren, deren Aspekte zu erkun­den und dar­aus kon­krete Hand­lungs­schritte /​ To-Dos zu entwickeln.

Visualisierung Coaching Riesenrad-Methode © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Diese fünf Berei­che bekom­men jeweils ihren eige­nen Platz in einer ein­zi­gen visu­el­len Über­sicht, dem Rie­sen­rad. Die Struk­tur des Rie­sen­rads hast du im Kopf (oder auf einem Spick­zet­tel vor­be­rei­tet), sodass du die Inhalte wäh­rend des visu­el­len Coa­chings Schritt für Schritt im Dia­log mit dei­ner Coa­chee an die pas­sende Stelle set­zen kannst. Das schafft Klar­heit und Über­blick für euch beide, weil so die Zusam­men­hänge und euer Gesprächs­ver­lauf sicht­bar wer­den. Am Ende gibt es ein gemein­sa­mes, mate­ria­li­sier­tes Ergeb­nis auf Papier (oder als Datei), das du dei­ner Coa­chee mit­ge­ben kannst.

Du beglei­test deine Coa­chee durch gezielte Fra­gen bei der Lösungs­fin­dung und steu­erst den Ver­lauf des Gesprächs durch die visu­elle Struk­tur. Visua­li­sie­rung bedeu­tet übri­gens nicht not­wen­di­ger­weise Zeich­nun­gen, son­dern vor allem land­kar­ten­ar­ti­ges Denken!

Anders als bei der Erstel­lung eines Vision Boards geht es nicht darum, mit einer Ziel­col­lage aus Bil­dern und Affir­ma­tio­nen die Ziele, Wün­sche, Träume und Sehn­süchte im Leben zu visua­li­sie­ren, son­dern um die sicht­bare, ori­en­tie­rende Beglei­tung von Ent­schei­dungs- und Pro­blem­lö­se­pro­zes­sen. (Sofern vor­han­den, kann ein Vision Board oder ein ein­zel­ner Aspekt dar­aus die Basis für das Rie­sen­rad sein – muss aber nicht, denn ein kon­kre­tes Ziel­bild zu ent­wi­ckeln ist Teil der Methode.)

Welche Themen sich für die Riesenrad-Methode eignen

Mit der Rie­sen­rad-Methode kannst du sowohl kom­plexe, sach­li­che Pro­jekt­the­men bear­bei­ten, als auch per­sön­li­che, innere Kon­flikte klä­ren. Und alles dazwi­schen auch.

Ein ein­drück­li­ches Erleb­nis war, als ich vor eini­ger Zeit mit einer Kun­din daran gear­bei­tet habe, wie sie sich ent­las­ten kann, als plötz­lich jemand in ihrer Fami­lie pfle­ge­be­dürf­tig gewor­den war. Das war eine Mischung aus per­sön­li­chen Bezie­hungs­the­men und sach­lich-orga­ni­sa­to­ri­schen The­men wie Behör­den­gän­gen und Pfle­ge­kasse. Da grei­fen viele Dinge inein­an­der, die erst ein­mal aus dem Kopf und aufs Papier müs­sen. Erst dann las­sen sie sich sinn­voll klä­ren, pla­nen und abar­bei­ten, ohne dar­über die Über­sicht zu verlieren.

Als ich die Rie­sen­rad-Methode vor Jah­ren das erste Mal für mich selbst ange­wen­det habe, ging es um den Schritt, neben­be­ruf­lich zu grün­den. Das war kom­plex, vie­les lief par­al­lel und es waren so viele Dinge zu beden­ken, dass ich die erst ein­mal für mich in eine sicht­bare, geord­nete Struk­tur brin­gen musste.

Visualisierung im Coaching mit der Riesenrad-Methode © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Visua­lie­rung im Selbst-Coa­ching: Zun­kunfts­bild im Zen­trum, Wün­sche als Basis – und alles andere drum­herum. Für mich war es beim ers­ten Mal ein mehr­wö­chi­ger Pro­zess und leben­di­ges Work in Pro­gress. Ich habe es mir ein­fach gemacht: Ursprüng­li­che, nicht mehr aktu­elle Noti­zen habe ich mit neuen For­mu­lie­run­gen ein­fach über­klebt, statt wie­der von vorne anzu­fan­gen und ein neues Flip­chart anzulegen.

Es muss aber nicht immer das ganz große Rad sein. Eine char­mante Fra­ge­stel­lung war letz­tens, wie eine Kun­din mög­lichst bald wie­der mehr Kul­tur in ihr All­tags­le­ben inte­grie­ren kann. Eben­falls ein leicht­fü­ßi­ges Thema einer ande­ren, sehr lie­ben Kun­din: End­lich eine Lese­ecke in der Woh­nung ein­rich­ten, die gemüt­lich und ein­la­dend ist, um die Seele bau­meln zu las­sen. Und mein eige­ner aktu­el­ler Anlass, das Rie­sen­rad zu bemü­hen, war ein 90-Tage-Sprint: Ich habe für mich erkun­det, wo ich in drei Mona­ten beruf­lich ste­hen will und wie ich mich dann füh­len möchte.

Material und Tools: Was du fürs visuelle Coaching brauchst

In analoger Umgebung

Im Grunde rei­chen mate­ri­al­sei­tig ein Stift und Papier. Wenn du die Rie­sen­rad-Methode das erste Mal für dich selbst aus­pro­bierst, kannst mit einem Blatt in A3-Größe begin­nen. Ich emp­fehle, das Blatt quer zu legen und einen Stift zu benut­zen, mit dem du flott und flüs­sig schrei­ben kannst. Wenn du schon abse­hen kannst, dass das zu bear­bei­tende Thema sehr umfang­reich ist, kannst du auch gleich auf ein grö­ße­res For­mat gehen. Ich nutze dann gerne ein Flipchart.

Die Arbeit am Flip­chart ist auch emp­feh­lens­wert, wenn du die Rie­sen­rad-Methode im Coa­ching oder Bera­tungs­ge­spräch nutzt. Sie hat den Vor­teil, dass deine Coa­chee und du zwi­schen­durch ein­mal auf­ste­hen und ihr euch wäh­rend eures Gesprächs bewe­gen könnt: Manch­mal hilft es, zwei Schritte zurück­zu­tre­ten, um das Auf­ge­schrie­bene – im Wort­sinn – aus einem ande­ren Blick­win­kel betrach­ten zu kön­nen. So kom­men auch die Gedan­ken in Bewe­gung. Wenn es zur Situa­tion passt, kannst du den Stift auch dei­ner Coa­chee im Pro­zess wei­ter­rei­chen und sie selbst Aspekte auf­schrei­ben lassen.

 

In virtueller Umgebung

Die Rie­sen­rad-Methode funk­tio­niert übri­gens auch wun­der­bar im vir­tu­el­len Coa­ching. Das geht mit den unter­schied­lichs­ten Medien, je nach­dem, was du zur Ver­fü­gung hast bzw. womit du gerne arbei­test. Wenn du deine Coa­chings z. B. über Zoom machst, kannst du dort ein­fach die White­board-Funk­tion nut­zen. Das erlaubt dir und dei­ner Coa­chee eben­falls, die Inhalte gemein­sam zu notie­ren. Auch mit Soft­ware­lö­sun­gen wie Con­cept­board oder Miro kannst du im visu­el­len Coa­ching kol­la­bo­ra­tiv arbeiten.

Ich ver­wende in mei­nen Online-Trai­nings gerne eine Doku­men­ten­ka­mera, die von oben mei­nen Schreib­tisch abfilmt. So kann ich unmit­tel­bar mit Stift und Papier arbei­ten und meine Coa­chees kön­nen sehen, wie die Visua­li­sie­run­gen ent­ste­hen, Strich für Strich, Wort für Wort. Dass man meine Hände und den Stift dabei sieht (und nicht nur wie aus dem Nichts erschei­nende Stri­che und Buch­sta­ben auf einem digi­ta­len White­board), macht es leich­ter, alles nach­zu­voll­zie­hen bzw. direkt mitzumachen.

Visualisierung im Coaching mit der Riesenrad-Methode und Stift und Papier © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Fürs visu­elle Coa­ching gene­rell und für die Rie­sen­rad-Methode im Spe­zi­el­len brauchst du kein beson­de­res Mate­rial. Papier und die Stifte, die du gerade zur Ver­fü­gung hast, sind völ­lig aus­rei­chend. Wenn du mit dei­nen Coa­chees vir­tu­ell arbei­test, dann brauchst du auch nichts wei­ter an Tools, als das White­board dei­ner Konferenzsoftware.

How to Riesenrad: Die Einzelschritte im visuellen Coaching

1. Wünsche als Basis

  • Viel­leicht bringt deine Coa­chee einen dif­fu­sen Ver­än­de­rungs­wunsch mit: Etwas, was „so nicht wei­ter­ge­hen“ soll und was sie dem­nächst ändern will.
  • Viel­leicht schwir­ren ihr auch zu einer bestimm­ten Sache ganz viele Gedan­ken durch den Kopf, die sie erst ein­mal sor­tie­ren und prio­ri­sie­ren will.
  • Viel­leicht hat sie auch etwas, was sie jetzt gerade ärgert oder belas­tet oder aus­bremst und – wich­tig: auf das sie Ein­fluss hat.

Dar­aus for­mu­liert sie mit dei­ner Unter­stüt­zung Wün­sche. Wäh­rend sie sie aus­spricht, schreibst du die Wün­sche auf.

Beginne beim Auf­schrei­ben mit dem blau mar­kier­ten Teil (siehe Bild unten). Lenke poten­ti­al­ori­en­tiert die Gedan­ken der Coa­chee auf das, was sie sich am sehn­lichs­ten wünscht. Sammle die Wün­sche, indem du sie im unte­ren Blatt­be­reich gebün­delt notierst. Bild­haft gedacht ist die­ser Bereich der Stüt­zen­fuß des Rie­sen­rads und trägt damit als Basis alles, was du in den nächs­ten Schrit­ten dar­auf aufbaust. 

Die Inter­ven­ti­ons­fra­gen lauten:

  • Was wünschst du dir? 
  • Was soll anders werden?
Nehmt euch für die­sen Schritt so viel Zeit wie nötig: Dies ist ein erkun­den­der, diver­gie­ren­der Pro­zess. Es muss kein ein­zel­nes kon­kre­tes Ziel dabei her­aus­kom­men. Wich­tig ist jetzt nur, dass du die Wün­sche sam­melst und auf­schreibst, wie sie dei­ner Coa­chee gerade ein­fal­len. Im nächs­ten Schritt stellt ihr fest, ob meh­rere der Wün­sche auf ein kon­kre­tes (Ober-)Thema hin­lei­ten. Wenn das nicht der Fall ist und es in ver­schie­dene Rich­tun­gen geht, wählt ihr für die wei­tere Bear­bei­tung das Thema/​den Wunsch aus, das/​der jetzt für sie am wich­tigs­ten ist.
Visualisierung Coaching Riesenrad-Methode © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Wün­sche bil­den die Basis für das Rie­sen­rad. Sammle hier alles, was deine Coa­chee ant­wor­tet auf die Fra­gen: Was wünschst du dir? Was soll anders werden?

2. Das Zukunftsbild im Zentrum

Um die­ses – für deine Coa­chee inhalt­lich mög­lichst anre­gende, moti­vie­rende, attrak­tive – Zukunfts­bild dre­hen sich alle wei­te­ren Ele­mente des Rie­sen­rads. Setze das Zukunfts­bild mit­tig aufs Blatt, auf den gedach­ten Stüt­zen­fuß mit dei­nen Wünschen.

Die Inter­ven­ti­ons­frage für dein Ziel­bild ist die klas­si­sche Wun­der­frage des sys­te­mi­schen Coachings:

  • Woran wirst du erken­nen, dass sich deine Wün­sche erfüllt haben?

Lasse deine Coa­chee gedank­lich in eine Situa­tion in der Zukunft ein­tau­chen, in der sich ihre Wün­sche erfüllt haben. Wenn es ihr hilft, kann sie die Augen für einen Moment schlie­ßen. In ihrem Zukunfts­bild ist sie die Haupt­dar­stel­le­rin. Lade sie ein, sich in Gedan­ken umschauen.

Hilfreiche Fragen:

  • An wel­chem Ort befin­det sie sich?
  • Was sieht sie vor sich?
  • Was ist links, rechts, oben, unten, hin­ter ihr?
  • Wie ist das Licht dort?
  • Wie die Atmosphäre?
  • Wel­che Gegen­stände umge­ben sie?
  • Sitzt, steht, liegt sie? Bewegt sie sich?
  • Wel­che Geräu­sche hört sie?
  • Wel­che Gerü­che nimmt sie wahr?
  • Sind andere Men­schen bei ihr?
  • Wel­che Begriffe beschrei­ben am bes­ten, wie sie sich fühlt?

Bleibt gedank­lich dabei, bis sie sich die Situa­tion detail­ge­nau vor­stel­len und sie dir beschrei­ben kann.

Ver­su­che dann, diese Situa­tion mit einem nicht zu dün­nen Filz­stift als ein­fa­che(!) Skizze zu visua­li­sie­ren. Wenn du dich unsi­cher fühlst, mach zunächst einen schnel­len Ent­wurf auf einem Schmier­blatt. Bleib zeich­ne­risch dabei ganz ein­fach: Es darf kra­ke­lig, schief und krumm aus­se­hen. Du darfst die Men­schen im beschrie­be­nen Ziel­bild als ein­fa­che Strich­fi­gu­ren dar­stel­len und die Umge­bung und Gegen­stände mit ein paar simp­len Umriss­li­nien. Schreibe Stich­wör­ter dran, wenn es hilf­reich ist. Ver­liere dich dabei nicht in Details – das ist gar nicht nötig, denn das Ziel­bild dient dei­ner Coa­chee als visu­el­ler Anker, nicht als Kunst­werk: Es mate­ria­li­siert das, was sie sich gerade so inten­siv und detail­reich vor­ge­stellt hat, auf dem Blatt Papier. Mit dem exter­na­li­sier­ten Bild hat sie die Mög­lich­keit, sich damit noch tie­fer emo­tio­nal zu verbinden.

 

Bedenke dabei:

Je ein­fa­cher du die Zeich­nung gestal­test, desto eher wird sich deine Coa­chee im wei­te­ren Ver­lauf trauen, auch mal selbst den Stift in die Hand zu neh­men. Mit „per­fek­ten“ Zeich­nun­gen mag sich kaum jemand mes­sen. Schon gar nicht, wenn sowieso gerade der Kopf schwirrt.

Für Außen­ste­hende muss die Bedeu­tung der Visua­li­sie­rung auch nicht erkenn­bar sein. Für deine Coa­chee hin­ge­gen reprä­sen­tiert sie das Ziel ihrer Wün­sche und für sie ist glas­klar, um was es geht – egal, wie gelun­gen du selbst deine Visua­li­sie­rung fin­dest. Für sie ist nur wich­tig, dass sie anhand der Visua­li­sie­rung im wei­te­ren Ver­lauf eures Gesprächs immer wie­der über­prü­fen kann, ob ihre Lösungs­ideen dazu bei­tra­gen, dem Zukunfts­bild näher zu kommen.

Es geht also um den Pro­zess (den deine Coa­chee durch­läuft), nicht um das Pro­dukt (deine Visua­li­sie­rung auf dem Papier).

Visualisierung Coaching Riesenrad-Methode © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Das Zukunfts­bild steht im Zen­trum des Rie­sen­rads. Lass deine Coa­chee genau beschrei­ben, was sie vor ihrem inne­ren Auge gese­hen hat und über­setze das mit ein paar Stri­chen in eine ein­fa­che Visua­li­sie­rung. Hier reprä­sen­tie­ren die Kegel­fi­gu­ren zum Bei­spiel eine Fami­lie, die im Thea­ter sitzt und sich Tanz­per­for­mance anschaut. Der Wunsch dahin­ter ist, end­lich wie­der ein­mal Kul­tur als gemein­sa­mes, beglü­cken­des Erleb­nis in den Fami­li­en­all­tag zu integrieren.

3. Erfolgsfaktoren umgeben das Zunkunftsbild

Aus­ge­hend vom Zun­kunfts­bild iden­ti­fi­ziert deine Coa­chee jetzt, was alles dazu geführt hat, dass es Wirk­lich­keit gewor­den ist.

Die Inter­ven­ti­ons­frage lautet:

  • Was hat es ermöglicht?

Dabei wird sie wahr­schein­lich ver­schie­dene Aspekte fin­den. Diese Aspekte ord­nest du um das Zun­kunfts­bild (die Rie­sen­rad-Achse) herum an. Die Erfolgs­fak­to­ren bestehen pri­mär aus Text. Lasse deine Coa­chee knapp, klar und ener­gisch aus der Zukunft her­aus for­mu­lie­ren. Schreibe es so auf, als wäre es für deine Coa­chee schon Wirk­lich­keit: „Ich habe ein Tanz­thea­ter gefun­den, das zu unse­rem Wunsch­ter­min geöff­net hat.“ ist dabei kraft­vol­ler als nur „Tanz­thea­ter“ zu schreiben.

Wenn es dir leicht­fällt, kannst du die ein­zel­nen Aspekte mit einem ein­fa­chen Pik­to­gramm kenn­zeich­nen. Wenn dich das aus­bremst, lass die Pik­tor­gramme weg. Text auf­zu­schrei­ben ist in die­sem Schritt wich­ti­ger als die bild­li­che Dar­stel­lung drum­herum, denn es geht um Ein­deu­tig­keit. Die ein­fachste Mög­lich­keit, die Aspekte optisch von­ein­an­der abzu­gren­zen, ist ein locke­rer Kreis als Umran­dung um den Text­block herum.

Es soll­ten mög­lichst nicht mehr als 5–6 Aspekte auf­ge­nom­men wer­den, um das Rie­sen­rad über­sicht­lich zu hal­ten. Wenn abseh­bar ist, dass es mehr wer­den, dann sammle die Ergeb­nisse erst ein­mal auf einem zwei­ten Blatt. Ver­sucht gemein­sam, die Aspekte the­ma­tisch zu grup­pie­ren. Gelingt das nicht, dann lasse deine Coa­chee die sechs wich­tigs­ten aus­wäh­len und „parke“ die ande­ren bis auf Wei­te­res – zum Bei­spiel auf Kle­be­zet­teln am unte­ren Blattrand.

Visualisierung Coaching Riesenrad-Methode © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Die Leit­frage in die­sem Sta­dium der Rie­sen­rad-Methode: Was hat es ermög­licht, dass das Zukunfts­bild in der Mitte wahr gewor­den ist?

4. In die Erfolgsfaktoren eintauchen und sie erkunden

Erkun­det jetzt die ein­zel­nen Erfolgs­fak­to­ren. Die Inter­ven­ti­ons­frage lautet:

  • Was hast du unter­nom­men, um das alles zu erledigen?

Schaffe dir auf Blatt den Platz dafür, indem du strah­len­för­mig Stri­che zwi­schen den Aspek­ten zum Blatt­rand ziehst. Im Rie­sen­rad ist es leicht, die ein­zel­nen Aspekte in belie­bi­ger Rei­hen­folge zu bear­bei­ten. Lasse deine Coa­chee in dem Feld begin­nen, für das ihr die erste Idee kommt. Stelle ver­tie­fende Fra­gen und halte ihre Aus­sa­gen im knap­pen Tele­gramm­stil fest, also stich­punkt­ar­tig oder in kur­zen Text­blö­cken. Achte dar­auf, die Inhalte so auf­zu­neh­men, dass die Gedan­ken dei­ner Coa­chee auch spä­ter noch nach­voll­zieh­bar sind.

Ihr könnt im Gespräch jeder­zeit von Aspekt zu Aspekt sprin­gen und so den Gedan­ken und Asso­zia­tio­nen in der Rei­hen­folge nach­spü­ren, wie sie für deine Coa­chee auf­tau­chen. Das ist oft sinn­vol­ler, als lis­ten­haft einen Aspekt nach dem ande­ren abzu­ar­bei­ten. Da alle Erfolgs­fak­to­ren sicht­bar sind und reser­vierte Flä­che für Text haben, kannst du von Idee zu Idee hüp­fen und die Ein­träge in der Denk­rei­hen­folge dei­ner Coa­chee dort ergän­zen, wo sie jeweils hin­ge­hö­ren. Wie beim klas­si­schen Mind-Map­ping setzt das Rie­sen­rad als visu­el­les Coa­ching­tool krea­tive Lösungs­pro­zesse in Gang.

Ihr könnt den Erkun­dungs­pro­zess so lange fort­set­zen wie nötig. Viel­leicht musst du wei­tere Blät­ter rechts, links oder oben anbauen, um alle Ideen zu erfas­sen. ODER: Du nutzt den begrenz­ten Platz des Blat­tes, um den Pro­zess bewusst auf das Wesent­li­che zu fokus­sie­ren und zu beschleunigen.

Tretet am Ende dieser Phase gemeinsam einen Schritt zurück.

Lasse deine Coa­chee über die bis­he­ri­gen Erkennt­nisse kurz reflek­tie­ren: Wie geht es ihr mit dem Gesamt­bild bis hier­her? Ist eine bestimmte Erkennt­nis für sie beson­ders rele­vant? Ist ihre Fra­ge­stel­lung noch die glei­che wie am Anfang? Wenn sich Dinge ver­scho­ben haben, dann nimm das in das Rie­sen­rad mit auf. Ergänze Aus­sa­gen an pas­sen­der Stelle, über­klebe oder strei­che durch, was ggf. nicht mehr rele­vant ist.

Visualisierung Coaching Riesenrad-Methode © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Jetzt geht es um das Erkun­den der Erfolgs­fak­to­ren. Die Leit­frage in die­sem Sta­dium des visu­el­len Coa­chings lau­tet: Was hast du unter­nom­men, um all das zu erledigen?

5. Konkrete Schritte als umgebende Sphäre

Ihr kommt jetzt in den Bereich der Ein­zel­schritte bzw. To-Dos. Dies ist der nächste natür­li­che Schritt für deine Coa­chee auf dem Weg vom Wunsch über das Zukunfts­bild, dem Erkun­den der Erfolgs­fak­to­ren und der anschlie­ßen­den Reflexion.

Die Inter­ven­ti­ons­frage in die­ser Phase lautet:

  • Was sind deine nächs­ten Schritte?

Leite deine Coa­chee dazu an, auf den Punkt zu kom­men und sich selbst (oder ande­ren) kon­krete Auf­ga­ben zu stel­len. Je kla­rer sie die nächs­ten Hand­lungs­schritte for­mu­liert, desto besser.

Ziehe zum Sam­meln der To-Dos eine lockere Kreis­li­nie um die bis­her ent­stan­dene Visua­li­sie­rung. Die for­mu­lier­ten To-Dos für die ein­zel­nen Berei­che hängst du wie die Gon­deln eines Rie­sen­rads an die­sen Kreis. Schreibe ent­we­der direkt aufs Blatt oder nutze Kle­be­zet­tel, um noch fle­xi­bler zu sein. Trage dort ein, was als nächs­tes zu erle­di­gen ist, damit die Aus­sage des Bereichs (der jewei­lige Erfolgs­fak­tor) wahr wird.

Bei unse­rem Bei­spiel „Ich habe ein Tanz­thea­ter gefun­den, das zu unse­rem Wunsch­ter­min geöff­net hat“ könn­ten die nächs­ten bei­den Hand­lungs­schritte sein: „Tele­fon­num­mern von drei nahe­ge­le­ge­nen Thea­tern her­aus­su­chen“ und „Thea­ter abte­le­fo­nie­ren und Öff­nungs­zei­ten für den kom­men­den Monat erfra­gen“.

Visualisierung Coaching Riesenrad-Methode © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Im letz­ten Schritt geht es darum, kon­krete To-Dos zu for­mu­lie­ren: Was sind deine nächs­ten Handlungsschritte?

Optional: 6. Farbe zur leichteren Orientierung

Es kann sinn­voll sein, mit ein paar Farb­mar­kie­run­gen eine wei­tere Ord­nungs­ebene in dein Rie­sen­rad zu brin­gen. Hier nur drei Möglichkeiten:

  • Ihr könnt Wün­schen, Zun­kunfts­bild und The­men­fel­dern eigene Far­ben zuord­nen und sie so optisch von­ein­an­der tren­nen. Lasse deine Coa­chee ent­schei­den, wel­che Farbe für sie zu wel­chem Bereich passt.
  • Ihr könnt The­men und Aspekte prio­ri­sie­ren: Die wich­tigs­ten, zweit­wich­tigs­ten und dritt­wich­tigs­ten Schritte bekom­men eige­nen Farben.
  • „Wer macht was“ zuwei­sen: Wenn die Auf­ga­ben nicht nur von einer Per­son erle­digt wer­den sol­len, könnt ihr mit ver­schie­de­nen Far­ben kenn­zeich­nen, wer jeweils wofür zustän­dig ist. Auch hier sollte deine Coa­chee selbst ent­schei­den dür­fen, wem sie wel­che Farbe zuordnet.

 

Wie es nach dem visuellen Coaching weitergeht

Die Erkennt­nisse aus der Rie­sen­rad-Methode arbei­ten inner­lich wei­ter. Ich emp­fehle, dei­ner Coa­chee die Visua­li­sie­rung mit­zu­ge­ben. Also tat­säch­lich das Flip­chart zusam­men­zu­rol­len und ihr zu über­rei­chen – oder im vir­tu­el­len Coa­ching ihr die Datei gleich im Anschluss zur Ver­fü­gung zu stellen.

Immer­hin ist das, was ihr vor­her dif­fus im Kopf her­um­ge­schwirrt ist und viel­leicht auch belas­tend auf der Seele lag, nun aus­ge­la­gert auf ein Blatt Papier. Es ist exter­na­li­siert, kann leich­ter bear­bei­tet und dann auch los­ge­las­sen werden.

Das Rie­sen­rad ist ein Gesamt­bild, das von den Wün­schen bis zu den kon­kre­ten To-Dos alles über­sicht­lich zusam­men­hält. In der Mitte bleibt stets das wich­tigste Ele­ment im Blick: die Situa­tion, in der deine Coa­chee zukünf­tig sein will. Um die Mitte herum grup­pie­ren sich ihre Erfolgs­fak­to­ren und am Rand ste­hen die kon­kre­ten Hand­lungs­schritte. Die Visua­li­sie­rung doku­men­tiert so nicht nur das Ergeb­nis der Lösungs­su­che, son­dern ist auch ein emo­tio­nal anspre­chen­des Abbild für den Pro­zess und das Ziel selbst.

Wenn mög­lich und erwünscht, kann deine Coa­chee ihr Rie­sen­rad gut sicht­bar dort­hin hän­gen, wo täg­lich ihr Blick dar­auf fällt. Das moti­viert beim Dran­blei­ben. Für die kon­krete Umset­zung der ein­zel­nen To-Dos kann sie fixe Ter­mine fest­le­gen und sie sich als zu erle­di­gende Punkte in den Kalen­der oder Tages­plan schrei­ben. Sobald ein To-Do erle­digt ist, kann sie das im Rie­sen­rad kenn­zei­chen: durch­strei­chen, anma­len oder einen gro­ßen, grü­nen Haken set­zen sind nur drei Mög­lich­kei­ten, um den eige­nen Fort­schritt sicht­bar zu machen.

Die Riesenrad-Methode unter Anleitung testen

© Viktoria Cvetković bebildert.eu

Wie oben schon ein­mal angemerkt:

„Es emp­fiehlt sich, den Berg, auf den man andere füh­ren will, aus eige­ner Erfah­rung zu ken­nen.“ (Wolf Bün­tig)

Bevor du also die Rie­sen­rad-Methode im Coa­ching an ande­ren Men­schen aus­pro­bierst, soll­test du den Pro­zess einige Male selbst durch­lau­fen. Das ist anhand der oben beschrie­be­nen Schritte im Selbst­stu­dium möglich.

Wenn du dich dabei nicht sicher fühlst – gerade, was die Über­gänge zwi­schen den ein­zel­nen Pha­sen angeht, oder wie du die Visua­li­sie­rung des Zukunfts­bil­des mög­lichst ein­fach gestal­ten kannst: Leich­ter und schnel­ler geht es unter per­sön­li­cher Anlei­tung. Denn eine Selbst­er­fah­rung unter per­sön­li­cher Anlei­tung kann auch der beste Text nicht ersetzen.

Nor­ma­ler­weise braucht es nicht län­ger als 50 bis 60 Minu­ten, um die Rie­sen­rad-Methode im Dia­log durchzuführen.

Dafür stehe ich dir gerne im Rah­men der Punkt­lan­dung zur Seite. Im Gespräch mit dir teile ich gerne auch wei­ter­füh­rende Tipps aus über fünf Jah­ren prak­ti­scher Erfah­rung mit die­ser und ande­ren visu­el­len Coaching-Methoden.

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Hi, ich bin Viktoria.

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Ich helfe dir, mit visu­el­len Noti­zen Zusam­men­hänge sicht­bar zu machen, Wis­sen zu sichern und im Gedächt­nis zu verankern.

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Anleitung visueller Tagesplan

Ohne Fir­le­fanz und Gir­lan­den – ein­fach nur das, was du wirk­lich brauchst, um sofort loszulegen.

Die Zeit für funktionelle Visualisierung ist reif: 3 Trends

Die Zeit für funktionelle Visualisierung ist reif: 3 Trends

Lese­zeit: ca. 11 Minu­ten | aktua­li­siert: 14.01.2022

Dass wir im Wis­sens­zeit­al­ter leben, ist eine Bin­sen­weis­heit. Nur was bedeu­tet das für unsere täg­li­che Arbeit? Men­schen in Wis­sens­be­ru­fen (egal ob Coach, Inge­nieu­rin, The­ra­peu­tin, Leh­re­rin, Pro­jekt­lei­te­rin…) ste­hen heute vor drei Herausforderungen:

  • Wis­sen struk­tu­riert und bedeu­tungs­voll sicht­bar zu machen.
  • Infor­ma­tio­nen aus dem vir­tu­el­len Raum zurück­zu­ho­len und sie mit den Hän­den anfass­bar zu machen.
  • Eine hand­lungs­lei­tende Kul­tur der Betei­li­gung und des Dia­logs zwi­schen Men­schen und Orga­ni­sa­tio­nen zu etablieren.

Immer mehr Men­schen erobern sich Visua­li­sie­rung als hand­werk­li­che Fer­tig­keit zurück – um zu ler­nen, zu pla­nen, zu ent­schei­den, sich selbst zu orga­ni­sie­ren und mit ande­ren zusammenzuarbeiten.

Visua­li­sie­rung ist ein Werk­zeug wie ein Schwei­zer Taschenmesser.

Trend 1: Visualisierung – die Sehnsucht nach dem Greifbaren

Frü­her konn­ten Men­schen ihren Beruf sehr ein­fach erklä­ren – oft muss­ten sie das nicht ein­mal, weil es so offen­sicht­lich war. Mein Onkel war Schrei­ner. Er baute in sei­ner Schrei­ner­werk­statt mit Schrei­ner­werk­zeug Möbel aus Holz. Wurde in unse­rer Fami­lie ein Kind gebo­ren, bekam es einen hand­ge­fer­tig­ten Hocker geschenkt. Mei­nen kann man heute in mei­nem Arbeits­zim­mer bewun­dern. Meine Groß­tante war Töp­fe­rin und stellte Wein­krüge her. Einer davon steht heute bei uns in der Küche. Wenn Men­schen ins Schau­fens­ter mei­ner Tante sahen, war offen­sicht­lich, woran sie arbei­tete und was sie von ihr kau­fen konnten.

Auch wenn es diese Berufe immer noch gibt: Die meis­ten von uns arbei­ten am Bild­schirm, am Tele­fon und in Mee­tin­g­räu­men. Wir nen­nen uns Bil­dungs­re­fe­ren­tin, Coach oder Pro­zess­ma­na­ge­rin. Unser wich­tigs­tes Werk­zeug ist nicht mehr die Säge oder die Töp­fer­scheibe, son­dern unser Kopf. Auf dem Weg von der Werk­bank zum Schreib­tisch ist unsere Arbeit unge­gen­ständ­lich und kom­plex gewor­den. Pro­zess­de­signs, Eva­lua­ti­ons­tools und Bera­tungs­ge­sprä­che kann man nicht sehen und anfas­sen wie einen Holz­ho­cker oder einen Tonkrug.

Trends-Visualisierung© Viktoria Cvetković bebildert.eu

Unsere Tätigkeit hat sich in den virtuellen Raum verlagert. 

Sowohl für unsere Arbeits­schritte als auch für die Resul­tate, die wir erzie­len, gilt: Das Greif­bare ist ver­lo­ren gegangen.

Der Reich­tum unse­rer Gegen­stands­welt, unser Kör­per und unsere Sinne spie­len im Zeit­al­ter von Digi­ta­li­sie­rung und Wis­sens­ar­beit eine immer gerin­gere Rolle. Und das, obwohl unsere Auf­ga­ben immer diver­si­fi­zier­ter und kom­ple­xer wer­den. Das Para­doxe: Unser Gehirn ist ziem­lich unge­schickt im Umgang mit vir­tu­el­lem Wis­sen. Abs­trakte Infor­ma­tio­nen begrei­fen wir schlecht. Große Men­gen an Zah­len, Daten und Fak­ten kön­nen wir uns schwer mer­ken. Zusam­men­hänge und Wech­sel­wir­kun­gen als Gan­zes kön­nen wir gedank­lich kaum erfassen.

Die Visua­li­sie­rung von Infor­ma­tio­nen am Bild­schirm in Form von digi­ta­len Gra­fi­ken und Dia­gram­men ist des­halb längst eine Grund­stra­te­gie von Wis­sens­ar­beit gewor­den. Nur: Sind ein Com­pu­ter und Soft­ware die rich­ti­gen Visua­li­sie­rungs-Werk­zeuge für uns als soziale, sinn­li­che und sinn­su­chende Wesen? Ist das der beste Weg, um Wis­sen zu erar­bei­ten und zu beherr­schen? Und schaf­fen wir es rein vir­tu­ell, die­ses Wis­sen bedeu­tungs­voll mit den Men­schen zu tei­len, mit denen wir in kom­ple­xen Sys­te­men zusam­men­ar­bei­ten? Gelingt es uns, ein tie­fes, gemein­sa­mes Ver­ständ­nis über gemein­same Vor­ha­ben zu erreichen?

gedanken skizzieren © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Trend 2: Visualisierung – Wissensarbeit ist Handarbeit

Wahr­schein­lich hast auch du schon längst bemerkt, wie begrenzt die Mög­lich­kei­ten des Com­pu­ter­bild­schirms sind, um Dinge zu begrei­fen, Neues zu ent­wi­ckeln und sinn­erfüllt zusam­men­zu­ar­bei­ten. Manch­mal stel­len digi­tale Tools eine regel­rechte Bar­riere dar und len­ken uns von den wesent­li­chen Din­gen ab.

Statt Bea­mer, Lein­wand und Power­Point gibt es in vie­len Ent­wick­lungs-Abtei­lun­gen wie­der Flip­charts, Haft­no­ti­zen, Mar­ker und Kle­be­stifte. Inge­nieu­rin­nen stel­len fest: Wir kom­men nicht wei­ter, wenn wir nur auf Daten­ta­bel­len star­ren – wir müs­sen Dinge in die Hand neh­men. Und so wer­den im Design (oder Hybrid) Thin­king – ganz hand­werk­lich – Pro­to­ty­pen für Soft- und Hard­ware aus Pappe gebas­telt, die sich anfas­sen, dre­hen und schnell ver­än­dern las­sen. Diese hand­fes­ten Modelle ermög­li­chen Lern­er­fah­run­gen, die kein vir­tu­el­les Modell leis­ten kann. Ein Vor­ge­hen, das Desi­gner und Archi­tek­tin­nen schon im Stu­dium lernen.

Auch Lego hat die­sen Trend längst erkannt und sich eine erwach­sene Ziel­gruppe neu erschlos­sen. Unter dem Stich­wort Serious­Play bauen Soft­ware­ent­wick­ler und Pro­jekt­ma­na­ge­rin­nen aus bun­ten Kunst­stoff­stei­nen Lie­fer­ket­ten oder Qua­li­täts­ma­nag­ment-Pro­zesse zusam­men, um sie sich selbst und ande­ren begreif­bar zu machen.

Ähn­li­ches wird schon lange im Coa­ching- und The­ra­pie­be­reich genutzt. Statt nur in Wor­ten zu beschrei­ben, wie sich die kom­ple­xen Bezie­hungs­ebe­nen in einer Fami­lie dar­stel­len, hat es sich bewährt, mit kon­kre­ten Sys­tem­auf­stel­lun­gen zu arbei­ten. Also zum Bei­spiel mit Figu­ren, die zuein­an­der posi­tio­niert wer­den kön­nen. Wer steht wem nahe, wer blickt in die glei­che Rich­tung, zuein­an­der hin, von­ein­an­der weg? Was ver­än­dert sich, wenn eine oder meh­rere Figu­ren bewegt wer­den? Wie wirkt sich das auf das Sys­tem Fami­lie aus? Es fällt uns viel leich­ter, das zu ver­ste­hen, wenn wir es vor uns sehen, aus unter­schied­li­chen Blick­win­keln betrach­ten und auch mit unse­ren Hän­den grei­fen können.

Aber auch schon das Zwei­di­men­sio­nale – das Arbei­ten mit Stift und Papier – hilft uns dabei, unser abs­trak­tes Wis­sen greif­bar zu machen.

90-Tage-Plan Coaching-Tool Riesenrad 12-von-12© Viktoria Cvetković bebildert.eu

Auch Coa­ching geht mit Stift und Papier: Die Rie­sen­rad-Methode lässt sich im Selbst-Coa­ching, aber auch gemein­sam im Dia­log mit Coa­chees durchführen.

Trend 3: Visualisierung – Sichtbarmachen als Kulturtechnik

Immer mehr Men­schen ent­de­cken die Unmit­tel­bar­keit von Stift und Papier wie­der, um sich aus­zu­drü­cken. Indem wir Gedan­ken zu Papier brin­gen, sie auf­schrei­ben und auf­zeich­nen, wer­den sie sicht­bar. Aus einer flüch­ti­gen Idee kann dann ein Plan wer­den, und aus dem Plan kön­nen wir kon­krete Schritte ent­wi­ckeln, um unser nächs­tes Ziel zu erreichen. 

Das gilt für unser eige­nes Ler­nen genauso wie auch für die Zusam­men­ar­beit mit ande­ren Men­schen. In ein paar Stri­chen auf einem Schmier­blatt erklä­ren zu kön­nen, wo im Coa­ching-Pro­zess wir uns gerade befin­den, sorgt für Klar­heit und ein gemein­sa­mes Ver­ständ­nis. Ob struk­tu­riert, chao­tisch, banal oder krea­tiv – sol­che Gedan­ken­skiz­zen sind nur für den Moment. Sie hel­fen dabei, unser Den­ken im Fluss zu hal­ten und Gesprä­che ziel­ge­rich­te­ter zu führen.

Wir sehen wie auf einer Land­karte, wo sich unsere Gedan­ken gerade befin­den. Wir kön­nen mit dem Fin­ger dar­auf zei­gen und von dort aus den nächs­ten Schritt entwickeln.

Keine digi­tale Soft­ware ist so robust und so ein­fach zu benut­zen, so schnell und so kos­ten­güns­tig ver­füg­bar, wie ein simp­les Stück Papier und ein Stift.

War es in den 1990ern noch revo­lu­tio­när, in Mee­tings Power­Point zu nut­zen, ist es heute für viele ein Grund, min­des­tens inner­lich die Augen zu ver­dre­hen. Das liegt nicht pri­mär an der Soft­ware, son­dern am Umgang vie­ler Men­schen damit: Sach­ver­halte wer­den nicht im Zusam­men­hang gezeigt, son­dern zu Bul­let Points ato­mi­siert. Digi­tal erstellte Schau­ta­feln flie­gen von links ins Bild ein und lösen sich beim „Umblät­tern“ auf die nächste Folie in win­zige Pixel auf. Die Schrift dar­auf ist so klein, dass sie kaum les­bar ist. Unmen­gen von Text und unnö­ti­ges gra­fi­sches Dekor pras­seln auf uns ein, sodass der Geist zum Selbst­schutz auf Durch­zug stellt.

Die Möglichkeiten des digitalen Werkzeugs werden zur Falle.

Unmen­gen von Gra­fi­ken, Icons und Sym­bo­len ste­hen in der digi­ta­len Bild­bi­blio­thek zur Ver­fü­gung, aber oft len­ken sie uns vom eigent­li­chen Inhalt ab: Dem Wis­sen, das wir ande­ren ver­mit­teln oder von ande­ren auf­neh­men wollen.

Nicht die Power­Point-Folien, son­dern die­ses Wis­sen will gestal­tet wer­den. Wir müs­sen es in sicht­bare Zusam­men­hänge ein­bet­ten, um es ver­steh­bar zu machen. Das Medium ist dabei egal: Gut gestal­tete Infor­ma­tio­nen kannst du genauso wirk­sam in Power­Point ver­mit­teln wie auf einem Flip­chart oder einem vir­tu­el­len Whiteboard.

visuell-überzeugend-präsentieren © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Wissensarbeiter:innen brau­chen also die Skills von Wissensdesigner:innen.

Dabei geht es nicht um Zei­chen­fer­tig­kei­ten, son­dern um den Umgang mit Infor­ma­tio­nen. Wie man Wis­sen visu­ell sinn­voll gestal­tet, wird weder von Power­Point noch von ande­rer Soft­ware vermittelt.

Die intui­tivs­ten Werk­zeuge, um uns die visu­elle Spra­che wie­der anzu­eig­nen, sind:

  • unsere Vorstellungskraft, 
  • visu­ell-sys­te­ma­ti­sches Den­ken und 
  • der hand­werk­li­che Umgang mit Stift und Papier.

Das Sicht­bar­ma­chen von Gegen­ständ­li­chem und Abs­trak­tem ist eine uralte mensch­li­che Kul­tur­tech­nik: Ange­fan­gen von Zeich­nun­gen an Höh­len­wän­den über die ers­ten Schrift­sys­teme bis zu heu­ti­gen visu­el­len Leit­sys­te­men, die wir bei­spiels­weise von Flug­hä­fen und Kran­ken­häu­sern ken­nen, aber auch von Ver­kehrs­schil­dern. Nach so vie­len Mensch­heits­ge­nera­tio­nen liegt uns visu­elle Ori­en­tie­rung quasi in den Genen.

visuelle-notizen-gedankenlandkarte

Es gibt viele Zugänge zur Welt der Visualisierung

Wir sind von visu­el­ler Spra­che umge­ben – und genau das macht sie so leicht erlernbar.

Wir kon­su­mie­ren visu­elle Spra­che täg­lich. Wirk­mäch­tig wer­den wir, wenn wir ler­nen, sie selbst anzu­wen­den.

Wie gelingt dir nun der Zugang zu Visua­li­sie­rung als hand­werk­li­cher Fertigkeit?

Du kannst über Such­ma­schi­nen das Inter­net nach Bild­ideen durch­fors­ten und abzeich­nen, was dir auf den Bild­schirm kommt. Du kannst dir Anlei­tungs­vi­deos anschauen oder soge­nannte „Busi­ness-Sym­bole“ aus Büchern Strich für Strich nach­ma­len. Das ist für den Ein­stieg erst­mal gut, reicht aber nicht aus, um die visu­elle Spra­che wirk­lich zu beherrschen.

Die meis­ten Inter­es­sier­ten blei­ben aber genau an die­ser Stelle der ste­cken. Das ist so, als wür­dest du beim Schrei­ben­ler­nen nicht über das Sta­dium eines Grund­schü­lers hin­aus­kom­men, der Buch­sta­ben abmalt – und nicht in der Lage ist, selbst Wör­ter oder eigene Sätze zu bil­den. Oder sogar kleine Geschich­ten zu schreiben.

Des­we­gen bin ich eine lei­den­schaft­li­che Ver­fech­te­rin von visu­el­ler Alpha­be­ti­sie­rung. Men­schen zu befä­hi­gen, unab­hän­gig von den Vor­ga­ben ande­rer IHRE Art der visu­el­len Spra­che zu ent­de­cken und nach ihren eige­nen Bedürf­nis­sen wei­ter­zu­ent­wi­ckeln, finde ich essenziell.

Wir leben im Infor­ma­ti­ons­zeit­al­ter und die meis­ten von uns sind Wis­sens­ar­bei­ter. Wenn Visua­li­sie­rung die „Welt­spra­che des 21. Jahr­hun­derts“ ist, wie der Infor­ma­ti­ons­wis­sen­schaft­ler Robert E. Horn in sei­nem Buch „Visual Lan­guage“ dar­legt, kön­nen wir es uns nicht leis­ten, visu­elle Analpha­be­ten zu bleiben.

Des­we­gen fol­gen meine Trai­nings nicht dem „Abmal­prin­zip“, son­dern ich zeige dir, wie visu­el­les Den­ken funk­tio­niert, wie du Krea­ti­vi­täts­tech­ni­ken gewinn­brin­gend ein­setzt und wie du mit wenig Auf­wand selbst auf ein­zig­ar­tige visu­elle Ideen kommst.

Hast du Lust auf ein intensives Visualisierungstraining mit mir?

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*Pflicht­feld. Du kannst dich jeder­zeit mit einem Klick wie­der abmel­den. Die Infos, dich ich per E‑Mail ver­schi­cke, wähle ich sorg­fäl­tig aus und ver­sorge dich nor­ma­ler­weise vier Mal im Monat mit Neu­ig­kei­ten. Meine E‑Mails ent­hal­ten neben zahl­rei­chen kos­ten­lo­sen Tipps und Inhal­ten auch Infor­ma­tio­nen zu mei­nen Kur­sen, Ange­bo­ten und Aktio­nen. Hin­weise zum Daten­schutz, Wider­ruf, Pro­to­kol­lie­rung sowie der von der Ein­wil­li­gung umfass­ten Erfolgs­mes­sung erhältst du unter Daten­schutz.

Hi, ich bin Viktoria.

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Ich helfe dir, mit visu­el­len Noti­zen Zusam­men­hänge sicht­bar zu machen, Wis­sen zu sichern und im Gedächt­nis zu verankern.

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Visuelle Notiz vs. Sketchnote: Die schädliche Umdeutung eines Begriffs

Visuelle Notiz vs. Sketchnote: Die schädliche Umdeutung eines Begriffs

Lese­zeit: ca. 7 Minu­ten | aktua­li­siert: 16.12.2021

Mitt­ler­weile hat sich der Begriff Sketch­no­tes (gerade im deutsch­spra­chi­gen Raum) von sei­ner ursprüng­li­chen Bedeu­tung stel­len­weise seeeehr weit ent­fernt. Bezie­hungs­weise: Er wird oft umin­ter­pre­tiert in „irgend­was mit Zeichnen“.

Und das ist schade: Denn Visua­li­sie­rung im beruf­li­chen und gesell­schaft­li­chen Rah­men kann ein sehr wirk­mäch­ti­ges Werk­zeug sein. Durch die Fehl­in­ter­pre­ta­tion „irgend­was mit Zeich­nen“ wer­den visu­elle Noti­zen bana­li­siert, belä­chelt und in die Hob­bye­cke geschoben.

Dazu tra­gen maß­geb­lich Ange­bote bei, deren Fokus rein auf dem Zeich­nen liegt: Siehe „200 Busi­ness-Sym­bole zum Abzeich­nen“ oder „Die große Sym­bol­bi­blio­thek mit über 1000 Zei­chen­an­lei­tun­gen“. Oder – für mich der Gip­fel der deko­ra­ti­ven Bana­li­sie­rung – „Mit Sketch­no­tes dein Busi­ness verschönern“.

Leute! Davon kriege ich geis­ti­gen Aus­schlag. Häss­li­che rote Pus­teln. 

Warum ich den Begriff Sketchnote problematisch finde

Was bitte bringt es denn, ein Fahr­rad, einen Heiß­luft­bal­lon oder einen Lap­top zeich­nen zu kön­nen, wenn ich nicht in der Lage bin, Inhalte ver­ständ­lich und auf das Wesent­li­che redu­ziert aufzubereiten?!

Visua­li­sie­ren hat nichts mit Zeich­nen­kön­nen zu tun, son­dern mit der erlern­ba­ren Fer­tig­keit, sich kom­plexe Zusam­men­hänge struk­tu­riert zu erschlie­ßen (das heißt sie zu ver­ste­hen). Visu­elle Kom­pe­tenz und digi­tale Alpha­be­ti­sie­rung gehö­ren für mich zusam­men. Ich bin fest davon über­zeugt, dass wir nur mit lebens­lan­gem Ler­nen und Krea­ti­vi­tät dafür sor­gen kön­nen, dass unsere Jobs nicht weg­di­gi­ta­li­siert, son­dern men­schen­zen­trier­ter wer­den. Nur wer ver­steht, kann auch gestalten.

Dazu gehört auch, mit visu­el­ler Kom­pe­tenz seine eige­nen Ideen ande­ren anschau­lich ver­mit­teln zu kön­nen. Nur wer in der Lage ist, ver­stan­den zu wer­den, kann andere über­zeu­gen und gesell­schaft­lich etwas ver­än­dern. Mit der Über­be­to­nung des Zeich­nens redu­zie­ren sich visu­elle Noti­zen mehr und mehr zu einem krea­ti­ven Nischen­hobby. Das ist pro­ble­ma­tisch, weil so die Kraft der Visua­li­sie­rung für (beruf­lich oder gesell­schaft­lich) rele­vante Dinge oft unge­nutzt bleibt.

Ja klar, es gibt seriöse Ange­bote und tolle Trainer:innen – momen­tan sind wir aber noch in der Unterzahl.

Des­we­gen macht es der­zeit – lei­der – Sinn, im deutsch­spra­chi­gen Raum zwi­schen Sketch­no­tes und visu­el­len Noti­zen zu unter­schei­den. Der Begriff Sketch­note ist momen­tan von den Bana­li­sie­rern besetzt. 

Back to the roots: Wo der Begriff Sketchnote herkommt

Lass uns das direkt klä­ren: Gibt es einen Unter­schied zwi­schen Sketch­note und visu­el­ler Notiz?

Geht man zum ursprüng­li­chen Ver­ständ­nis des Begriffs zurück, lau­tet die Ant­wort: NEIN. Es gibt es kei­nen Unter­schied in der Bedeu­tung. Mike Rohde, der den Begriff „Sketch­note“ ab dem Jahr 2007 geprägt und seit­her in die Welt getra­gen hat, ver­wen­det in sei­nen bei­den Büchern die Begriffe „Sketch­note“ und „Visual Note“ synonym:

„Sketch­no­tes are visual notes crea­ted from a mix of hand­wri­ting, drawings, hand-drawn typo­gra­phy, shapes, and visual ele­ments like arrows, boxes, and lines.”
(Mike Rohde)

Im Mike-Rohde-Uni­ver­sum macht der Begriff auch Sinn – gerade unter dem Aspekt „Naming is Bran­ding“. 😉 Denn es ist ja nicht so, als hätte er diese Art der Noti­zen erfun­den. Er konnte sich mit dem neuen Begriff von ande­ren Visualisierer:innen abset­zen (visu­el­les Arbei­ten in Bera­tung, Coa­ching, Pro­zess­be­glei­tung und Mode­ra­tion eta­blierte sich in den USA und Kanada schon in den 1970ern). So hat Mike nicht nur Sketch­no­tes, son­dern auch sei­nen eige­nen Namen erfolg­reich in die Welt getragen.

Visuelle Notize eines Vortrags

Ein Bei­spiel von Mike Rohde, mit dem er auf sei­ner Web­site zeigt, wie eine Sketch­note (bzw. visu­elle Notiz) aus­se­hen kann.

Visuelle Notiz vs. Sketchnote: Ein deutschsprachiges Problem

Offen­bar weckt der Begriff Sketch­note im deutsch­spra­chi­gen Raum fal­sche Asso­zia­tio­nen. Dem­entspre­chend hatte ich gerade in den aller­ers­ten Wei­ter­bil­dun­gen Men­schen im Kurs sit­zen, die sich dar­auf gefreut haben, „end­lich bes­ser zeich­nen zu ler­nen“. Die ganze Bat­te­rien von Farb­stif­ten und Mal­blö­cken mit­ge­bracht hat­ten. Und die sich wun­der­ten, warum „die­ses schöne Hobby“ im Fach­be­reich Beruf­li­che Bil­dung(!) ange­sie­delt ist.

Die Ent­täu­schung war dann groß, wenn wir
a) über die äußere Form und mög­li­che Ele­mente (Text spielt die ent­schei­dende Rolle) und
b) über die Anwen­dungs­mög­lich­kei­ten von visu­el­len Noti­zen gespro­chen haben:

  • Gesprä­che dokumentieren,
  • Inhalte von Vor­trä­gen festhalten,
  • für Prü­fun­gen lernen,
  • Pro­jekte planen,
  • Recher­chen aufbereiten,
  • Semi­nare vorbereiten,
  • Wis­sen leicht ver­ständ­lich vermitteln…

Schein­bar trig­gert der Wort­teil „Sketch“ einige Men­schen so sehr, dass sie die wei­tere Kurs­be­schrei­bung über­le­sen, wo genau von die­sen Anwen­dungs­mög­lich­kei­ten die Rede ist. Mitt­ler­weile bin ich in mei­nen Aus­schrei­bungs­tex­ten über­deut­lich: Dies ist kein Zeichenkurs.

Ein Pro­blem aber bleibt: Men­schen, die ganz beson­ders von visu­el­len Noti­zen pro­fi­tie­ren kön­nen, trauen sich Sketch­no­tes oft nicht zu.

  • Men­schen, die in Abläu­fen, Pro­zes­sen, Kon­zep­ten und Stra­te­gien denken.
  • Men­schen, die regel­mä­ßig mit einer Viel­zahl von Infor­ma­tio­nen umge­hen und dabei den Über­blick behal­ten müssen.
  • Men­schen, die mit Kli­en­ten arbei­ten, die weni­ger Spe­zi­al­wis­sen haben als sie selbst – und die des­halb anschau­lich und aufs Wesent­li­che redu­ziert erklä­ren kön­nen müssen.

Auch diese Men­schen wer­den getrig­gert vom Wort­teil „Sketch“ und emp­fin­den das für sich als abschre­ckend. Sie asso­zi­ier­ten, dass man für Sketch­no­tes irgend­wie „begabt“ sein sollte, am bes­ten künst­le­ri­sches Talent hat und gut zeich­nen kön­nen muss. Dass es viel wich­ti­ger ist, gezielt zuzu­hö­ren, Gehör­tes zu ver­ar­bei­ten und zusam­men­zu­fas­sen, kommt bei ihnen im Bewusst­sein nicht an:

„Sketch­no­tes don’t require spe­cial drawing skills, but do require you to lis­ten and visually syn­the­size and sum­ma­rize ideas via wri­ting, drawing and icons.”
(Mike Rohde)

 

Visuelle Notiz vs. Sketchnote: Wie Begriffe unsere Wahrnehmung beeinflussen

Nach eini­gen Jah­ren Erfah­rung als Trai­ne­rin für visu­el­les Den­ken und Arbei­ten finde ich den Begriff Sketch­note zuneh­mend pro­ble­ma­tisch. Dabei habe ich ihn frü­her sehr gerne genutzt, sogar in mei­nem Claim. Lange Zeit stand ganz oben auf mei­ner Web­site „Sketch­no­tes ohne Fir­le­fanz“. Auch mein Busi­ness-Pro­fil auf ver­schie­de­nen Social-Media-Platt­for­men hieß so.

Seit Anfang 2020 ersetze ich den Begriff in mei­nen Tex­ten mehr und mehr durch „visu­elle Notiz“. 2021 bin ich sogar so weit gegan­gen, dass ich mei­nen Claim geän­dert habe. Wo lange Zeit „Sketch­no­tes ohne Fir­le­fanz“ stand, heißt es jetzt „Visua­li­sie­rung ohne Fir­le­fanz“. Weil mir die Umbe­nen­nung so wich­tig war, werde ich auch noch dar­über schrei­ben, was mein neuer Claim mir bedeutet.

Das Aus­tau­schen des Begriffs Sketch­note durch visu­elle Notiz bewirkt eine andere Wahr­neh­mung ein und der­sel­ben Sache. Die sprach­li­che Beto­nung ver­schiebt sich auf „Noti­zen“ und „visu­ell“ wird eher zum Neben­aspekt. Ein Neben­aspekt, der gar nicht mehr so ein­schüch­ternd wirkt.

Der Aus­druck „visu­elle Noti­zen“ beschreibt mei­ner Mei­nung nach viel tref­fen­der, was Sketch­no­tes eigent­lich sind: 1.) Noti­zen, die 2.) eine visu­elle Kom­po­nente in sich tra­gen. Inhalt first, Optik second.

Wie bei jeder ande­ren Notiz liegt der Fokus dabei immer auf dem Inhalt der Notiz. Wenn der Inhalt nicht ver­ständ­lich ist, dann ist die Notiz unbrauch­bar. Text ist daher die wich­tigste Kom­po­nente in einer visu­el­len Notiz. Mit Text kannst du wich­tige Infor­ma­tio­nen leicht fest­hal­ten und weitergeben.

Eine visu­elle Notiz kann daher kom­plett ohne Bil­der aus­kom­men, aber nie ohne Text.

Und was ist mit der visu­el­len Kom­po­nente? Tja, das Visu­elle in visu­el­len Noti­zen sind nicht die Bil­der, son­dern die Struk­tur der Notiz. Also in ers­ter Linie, wie Infor­ma­tio­nen auf einem Blatt Papier ange­ord­net sind.

pfeile-verbinder © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Ein Bei­spiel: Ste­hen ein­zelne Text­blö­cke näher zusam­men, dann deu­ten wir das auch als inhalt­lich zusam­men­ge­hö­rig. Ste­hen sie wei­ter von­ein­an­der ent­fernt, hal­ten wir sie rein optisch schon für unter­schied­lich. Die visu­elle Struk­tur der Notiz erleich­tert uns das Ver­dauen von Infor­ma­tio­nen – und zwar schon, BEVOR wir anfan­gen zu lesen.

Und die bewusste Ver­wen­dung von Spra­che erleich­tert uns das Nut­zen eines kraft­vol­len Werk­zeugs… Des­we­gen gibt es für mich der­zeit eben doch einen Unter­schied zwi­schen Sketch­note und visu­el­ler Notiz.

Wie du visuelle Notizen beruflich nutzen kannst

Nach mei­ner Beob­ach­tung gewin­nen Visua­li­sie­run­gen im Beruf zuneh­mend an Bedeu­tung. Genau diese Ent­wick­lung liegt mir auch am Her­zen. Des­we­gen hier jetzt ein paar Bei­spiele, die ich sehr gelun­gen finde. Nicola Pri­dik zum Bei­spiel ist Juris­tin und macht Gesetze und andere recht­li­che Zusam­men­hänge anschaulich:

Visualisierung von Paragraph 10 BAföG

Nicola Pri­dik hat §10 des Bundes­ausbildungs­förderungs­gesetz (BAföG) visua­li­siert (© Nicola Pridik)

Aşkın-Hayat Doğan hat als Diver­sity Trai­ner und Sen­si­ti­vity Rea­der einen erklä­rungs­be­dürf­ti­gen Beruf. Er sagt nicht nur, „dass Sen­si­ti­vity Rea­ding dafür da ist, unge­wollt pro­du­zier­ten Bull­shit wie dis­kri­mi­nie­rende Ste­reo­type zu ver­hin­dern – sei es in Roma­nen, Arti­keln, Fern­seh­se­rien, Rol­len­spie­len oder Pres­se­er­klä­run­gen” son­dern ver­an­schau­licht auf sei­ner Web­site auch, wel­che Diver­si­täts­merk­male es gibt:

Diversityrad

Visua­li­sier­tes Diver­si­ty­rad auf der Web­site von Aşkın-Hayat Doğan, Illus­tra­tion: © Oli­ver Hoogvliet

Die Heil­prak­ti­ke­rin Mirja Flö­ser zeigt auf ihrer Web­site, wel­che The­men beim ers­ten Besuch in der Pra­xis ange­pro­chen wer­den: Wel­che Unter­la­gen wer­den benö­tigt, was wird genau gemacht und wie lange kann so ein Gespräch dauern?

Erster Besuch bei der Heilpraktikerin

Visua­li­sie­rung, mit der Heil­prak­ti­ke­rin Mirja Flö­ser auf ihrer Web­site zeigt, was beim ers­ten Besuch in der Pra­xis pas­siert. © Insa Krey

Natür­lich kannst du (wie in den letz­ten bei­den Bei­spie­len) die Visua­li­sie­rung dei­nes beruf­li­chen The­mas jeman­den für dich machen las­sen. Viel fle­xi­bler bist du aber, wenn du (wie die Juris­tin Nicola Pri­dik) in der Lage bist, selbst zu visua­li­sie­ren. Und du musst es noch nicht ein­mal für „die Öffent­lich­keit” tun.

Bei­spiel 1: Als Coach:in kannst visu­elle Noti­zen ein­fach im Gespräch mit dei­nem Coa­chee nut­zen: Als Mit­schrift eurer Sit­zung unter vier Augen, ganz ohne ästhe­ti­schen Anspruch. Das Wich­tigste ist, dass die Auf­merk­sam­keit beim Coa­chee liegt und ihr genug Raum dafür bleibt, die Notiz zu ergän­zen oder rich­tig­zu­stel­len. Das gelingt viel leich­ter, wenn deine Visua­li­sie­rung funk­tio­nal ist (statt schön). Der Zweck die­ser simp­len Stri­che ist es, die Essenz aufs Papier zu brin­gen und der Coa­chee zu spie­geln, was du gehört hast. Dafür braucht es das rich­tige Mind­set: Weg vom Anspruch, etwas Schö­nes zu malen, hin zu funk­tio­na­len Sketch­no­tes, die einen tie­fen, trans­for­ma­ti­ven Wert haben.

Bei­spiel 2: Als Jour­na­lis­tin kannst du – nur für dich – deine Recher­che visu­ell struk­tu­rie­ren. So wie Andrea Fritz in mei­nem letz­ten Kurs:

Ich habe es tat­säch­lich geschafft, ein drei­stün­di­ges Straf­ver­fah­ren mit acht Zeu­gen, inclu­sive Plä­doy­ers und Urteils­be­grün­dung, auf drei A4-Sei­ten so anzu­ord­nen, dass ich beim Schrei­ben mei­nes Arti­kels mit einem ein­zi­gen Blick auf die Noti­zen die gesuchte Infor­ma­tion gefun­den habe. Das ist groß­ar­tig und erleich­tert mir die Arbeit unge­mein. Zumin­dest, was Gerichts­be­richt­erstat­tung angeht. 

Aber auch sonst plane ich meine Noti­zen viel bes­ser und erhalte dadurch Über­sicht. Ich traue mich, weni­ger mit­zu­schrei­ben, weil ich viel orga­ni­sier­ter bin. Ich spare dadurch viel Zeit und – schreibe sogar bes­sere Texte!

Das Gute ist: Ich brau­che keine Sym­bole! Eine über­sicht­li­che Dar­stel­lung, Rah­men und Pfeile rei­chen völ­lig aus, um mir das Leben erheb­lich zu erleichtern. 

Ich hätte nie gedacht, dass man mit so klei­nen Ver­än­de­run­gen so viel errei­chen kann. Es ist toll zu sehen, wie im Kurs jeder sei­nen eige­nen Weg fin­det. Ich hatte den Ein­druck, dass es im Kurs am Ende genauso viele ver­schie­dene Lösun­gen wie Anfor­de­run­gen gibt. 

Andrea Fritz

Freie Jour­na­lis­tin

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Online Kurs Sketchnotes

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© Viktoria Cvetković bebildert.eu

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Wie kommt eine analoge Zeichnung in den digitalen Blogartikel?

Wie kommt eine analoge Zeichnung in den digitalen Blogartikel?

Lese- und Schau­zeit: ca. 9 Minu­ten | aktua­li­siert: 04.10.2021

Seit ich Blog­ar­ti­kel schreibe, stehe ich regel­mä­ßig vor einem Pro­blem: Ich brau­che Bil­der, mit denen ich meine Texte illus­trie­ren kann.

Bei Anlei­tun­gen – wie dem visu­el­len Tages­plan – kann ich ein­fach selbst eine Reihe von Fotos machen. Es gibt aber Inhalte, da geht das nicht. Die kann ich nicht foto­gra­fie­ren, weil ich die Uten­si­lien nicht zur Hand habe (drei Eis­ku­geln im Hörn­chen zum Bei­spiel), oder weil sie ein bestimm­tes Gefühl wider­spie­geln (wie etwa Ratlosigkeit).

Manch­mal stö­bere ich in Stock­fo­tos, aber ehr­lich gesagt finde ich da sel­ten etwas, das mir gefällt und genau das aus­drückt, was ich möchte. Außer­dem ist es ver­dammt schwer, Fotos zu fin­den, die nicht belie­big und aus­tausch­bar wir­ken. Und dann sol­len auch noch Bil­der ver­schie­de­ner Foto­gra­fin­nen optisch mög­lichst gut zusam­men­pas­sen… Ach, las­sen wir das! Wenn ich sol­che Fotos ver­wende, dann oft nur als kurz­zei­tige Platzhalter.

Irgend­wann war ich es leid, im Netz mas­sen­haft Zeit zu ver­schwen­den auf der Suche nach Bil­dern, die dann noch nur so la-la sind.

Statt lange nach Fotos zu suchen, mache ich inzwi­schen gerne ein­fa­che, kleine Zeich­nun­gen, um meine Blog­ar­ti­kel zu illus­trie­ren. Die Bild­ideen dazu habe ich oft schon im Kopf. Und bei der Umset­zung ver­su­che ich, mög­lichst zeit­spa­rend und ein­fach vorzugehen.

Das ist übri­gens auch der Grund, warum ich bei ana­lo­gen Zeich­nun­gen bleibe. Ich bin mit Stift und Papier soooo viel schnel­ler, als mit jedem digi­ta­len Zei­chen­pro­gramm. (Da neige ich dazu, stän­dig irgend­wel­che Schritte rück­gän­gig zu machen und mich in 1000 Optio­nen zu ver­lie­ren, die die Soft­ware bie­tet.) Dann doch lie­ber ana­log zeich­nen und digi­tal weiterverarbeiten!

Hier zeige ich dir zwei Vari­an­ten mei­nes Workflows.

Variante 1: Die schnelle Zeichnung zwischendurch

Im Arti­kel „Wie sieht eine gut for­mu­lierte Auf­gabe aus?” weise ich in einem Abschnitt dar­auf hin, dass klei­nere Teil­auf­ga­ben manch­mal sinn­vol­ler sind. Weil das aus mei­ner Sicht ein wich­ti­ger Aspekt ist, möchte ich nicht, dass das leicht­hin über­le­sen wird. Ich brau­che also ein Stop­per-Bild, an dem die Lese­rin, die den Text viel­leicht nur über­fliegt, hän­gen­bleibt… und sich fragt, was denn das Motiv mit dem Thema des Arti­kels zu tun hat.

Beim 3‑Mi­nu­ten-Ideen-Brain­stor­ming mit mir selbst 😉 fand ich die Idee ganz char­mant, das Por­tio­nie­ren von Auf­ga­ben als Eis­ku­gel-Por­tio­nen zu ver­bild­li­chen. Finde jetzt mal auf die Schnelle ein Stock­foto von drei Eis­hörn­chen, die im Ver­gleich ein, zwei und drei Eis­ku­geln in abstei­gen­der Rei­hen­folge zei­gen! (Ja, ich hatte eine sehr spe­zi­fi­sche Bild­idee, und dann will ich das auch genauso haben!) Also lie­ber gleich sel­ber zeichnen. 😀

zeichnungen von eistueten © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Schritt 1:

Ich hab’s mir ein­fach gemacht und mir einen dicken Filz­stift und Schmier­zet­tel geschnappt. In zwei Minu­ten habe ich 14,5 Eis­hörn­chen gezeich­net: Bis ich drei hatte, die mir gefal­len haben und eini­ger­ma­ßen gleich­groß waren.

Schritt 2:

Im nächs­ten Schritt habe ich mit dem Handy drei Ein­zel­fo­tos gemacht: In der Nähe des Fens­ters, um genug Tages­licht zu haben. Ach ja, und mög­lichst gerade von oben, um kein ver­zerr­tes Bild zu machen.

Schritt 3:

Die Han­dys von heute 😉 sind ja schon toll! Die Stan­dard-Bild­be­trach­tungs-Soft­ware auf mei­nem Smart­phone bringt schon alle not­wen­di­gen Bear­bei­tungs­mög­lich­kei­ten mit. Eine zusätz­li­che App ist also nicht nötig. Mit ein paar weni­gen Klicks habe ich Kon­trast und Hel­lig­keit so auf den Fotos ver­än­dert, dass:

  • der abfo­to­gra­fierte Papier­hin­ter­grund rein­weiß ist (und nicht so bläu­lich wie auf dem unbe­ar­bei­te­ten Foto oben), und
  • spä­ter keine Kan­ten zwi­schen den drei Ein­zel­fo­tos zu sehen sein werden.

Schritt 4:

Die drei Fotos mit­hilfe der Wor­d­Press-App vom Handy in die Media­thek des Blogs hochladen.

Schritt 5:

Die drei Fotos aus der Wor­d­Press-Media­thek in den Blog­ar­ti­kel ein­bin­den. In die­sem Fall haben ich für die­sen Abschnitt ein drei­spal­ti­ges Lay­out ver­wen­det, damit die Bil­der schön neben­ein­an­der stehen.

Voilà! Fer­tig in unter 10 Minuten!

drei gezeichnete eishoernchen mit eiskugeln © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Variante 2: Eine komplexere Zeichnung zum Zusammenbasteln

Das ist ein biss­chen ambi­tio­nier­ter als Vari­ante 1. Wenn du keine Scheu davor hast, ein­fach mal drauf los­zu­zeich­nen, ist aber auch das schnell umge­setzt. Bes­ten­falls hast du noch ein Bild­be­ar­bei­tungs­pro­gramm wie Gimp (kos­ten­los) oder Pho­to­shop zur Verfügung.

Ich zeige dir hier mei­nen prin­zi­pi­el­len Work­flow. Bitte richte dar­auf dein Augen­merk – und nicht auf die Art der Zeich­nung oder das Motiv. 🙂

visualisieren-oder-zeichnen © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Das Bild aus dem Bei­spiel ist schon etwas kom­ple­xer (mensch­li­che Figur mit Hän­den) und für Visua­li­sie­rungs-Anfän­ge­rin­nen wahr­schein­lich zu über­for­dernd. Aber: Den Work­flow kannst du mit jeder Art von Visua­li­sie­rung machen. Je ein­fa­cher die Zeich­nung, desto weni­ger Zeit wirst du brau­chen. Und je mehr Erfah­rung du im Laufe der Zeit gesam­melt hast, desto leich­ter wer­den dir auch kom­ple­xere Bil­der fallen.

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Für den Arti­kel „Fürs Visua­li­sie­ren muss ich zeich­nen kön­nen – oder etwa doch nicht?!“ wollte ich ein Titel­bild haben, das eine gewisse Rat­lo­sig­keit zeigt. Bei der Bil­der­su­che im Netz bin ich sehr schnell bei einem Bezahl­an­bie­ter gelan­det, bei dem man eine ganze Gale­rie ver­schie­de­ner emo­tio­na­ler Zustände kau­fen kann. 

drei gezeichnete eishoernchen mit eiskugeln © Viktoria Cvetković bebildert.eu

© istock­photo /​ Motor­tion

Nur: Das Gelb passt über­haupt nicht zu mei­nem Farb­kon­zept im Blog. Ich hätte das Bild mei­ner Wahl also auf jeden Fall bear­bei­ten müs­sen, um die Hin­ter­grund­farbe anzu­pas­sen. Finde ich läs­tig und dau­ert mir viel zu lange für ein Foto, das dann mir dann am Ende auch wie­der nur so la-la gefällt.

Die Pose unten rechts in der Gale­rie der gel­ben Bil­der fand ich aber als Vor­lage für die Kör­per­hal­tung ganz gut. Weil ich eh schon mal ver­sucht hatte, mich selbst mit ein paar Stri­chen mög­lichst ein­fach zu por­trai­tie­ren, war die Idee schnell gebo­ren: Ich zeichne mein Alter ego in einer ent­spre­chen­den Kör­per­hal­tung für das Bei­trags­bild im Blogartikel!

hand-gezeichnetes-selfie © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Die Zeichnung als Collage

Bei­be­hal­ten wollte ich vier Dinge:

  • Die Kopf­form,
  • die Fri­sur,
  • die Ein­fach­heit von Augen, Nase, Mund und
  • den blauen Ringelpulli.

Ich kann mir näm­lich vor­stel­len, dass das meine Sym­pa­thie­fi­gur wird, die im Blog und auf Social Media immer mal wie­der auf­tau­chen kann. Dafür braucht es einen gewis­sen Wiedererkennungswert.

Schritt 1:

Zuerst habe ich den Kopf gezeich­net – mit dem ent­spre­chen­den Gesichtsausdruck.

hand-gezeichnetes-selfie © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Schritt 2:

Weil ich keine Lust hatte, lange mit mit den Pro­por­tio­nen Kopf-zu-Kör­per und Kopf­hal­tung her­um­zu­pro­bie­ren, habe ich den Kopf dann aus­ge­schnit­ten und den Kör­per gleich als sepa­rate Skizze ange­legt. Wenn ich Kopf und Kör­per ein­zeln habe, kann ich sie spä­ter in der Bild­be­ar­bei­tungs-Soft­ware leich­ter anein­an­der anpassen.

Die Arm­hal­tung der Foto­ga­le­rie-Pose habe ich mit ganz gro­ben Blei­stift­stri­chen abge­zei­chet. Mit einem blauen Filz­stift habe ich anschlie­ßend die Rin­gel­pul­li­strei­fen gezo­gen und den Blei­stift wegradiert.

hand-gezeichnetes-selfie © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Schritt 3:

Mit den Hän­den hatte ich mehr Mühe. Es hat einige Ver­su­che gebraucht, bis ich eine „gut genuge“ rechte und linke Hand hatte. Auch hier habe ich ver­sucht, es mir mög­lichst ein­fach zu machen. Nach den ers­ten nicht so dol­len Resul­ta­ten habe ich mir kleine Schmier­zet­tel geschnit­ten, um durch­pau­sen zu kön­nen, was von den Hän­den gut war. Ich hab mich also mit zwei Blät­tern über­ein­an­der ans Fens­ter gestellt und die Linien nach­ge­zeich­net, die pass­ten. Den Rest (Fin­ger­hal­tung…) habe ich dann ver­sucht, nach der Foto­vor­lage zu ergänzen.

handzeichnete sympathiefiegur als collage

Weil ich eini­ges an Zei­chen­pra­xis habe, haben mich die Schritte 1 bis 3 nur etwas mehr als 15 Minu­ten gekos­tet. Wenn du das zum ers­ten Mal aus­pro­bierst, dann gönn dir mehr Zeit – oder halte es vom Motiv her viel, viel ein­fa­cher. Die Hände las­sen sich auch als simple Ovale mit kur­zem Strich für den Dau­men dar­stel­len. Die Aus­sage in der Kör­per­hal­tung ist die­selbe(!) und es geht deut­lich schneller. 😉

Hätte ich nicht die Ambi­tion mit der wie­der­erkenn­ba­ren Sym­pa­thie­fi­gur… ich hätte es auch ein­fach so zeich­nen können:

hand-gezeichnetes-selfie © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Schritt 4:

Alles ein­scan­nen! (Alter­na­tiv kannst du das auch mit dem Handy abfo­to­gra­fie­ren, aber die Bild­qua­li­tät ist dann schlech­ter und das Nach­be­ar­bei­ten [Ver­zer­run­gen!] mühsamer.)

hand-gezeichnetes-selfie © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Schritt 5:

Hier kommt für mich dann Pho­to­shop ins Spiel. (Genau das­selbe ist aber auch mit dem kos­ten­lo­sen Pro­gramm Gimp mög­lich.) Die ana­lo­gen Zeich­nun­gen zer­lege ich ver­schie­dene Ebe­nen in Pho­to­shop. Dann kann ich die ein­zel­nen Teile (Kopf, Pulli, Hände) wie in einer Col­lage hin- und her­schie­ben, dre­hen und sogar die Größe jeweils ändern, bis alles zusam­men­passt. In die­sem Fall ergänze ich dann zum Bei­spiel noch Farb­flä­chen in weiß und blau. Mit­hilfe der ein­zel­nen Ebe­nen baue ich das Bild also zusammen.

Schritt 6:

Das Bild als JPEG abspei­chern und in die Wor­d­Press-Media­thek hochladen.

Schritt 7:

In Wor­d­Press als Bei­trags­bild im Blog­ar­ti­kel verknüpfen.

Voilà! Fer­tig!

bild-bearbeiten-photoshop © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Die Gedan­ken­blase mit dem Text ist übri­gens aus einem ande­ren mei­ner Blog­ar­ti­kel. Ich habe sie hier in der digi­ta­len Col­lage ein­fach noch mal zweitverwendet.

Apro­pos Zweit­ver­wen­dung: Den Mund flugs aus­ge­tauscht und ein biss­chen Text ergänzt und schon sind zwei Bild­postings für Insta­gram fertig!

ich-kann-nicht-zeichnen © Viktoria Cvetković bebildert.eu
fehlende-zeichenkenntnisse-sind-ein-grund-fürs-visualisieren © Viktoria Cvetković bebildert.eu

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„Fürs Visualisieren muss ich zeichnen können“ – oder etwa doch nicht?!

„Fürs Visualisieren muss ich zeichnen können“ – oder etwa doch nicht?!

Lese­zeit: ca. 12 Minu­ten | ver­öf­fent­licht: 22.09.2021 | aktua­li­siert: 29.09.2021

Ein weit ver­brei­te­tes Miss­ver­ständ­nis ist die Annahme, dass du zum Visua­li­sie­ren Zei­chen­kennt­nisse brauchst. Aber: Funk­tio­nelle Visua­li­sie­rung unter­schei­det sich grund­le­gend von der künst­le­ri­schen Zeichnung.

Bei Visua­li­sie­rung im Job geht es Anschau­lich­keit, ums Ver­ste­hen und Ver­stan­den wer­den. Es geht nicht ums Zeich­nen, es geht um Kommunikation:

  • Um das Ver­mit­teln von Ideen in einer Präsentation,
  • um das Klä­ren von Fra­gen in einem Gespräch,
  • um das Erschlie­ßen von Lern­in­hal­ten für eine Prüfung.

Visua­li­sie­rung in die­sen Anwen­dun­gen ist zweck­ge­bun­den und ziel­ge­rich­tet. Das unter­schei­det sie von freien, künst­le­ri­schen Zeich­nun­gen. Bei denen steht die Ästhe­tik im Mit­tel­punkt, bei funk­tio­nel­ler Visua­li­sie­rung die Bedeu­tung.

Die Frage bei Visua­li­sie­rung ist also: „Wie kann ich die Bedeu­tung klar­ma­chen?“ und nicht: „Wie zeichne ich es beson­ders hübsch?“

1. Visualisierung braucht keine Zeichnungen

Das Visu­elle an visu­el­len Noti­zen ist die visu­elle Struktur:

brainwriting-mindmap-visuelle-notiz © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Das Visu­elle an einem visu­el­len Tages­plan ist die visu­elle Struktur:

anleitung-visueller-tagesplan © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Das Visu­elle an visu­el­len Pla­nungs­me­tho­den ist die visu­elle Struktur:

Notizbuch und Klebezettel als Start für einen sortierten Aufgabenspeicher

Alle drei Anwen­dun­gen sind prak­ti­sche Bei­spiele visu­el­len Den­kens und visu­el­len Arbei­tens. Es sind Bei­spiele aus dem All­tag, bei denen es um Effi­zi­enz und Klar­heit geht. Alle drei Anwen­dun­gen kom­men prin­zi­pi­ell OHNE Zeich­nun­gen aus. Sicher, es scha­det nicht, wenn sie Sym­bole oder Gra­fi­ken ent­hal­ten – not­wen­dig ist es aber abso­lut nicht!

Bes­ser, du nutzt das Prin­zip der visu­el­len Struk­tur ganz ohne Zeich­nun­gen und machst dir so das täg­li­che Arbei­ten leich­ter, statt aus Sorge vor der eige­nen (ver­meint­li­chen) „Talent­lo­sig­keit“ Visua­li­sie­rung als Werk­zeug gar nicht zu verwenden.

Lass dich nicht ein­schüch­tern von einem falsch ver­stan­de­nen Anspruch an die Ästhe­tik: Wenn du deine Gedan­ken auf einem Blatt visu­ell struk­tu­rierst, dann machst du sie:

  1. sicht­bar und
  2. räumst du sie auf.

Alles, was auf­ge­räumt ist, trägt eine eigene Ästhe­tik in sich. Ästhe­tik beim Visua­li­sie­ren ergibt sich durchs Ord­nen, nicht durchs Zeichnen.

2. Visualisieren bedeutet optisch strukturieren

Visu­elle Struk­tur bedeu­tet, sich vom rein linea­ren Schrei­ben (und Den­ken und Orga­ni­sie­ren) zu lösen. Du denkst mehr in der Flä­che, ver­gleich­bar mit einer Land­karte. Es bedeu­tet, dass du wich­tige Auf­ga­ben zum Bei­spiel grö­ßer dar­stellst als unwich­tige und ihnen damit optisch mehr Flä­che ein­räumst. Oder dass du zusam­men­ge­hö­rige Infor­ma­tio­nen auch räum­lich näher zusammenstellst.

Visu­elle Struk­tur gibt Ori­en­tie­rung auf den ers­ten Blick.

Punkte in einer linea­ren Liste erschei­nen visu­ell oft gleich­wer­tig (Spie­gel­strich + Text), auch wenn sie das inhalt­lich viel­leicht gar nicht sind. Außer­dem pas­siert es beim Run­ter­schrei­ben einer Liste ganz schnell, dass Inhalte, die eigent­lich mit­ein­an­der zu tun haben, nicht zusam­men­ste­hen, son­dern kreuz und quer in der Liste ver­teilt sind.

Die mensch­li­che Wahr­neh­mung kommt mit Lis­ten schlech­ter klar als mit geclus­ter­ten Infor­ma­tio­nen, wenn es ums Ver­ste­hen geht.

Bei einer visu­el­len Struk­tur bist du frei, bestimm­ten Aspek­ten mehr Raum zu geben oder sie optisch zu gewich­ten. Sprin­gen deine Gedan­ken zwi­schen ver­schie­de­nen The­men hin und her, hast du die Mög­lich­kei­ten, alles pas­send zuzu­ord­nen, weil du nicht unter­ein­an­der schreibst, son­dern auf dem Blatt ver­teilt. Prio­ri­tä­ten, Mus­ter und Zusam­men­hänge erschließt du dir damit viel ein­fa­cher und schneller.

visuelle-struktur © Viktoria Cvetković bebildert.eu

3. Visuelle Struktur braucht keine Zeichnungen

… son­dern ein­fa­che Gestal­tungs­prin­zi­pien. Struk­tur in visu­el­len Noti­zen heißt auf­räu­men und das Auge so zu len­ken, dass klar ist, in wel­cher Rei­hen­folge es die Inhalte betrach­ten soll. Visu­elle Hier­ar­chie ist da das Stichwort.

Wofür brauchst du visuelle Hierarchie?

Bei einem linea­ren Text gibt es nur eine Lese­rich­tung. Das ist bei einer flä­chi­gen, nicht rein linea­ren Auf­tei­lung anders: Das Auge springt auf dem Blatt erstein­mal ziel­los von Punkt zu Punkt, wenn es keine Hil­fe­stel­lung bekommt. Mit der visu­el­len Hier­ar­chie gibst du dem Auge Ori­en­tie­rung. Du legst fest, wel­che Punkte die Haupt­rolle spie­len, wel­che eine unter­stüt­zende Neben­rolle haben und in wel­cher Rei­hen­folge sie betrach­tet wer­den sol­len. Du prio­ri­sierst Inhalte und Ele­mente und zeigst so, wel­chen visu­el­len Weg das Auge gehen soll. Diese bewusst gesetz­ten Punkte die­nen als visu­elle Anker.

Fol­gende Ele­mente hel­fen dir, eine visu­elle Hier­ar­chie herzustellen:

Größe

Ist etwas grö­ßer als der Rest, wird es auto­ma­tisch als wich­ti­ger emp­fun­den. Das ist zum Bei­spiel durch die Ver­wen­dung von GROSSBUCHTABEN mög­lich, aber auch ein­fach durch grö­ßer geschrie­bene Buch­sta­ben. Sol­che Inhalte heben sie sich visu­ell von der rest­li­chen Notiz deut­lich ab und len­ken die Auf­merk­sam­keit und das Auge.

Kontrast

Kon­traste zie­hen eben­falls mehr Auf­merk­sam­keit auf sich. Bei Schrift kann das zum Bei­spiel durch die Wahl eines dicke­ren Stif­tes pas­sie­ren oder durch das Nach­zeich­nen von Buch­sta­ben. Auch Weiß­raum kann hel­fen, Kon­traste her­zu­stel­len. Das sind die freien Flä­chen, wo nichts steht. Dabei lässt du um eine »Inhalts­in­sel« (also etwa einen Text­block) herum bewusst Platz. Wenn nicht alles eng zusam­men­steht, hilfst du dem Auge zu erken­nen, wo ein Inhalt auf­hört und der andere anfängt. Durch Weiß­raum kannst du Inhalte sehr ein­fach von­ein­an­der trennen.

Farbe

Mit Farbe kannst du das Auge ebenso len­ken. Ach­tung: Es gibt einen Unter­schied zwi­schen far­big und bunt. Wenn du es sehr klar haben willst, dann benutze eher nur zwei, maxi­mal drei Far­ben. Her­vor­ra­gend für die Ori­en­tie­rung ist es, wenn du bestimm­ten Far­ben eine eigene, feste Bedeu­tung in dei­nen Noti­zen zuordnest.

Zum Bei­spiel könnte Orange für eigene Ideen ste­hen, Blau für wich­tige Fak­ten, Gelb für Dinge, die du noch erle­di­gen musst, Grün für schon Erledigtes.

visuelle-hierarchie © Viktoria Cvetković bebildert.eu

4. Einfache Formen statt komplexer Zeichnungen

Mit Linien, Rah­men und Pfei­len kommst du unglaub­lich weit, wenn du visu­ell Bedeu­tung und Ver­ständ­nis schaf­fen willst. Dafür brauchst du keine ein­zige bild­hafte Zeich­nung, keine Sym­bole und keine Pik­to­gramme. Ein­fa­che For­men rei­chen völ­lig aus, um Inhalte ver­ständ­lich dar­zu­stel­len. Das kann schon ein schnell gezeich­ne­tes Recht­eck als Text­rah­men sein oder Pfeile als Verbinder.

pfeile-verbinder © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Auch wenn du etwas sehr spe­zi­fi­sches aus­drü­cken möch­test, kannst du die Visua­li­sie­rung dazu sehr ein­fach hal­ten. Stell dir vor, wie fas­zi­niert dein Publi­kum wäre, wenn du diese ein­fa­chen, hand­ge­mach­ten Gra­fi­ken in deine Power­Point-Prä­sen­ta­tion ein­baust und den fol­gen­den Text ein­fach dazu sprichst, statt ihn auf die Folie zu setzen:

gedanken skizzieren © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

5. Symbole? Leben auch von der Einfachheit!

Sym­bole sind sehr redu­zierte, ein­fa­che Zeich­nun­gen. Sie bil­den nicht die Natur ab, son­dern ein Kli­schee, eine holz­schnitt­ar­tige Reprä­sen­ta­tion, eine Ver­all­ge­mei­ne­rung. Der Vor­teil: Sie sind leicht erkenn­bar, weil sie nur das abso­lut Not­wen­dige umfas­sen. Je mehr Details, desto län­ger muss sich unser Gehirn damit beschäf­ti­gen. Je weni­ger (unnö­tige) Details, desto schnel­ler sind wir im Erken­nen. Wenn es dir also wich­tig ist, dass sich die Bedeu­tung schnell erfas­sen lässt, soll­test du es ein­fach halten.

einfach-oder-komplex © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Auch für Sym­bole musst du nicht künst­le­risch zeich­nen kön­nen. Es ist voll­kom­men aus­rei­chend, wenn es erkenn­bar ist. Schauen wir uns mal ein Bei­spiel an:

Wodurch wird ein Vogel erkennbar?

Oder anders gefragt: Woran erkennst du, dass etwas ein Vogel ist und keine Giraffe, Loko­mo­tive oder Haus? Wodurch unter­schei­det sich ein Vogel von den genann­ten Dingen?

Wie wäre es damit: Schna­bel, Flü­gel, Füße oder die Kör­per­form als Sil­hou­ette. Redu­zierst du dich auf wesent­li­che Merk­male, kommst sehr leicht auf ein mög­li­ches Sym­bol für „Vogel”. Je weni­ger unnö­tige Details du hast, desto sym­bol­haf­ter und desto ein­fa­cher zu zeich­nen ist ein Vogel. Es ist keine Amsel, kein Storch, kein Habicht. Es ist die Ober­ka­te­go­rie Vogel.

kritzel-vogel © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Übri­gens: Auch und gerade(!) in der Logo-Ent­wick­lung ist Ver­ein­fa­chung ein wich­ti­ges Prin­zip. Schließ­lich geht es auch hier um sofor­tige Wiedererkennbarkeit:

twitter-logo-evolution

Evo­lu­tion des Twit­ter-Logos, gefun­den auf justcreative.com

Das Schöne ist: Für Visua­li­sie­run­gen im Beruf brauchst du nor­ma­ler­weise nur Ober­ka­te­go­rien. Du brauchst also nicht detail­liert zeich­nen zu ler­nen, son­dern kannst auf das zurück­grei­fen, was du schon kennst und in dir trägst: Dein erwor­be­nes Symbolsystem.

„Hää? Wie jetzt?”

Ja, ja, auch du hast eines. 😀 Fakt ist: Unser per­sön­li­ches Sym­bol­sys­tem eig­nen wir uns in unse­rer Kind­heit an. Wenn du also als Vier­jäh­rige gezeich­net hast, kannst du ohne Pro­bleme visualisieren.

6. Nicht zeichnen zu können ist ein Vorteil

Das Pro­blem, dass ich in mei­nen Visua­li­sie­rungs­kur­sen immer wie­der fest­stelle, ist nicht, dass jemand nicht rea­lis­tisch zeich­nen kann. Die eigent­li­che Her­aus­for­de­rung ist, zu akzep­tie­ren, dass es für funk­tio­nelle Visua­li­sie­rung tat­säch­lich nicht mehr braucht als die (reak­ti­vierte) sym­bol­hafte Kin­der­zeich­nung. Und die ist nun mal nicht rea­lis­tisch, son­dern reduziert.

Genau die­ses Redu­zierte in der Kin­der­zeich­nung kommt dir viel­leicht plump vor, irgend­wie „nicht rich­tig“ etc. Dahin­ter steckt der Wunsch, wirk­lich­keits­ge­treu zeich­nen zu kön­nen. Die­sen Wunsch ent­wi­ckeln so ziem­lich alle alle Kin­der mit etwa zehn bis elf Jah­ren. Sie wol­len so zeich­nen, dass es per­spek­ti­visch kor­rekt ist, dass die Pro­por­tio­nen stim­men, dass gezeich­nete Por­traits den Por­trai­tier­ten glei­chen. Je (foto-)realistischer, desto besser.

Bekom­men sie dann nicht gut genug gezeigt, wie das geht, ist das genau das Alter, in dem die meis­ten auf­hö­ren zu zeich­nen. Die meis­ten Erwach­sen in den „west­li­chen“ Kul­tu­ren kom­men nie weit über das Niveau hin­aus, das sie als Neun- bis Zehn­jäh­rige erreicht haben. Kin­der zeich­nen wie Kin­der, und die meis­ten Erwach­se­nen zeich­nen eben­falls wie Kin­der – und zwar unab­hän­gig davon, wie weit sie es in ande­ren Lebens­be­rei­chen gebracht haben.

visualisieren-wie-ein-kind © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Die gute Nach­richt: Das, was uns damals das Zeich­nen­ler­nen schwer­ge­macht hat, macht uns heute das Visua­li­sie­ren mit Sym­bo­len ein­fach: Das Sym­bol­sys­tem, das wir in unse­rer Kind­heit zwi­schen unge­fähr dem zwei­ten und dem zehn­ten Lebens­jahr ent­wi­ckelt haben.

Wie das?

Von Kind­heit an haben wir gelernt, Dinge zu benen­nen. Du wirfst einen kur­zen Blick auf etwas und sagst: „Stimmt, das ist ein Vogel (Stuhl, Baum, Regen­schirm, Hund usw.)“. Damit akti­vierst du das ver­bale Sys­tem in dei­nem Gehirn. Diese Hirn­re­gion wünscht sich nicht zu viele Infor­ma­tio­nen über wahr­ge­nom­mene Dinge – gerade genug, um sie wie­der­zu­er­ken­nen und zu kategorisieren.

Ein gro­ßer Teil der kon­tex­tu­el­len Wahr­neh­mung wird aus­ge­blen­det, beim Vogel bei­spiels­weise die Struk­tur des Gefie­ders oder die spe­zi­fi­sche Form des Amsel­schna­bels. Das ist ein not­wen­di­ger Pro­zess, der dir erlaubt, deine Auf­merk­sam­keit zu bün­deln. Sehr effi­zi­ent also.

Diese im Kopf ver­an­ker­ten Sym­bole machen uns das künst­le­ri­sche Zeich­nen­ler­nen schwer. Statt zu beob­ach­ten, wie etwas wirk­lich aus­sieht, grei­fen wir auf das  ver­ein­fachte Kon­zept in unse­rem Kopf zurück. Das Wis­sen gewinnt die Ober­hand über das Sehen.

Und genau das machen wir uns bei funk­tio­nel­len Visua­li­sie­run­gen zu nutze: Unser Wis­sen. Die bereits vor­han­de­nen gene­ri­schen Kon­zepte im Kopf. Wir müs­sen nicht den Turm­fal­ken zeich­nen ler­nen, uns reicht „der Vogel an sich“.

Feh­lende Zei­chen­kennt­nisse sind also kein Hin­der­nis fürs Visua­li­sie­ren, son­dern ein guter Grund dafür.

7. Üben, üben, üben

Wenn deine Kind­heit schon eine Weile zurück­liegt, dann ist dein Sym­bol­sys­tem zwar vor­han­den, aber viel­leicht ein biss­chen ein­ge­ros­tet. Das ist wie beim Fahr­rad­fah­ren. Wenn du 20 Jahre nicht mehr auf einem Rad geses­sen hast, beherrschst du es immer noch, es fühlt sich aber erst­mal umge­wohnt an. Die ers­ten paar Meter wirst du dich unsi­cher füh­len und ein biss­chen her­um­ei­ern. Je län­ger du auf dem Sat­tel sitzt, desto leich­ter wird es dir fal­len und desto mehr Spaß wird es dir machen.

Das glei­che gilt beim Visua­li­sie­ren: Um bei­spiels­weise einen Vogel gleich aus dem Kopf zeich­nen zu kön­nen, brauchst du Übung. Unter­su­chun­gen legen nahe, dass dafür rund 50 Wie­der­ho­lun­gen nötig sind. Je sel­te­ner du ein Sym­bol nutzt, desto häu­fi­ger musst du es üben, um es bei Bedarf aus dem Hand­ge­lenk schüt­teln zu können.

Die Alter­na­tive dazu ist, dir einen Spick­zet­tel mit einer Hand­voll für dich nütz­li­cher Sym­bole anzu­le­gen. Dafür brauchst du wer­der Talent noch Zei­chen­kennt­nisse, son­dern das Wis­sen aus dei­ner Kind­heit und den Wil­len zur Umsetzung.

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Ich wün­sche dir viel Spaß damit!

Zum Weiterlesen:

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Was sind visuelle Notizen?

Im Arti­kel gehe ich auf die acht wich­tigs­ten Punkte ein und zeige dir, was wich­ti­ger ist als zeichnen.

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Fühlst du dich talentfrei?

Wie du funk­tio­nelle Visua­li­sie­run­gen (z. B. Sketch­no­tes) ganz ohne Zeich­nun­gen für deine Arbeit nut­zen kannst.

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Was ist Visualisierung?

Was ist Visualisierung?

visualisieren lernen © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Lese­zeit: ca. 6 Minu­ten | aktua­li­siert: 29.07.2021

Visua­li­sie­rung ver­wende ich als Über­be­griff für alle Vari­an­ten des visu­el­len Den­kens, Prä­sen­tie­rens, Doku­men­tie­rens und Erkun­dens. Visua­li­sie­ren heißt für mich, Inhalte mit Stift und Papier sicht­bar zu machen. In ande­ren Berei­chen, z. B. Medi­zin, Psy­cho­lo­gie oder Archi­tek­tur, hat der Begriff andere Bedeutungen.

Visua­li­sie­rung kann Sym­bole, kleine Gra­fi­ken und Zeich­nun­gen umfas­sen – muss es aber nicht.

Visualisierung umfasst eine große Bandbreite

Von ein­zel­nen Sym­bo­len, die du in Bild-Wort-Kom­bi­na­tio­nen nut­zen kannst, um Wich­ti­ges her­vor­zu­he­ben und ein­präg­sa­mer zu gestalten…

strukturierter-arbeiten-anleitung-visueller-tagesplan-statt-to-do-liste © Viktoria Cvetković bebildert.eu

… über Gedan­ken­skiz­zen, bei denen du spon­tan und ohne ästhe­ti­schen Anspruch deine Ideen­fin­dung begleitest, …

gedanken skizzieren © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Schlüs­sel­bil­der (z. B. in Prä­sen­ta­tio­nen auf Flip­chart oder in Power­Point), anhand derer du ein abs­trak­tes Kon­zept erklä­ren kannst, …

visualisieren lernen © Viktoria Cvetković bebildert.eu

visu­el­len Noti­zen, mit denen du für dich rele­vante Inhalte redu­ziert, kon­text­be­zo­gen, les­bar und prä­gnant festhältst, …

was-sind-visuelle-notizen © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Ideen-Map­ping, bei dem du einen Pla­nungs­pro­zess in klei­nere Ein­hei­ten zer­legst, Wis­sen sam­melst, sor­tierst und neu grup­pierst, um dar­aus sinn­hafte Struk­tu­ren zu bilden, …

anschaulich praesentieren © Viktoria Cvetković bebildert.eu

… bis hin zu Gra­phic Record­ings, bei denen auf gro­ßen Wand­bil­dern Vor­träge oder Dia­log­pro­zesse wäh­rend der Ver­an­stal­tung in Echt­zeit abge­bil­det wer­den.
Aber Ach­tung: Das ist ein eige­nes Berufs­bild und braucht ent­spre­chend viel Übung (eher Jahre als Wochen…). Das ist also nichts, was man sich in Büchern, Inter­net­vi­deos oder in Wochen­end­work­shops bei­brin­gen kann.

Visualisierung ist keine Kunst, sondern eine erlernbare Kulturtechnik

Sie kann die Art, wie wir den­ken, ler­nen, arbei­ten und erklä­ren, revo­lu­tio­nie­ren. Das Schöne ist: Alle Men­schen, die sehen kön­nen, beherr­schen sie – die meis­ten, ohne es zu wis­sen. Für Visua­li­sie­rung braucht es weder eine gra­phi­sche Aus­bil­dung noch ein beson­de­res Talent. Wer als Kind gezeich­net hat, kann visualisieren.

Es ist wie eine zweite Mut­ter­spra­che, die etwas holp­rig wird, wenn du sie lange nicht mehr genutzt hast, die sich aber super­ein­fach reak­ti­vie­ren lässt. Es braucht nur ein Bewusst­sein für die Stra­te­gien, die du intui­tiv als Kind schon genutzt hast, um ein­fach so vor dich hin zu zeichnen.

zeichnen wie ein kind © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Visualisierung macht Wissen sichtbar

Nimmst du einen Stift in die Hand und fängst an auf­zu­zeich­nen, gibst du unsicht­ba­ren Gedan­ken, flüch­ti­gen Ideen und abs­trak­ten Kon­zep­ten eine kon­krete, sicht­bare, greif­bare Form. Das hilft dir unter ande­rem dabei, deine Ziele zu errei­chen.

Mit der visu­el­len Spra­che kannst du die Gren­zen der ver­ba­len Spra­che, die sich in linea­rem Spre­chen und Schrei­ben aus­drückt, erwei­tern. Durch Visua­li­sie­rung öff­nest du einen zwei­ten Wahr­neh­mungs­ka­nal. Der visu­elle Kanal bie­tet ganz andere Aus­drucks­mög­lich­kei­ten als der ver­bale. Im Gehirn kommt quasi „dop­pelt“ so viel Infor­ma­tion an, die du reflek­tie­ren, über­prü­fen und mit dei­nen Gedan­ken in Reso­nanz brin­gen kannst.

visualisieren lernen © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Es gibt viele Zugänge zur Welt der Visualisierung

Du kannst über Such­ma­schi­nen das Inter­net nach Bild­ideen durch­fors­ten und abzeich­nen, was dir auf den Bild­schirm kommt. Du kannst dir Anlei­tungs­vi­deos anschauen oder soge­nannte „Busi­ness-Sym­bole“ aus Büchern Strich für Strich nach­ma­len. Das ist für den Ein­stieg erst­mal gut, reicht aber nicht aus, um die visu­elle Spra­che wirk­lich zu beherrschen.

Die meis­ten Inter­es­sier­ten blei­ben aber genau an die­ser Stelle der ste­cken. Das ist so, als wür­dest du beim Schrei­ben­ler­nen nicht über das Sta­dium eines Grund­schü­lers hin­aus­kom­men, der Buch­sta­ben abmalt – und nicht in der Lage ist, selbst Wör­ter oder eigene Sätze zu bil­den. Oder sogar kleine Geschich­ten zu schreiben.

Des­we­gen bin ich eine lei­den­schaft­li­che Ver­tre­te­rin von visu­el­ler Alpha­be­ti­sie­rung. Men­schen zu befä­hi­gen, unab­hän­gig von den Vor­ga­ben ande­rer IHRE Art der visu­el­len Spra­che zu ent­de­cken und nach ihren eige­nen Bedürf­nis­sen wei­ter­zu­ent­wi­ckeln, finde ich essenziell.

Wir leben im Infor­ma­ti­ons­zeit­al­ter und die meis­ten von uns sind Wis­sens­ar­bei­ter. Wenn Visua­li­sie­rung die „Welt­spra­che des 21. Jahr­hun­derts“ ist, wie der Infor­ma­ti­ons­wis­sen­schaft­ler Robert E. Horn in sei­nem Buch „Visual Lan­guage“ dar­legt, kön­nen wir es uns nicht leis­ten, visu­elle Analpha­be­ten zu bleiben.

Des­we­gen fol­gen meine Trai­nings nicht dem „Abmal­prin­zip“, son­dern ich zeige dir, wie visu­el­les Den­ken funk­tio­niert, wie du Krea­ti­vi­täts­tech­ni­ken gewinn­brin­gend ein­setzt und wie du mit wenig Auf­wand selbst auf ein­zig­ar­tige visu­elle Ideen kommst.

Hast du Lust auf ein intensives Visualisierungstraining mit mir?

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Lass uns zusam­men deine nächste Prä­sen­ta­tion so anschau­lich und visu­ell über­zeu­gend gestal­ten, wie du es dir schon immer gewünscht hast.

Damit du dich und dein Wis­sen von der bes­ten Seite zei­gen kannst!

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Gedankenskizzen – schnell erklärt

Gedankenskizzen – schnell erklärt

gedanken-skizzen © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Lese­zeit: 7 Minu­ten | aktua­li­siert: 24.05.2021

Lass uns heute mal auf eine beson­dere Form von visu­elle Noti­zen schauen: die Gedankenskizzen.

Was sind Gedankenskizzen?

Gedan­ken­skiz­zen sind im Grunde die klei­nen Schwes­tern von visu­el­len Noti­zen. Sie pas­sen locker auf eine Mode­ra­ti­ons­karte, ein A6-Notiz­block­blatt oder einen Kle­be­zet­tel. Sie trans­por­tie­ren ein­zelne Infor­ma­ti­ons­häpp­chen. In der Regel ent­hal­ten sie nur einen ein­zi­gen Gedan­ken oder Zusammenhang.

Gedan­ken­skiz­zen sind eine ein­fa­che Visua­li­sie­rungs­tech­nik, die sich der­sel­ben Ele­mente bedient wie visu­elle Noti­zen auch (Text, Linien, Rah­men, Pfeile, Sym­bole, Farbe). Bei ihnen geht es aber noch nicht darum, alle Gedan­ken struk­tu­riert zu einem gro­ßen Gan­zen zusam­men­zu­fü­gen, son­dern erst ein­mal zu erkun­den, was da ist und wohin die Reise gehen kann. Sie kon­zen­trie­ren sich jeweils auf einen Kernpunkt.

Gedankenskizzen – ein Beispiel aus dem Alltag

Mein Vater ist Hand­wer­ker und tüf­telt gerne neue Dinge aus. Viele mei­ner Möbel, vom Schreib­tisch bis zum Sofa, hat er selbst ent­wor­fen und gebaut. Jedes Mal, wenn es mit der Pla­nung los­ging, haben wir uns am Küchen­tisch zusam­men­ge­setzt und bespro­chen, wie wir uns das neue Möbel­stück jeweils vorstellen.

Es hat sich als sehr hilf­reich erwie­sen, die Ideen direkt von Anfang an mit ein paar Stri­chen aufs Papier zu brin­gen, um nicht anein­an­der vor­bei­zu­re­den. Wenn zwei Leute über „ein Bücher­re­gal mit sechs Ein­le­ge­bö­den“ spre­chen, kön­nen sie näm­lich sehr unter­schied­li­che Bil­der dazu im Kopf haben:

gedanken skizzieren © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Wäre blöd, wenn das Miss­ver­ständ­nis erst beim Zusam­men­bauen in der Woh­nung auffällt…

Gedankenskizzen – noch ein Beispiel aus dem Alltag

Diese Klar­heit ist mir auch wich­tig, wenn ich mit einer Kun­din spre­che, um für sie ein indi­vi­du­el­les Trai­ning zu ent­wi­ckeln. Wir reden dann oft über abs­trakte Pro­zesse und Kon­zepte wie Resi­li­enz, Change-Manage­ment, Media­tion, Agi­li­tät, Bür­ger­be­tei­li­gung oder Friedensarbeit.

Um zu ver­ste­hen, womit ich mei­ner Kun­din am bes­ten hel­fen kann (bei­spiels­weise, was sie von mir genau an Trai­nings­in­hal­ten braucht, um als Ver­wal­tungs­chefin einen drei­tä­gi­gen Pla­nungs­work­shop für ihre Mit­ar­bei­ten­den in visu­ell star­ken Arbeits­pla­ka­ten umset­zen zu kön­nen), fange ich nach spä­tes­tens drei Minu­ten an, diese Kon­zepte grob aufzuzeichnen.

Oft sind das nicht mehr als ein paar Käst­chen und Kreise mit Pfei­len. Aber sie machen ein kör­per­lo­ses, begriff­li­ches Kon­strukt wie „inter­dis­zi­pli­näre Zusam­men­ar­beit“ über­haupt erst ein­mal auf dem Papier sicht­bar und (be-)greifbar.

gedanken skizzieren © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Ein paar Stri­che genü­gen, um einen Gedan­ken aus­zu­drü­cken, zwei mit­ein­an­der zu ver­bin­den oder das eigene Ver­ständ­nis zu über­prü­fen: „Spre­chen wir gerade über einen ite­ra­ti­ven Pro­zess? Ver­stehe ich es rich­tig, dass wir min­des­tens drei Test­schlei­fen brau­chen, um zu wis­sen, ob das Kon­zept funktioniert?“

Und schon kom­men wir ganz anders mit­ein­an­der ins Gespräch. Viel­leicht sagt meine Kun­din dann: „Genau! Aber jetzt, wo ich das so sehe, fällt mir auf, dass der Knack­punkt genau hier liegt.“

gedanken skizzieren © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Wozu kannst du Gedankenskizzen verwenden?

Das Beschrän­ken auf den einen wich­ti­gen Gedan­ken macht Gedan­ken­skiz­zen beson­ders gut geeig­net zum (Er)-Klären, Leh­ren und Präsentieren:

  • Du kannst eigene Gedan­ken klä­ren, indem du schnell eine Idee fest­hältst. Oder meh­rere Ideen sam­melst, jede auf einem eige­nen, klei­nen Zet­tel. So kannst du dir Klar­heit über einen Sach­ver­halt ver­schaf­fen und die Ideen dann leich­ter weiterentwickeln.
  • Du kannst im Gespräch mit einer ande­ren Per­son über­prü­fen, ob ihr euch rich­tig ver­stan­den habt, und dann von einem gemein­sa­men Punkt aus eure Gedan­ken­gänge weiterverfolgen.
  • Du kannst ein kom­ple­xes Thema in ein­zelne Punkte her­un­ter­bre­chen und Schritt für Schritt (Gedan­ken­skizze für Gedan­ken­skizze) erklä­ren – in einem Gespräch auf einem Blatt Papier, beim Team­mee­ting auf dem Flip­chart, in gro­ßer Runde in einer PowerPoint-Präsentation.

(Das haben Gedan­ken­skiz­zen übri­gens mit rich­tig guten Prä­sen­ta­ti­ons­fo­lien gemein­sam: Pro Folie nur ein Gedanke.)

gedanken skizzieren © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Das Wichtigste zusammengefasst…

Gedan­ken­skiz­zen bil­den also nicht das große Ganze ab – anders als eine visu­elle Notiz, die oft als Über­sicht aller mög­li­chen Zusam­men­hänge oder Abläufe dient – son­dern kon­zen­trie­ren sich auf einen Kern­punkt.

Gedan­ken­skiz­zen sind ein Ideen­ka­ta­ly­sa­tor, um ein­zelne Ideen, Fra­gen und Lösungs­an­sätze sicht­bar zu machen. Ent­we­der nur für dich selbst, spon­tan im Gespräch mit ande­ren, oder fer­tig vor­be­rei­tet auf Prä­sen­ta­ti­ons­fo­lien oder einem Flip­chart, um ande­ren Men­schen dein Anlie­gen Schritt für Schritt zu verdeutlichen.

Mit Gedan­ken­skiz­zen kannst du ein gemein­sa­mes Ver­ständ­nis her­stel­len und dei­nen Gesprächspartner:innen einen Anknüp­fungs­punkt bie­ten:

„So sehe ich das auch!“

„Die­ses Detail habe ich noch nicht verstanden!“

„Wenn wir das wei­ter­den­ken, bedeu­tet das Folgendes: …“

… und ein schöner Nebeneffekt

Und wenn deine eige­nen Gedan­ken­skiz­zen zwar les­bar aber nicht per­fekt sind, dann hat dein Gegen­über viel­leicht auch den Mut, ein­fach selbst den Stift in die Hand zu neh­men und die eige­nen Gedan­ken eben­falls mit ein paar schnel­len Stri­chen sicht­bar zu machen.

Ist mir in den letz­ten Jah­ren jeden­falls schon ein paar Mal pas­siert: Ich stehe nach mei­ner Prä­sen­ta­tion in der Kon­fe­renz­pause an der Kaf­fee­bar und komme mit einem Zuhö­rer ins Gespräch. Wir unter­hal­ten uns eine Weile, dann schaut er sich suchend um, ver­langt von der Barista einen Kugel­schrei­ber und erklärt mir schließ­lich auf einer fle­cki­gen Papier­ser­vi­ette, warum er einen bestimm­ten Punkt aus mei­nem Vor­trag anders sieht als ich.

Mir geht dann immer das Herz auf – nicht, weil wir unter­schied­li­cher Mei­nung sind, son­dern weil diese spon­tane Skizze oft beglei­tet wird von einem halb ent­schul­di­gend, halb stolz gemur­mel­ten: „Ach, ich pro­biere das jetzt auch mal…“

Ein wei­te­rer Schritt zur visu­el­len Alpha­be­ti­sie­rung des Abend­lan­des! 😉

 

Erzähl mal – bist du auch eine Gedan­ken­skiz­zie­rin? Oder hast du jetzt Lust bekom­men, eine zu wer­den? So oder so, ich freu mich, von dir zu lesen! Hin­ter­lasse mir ein­fach deine Nach­richt in den Kommentaren! ⇓⇓⇓

Hi, ich bin Viktoria.

© Viktoria Cvetković bebildert.eu

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Meine 5 besten Tipps für visuelle Notizen

Meine 5 besten Tipps für visuelle Notizen

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Lese­zeit: 7 Minu­ten | aktua­li­siert: 14.05.2021

Wenn du gerne prag­ma­tisch und zeit­spa­rend arbei­test, dann bist du hier rich­tig. 🙂 Die fol­gen­den Tipps bil­den die Basis für anschau­li­che und ver­ständ­li­che visu­elle Noti­zen, egal um wel­ches Thema es inhalt­lich geht.

Tipp 1: Sorge für eine lesbare Handschrift in deinen visuellen Notizen

Deine Hand­schrift ist dein wich­tigs­tes Werk­zeug. Wäh­rend es ziem­lich egal ist, mit was für einem Stift du schreibst, ist es abso­lut ent­schei­dend, dass du lesen kannst, was du auf­ge­schrie­ben hast. Im Zwei­fel auch noch zwei Wochen spä­ter. Und auch, wenn du mal sehr schnell mit­schrei­ben musstest.

Visu­elle Noti­zen sind Noti­zen und Text ist immer der wich­tigste Infor­ma­ti­ons­trä­ger in Noti­zen. Sorge dafür, dass die Infor­ma­tio­nen les­bar sind. Wenn sie es nicht sind, sind sie für dich ver­lo­ren und hast dir umsonst die Mühe gemacht, sie aufzuschreiben.

Die Frage nach dem Stift ist trotz­dem berech­tigt. Viel­leicht hast du auch schon die Erfah­rung gemacht, dass sich deine Hand­schrift ver­än­dert, je nach­dem womit du schreibst.

stifte-aendern-handschrift © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Der Punkt ist, dass ich mit allen drei Stif­ten in der Lage bin, leser­lich zu schrei­ben. Des­we­gen spielt die Stift­wahl am Ende nicht die ent­schei­dende Rolle für eine gut les­bare Notiz.

Tipp 2: Lege das Blatt quer

Hast du dich schon ein­mal gefragt, warum alle mög­li­chen Prä­sen­ta­ti­ons­flä­chen – von der Kino­lein­wand über Pla­kat­wände, Com­pu­ter­mo­ni­tore und Fern­seh­bild­schirme – im Quer­for­mat sind?

Quer­for­mate kön­nen wir bes­ser erfas­sen. Das mensch­li­che Gesichts­feld ist ein Quer­for­mat (genauer gesagt, ein hori­zon­ta­les Oval), denn unsere Augen sind neben­ein­an­der ange­ord­net. Für visu­elle Noti­zen emp­fehle ich daher auch das Querformat.

lege-blatt-quer © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Dass wir es gewohnt sind, Papier im Hoch­for­mat zu beschrei­ben, hat einen prak­ti­schen Grund, der aus der Ver­wal­tung kommt: Es lässt sich abge­hef­tet im Akten­ord­ner platz­spa­ren­der ver­wah­ren – die Regale müs­sen nicht so tief sein und der auf­ge­schla­gene Ord­ner auf dem Tisch braucht auch weni­ger Platz in der Breite.

Ein Hoch­for­mat eig­net sich super für lineare Lis­ten, visu­elle Noti­zen fol­gen aber einer ande­ren inne­ren Logik. In ihrer Struk­tur ähneln sie eher Land­kar­ten (und sie sind häu­fig auch Gedan­ken-Land­kar­ten), auf denen wich­tige Punkte ver­zeich­net sind, die zum Bei­spiel mit­ein­an­der ver­bun­den oder von­ein­an­der getrennt sein kön­nen. Ana­log zu Städ­ten, Stra­ßen und Län­der­gren­zen. Das ist visu­ell in der Flä­che gedacht, macht so Zusam­men­hänge kla­rer und die Notiz letzt­lich übersichtlicher.

Aus mei­ner eige­nen Erfah­rung gespro­chen: Ich habe gefühlt mehr Platz auf einem Blatt, das quer vor mir liegt. Ich bin noch nicht dahin­ter­ge­kom­men, warum das so ist. Natür­lich bleibt die ver­füg­bare Flä­che exakt gleich, egal wie herum ich das Papier drehe. Trotz­dem komme ich bes­ser mit dem Platz zurecht und die Auf­tei­lung fällt mir leichter.

Tipp 3: Beantworte die Frage »Für WEN ist deine visuelle Notiz?«

Machst du sie aus­schließ­lich für dich selbst oder müs­sen andere Men­schen sie auch ver­ste­hen kön­nen? Das ent­schei­det dar­über, ob deine Notiz mehr oder weni­ger auf­wen­dig sein muss.

Matrix Sketchnotes © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Wenn nur du sie ver­ste­hen musst, kannst du die Inhalte viel knap­per auf­schrei­ben. Du kannst nach Her­zens­lust eigene Kür­zel ver­wen­den. Und du brauchst gerade nur noch so deut­lich zu schrei­ben, dass du selbst deine Schrift lesen kannst.

Auch in puncto Res­sour­cen kannst du es dir ein­fach machen und ein­fach die Rück­seite des ver­un­glück­ten Aus­drucks nut­zen, statt ein fri­sches Blatt Papier zu ver­wen­den. Außer­dem darf dein gedank­li­cher Auf­wand gerin­ger sein, denn du bist deine eigene „Ziel­gruppe“ und weißt, dass du nur genau auf­schrei­ben musst, was dich selbst interessiert.

Wenn du vor­her schon weißt, dass deine Mit­schrift auch für andere Men­schen nach­voll­zieh­bar sein muss, ist der Auf­wand oft höher (und der Anspruch auch). Der Anspruch an die Les­bar­keit dei­ner Schrift steigt.

Bei­spiels­weise, wenn du einer Kli­en­tin die wich­tigs­ten Punkte aus eurem Coa­ching gleich mit­ge­ben möch­test, dann sollte sie damit auch wirk­lich etwas anfan­gen kön­nen. Eine sau­bere Hand­schrift ist ein Muss. Die Nach­voll­zieh­bar­keit der Inhalte auch: Keine kryp­ti­schen Kür­zel, dafür Über­sicht­lich­keit und Klar­heit. Du musst dich schon beim Auf­schrei­ben in ihre Lage ver­set­zen. Es ist dein Job, die Notiz so zu gestal­ten, dass die Inhalte und die Zusam­men­hänge für deine Kli­en­tin ein­deu­tig sind.

Tipp 4: Beantworte die Frage »WOFÜR ist deine visuelle Notiz?«

Auch die­ser Punkt ent­schei­det mit dar­über, wie viel Zeit und Ener­gie du in dei­nen Auf­schrieb investierst.

Wel­chen Zweck soll deine Notiz erfül­len? Willst du damit für eine Prü­fung ler­nen? Den Inhalt einer Bespre­chung doku­men­tie­ren? Argu­mente sam­meln, um dich auf ein Gespräch vor­zu­be­rei­ten? Die Inhalte eines noch zu schrei­ben­den Tex­tes brain­stor­men? Einen Tages­plan machen? Ein gan­zes Semi­nar durchplanen?

Was machst du mit der Notiz, nach­dem du sie erstellt hast? Wie lang ist ihre „Lebens­dauer“? Bewahrst du sie über Jahre auf, weil sie ein Doku­ment ist? Wirfst du sie weg, sobald du alle Punkte dar­auf erle­digt hast? Arbei­test du mit ihr wei­ter, weil sie zu einem grö­ße­ren Pro­zess gehört?  Gibst du sie an andere weiter?

All das hat Ein­fluss dar­auf, wie auf­wen­dig oder ein­fach, wie umfang­reich oder knapp eine Notiz jeweils sinn­vol­ler­weise ist.

Nicht alle Noti­zen sind gleich. Man­che dür­fen guten Gewis­sens schlu­de­ri­ger sein als andere. Dir vor­her den Zweck klar­zu­ma­chen, hilft dir, nur so viel Ener­gie rein­zu­ste­cken wie nötig.

Tipp 5: Nutze nur einfache Symbole 

Gefühlt gehe ich in jedem Arti­kel dar­auf ein, dass eine visu­elle Notiz auch ohne Sym­bole eine visu­elle Notiz ist. 😉

Dabei habe ich gar nichts gegen Sym­bole oder ein­fa­che Gra­fi­ken. Im Gegen­teil – Bil­der in Noti­zen (also die Kom­bi­na­tion aus Wort und Bild) sind ein sehr wirk­mäch­ti­ges Werk­zeug. Wenn du sie rich­tig ein­setzt, dann die­nen sie als visu­elle Anker.

Sie lei­ten das Auge in der rich­ti­gen Rei­hen­folge über das Blatt. Sie fal­len auf, sie len­ken Auf­merk­sam­keit auf sich, unser Gehirn kann sie schnel­ler erfas­sen als Text und spei­chert sie als zusätz­li­chen Infor­ma­ti­ons­bau­stein ab. Kurz: Sym­bole machen Inhalte merkfähiger.

Damit sie das gut tun kön­nen, soll­ten sie mög­lichst ein­fach sein. Ein­fach im Sinne von redu­ziert auf das Wesent­li­che. Je ein­fa­cher sie sind, je weni­ger ablen­kende Details sie ent­hal­ten, desto schnel­ler sind sie erfass­bar. Und gleich­zei­tig sind sie dann auch leich­ter und schnel­ler zu zeichnen.

symbole-einfach-komplexer © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Kannst du mit die­sen Tipps etwas anfan­gen? Was davon setzt du jetzt schon kon­se­quent um? Und hast du wei­tere Tipps, du gerne tei­len möch­test? Erzähl mir gerne in den Kom­men­ta­ren davon, ich freu mich auf deine Nachricht! ⇓⇓⇓

Hi, ich bin Viktoria.

© Viktoria Cvetković bebildert.eu

Ich helfe dir, mit visu­el­len Noti­zen Zusam­men­hänge sicht­bar zu machen, Wis­sen zu sichern und im Gedächt­nis zu verankern.

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Was sind visuelle Notizen?

Was sind visuelle Notizen?

Was sind

visuelle

Notizen?

           

 

Lese­zeit: 9 Minu­ten | aktua­li­siert: 06.05.2021

Visu­elle Noti­zen sind hand­schrift­li­che Auf­zeich­nun­gen, die land­kar­ten­ar­tig struk­tu­riert sind und das Wich­tigste auf den Punkt brin­gen.

Eine andere Bezeich­nung für visu­elle Noti­zen sind Sketch­no­tes. Nach über 15 Jah­ren als „Sketch­note­rin“ und vier Jah­ren als „Sketchnote“-Trainierin habe ich mich bewusst dafür ent­schie­den, statt Sketch­note lie­ber visu­elle Notiz zu sagen.

Was sind also visu­elle Noti­zen genau?

1. Visuelle Notizen sind Notizen.

Das häu­figste Miss­ver­ständ­nis, das mir begeg­net, klingt in etwa so: „Ach, das sind doch diese Zeichnungen.“

Ääähm… nein. Das sind Noti­zen. Ziem­lich effek­tive und effi­zi­ente Noti­zen sogar. Und mei­ner Mei­nung nach zu schade für ein „krea­ti­ves Hobby“, denn du kannst beruf­lich damit eini­ges rei­ßen. Rich­tig ein­ge­setzt kön­nen sie dich bei der Arbeit ent­las­ten, dich auf neue Ideen brin­gen und dir jede Menge Zeit sparen.

Lass mich also festhalten:

Visu­elle Noti­zen sind keine Zeich­nun­gen, sie die­nen nicht zur Deko­ra­tion. Du machst sie nicht, um sie ein­ge­rahmt an die Wand zu hän­gen. Obwohl es auf Insta­gram manch­mal so aussieht. 😉

2. Visuelle Notizen müssen keine einzige Zeichnung enthalten.

Wie bei jeder ande­ren Notiz steht auch bei visu­el­len Noti­zen der Inhalt im Fokus.

Deine eigene Hand­schrift ist des­halb das wich­tigste Ele­ment dei­ner Noti­zen. Visu­elle Noti­zen funk­tio­nie­ren wun­der­bar ohne Bil­der und Sym­bole, ohne Text wird es aber schwie­rig – denn wie sonst soll­test du Infor­ma­tio­nen kurz und prä­gnant fest­hal­ten können?

Viele mei­ner visu­el­len Noti­zen ent­hal­ten keine ein­zige Zeich­nung, sind aber visu­ell struk­tu­riert. Die Struk­tur ist eigent­lich das ganze Geheimnis. 😉

Ich finde mich des­we­gen schnell in mei­nen Noti­zen zurecht, weil ich die Prio­ri­tä­ten auf einen Blick erken­nen kann. Das kann ich wun­der­bar auch nur mit Schrift, ein paar Linien und etwas Farbe bewir­ken, wenn ich weiß, wie es geht.

Trotz­dem spricht nichts dage­gen, auch Sym­bole und sehr ein­fa­che, redu­zierte Zeich­nun­gen zu ver­wen­den. Dann aber gezielt: Nur für die aller­wich­tigs­ten Aspekte in der Notiz und in sinn­vol­ler Kom­bi­na­tion mit dem Text.

Bil­der (und ins­be­son­dere Bild-Wort-Kom­bi­na­tio­nen) hel­fen dir dabei, dir Inhalte bes­ser zu mer­ken und sie län­ger zu behal­ten. Rele­vante For­schung dazu fin­det sich in der Dual Coding Theory, der Kogni­ti­ven Theo­rie des mul­ti­me­dia­len Ler­nens und dem dar­aus abge­lei­tete Pic­ture Supe­rio­rity Effect.

3. Visuelle Notizen haben eine visuelle Struktur.

Visu­elle Noti­zen sind land­kar­ten­ar­tig auf­ge­baut. Das macht sie – im wahrs­ten Sinne des Wor­tes – über­sicht­lich. Anders als bei einer linea­ren Notiz (z. B. einer To-Do-Liste) schreibst du Inhalte nicht ein­fach hin­ter- oder unter­ein­an­der, son­dern dort­hin, wo es sinn­voll ist.

Text zu Sketchnote © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Nor­ma­ler­weise lesen wir im Deut­schen von links nach rechts und von oben nach unten. Und wir bekom­men bei­gebracht, auch so zu schrei­ben. Das ist eine rein lineare Struk­tur, und die ist in vie­len Zusam­men­hän­gen auch sinn­voll. Zum Bei­spiel, wenn man einen Auf­satz oder einen Bericht schreibt. Dann gibt uns diese Struk­tur Ori­en­tie­rung, denn wir wis­sen genau, wo es im Text weitergeht.

Es gibt aber Situa­tio­nen, in denen die lineare Struk­tur im Weg ist. Zum Bei­spiel, wenn du einen Auf­satz oder einen Bericht planst. Wenn noch nicht fest­steht, was alles Inhal­ten du auf­neh­men wirst und in wel­cher Rei­hen­folge, dann hilft es, eine fle­xi­blere Struk­tur zu nut­zen. Eine, die sich orga­nisch ent­wi­ckeln darf.

Das­selbe gilt auch für Bespre­chungs­no­ti­zen. Manch­mal sprin­gen Men­schen beim Spre­chen zwi­schen ver­schie­de­nen The­men hin und her, selbst wenn es eine feste Agenda (=lineare Struk­tur) gibt. Und dann hilft es, wenn du dei­nen Noti­zen von vorn­her­ein eine fle­xi­blere Struk­tur und den ein­zel­nen The­men genü­gend Raum gönnst. So kannst du auch nach­träg­lich noch Punkte dort ergän­zen, wo sie inhalt­lich hingehören.

Visu­elle Noti­zen sind von ihrer Struk­tur her also eher Gedan­ken- oder The­men-Land­kar­ten (und sel­ten Auflistungen).

4. Visuelle Notizen nutzen die gesamte Fläche eines Blattes.

Punkte, die inhalt­lich zusam­men­ge­hö­ren, ste­hen näher bei­ein­an­der. Punkte, die nichts mit­ein­an­der zu tun haben, sind auch räum­lich wei­ter von­ein­an­der ent­fernt. So wie frü­her bei der Grüpp­chen­bil­dung auf dem Schulhof. 😉

Ein Bei­spiel für eine visu­ell struk­tu­rierte Notiz ist die Mindmap.

brainwriting-mindmap-visuelle-notiz  © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Das Schöne ist: Du musst nicht vor­her schon wis­sen, wo der „rich­tige“ Platz für einen Inhalt ist, weil sich das orga­nisch beim Auf­schrei­ben ergibt.

Mit einer visu­el­len Struk­tur kannst du Zusam­men­hänge leich­ter dar­stel­len bzw. erken­nen. Auf einen Blick ist sicht­bar, wie sich die Inhalte zuein­an­der ver­hal­ten: Gehö­ren ein­zelne Punkte zu einer gemein­sa­men Kate­go­rie? Beein­flus­sen bestimmte Aspekte ein­an­der? Ist eine bestimmte Abfolge wich­tig? Wel­che sind Gegen­sätze gibt es?

Der Inhalt bestimmt auch die Form, also die Blatt­auf­tei­lung der Notiz. Wenn ein (zeit­li­cher) Ablauf im Mit­tel­punkt steht, ist eine andere Struk­tur zweck­mä­ßig, als wenn es um die Zuord­nung zu bestimm­ten Kate­go­rien geht.

5. Visuelle Notizen sind inhaltlich fokussiert und auf das Wesentliche reduziert.

Visu­elle Noti­zen ent­hal­ten sel­ten ganze Sätze. Übli­cher­weise ist der Text schlag­wort­ar­tig oder im Tele­gramm­stil gehal­ten, und die ein­zel­nen Punkte sind oft kom­pakte Text­blö­cke mit kur­zen Zei­len. Damit erleich­terst du es dir, Infor­ma­tio­nen schnell wie­der­zu­fin­den. Kurze Text­blö­cke erfas­sen wir beim Über­flie­gen als Gan­zes, in lange Zei­len muss man tat­säch­lich erst reinlesen.

was-sind-visuelle-notizen © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

6. Visuelle Notizen sind handschriftlich.

Das ist der ein­fachste, schnellste und ablen­kungs­frei­este Weg, Text visu­ell struk­tu­riert anzu­ord­nen. Und das Schrei­ben mit der Hand hat außer­dem viele Vor­teile für die Merk­fä­hig­keit.

Ob du dabei lie­ber ana­log mit Stift und Papier arbei­test oder digi­tal mit Pen und Tablet, ist dabei nicht so ent­schei­dend. Bei­des hat Vor- und Nachteile.

In digi­tal erstell­ten Noti­zen kannst du Dinge leich­ter kor­ri­gie­ren, löschen, ver­schie­ben oder in der Größe ver­än­dern. Das ist prak­tisch, birgt aber auch die Gefahr, sich in den Details der Bear­bei­tung zu verlieren.

Ana­loge Noti­zen sind oft schnel­ler gemacht, denn ein lee­res Blatt Papier bie­tet weni­ger Ablen­kung als eine digi­tale Ober­flä­che mit unzäh­li­gen Schalt­flä­chen. Und auch der ver­meint­li­che Nach­teil, Dinge nicht so leicht kor­ri­gie­ren zu kön­nen, kann manch­mal ein Vor­teil sein. Zumin­dest bei mir ist das so. Ich stelle fest, dass ich mir beim ana­lo­gen Schrei­ben schnel­ler klar über die Inhalte bin und mich spä­ter an mehr erinnere.

Viel­leicht liegt es daran: Digi­tal kann ich meine Gedan­ken auf der Ober­flä­che belie­big ver­schie­ben, ana­log ordne ich sie schon im Kopf.

7. Visuelle Notizen sind primär für dich selbst.

Du musst sie nie­man­dem zei­gen – genauso wenig wie andere Noti­zen auch. Nur weil sie durch ihre nicht­li­neare Struk­tur anders aus­se­hen (und viel­leicht mehr Farbe oder Sym­bole ent­hal­ten, als „übli­che“ lineare Noti­zen), heißt das noch lange nicht, dass du ande­ren Men­schen erlau­ben musst, dir beim Schrei­ben aufs Blatt zu star­ren oder das Aus­se­hen dei­ner Notiz zu kom­men­tie­ren oder sie gar zu beurteilen.

8. Visuelle Notizen können aus mehreren Seiten bestehen.

Manch­mal frage ich mich, woher die Annahme kommt, die visu­elle Notiz zu einer zwei­stün­di­gen Bespre­chung müsste auf ein ein­zel­nes DIN A4-Blatt pas­sen. Bei einer linea­ren Notiz ver­lan­gen wir das doch auch nicht von uns selbst.

Also: Nie­mand zwingt dich, alles auf ein ein­zel­nes Blatt zu quet­schen. Auch wenn dir die Bil­der im Inter­net viel­leicht etwas Ande­res vorgaukeln.

Visu­elle Noti­zen aus Bespre­chun­gen oder Wei­ter­bil­dun­gen bestehen bei mir regel­mä­ßig aus meh­re­ren Sei­ten. Wenn du mehr Platz brauchst, dann brauchst du mehr Platz. So ein­fach ist das.

Klar ist es manch­mal von Vor­teil, alles auf einem Blatt zu haben – näm­lich wenn es um grund­sätz­li­che Über­sich­ten geht. Also etwa um einen Tages­plan, die Kapi­tel­über­sicht eines Fach­buchs oder eine grobe Seminarkonzeption.

Die detail­lier­ten Inhalte hin­ge­gen brau­chen nicht in die Gesamt­über­sicht. Es ist ein­fa­cher, für ein­zelne Aspekte aus der Gesamt­über­sicht wie­derum eine eigene visu­elle Notiz als Über­sicht anzulegen.

Dann blei­ben die Über­sich­ten auch übersichtlich. 😉

 

Wie sind deine Erfah­run­gen mit visu­el­len Noti­zen? Nutzt du sie im All­tag regel­mä­ßig – und wenn ja: wofür?  Lass es mich gerne in den Kom­men­ta­ren wis­sen! Ich freue mich auf deine Nachricht! ⇓⇓⇓

Hi, ich bin Viktoria.

© Viktoria Cvetković bebildert.eu

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Anleitung visueller Tagesplan

Ohne Fir­le­fanz und Gir­lan­den – ein­fach nur das, was du wirk­lich brauchst, um sofort loszulegen.

Stift oder Tastatur – was ist besser für Notizen?

Stift oder Tastatur – was ist besser für Notizen?

Noti­zen machen mit

Stift oder Tastatur?

Wel­che Vor­teile es dir bringt, mit der Hand zu schrei­ben

Lese­zeit: 9 Minu­ten | aktua­li­siert: 10.03.2021

Noti­zen gleich auf dem Lap­top zu machen wird zuneh­mend üblich und erscheint ja auch erst ein­mal sehr prak­tisch: Statt hand­schrift­li­che Noti­zen noch ein­mal abzu­tip­pen, erfasst man die Inhalte direkt in einer Text­da­tei und kann sie dann auch gleich digi­tal tei­len, also zum Bei­spiel die Bespre­chungs­no­tiz als E‑Mail-Anhang an die Kolleg:innen verschicken.

Wo ist also das Problem?

Das erste Problem ist, dass niemand wirklich Lust hat, ellenlange Bleiwüsten-Protokolle oder Veranstaltungs-Mitschriften zu lesen.

Viele sol­cher Auf­zeich­nun­gen wer­den gemacht, um dann bes­ten­falls irgendwo digi­tal abge­legt zu wer­den oder als Aus­druck im Wir-müs­sen-das-fünf-Jahre-auf­be­wah­ren-Leitz-Ord­ner zu verstauben.

Der Form ist genüge getan: Jemand hat das Pro­to­koll geschrie­ben (mit­un­ter frus­trie­rend für diese Per­son, weil sie weiß, dass sie womög­lich nur für die sprich­wört­li­che Schub­lade arbei­tet), andere haben es abge­legt (mit­un­ter mit schlech­tem Gewis­sen, weil sie es gar nicht erst lesen) oder müs­sen sich müh­sam (und mit leich­tem Groll) durch den Text­wust arbei­ten, bevor sie rele­vante Infor­ma­tio­nen finden.

Damit wei­ter­ar­bei­ten möchte eigent­lich nie­mand. Und ein­la­dend zum Lesen, gerade wenn man etwas nach­schla­gen muss, ist es auch nicht. 

Das ist eine Erfah­rung, die viele von uns machen.

Als Berufs­an­fän­ge­rin war ich per­plex, dass eine Kol­le­gin unwi­der­spro­chen regel­mä­ßig sei­ten­lange Pro­to­kolle von Sit­zun­gen ver­schickt hat (5 Sei­ten in Arial Punkt 10 waren das Mini­mum), die aus Fet­zen von wört­li­chen Mit­schrif­ten des Gesag­ten bestan­den und voll­stän­dig ohne Absätze aus­ka­men. Das höchste der Gefühle war die Fet­tung von Namen.

Wie sich schnell her­aus­stellte, war ich zu dem Zeit­punkt die ein­zige, die diese Texte noch las (typi­scher Anfän­ger­feh­ler), wäh­rend alle ande­ren sie igno­rier­ten. Ihrer Vor­ge­setz­ten war es egal, denn sie las diese Pro­to­kolle auch nicht: „Zu lang, zu viele Neben­säch­lich­kei­ten, wenn ich etwas wis­sen will, muss sie es mir eben kurz und knapp erzäh­len“, wie ich dann zufäl­lig wäh­rend eines Tee­kü­chen­ge­sprächs mitbekam.

ziele-richtig-aufschreiben-nahaufnahme-einer-visuellen-planung

 

Was für eine Ver­schwen­dung von Arbeits- und Lebens­zeit!
(Wenn du keine Lust mehr auf struk­tu­rell begüns­tigte sinn­lose Tätig­kei­ten hast, kann ich dir übri­gens fol­gen­den Arti­kel emp­feh­len: Fake Work)

 

Viel gravierender ist aber ein anderes Problem:

Du tust dir selbst keinen Gefallen mit direkt in den Laptop getippten Notizen.

Wenn es darum geht, dir Informationen zu erschließen, Inhalte zu behalten und Zusammenhänge zu verstehen (schnöde als Lernen bezeichnet), sind dir getippte Notizen im Weg.

Hier kommt eine wis­sen­schaft­li­che Stu­die ins Spiel (ich gestehe, ich bin Fan von Stu­dien – ja, ein biss­chen nerdig, aber ich habe in mei­nem ers­ten Berufs­le­ben sehr gerne wis­sen­schaft­lich gear­bei­tet und das tie­fere Ver­ste­hen­wol­len von Zusam­men­hän­gen ist mir geblie­ben). Weil nicht jede:r gern wis­sen­schaft­li­che Paper liest, habe ich die Inhalte hier ver­ständ­lich für dich aufbereitet:

Die ame­ri­ka­ni­schen Psy­cho­lo­gen Pam A. Muel­ler von der Prince­ton Uni­ver­si­tät und Daniel M. Oppen­hei­mer von der Uni­ver­si­tät Kali­for­nien (UCLA) führ­ten eine drei­tei­lige Stu­die (PDF) mit 65 Teil­neh­men­den durch, in der 15-minü­tige Videos gezeigt wurden.

Die eine Hälfte der Test­per­so­nen war mit Lap­tops aus­ge­rüs­tet, die andere mit Stift und Papier, beide Grup­pen soll­ten Noti­zen machen. Anschlie­ßend erhiel­ten sie Ablen­kungs­auf­ga­ben. Zum Schluss wurde geprüft, was sie in Erin­ne­rung behal­ten hatten.

Eine erste Ana­lyse unter­suchte die Anzahl der geschrie­be­nen Wör­ter in bei­den Bedin­gun­gen. Die Lap­top-Gruppe schrieb signi­fi­kant mehr Wör­ter (>300) als die Hand­schrift-Gruppe (<200). Dann wurde unter­sucht, wie gut die Gedächt­nis­leis­tung in bei­den Grup­pen war. Unter­schie­den wurde dabei Fak­ten­fra­gen von Ver­ständ­nis­fra­gen.

Die Ergeb­nisse zeig­ten keine Unter­schiede beim Fak­ten­wis­sen (wie zum Bei­spiel Jah­res­zah­len), jedoch schnitt die Hand­schrift-Gruppe bei den Ver­ständ­nis-Fra­gen signi­fi­kant bes­ser ab.

Der zweite Stu­di­en­teil ähnelte dem eben beschrie­be­nen, jedoch gab es eine Lap­top-Gruppe, die die Anwei­sung erhielt, nicht ein­fach alles Gehörte mit­zu­tip­pen, son­dern die Inhalte mit eige­nen Wor­ten zu notie­ren. Trotz die­ser Instruk­tion schnitt erneut die Hand­schrift-Gruppe bes­ser ab.

Im drit­ten Stu­di­en­teil schaute man auf einen län­ge­ren Zeit­raum. Könn­ten die am Lap­top geschrie­be­nen Noti­zen vor­teil­haft sein, um spä­ter damit zu ler­nen, da sie mehr und detail­lier­tere Infor­ma­tio­nen ent­hal­ten? Dazu wurde das Wis­sen eine Woche nach dem Anfer­ti­gen der Noti­zen noch­mals abge­fragt, die Teil­neh­men­den hat­ten vor dem Test die Gele­gen­heit, sich noch­mals mit ihren Noti­zen zu beschäf­ti­gen. Auch in die­sem drit­ten Stu­di­en­teil zeigte sich die Über­le­gen­heit der hand­schrift­li­chen Notizen.

Warum ist das so?

Die Wissenschaftler:innen vermuten, dass die Art des Notizenmachens die Informationsverarbeitung in unserem Gehirn beeinflusst.

 

Beim Tip­pen sind wir eher ver­sucht, Inhalte wort­wört­lich zu tran­skri­bie­ren, weil die meis­ten von uns schnel­ler tip­pen als mit der Hand schrei­ben können.

Der Effekt: Je mehr ich ver­su­che, jedes ein­zelne Wort mit­zu­schrei­ben (dar­un­ter auch Neben­säch­lich­kei­ten), desto weni­ger Zeit bleibt mir zu den­ken. Durch das Mit­tip­pen wer­den Infor­ma­tio­nen ver­mut­lich nur ober­fläch­lich ver­ar­bei­tet. Sie rau­schen durch das Kurz­zeit­ge­dächt­nis durch; das Auf­schrei­ben wird wich­ti­ger als das Ver­ste­hen.

Beim Schrei­ben mit Stift und Papier müs­sen wir uns hin­ge­gen von vorn­her­ein auf die Kern­aus­sa­gen beschrän­ken: Hand­schrift­lich kannst du schlecht eins zu eins mit­schrei­ben, du bist zu lang­sam (ich jeden­falls bin es).

Um Kern­aus­sa­gen zu erfas­sen, bist du mit dei­ner Auf­merk­sam­keit ganz anders bei den Inhal­ten. Du musst auf­merk­sam zuhö­ren, um Wich­ti­ges von Unwich­ti­gem zu tren­nen. Dabei ver­ar­bei­tet dein Gedächt­nis schon jede Menge Infor­ma­tio­nen, es gewich­tet sie. Und idea­ler­weise fasst du diese Infor­ma­tio­nen in eigene Worte, um eine lange Aus­sage auf den Punkt brin­gen zu kön­nen – die Kern­aus­sage, die du in dei­nem Tempo gut hand­schrift­lich fest­hal­ten kannst.

Zudem bekommt die fest­ge­hal­tene Infor­ma­tion einen phy­si­schen Ort, wenn du sie mit Stift und Papier festhältst.

Zufäl­li­ger­weise(?) befin­det sich unser Gedächt­nis im sel­ben Hirn­areal wie unser räum­li­cher Ori­en­tie­rungs­sinn. Je „land­kar­ten­ar­ti­ger“ eine Notiz ist, desto leich­ter blei­ben Inhalte im Gedächt­nis haf­ten. Sie wer­den nicht nur (wie rein lineare Texte) im sog. Sprach­zen­trum ver­ar­bei­tet, son­dern auch im räum­li­chen Gedächt­nis abge­legt.

Das ist ein zusätz­li­cher „Spei­cher­ort“ in dei­nem Kopf, auf den du zurück­grei­fen kannst, um Erin­ne­run­gen wie­der abzu­ru­fen. Und es könnte erklä­ren, warum das „in eigene Worte fas­sen und Tip­pen“ im zwei­ten Stu­di­en­teil eben­falls nicht mit den hand­schrift­li­chen Noti­zen mit­hal­ten konnte. 

Warum erzähle ich dir das? 

Etwas von Hand aufzuschreiben, um es zu verstehen, mit vorhandenem Wissen zu verknüpfen und im Gedächtnis zu behalten, ist eine wichtige menschliche Kulturtechnik.

In Wissensberufen ist sie essenziell.

 

Ver­steh mich nicht falsch: Es wer­den nicht gleich alle ver­dum­men, wenn sie nur noch tip­pen. Wenn du dir aber über die Vor­teile der hand­schrift­li­chen Notiz im Kla­ren bist und diese häu­fig nutzt(!), hast du ein mäch­ti­ges Werk­zeug für deine Arbeit in der Hand.

Trotz fort­schrei­ten­der Digi­ta­li­sie­rung regel­mä­ßig etwas mit Stift und Papier fest­zu­hal­ten, ver­schafft dir kogni­tive Vor­teile gegen­über denen, die das nicht (mehr) machen.

  • Du nimmst mehr wahr.
  • Du bist fokussierter.
  • Du durch­dringst Zusam­men­hänge leichter.
  • Du siehst Ver­knü­fun­gen, wo andere nur Ein­zel­teile sehen.
  • Du trai­nierst dein kri­ti­sches Denkvermögen.
  • Du erreichst Ziele mit höhe­rer Wahrscheinlichkeit.

Und wenn du es cle­ver anstellst, sparst du sogar Zeit.

Die Alter­na­tive zu (ab)getippten Noti­zen ist, hand­schrift­lich über­sicht­li­che, les­bare Noti­zen zu machen.

Für dich selbst – kein Pro­blem. Aber funk­tio­niert das auch für Sit­zungs­pro­to­kolle, die du machen und wei­ter­ge­ben musst? Und ob!

  • Schreibe sie leser­lich von Hand,
  • beschränke dich inhalt­lich auf Kern­aus­sa­gen,
  • lass Neben­säch­li­ches weg,
  • mach Zusam­men­hänge optisch deutlich,
  • scanne deine Mit­schrift ein,
  • ver­sende sie als PDF-Anhang dei­ner E‑Mail.

 

»Waaaaas? Das ist bei uns total unüblich! Was werden die anderen denken?«

Aus eige­ner Erfah­rung weiß ich, dass es immer ein­zelne Leute geben wird, die dich schräg angu­cken wer­den, wenn du ihnen etwas Hand­schrift­li­ches zur Ver­fü­gung stellst. Aus eige­ner Erfah­rung weiß ich aber auch, dass die über­wie­gende Mehr­heit dir (mög­li­cher­weise nach einer ers­ten klei­nen Irri­ta­tion) dank­bar sein wird.

Weil sie sich viel­leicht das erste Mal nach Jah­ren über­haupt wie­der ein Pro­to­koll anse­hen und das womög­lich auch noch gerne machen.

Der Clou ist näm­lich, dass nicht nur du, son­dern auch sie sich bes­ser darin zurecht­fin­den werden.

Hast du Lust bekommen, es auszuprobieren?

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Wie sind deine Erfah­run­gen mit hand­schrift­li­chen Noti­zen? Wie häu­fig schreibst du in dei­nem Arbeits­all­tag mit der Hand? Hast du Lust bekom­men, es wie­der öfter zu tun? Oder tippst du lie­ber und hast gute Gründe dafür? Lass es mich in den Kom­men­ta­ren wis­sen!  Ich freue mich auf deine Nach­richt! ⇓⇓⇓

Hi, ich bin Viktoria.

© Viktoria Cvetković bebildert.eu

Ich helfe dir, mit visu­el­len Noti­zen Zusam­men­hänge sicht­bar zu machen, Wis­sen zu sichern und im Gedächt­nis zu verankern.

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5 Gründe, warum Ziele richtig aufschreiben hilft

5 Gründe, warum Ziele richtig aufschreiben hilft

5 Gründe, warum du deine

Ziele richtig aufschreiben

soll­test, wenn du sie errei­chen willst

Lese­zeit: 9 Minu­ten | aktua­li­siert: 14.01.2021

Erfahre, warum es dir hilft,…

… Ziele auf­zu­schrei­ben, um sie zu errei­chen,…
… was „rich­tig“ auf­schrei­ben bedeu­tet, und…
… wie visu­elle Noti­zen dir dabei nüt­zen können.

Teil 1 der Mini­se­rie zum Thema Ziele rich­tig auf­schrei­ben. Teil 2 folgt in Kürze.

Hast du deine Ziele immer prä­sent, oder ver­lierst du sie manch­mal aus den Augen? 

Ich ten­diere dazu, mich öfter mal in Details zu ver­lie­ren und das große Ganze dann nicht mehr Blick zu haben. Das kos­tet mich am Ende viel Zeit.

Was mir in letz­ter Zeit gut gehol­fen hat, um wie­der den Über­blick zu bekom­men, ist meine Ziele kon­se­quent sehr klar auf­zu­schrei­ben.

Genau diese Erfah­rung möchte ich hier mit dir teilen.

Warum Aufschreiben den entscheidenden Unterschied macht

Ganz ehr­lich? Es braucht keine Neu­ro­wis­sen­schaft, um zu wis­sen, dass du dich bes­ser an Dinge erin­nerst, wenn du sie aufschreibst.

Du kennst das selbst: Ange­fan­gen vom Ein­kaufs­zet­tel über die hin­ge­krit­zelte Tele­fon­no­tiz bis hin zum win­zi­gen Spick­zet­tel, der damals wäh­rend der Klau­sur im Ärmel ver­steckt war…

Aber warum ist das so? Warum macht Auf­schrei­ben so einen Unter­schied? Und wie kann „rich­tig“ auf­schrei­ben dir hel­fen, deine Ziele zu erreichen?

Schließ­lich macht es zusätz­lich Arbeit, und wich­tige Ziele kann man doch nicht ein­fach so ver­ges­sen (im Gegen­satz zum Joghurt beim Ein­kau­fen). Deine Ziele im Kopf zu haben müsste doch rei­chen – gerade weil sich wich­tig sind, oder?

Nein, lei­der reicht das nicht.

ziele-richtig-aufschreiben-nahaufnahme-einer-visuellen-planung

Kürz­lich bin ich über eine Stu­die gestol­pert, in der unter­sucht wurde, wel­chen Effekt Auf­schrei­ben dar­auf hat, Ziele zu erreichen.

Die Stu­di­en­teil­neh­men­den wur­den unter ande­rem gebe­ten, fol­gende Aus­sage zu bewerten:

„Mein Ziel ist in schrift­li­cher Form (ein­schließ­lich Bil­der, Fotos, Zeich­nun­gen usw.) so anschau­lich beschrie­ben, dass ich es ande­ren Men­schen buch­stäb­lich zei­gen könnte und sie genau wis­sen wür­den, was ich errei­chen möchte“

Weni­ger als zwan­zig Pro­zent der Befrag­ten gaben an, dass ihre wich­ti­gen Ziele „immer“ so anschau­lich auf­schrei­ben wür­den. Gleich­zei­tig stellte sich her­aus, dass genau die­je­ni­gen, die es taten, ihre Ziele tat­säch­lich häu­fi­ger erreichten.

Die Wahr­schein­lich­keit, ein Ziel zu errei­chen, stieg durch anschau­li­ches Auf­schrei­ben um 40 Prozent.

Das macht für die Erfolgs­wahr­schein­lich­keit einen ziem­lich gro­ßen Unter­schied – vor allem, wenn du bedenkst, dass das du dafür nicht mehr brauchst als ein Blatt Papier und einen Stift.

Schauen wir uns des­we­gen ein­mal an, was beim Auf­schrei­ben passiert:

Aufschreiben berührt verschiedene Ebenen

#1: Externe Speicherung

Externe Spei­che­rung ist schnell erklärt.

Durch simp­les Auf­schrei­ben beginnt dein Ziel, an einem phy­si­schen Ort außer­halb dei­nes Kop­fes zu exis­tie­ren. Zum Bei­spiel auf einem Blatt Papier.

ziele richtig aufschreiben macht sie sichtbar und begreifbar

 

Du kannst dein Ziel jetzt jeder­zeit sehen und dar­auf zugreifen.

Du kannst es in der Hand hal­ten, es mit dir her­um­tra­gen, es an die Kühl­schrank­tür hef­ten, es über­prü­fen, umfor­mu­lie­ren und verändern.

Du hast es vor Augen. Und in der Hand.

Schö­ner Neben­ef­fekt: Du ent­las­test damit auch dein Gehirn. Denn es ist wesent­lich ein­fa­cher, dich mit einem sicht- und greif­ba­ren Ziel zu beschäf­ti­gen, als einen nicht­fass­ba­ren, mate­rie­lo­sen, flüch­ti­gen, form­lo­sen Gedan­ken im Kopf hin- und herzuwälzen.

Aber es gibt noch ein tie­fe­res Phänomen:

#2: Codierung

Codie­rung ist der bio­lo­gi­sche Pro­zess im Gehirn, bei dem ent­schie­den wird, was in dein Lang­zeit­ge­dächt­nis wan­dert und was nicht.

Alles, was du an Sin­nes­ein­drü­cken wahr­nimmst, muss im Gehirn zunächst den Hip­po­cam­pus pas­sie­ren. Dort wer­den die ankom­men­den Infor­ma­tio­nen gefil­tert. Infor­ma­tio­nen, die als wich­tig ein­ge­stuft wer­den, wer­den im Lang­zeit­ge­dächt­nis gespei­chert, der Rest wird verworfen.

Mit dem Auf­schrei­ben ver­bes­serst und unter­stützt du den Codie­rungs­pro­zess im Gehirn, denn Auf­schrei­ben signa­li­siert dem Hip­po­cam­pus: Das ist wichtig.

Mit ande­ren Wor­ten:
Wenn du dein Ziel auf­schreibst, hat es eine viel grö­ßere Chance, dau­er­haft in Erin­ne­rung zu bleiben.

#3: Erzeugungseffekt

Zusätz­lich kommt noch der Erzeu­gungs­ef­fekt („genera­tion effect“) ins Spiel.

Neu­ro­psy­cho­lo­gi­sche Stu­dien zei­gen, dass Men­schen sich bes­ser an die Inhalte erin­nern, die sie selbst erzeugt haben – also zum Bei­spiel durch Auf­schrei­ben, aber auch eigene Ideen gene­rie­ren zählt dazu. Infor­ma­tio­nen, die ledig­lich gele­sen oder gehört wur­den, blie­ben nicht so gut im Gedächtnis.

Was heißt das jetzt für dich?

Wenn du deine Ziele auf­schreibst, kommst du sogar zwei­mal in den Genuss des Erzeu­gungs­ef­fekts: Das erste Mal, wenn du dir dein Ziel über­legst. Und dann noch ein­mal, wenn du es aufschreibst.

Durch das Auf­schrei­ben ver­ar­bei­test und über­denkst du das men­tal vor­han­dene Bild dei­nes Ziels erneut, du re-gene­rierst es.

#4: Anschaulichkeit

Wie oben schon erwähnt, ist es ent­schei­dend, wie anschau­lich du dein Ziel auf­schreibst, denn:

Spra­che ist mehr als das Anein­an­der­rei­hen von Buchstaben. 

Spra­che ist das Den­ken in Mus­tern und Zusam­men­hän­gen.

Die Hirn­areale, die für das Gedächt­nis zustän­dig sind, sind auch dafür zustän­dig, eine räum­li­che Kar­tie­rung anzu­fer­ti­gen. Sie mer­ken sich also nicht nur, was du auf­schreibst, son­dern sie mer­ken sich auch, wo etwas steht. 

Und hier kommt jetzt der große Vor­teil von visu­el­len Noti­zen (Sketch­no­tes) zum Tra­gen. Anders als bei einem linea­ren Text, wo du von links nach rechts und von unten nach oben schreibst, bist du in dei­ner Sketch­note frei, deine Inhalte so anzu­ord­nen wie es für dich Sinn macht.

Indem du deine Ziele in einer visu­ell struk­tu­rier­ten Form auf­schreibst, tust du übri­gens mehr, als nur Gedan­ken auf Papier zu bringen. 

Ganz intui­tiv triffst du auch einige Entscheidungen:

  • Wo schreibst du etwas hin?
  • Was schreibst du auf? Was lässt du weg?
  • Wie ord­nest du Inhalte, die zu dei­nem Ziel gehö­ren, zuein­an­der an?
  • Wel­che räum­li­chen Bezie­hun­gen gibt es?
  • Wie zeigst du, was zusammengehört?
  • Wel­che Bil­der und Sym­bole hast du zu dei­nem Ziel im Kopf? Wie kannst du sie darstellen?
  • Wel­che Emo­tio­nen sind dir wich­tig? Wie kannst du sie festhalten?

All das bewirkt, dass wie neben­bei eine Menge kogni­ti­ver Ver­ar­bei­tung statt­fin­det. Beim visu­ell struk­tu­rier­ten Auf­schrei­ben brennt sich dein Ziel sozu­sa­gen in dein Gehirn ein.

Es ent­steht eine Gedan­ken­land­karte.

Buch zu Sketchnote

#5: Fokus

Es ist aber nicht nur das Erin­ne­rungs­ver­mö­gen selbst, das sich ver­bes­sert, wenn du Dinge auf­schreibst. Beim Auf­schrei­ben – ins­be­son­dere, wenn du dar­auf ach­test, es mög­lichst anschau­lich zu machen – rich­tet sich dein Fokus auto­ma­tisch auf die wirk­lich wich­ti­gen Inhalte.

Denn das Notie­ren ist immer auch ein Selektionsprozess.

Selbst wenn du nicht dar­über nach­denkst, kon­zen­trierst du dich beim Auf­schrei­ben auto­ma­tisch auf die Kern­punkte, also auf das, was zum Ver­ständ­nis not­wen­dig ist. Weil wir Men­schen faul sind (oder von Natur aus ener­gie­ef­fi­zi­ent ;-)), las­sen wir nor­ma­ler­weise weg, was wir nicht unbe­dingt brauchen.

(Außer, die Angst, etwas zu ver­pas­sen wird zu groß. Dann nei­gen wir dazu, sei­ten­weise Papier voll­zu­schrei­ben und wenig davon zu behal­ten, aber das ist ein ande­res Thema.)

Übrig blei­ben die wich­ti­gen Dinge.

Auch im Schul­kon­text hat man das beob­ach­tet. Dort ging es um das Ler­nen für Prü­fun­gen (das Bestehen von Klau­su­ren ist ja auch ein wich­ti­ges Ziel). Eine Gruppe hörte im Unter­richt nur zu, die andere Gruppe hörte zu und machte sich Noti­zen. Direkt im Anschluss an den Unter­richt wurde dann geprüft, was behal­ten wurde.

Inter­es­san­ter­weise erin­nerte sich die erste Gruppe an genauso viele unwich­tige wie an wich­tige Fak­ten. Die­je­ni­gen, die sich Noti­zen machen, erin­ner­ten sich hin­ge­gen pri­mär an die wich­ti­gen Fak­ten und merk­ten sich weni­ger von den unwich­ti­gen Inhalten.

Auf­schrei­ben hilft dir nicht nur, dich zu erin­nern. Es macht auch dei­nen Geist effi­zi­en­ter, indem es dir hilft, dich auf die wirk­lich wich­ti­gen Dinge zu konzentrieren.

Womit wir wie­der bei dei­nen Zie­len wären, denn die soll­ten dir unbe­dingt als wich­tige Dinge gelten.

Deine Ziele anschau­lich auf­zu­schrei­ben hilft dir, sie aus dem Grund­rau­schen des All­tags her­aus­zu­fil­tern und dich mit Klar­heit dar­auf zu fokus­sie­ren, sie zu errei­chen. Jeden Tag aufs Neue. Tag für Tag.

 

[Wenn du noch tie­fer in die Mate­rie ein­tau­chen möch­test, emp­fehle ich dir das Buch „Ler­nen braucht Ver­ste­hen“ von Hen­ning Beck – kannst du in den meis­ten Stadt­bi­blio­the­ken aus­lei­hen, oder du bestellst es über deine lokale Buchhandlung.]

So, das war Teil 1 der Miniserie…

Ich finde es immer moti­vie­rend zu ver­ste­hen, warum etwas funk­tio­niert. Nur wenn du den Mecha­nis­mus kennst, kannst du ihn gezielt nutzen.

Rund wird die Sache aber erst, wenn du auch weißt, WIE du deine Ziele am bes­ten auf­schreibst. Und genau das zeige ich dir im nächs­ten Teil der Miniserie.

 

…bald geht es weiter!

Möch­test du wei­ter­le­sen, sobald Teil 2 ver­füg­bar ist? Aber gern doch!

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Hast du Fra­gen oder einen spon­ta­nen Gedan­ken zum Arti­kel? Lass es mich wis­sen und hin­ter­lasse gerne einen Kom­men­tar in der Box am Ende die­ser Seite. Ich freue mich auf deine Nach­richt! ⇓⇓⇓

Hi, ich bin Viktoria.

© Viktoria Cvetković bebildert.eu

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Orientierung oder Sketchnote-Frust? Warum du im Internet fast keine „Vorbilder“ findest.

Orientierung oder Sketchnote-Frust? Warum du im Internet fast keine „Vorbilder“ findest.

Orientierung oder Frust?

Warum es keine gute Idee ist, im Inter­net nach „Vor­bil­dern“ für die häu­figste Anwen­dung von Sketch­no­tes zu suchen und wie du statt­des­sen weiterkommst.

Lese­zeit: 14 Minu­ten | aktua­li­siert: 19.06.2020
(Du bist in Eile? Am Ende des Arti­kels fin­dest du die Essenz in 10 Sekun­den.)

Ich weiß, es kann frustrierend sein. 

Egal, ob du erst seit 5 Minu­ten oder schon seit 5 Jah­ren Sketch­no­tes machst: Es wird wahr­schein­lich immer mal wie­der vor­kom­men, dass du in Frage stellst, ob das, was du aufs Papier bringst, wirk­lich rich­tige Sketch­no­tes sind. Oft las­sen sich diese Beden­ken leicht wie­der abschüt­teln, manch­mal wer­den die Zwei­fel aber so groß, dass sie dich ernst­haft ausbremsen.

Mich hätte es vor eini­ger Zeit fast aus der Kurve getra­gen.

Ich war kurz davor, Sketch­no­ting wie­der auf­zu­ge­ben, obwohl ich es fast täg­lich nutze (und das sogar beruf­lich). Aus lau­ter Zwei­fel dar­über, ob das, was ich da machte, wirk­lich als Sketch­no­tes ange­se­hen wird. Ob ich mit mei­ner Art, visu­elle Noti­zen zu machen über­haupt zur „Sketch­note-Com­mu­nity“ dazugehörte.

Damit dir das gar nicht erst pas­siert, möchte ich dir in die­sem Arti­kel den Rücken stär­ken. Ich teile mei­nen wich­tigs­ten Tipp mit dir, mit dem du dau­er­haft den Druck raus­neh­men kannst. 

Eine Quelle für Inspirationen und für Zweifel 

Wenn du ähn­lich tickst wie ich, dann suchst du zunächst ein­mal nach Mög­lich­kei­ten, Sketch­no­tes als prak­ti­sche, über­sicht­li­che Noti­zen­form zu verwenden.

Direkt für dei­nen Arbeits­all­tag, ohne viel Auf­wand.

Noti­zen, die du gerne wie­der her­vor­holst, weil sie über­sicht­lich und ange­nehm anzu­schauen sind. In denen du dich schnell zurecht­fin­dest und Infor­ma­tio­nen auf einen Blick erfasst. Noti­zen, die dir hel­fen, dich an Inhalte von Gesprä­chen oder Tex­ten oder eige­nen Gedan­ken zu erin­nern.

Notebook Sketchnote

© Vik­to­ria Cve­t­ko­vić | In die­ser Sketch­note habe ich ein Kapi­tel eines Fach­buchs für mich zusammengefasst.

Und viel­leicht bist auch du immer mal wie­der auf der Suche nach Inspi­ra­tio­nen und schaust dich im Netz um, was andere so machen? Viel­leicht steckst du auch gedank­lich gerade fest und suchst nach Visua­li­sie­run­gen zu bestimm­ten Begrif­fen? Oder nach Lösun­gen für die Blattaufteilung?

Und dann? Wie gehst du mit den gefun­de­nen Bei­spie­len um? Machst du dir Gedan­ken dar­über, wie deine Sketch­no­tes im Ver­gleich aus­se­hen? Zwei­felst du manch­mal, ob deine Sketch­no­tes sich mit ande­ren mes­sen kön­nen? Ob sie gut genug sind? Viel­leicht fühlst dich manch­mal sogar talent­frei?

Wenn ja, bist du damit in guter Gesell­schaft.

Wenn du „Sketch­no­tes“ als Begriff in eine Such­ma­schine dei­ner Wahl ein­gibst, fin­dest du in der Bil­der­su­che Tau­sende von Bei­spie­len. All diese Bei­spiele kön­nen eine tolle Anre­gung für deine eige­nen Sketch­no­tes sein – sowohl wofür du sie nut­zen kannst, als auch wie du sie gestal­ten kannst. 

Ande­rer­seits trägt die Bil­der­su­che einen gewal­ti­gen Nach­teil in sich, der mir selbst lange nicht klar war. Und der mich an einem bestimm­ten Punkt fast dazu gebracht hätte, Sketch­no­ting wie­der aufzugeben.

Collage Sketchnotes © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Der blinde Fleck im Netz

In der gesam­ten Bil­der­su­che wirst du den häu­figs­ten, rele­van­tes­ten Anwen­dungs­fall für Sketch­no­tes nur sehr, sehr sel­ten finden. 

Als wür­den diese Noti­zen gar nicht existieren.

Wovon ich spreche?

Ich meine die ganz gewöhn­li­chen, prak­ti­schen, im Arbeits­all­tag genutz­ten Sketch­no­tes. Die, die wirk­lich als Notiz- und Merk­werk­zeug für einen selbst fun­gie­ren (und nie mit dem Gedan­ken an eine Ver­öf­fent­li­chung auf Insta­gram oder Pin­te­rest im Hin­ter­kopf erstellt werden). 

→ Die mit den Durch­strei­chun­gen und schnel­len Korrekturen. 

→ Die mit der gequetsch­ten Schrift am Rand.

→ Die mit der unaus­ge­wo­ge­nen Seitenaufteilung.

→ Die auf der Rück­seite eines miss­lun­ge­nen Ausdrucks. 

→ Die auf dün­nem Karopapier. 

→ Die mit den Interna drauf (Namen, per­sön­li­che Gedan­ken, interne Abläufe, …).

© Vik­to­ria Cve­t­ko­vić | Alltags-Sketchnotes

Dinge, die ich selbst nor­ma­ler­weise auch nicht ver­öf­fent­li­chen würde.

(Außer aus­nahms­weise hier und mit ver­pi­xel­tem Text, um dir zu zei­gen, was ich meine… Und ganz ehr­lich? Auch das sind schon die „vor­zeig­ba­re­ren“ Bei­spiele. Oben links siehst du eine typi­sche Notiz aus einem Team-Mee­ting, in der ich The­men, Fris­ten und Zustän­dig­kei­ten für mich fest­ge­hal­ten habe. Unten links ist eine etwas aus­führ­li­chere Bespre­chungs­no­tiz zu stra­te­gi­schen The­men, oben rechts eine Ideen­samm­lung aus einem Brain­stor­ming, und unten rechts die Kern­punkte aus einer ein­stün­di­gen Dis­kus­sion).

Trotz­dem bin selbst ich bei der Bil­der­su­che dar­auf her­ein­ge­fal­len – und habe Äpfel mit Bir­nen ver­gli­chen. Und das meine ich abso­lut nicht arro­gant, son­dern vor dem Hin­ter­grund mei­ner eige­nen lang­jäh­ri­gen Erfah­rung mit visu­el­len Noti­zen. Ich nutze sie bei­nahe täg­lich als All­tags­werk­zeug für mich selbst. Ich führe zum Thema Sketch­no­tes Trai­nings­kurse in Unter­neh­men durch und bin Dozen­tin in der beruf­li­chen Weiterbildung. 

Wie soll es erst jeman­dem gehen, der mit Sketch­no­tes gerade erst star­tet und nach Ori­en­tie­rung sucht?

Obwohl ich also Sketch­no­tes regel­mä­ßig im Ein­satz habe, begann ich nach einer umfang­rei­che­ren Bild­re­cher­che zu einem bestimm­ten Thema tat­säch­lich daran zu zwei­feln, ob meine Noti­zen rich­tige Sketch­no­tes sind. Ob ich sie so nen­nen darf. Ob ich wei­ter­hin Trai­nings dazu geben sollte.

Was ich näm­lich bei der Bild­re­cher­che gefun­den hatte, waren mas­sen­weise sehr auf­wän­dig gestal­tete Sketch­no­tes mit hohem ästhe­ti­schem Anspruch. Viele davon gefie­len mir gut, aber sie ver­un­si­cher­ten mich auch: 

Zu ähn­li­chen Ergeb­nis­sen kam ich nur, wenn ich mir viel(!) Zeit nahm, ABER: Meine All­tags-Sketch­no­tes hat­ten damit wenig Ähn­lich­keit.

Ich fing an, meine Kom­pe­tenz in Frage zu stel­len. Müss­ten, nach jah­re­lan­ger Pra­xis, meine Sketch­no­tes nicht immer so aus­se­hen? Müsste ich das nicht all­mäh­lich mühe­los und neben­her „aus dem Hand­ge­lenk schüt­teln“ kön­nen?

chi-hua-chientech_crunch_ImageThink by Quotidian Ventures is licensed under CC BY 2.0

„chi-hua-chien_­tech_­crunch_I­mageThink“ by Quo­ti­dian Ven­tures is licen­sed under CC BY 2.0

Orientierung oder Frust? 

Glück­li­cher­weise habe ich mich zu der Zeit sehr inten­siv mit einer guten Freun­din zu Sketch­no­tes und unse­ren indi­vi­du­el­len Ansät­zen aus­ge­tauscht. Wir nah­men also alles auseinander. 

Was viele der Sketch­no­tes im Inter­net gemein­sam hatten:

Sie waren bei Kon­fe­ren­zen oder ähn­li­chen Ver­an­stal­tun­gen entstanden.

Sie waren auf­wän­dig gestaltet. 

Sie konn­ten pro­blem­los öffent­lich geteilt wer­den, da die Inhalte nicht ver­trau­lich waren.

Meist waren sie von Leu­ten erstellt wor­den, die pro­fes­sio­nell als visu­elle Kon­fe­renz­be­glei­ter unter­wegs sind (Gra­phic Recor­der, Visual Facilitator, …).

EUviz Visual Practitioners Conference by MinaLegend is licensed under CC BY 2.0

„EUviz Visual Prac­ti­tio­ners Con­fe­rence“ by Mina­Le­gend is licen­sed under CC BY 2.0

Mit ein biss­chen Abstand betrach­tet hatte eini­ges, was ich unter dem Stich­wort Sketch­note gefun­den hatte, tat­säch­lich mehr Ähn­lich­keit mit Gra­phic Record­ings  (wenn auch nicht als Rie­sen­pos­ter, son­dern in klei­nem A4- oder A3-For­mat). Selbst wenn die gefun­de­nen Sketch­no­tes viel­leicht keine beauf­tragte Visua­li­sie­rung von Redein­hal­ten waren – von der Form, von ihrem Aus­se­hen her, hät­ten sie wel­che sein kön­nen.

Das heißt:

  1. beauf­tragt und bezahlt von der ver­an­stal­ten­den Organisation, 
  2. erstellt als beruf­li­che Dienstleistung, 
  3. um die Ver­an­stal­tung zu doku­men­tie­ren und
  4. das Ergeb­nis zu veröffentlichen.

Merkst du was? Das spielt sich in einem ande­ren Bereich von „Infor­ma­tio­nen visu­ell fest­hal­ten“ ab. Und es hat mit per­sön­li­chen Sketch­no­tes kaum noch etwas zu tun.

Nun sind visu­elle For­mate ja auch nicht auf Sketch­no­tes beschränkt:

Matrix Sketchnotes © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

© Vik­to­ria Cve­t­ko­vić | Sketch­no­tes im Kon­ti­nuum visu­el­ler Formate

Für mich sind Sketch­no­tes pri­mär visu­elle Noti­zen für mich selbst.
Ich mache sie bei der Arbeit und für die Arbeit. 

Ich schaute mir meine eige­nen All­tags-Sketch­no­tes noch ein­mal genauer an – und zwar unter dem Blick­win­kel: Waren sie nütz­lich für mich? Hal­fen sie mir bei der Vor­be­rei­tung von Ter­mi­nen, beim Erin­nern an Gesprächs­in­halte, beim Ent­wi­ckeln von neuen Ideen? (und zwar genau so unper­fekt wie sie waren)

Ant­wort: Ja, das taten sie.

Störte es mich, dass sie optisch nicht sorg­fäl­tig aus­ge­ar­bei­tet waren? Störte es mich, dass ich an der fer­ti­gen Sketch­note direkt sah, was ich hätte bes­ser machen können?

Ja, schon. Das kratzte an mei­nen eige­nen Anspruch. In mei­nem Stu­dium hatte ich mich jah­re­lang mit Gestal­tung beschäf­tigt. Ich wusste, dass es bes­ser ging. 

Störte es mich so sehr, dass ich eine zweite, ver­bes­serte Ver­sion von den Sketch­no­tes erstel­len wollte?

Nö. Defi­ni­tiv nicht. Sie erfüll­ten ja ihren Zweck. 

Als diese Erkennt­nis ein­mal ein­ge­si­ckert war, ging es mir schlag­ar­tig bes­ser. Denn auch wenn ich die im Inter­net gefun­de­nen Visua­li­sie­run­gen oft groß­ar­tig finde, ist es defi­ni­tiv Quatsch, All­tags-Sketch­no­tes mit (mut­maß­lich) zur Ver­öf­fent­li­chung bestimm­ten Sketch­no­tes/­Mini-Gra­phic-Record­ings zu ver­glei­chen oder sie daran zu messen. 

Ich fragte mich wei­ter: Würde es mir in Zukunft für All­tags-Sketch­no­tes rei­chen, so wei­ter­zu­ma­chen wie bis­her? Oder sollte ich mir mehr Mühe mit der Pla­nung geben, um zu optisch anspre­chen­de­ren Ergeb­nis­sen zu kommen?

Kommt dar­auf an. Denn irgend­wie passt bei­des. Ich lerne gerne dazu und ziehe oft die bes­ten Erkennt­nisse aus eige­nen Feh­lern. Ich habe Spaß daran, Dinge kon­ti­nu­ier­lich zu ver­bes­sern und freue mich über Erreich­tes. Ich habe aber auch nur begrenzt Zeit. Ich muss Prio­ri­tä­ten set­zen, sonst werde ich nicht fertig.

Alles immer mög­lichst per­fekt geht halt nicht.

Den Druck rausnehmen 

Des­we­gen nehme ich mir inzwi­schen vor jeder neuen Sketch­note einen Moment Zeit (Ich spre­che hier wirk­lich von weni­ger als 1 Minute!), stelle mir zwei Fra­gen und treffe eine bewusste Ent­schei­dung für diese eine nächste Sketchnote.

Das befreit mich von einer über­trie­be­nen (weil dau­er­haft hohen) Erwar­tung an mich selbst und ermög­licht mir trotz­dem, Fort­schritte mit mei­nen Sketch­no­tes zu machen.

Viel­leicht willst du es ja auch ein­mal probieren?

Hier kommt der „Trick“:

Sorge für Klar­heit in dei­nem Kopf, bevor du den Stift auch nur aufs Papier setzt. 

Beant­worte dir fol­gende Fra­gen dafür:

Für wen machst du Sketchnotes © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Sketch­no­tes für dich selbst kannst du pro­blem­los mit einem Kugel­schrei­ber auf der Rück­seite eines miss­lun­ge­nen Aus­drucks machen (sieht ja nie­mand außer dir). Ent­schei­dend ist, dass sie dir nützen. 

Eine kra­ke­lige, inhalt­lich stim­mige Sketch­note bringt dir in jedem Fall mehr als eine, die vor lau­ter ästhe­ti­schem Anspruch gar nicht erst entsteht.

Möch­test du deine Sketch­note mit ande­ren Men­schen tei­len? Gerade im beruf­li­chen Umfeld ist das dann oft der Moment, in dem die äußere Form beginnt eine grö­ßere Rolle zu spie­len. Was ja auch sinn­voll ist, wenn du gute Inhalte in einer dazu pas­sen­den Ver­pa­ckung prä­sen­tie­ren möch­test. Genauso wie ein auf­ge­räum­ter Schreib­tisch sen­det auch eine auf­ge­räumte, ordent­li­che Notiz ein bestimm­tes Signal nach außen und trägt dazu bei, wie andere deine Arbeit wahrnehmen.

Je nach eige­nem Anspruch kommst du dann viel­leicht auch nicht mehr mit dem ers­ten Ver­such aus, und fängst an, Ent­würfe für die Struk­tur der Sketch­note und Vor­zeich­nun­gen für bestimmte Ele­mente zu machen. Die Notiz wird aufwendiger.

Bei­des ist in Ord­nung. Es muss dir nur klar sein, bevor du loslegst.

Differenzierst du bei Sketchnotes © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Das prä­sent zu haben ist wich­tig, wenn du zu Per­fek­tio­nis­mus neigst.
(Rich­tig, ich spre­che aus Erfahrung…) 

Die Gefahr ist ansons­ten, über­zo­gene Ansprü­che an die Gestal­tung einer Notiz zu stel­len, die außer dir nie­mand sehen wird. Solange du Kapa­zi­tä­ten dafür frei und Spaß an auf­wen­dig aus­ge­ar­bei­te­ten Sketch­no­tes hast, ist das über­haupt kein Pro­blem. Wenn du aber merkst, dass allein der Gedanke an Sketch­no­tes dich schon stresst, weil du nicht weißt, ob es dir gelin­gen wird, sie „schön genug“ zu machen, oder du ein­fach zu lange brauchst: 

Tritt einen Schritt zurück und leg für dich fest, wann die jewei­lige Sketch­note gut genug (nicht per­fekt!) ist. 

Eine per­sön­li­che Pla­nungs­no­tiz muss nicht so auf­wen­dig gestal­tet sein wie ein visu­el­les Pro­to­koll, das du an andere wei­ter­ge­ben willst. Aber auch das visu­elle Pro­to­koll ist immer noch ein Pro­to­koll und kein Kunst­werk. Sei­nen Mehr­wert bekommt es durch eine über­sicht­li­che Struk­tur und klar ver­ständ­li­chen Text, nicht durch kunst­fer­tige Zeich­nun­gen (auf die du übri­gens kom­plett ver­zich­ten kannst, aber das ist ein Thema für sich und gehört in einen ande­ren Arti­kel…).

(Für mich habe ich es so gelöst:
Gele­gent­lich erstelle ich Sketch­no­tes, um sie mit ande­ren zu tei­len, und dann gebe ich mir ziel­ge­rich­tet mehr Mühe, sie über­sicht­lich und optisch anspre­chend zu gestal­ten. Schließ­lich müs­sen sie ja auch von ande­ren ver­stan­den werden. 

Für mich selbst könnte ich das zwar auch machen, aber es ist immer eine Frage von Auf­wand und Nut­zen – meis­tens halte ich es ein­fach: Fer­tig ist bes­ser als per­fekt. Meine All­tags-Sketch­no­tes sehen also wei­ter­hin so schlicht aus wie bis­her, Tag für Tag.)

Extra-Tipp Sketchnotes © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Bewahre deine Sketch­no­tes auf, mög­lichst zusam­men an einem Ort und chro­no­lo­gisch sor­tiert, und schau sie dir gerade dann wie­der an, wenn die Zwei­fel sich mal wie­der melden. 

Man ver­gisst so schnell, womit man vor weni­gen Mona­ten noch gekämpft hat, sobald es einem leicht fällt… Der Blick zurück und der Ver­gleich mit dei­nem „ver­gan­ge­nen Ich“ hilft dir, dei­nen Fort­schritt rea­lis­tisch einzuschätzen.

Wie ist es bei dir?

Sehen deine visu­el­len Noti­zen auch anders aus, als die Sketch­no­tes da drau­ßen im Netz? Wie gehst du damit um? Unter­schei­dest du zwi­schen per­sön­li­chen Sketch­no­tes und sol­chen, die du mit ande­ren teilst? 

Falls nicht: Kannst du dir vor­stel­len, das mal auszuprobieren?

Lass mir gerne einen Kom­men­tar da! Ich freu mich auf dein Feed­back und bin gespannt, was du zu berich­ten hast! 

DIE ESSENZ in 10 Sekunden 

Auf der Suche nach Bei­spie­len wirst du All­tags-Sketch­no­tes so gut wie nie im Inter­net finden.

All­tags-Sketch­no­tes die­nen einem ande­ren Zweck als öffent­li­che Gra­phic Record­ings. Ver­glei­che sie nicht miteinander.

Miss deine visu­el­len Noti­zen daran, ob sie nütz­lich für dich sind.

Nimm den Druck raus und befreie dich von über­trie­ben hohen Erwar­tun­gen: Mache dir bewusst, ob du eine Sketch­note nur für dich selbst machst oder sie tat­säch­lich auch mit ande­ren tei­len wirst.

Triff eine klare Ent­schei­dung, bevor du anfängst: Willst du diese Sketch­note schlicht hal­ten oder ist es dir wich­tig, sie auf­wen­dig zu gestalten?

Ver­giss die Bil­der: Mehr­wert bekommt deine All­tags-Sketch­note durch eine über­sicht­li­che Struk­tur und klar ver­ständ­li­chen Text.

Ver­glei­che dich nur mit dir selbst: Bewahre deine Sketch­no­tes auf, um dei­nen Fort­schritt rea­lis­tisch ein­schät­zen zu können.

Du brauchst noch ein biss­chen mehr Anlei­tung? Dann lade dir meine kos­ten­lose Sketch­note-Start­hilfe herunter:

Darin fin­dest du nur die abso­lut not­wen­di­gen Ele­mente für visu­elle Noti­zen. Für dich vor­ge­fil­tert und aus­ge­wählt, damit du sofort star­ten kannst. Inklu­sive Vor­lage für dei­nen per­sön­li­chen Spickzettel.

Ich wün­sche dir viel Spaß damit!

Deine Viktoria

P. S.: Hast du Klar­heit für deine nächste visu­elle Notiz? Oder drückt akut irgendwo der Schuh?
Keine Scheu – lass mich wis­sen, wie ich dich bei dei­nen nächs­ten Schrit­ten unter­stüt­zen kann und hin­ter­lasse gerne einen Kom­men­tar. Ich freue mich auf deine Nach­richt!

Hi, ich bin Viktoria.

© Viktoria Cvetković bebildert.eu

Ich helfe dir, mit visu­el­len Noti­zen Zusam­men­hänge sicht­bar zu machen, Wis­sen zu sichern und im Gedächt­nis zu verankern.

Hol dir die kos­ten­lose Anlei­tung für dei­nen visu­el­len Tagesplan: 

Anleitung visueller Tagesplan

Ohne Fir­le­fanz und Gir­lan­den – ein­fach nur das, was du wirk­lich brauchst, um sofort loszulegen.

Talentfrei? – Warum dich der Begriff „Sketchnote“ ausbremst

Talentfrei? – Warum dich der Begriff „Sketchnote“ ausbremst

Fühlst du dich

Talentfrei?

Warum dich der Begriff „Sketch­note“ davon abhält, mit Sketch­no­tes loszulegen.

Lese­zeit: 9 Minu­ten | aktua­li­siert: 14.05.2020
(Du bist in Eile? Am Ende des Arti­kels fin­dest du die Essenz in 10 Sekun­den.)

Was ist deine größte Hürde, um mit Sketchnotes zu starten?

Wenn du jetzt sagst: „Ich kann nicht (gut genug) zeich­nen“, bist du in aller­bes­ter Gesellschaft. 

Lei­der.

Denn oft ver­zich­ten genau die Men­schen, die am meis­ten von Sketch­no­tes pro­fi­tie­ren kön­nen, auf die­ses mäch­tige Werk­zeug. Wegen eines Miss­ver­ständ­nis­ses. Die Asso­zia­ti­ons­kette geht dabei meis­tens so:

 

Allein das Wort Sketch­note rückt das Zeich­nen so sehr in den Vor­der­grund der Wahr­neh­mung, dass es alles andere verdrängt.

Sketch impli­ziert offen­bar, dass man irgend­wie „begabt“ sein sollte, am bes­ten künst­le­ri­sches Talent hat und gut zeich­nen kön­nen muss.

Wie du diese Hürde über­win­dest und funk­tio­nale Sketch­no­tes ganz ohne Zeich­nun­gen für dei­nen All­tag nut­zen kannst, erfährst du in die­sem Artikel.

Sketchnotes haben mit Zeichnen nicht viel zu tun

Tat­säch­lich wird bei Sketch­no­tes das Zeich­nen überbewertet.

Mei­ner Erfah­rung nach machen „bild­hafte Ele­mente“ in Sketch­no­tes nur 5 bis 10 Pro­zent aus. Mehr nicht. Das heißt, eine Sketch­note besteht oft fast nur aus Ele­men­ten, die nichts mit Zeich­nen zu tun haben. 

Man kann Sketch­no­tes auch kom­plett ohne Bil­der erstel­len – und ja, es sind dann immer noch Sketchnotes!

Das visu­elle an Sketch­no­tes sind näm­lich nicht die Bil­der, son­dern die Struk­tur. Text ist ein ganz wesent­li­ches Ele­ment – wie in „gewöhn­li­chen“ Noti­zen auch. Der Unter­schied zu ande­ren Noti­zen ist die Anord­nung der Text­teile zueinander.

Sketchnote

Sind Sketchnotes überhaupt etwas für dich? 

Aber woher weißt du über­haupt, ob du Sketch­no­tes sinn­voll ver­wen­den kannst? Bis­her ging es doch auch ohne! Und eigent­lich hast du gar nicht so viel Zeit, dich zusätz­lich auch noch damit zu beschäftigen… 

Ver­passt du wirk­lich etwas, wenn du Sketch­no­tes nicht nutzt?

Kommt dar­auf an. 

  • Arbei­test du in einem Umfeld, in dem du regel­mä­ßig mit einer Viel­zahl von Infor­ma­tio­nen umge­hen musst? 
  • Eig­nest du dir kon­ti­nu­ier­lich neues Wis­sen an, viel­leicht aus Fach­bü­chern oder Fachzeitschriften? 
  • Besuchst du Vor­le­sun­gen, Fach­ta­gun­gen, Konferenzen? 
  • Hältst du Vor­träge, orga­ni­sierst Semi­nare oder Schu­lun­gen, bil­dest dich gerade selbst weiter? 
  • Gehört es zu dei­nen Auf­ga­ben, kom­plexe Sach­ver­halte mög­lichst ver­ständ­lich an deine Kol­le­gen oder deine Che­fin zu vermitteln? 
  • Arbei­test du mit Kun­din­nen oder Kli­en­ten, die weni­ger Spe­zi­al­wis­sen haben als du? Und die erst dann ins Han­deln kom­men, wenn du ihnen mög­lichst ein­fach ver­ständ­lich machst, warum sie etwas tun sollen? 
  • Denkst du in Abläu­fen, Pro­zes­sen, Kon­zep­ten und Strategien?

Hast du irgend­eine die­ser Fra­gen mit „Ja“ beant­wor­tet? Dann kannst du Sketch­no­tes sehr gut nutzen. 

Fast alle Auf­ga­ben, in denen du etwas doku­men­tierst, planst, ana­ly­sierst, ent­wi­ckelst oder erkun­dest, sind dafür geeig­net, mit Sketch­no­tes bear­bei­tet zu werden.

Visuelle Notizen vs. Sketchnotes 

Damit dich in Zukunft so ein ein­zel­nes Wort nicht mehr aus­brem­sen kann, Sketch­no­tes als sinn­vol­les, ernst­zu­neh­men­des Arbeits­werk­zeug zu nut­zen, lade ich dich zu einem Gedan­ken­ex­pe­ri­ment ein:

Ich nenne Sketch­no­tes im Wei­te­ren ein­fach mal kon­se­quent anders: 

Visu­elle Noti­zen.

Und du schaust, was das mit dei­ner Wahr­neh­mung macht. 

visuelle Notiz

Halte einen kur­zen Moment inne und lass den Begriff gedank­lich nach­klin­gen: Visu­elle Noti­zen. (Ja genau, auch im Eng­li­schen fir­mie­ren „ernst­hafte“, also funk­tio­nale Sketch­no­tes im beruf­li­chen Kon­text als visual notes.)

  • Was ver­än­dert sich in dei­ner Wahr­neh­mung dadurch? 
  • Wie ist deine Asso­zia­ti­ons­kette jetzt? 
  • Ver­schiebt sich die Beto­nung in dei­nem Kopf auf „Noti­zen“ und „visu­ell“ wird eher zum Neben­aspekt? Ein Neben­aspekt, der viel­leicht gar nicht mehr so einschüchternd/​wichtig wirkt?

Der Aus­druck „visu­elle Noti­zen“ beschreibt mei­ner Mei­nung nach viel tref­fen­der, was Sketch­no­tes eigent­lich sind, näm­lich 1.) Noti­zen, die 2.) eine visu­elle Kom­po­nente in sich tragen. 

Und wie gesagt, das Visu­elle sind nicht die Bil­der, son­dern die Struktur:

Notebook Sketchnote

Warum ist eine visuelle Struktur besser? 

Der Vor­teil von visu­el­len Noti­zen ist, dass inhalt­li­che Zusam­men­hänge bes­ser erkenn­bar sind (bes­ten­falls tat­säch­lich auf einen Blick). Durch die intui­tive Struk­tur wird es für dich leich­ter, Inhalte zu erfas­sen, sie zu ver­ste­hen und sie dir dadurch auch lang­fris­tig bes­ser zu merken.

Warum ist das so?

Das Schrei­ben mit Buch­sta­ben und die (lineare) Schrift­spra­che sind evo­lu­tio­när gese­hen eine ziem­lich neue Ent­wick­lung. Übli­cher­weise fol­gen Texte, ins­be­son­dere Fließ­texte, einer linea­ren Struk­tur. So wie die­ser Text hier auch. Du liest ihn von links nach rechts und von oben nach unten. 

Aber Spra­che ist mehr als das Anein­an­der­rei­hen von Buch­sta­ben. Spra­che ist das Den­ken in Mus­tern und Zusam­men­hän­gen.

Die Hirn­areale, die für das Gedächt­nis zustän­dig sind, sind auch dafür zustän­dig, eine räum­li­che Kar­tie­rung anzu­fer­ti­gen. Sie mer­ken sich also nicht nur, was du auf­schreibst (oder liest), son­dern Sie mer­ken sich auch, wo etwas steht. 

Buch zu Sketchnote

Des­we­gen ist es auch sinn­vol­ler, wenn du für deine Noti­zen ana­loge Mate­ria­lien wie Stift und Papier ver­wen­dest, statt zum Bei­spiel ein Tablet.

Zum einen kannst du Text – anders als bei digi­ta­len Werk­zeu­gen – nicht so ein­fach hin und her­schie­ben oder löschen. Zum ande­ren hilft dir auch die räum­li­che Begren­zung des Papiers. Ein Blatt hat nur eine bestimmte Größe und Ausrichtung. 

Du musst dich also bewusst dafür ent­schei­den, wo du wel­che Inhalte plat­zierst. Wenn das Wich­tigste in der Mitte ste­hen soll, dann ist dir das vor dei­nem inne­ren Auge schon klar, bevor du es aufs Papier setzt. Du planst bevor du tust (und zwar inner­halb weni­ger Sekun­den) und akti­vierst damit schon die räum­li­che Kar­tie­rung in dei­nem Gehirn – und gleich­zei­tig auch dein Gedächtnis. 

Mit einer visu­el­len Notiz baust du sofort ein räum­li­ches Kon­strukt auf, du ver­or­test die Inhalte im wahrs­ten Sinne des Wor­tes auf dem Papier. Und das ermög­licht es dir, die Zusam­men­hänge spä­ter sehr schnell wie­der zu reka­pi­tu­lie­ren und dich an die Inhalte zu erinnern.

[Wenn du mehr dazu wis­sen möch­test, emp­fehle ich dir das Buch „Ler­nen braucht Ver­ste­hen“ von Hen­ning Beck – kannst du in den meis­ten Stadt­bi­blio­the­ken aus­lei­hen, oder du bestellst es über deine lokale Buch­hand­lung.]

Die lineare Struktur aufbrechen 

Bei linear ange­leg­ten Noti­zen blei­ben inhalt­li­che Zusam­men­hänge zwi­schen den Abschnit­ten optisch unsicht­bar – außer, du machst mit dei­nen Tex­ten das hier:

Zeitung Sketchnote

Und genau das ist schon der erste Schritt in Rich­tung visu­el­ler Notiz. Du iden­ti­fi­zierst die Kern­aus­sa­gen aus einer grö­ße­ren Menge von Infor­ma­tio­nen. (Kern­aus­sa­gen sind die Infor­ma­tio­nen, die für dich jetzt gerade rele­vant sind.) Du mar­kierst sie und setzt sie durch Linien oder Pfeile optisch zuein­an­der in Beziehung.

Für deine visu­elle Notiz ist ent­schei­dend ist, dass du die lineare Struk­tur aufbrichst. 

Schreibe die Kern­aus­sa­gen am bes­ten block­ar­tig auf. Wo auf dem Blatt du anfängst, ist dabei fast egal. Wich­ti­ger ist, dass Dinge, die inhalt­lich mit­ein­an­der zu tun haben, näher zusam­men­ste­hen, und Dinge, die nicht mit­ein­an­der ver­wandt sind, auf dem Blatt wei­ter von­ein­an­der ent­fernt sind. Wenn du etwas Platz zwi­schen den Blö­cken lässt, kannst du die Zusam­men­hänge anschlie­ßend bequem mit Ver­bin­dungs­li­nien oder Pfei­len sicht­bar machen.

Du brauchst keine Zeichnungen 

Für die­sen Pro­zess brauchst du kei­ner­lei Zei­chen­ta­lent, denn du musst nichts zeich­nen. Außer du möchtest.

Das, was visu­elle Noti­zen für dein Gehirn und deine Merk­fä­hig­keit so hilf­reich macht, sind 

der bewusste, auf­merk­same Umgang mit Infor­ma­tio­nen („Was sind die Kern­aus­sa­gen?“) und 

die sinn­volle, logi­sche Anord­nung die­ser Kern­aus­sa­gen zu einen „Schau-Bild“ (selbst, wenn das „Bild“ nur Text­blö­cke enthält).

Bilder und Symbole sind keine Dekoration 

Die Bei­spiele von visu­el­len Noti­zen in die­sem Bei­trag kom­men mit sehr, sehr weni­gen Bil­dern aus. 

Das ist über­haupt der Schlüs­sel zu visu­el­len Noti­zen: Halte es ein­fach. Je weni­ger Fir­le­fanz 😉 dir im Weg steht, desto leich­ter und schnel­ler kommst du ins Tun und pro­fi­tierst sofort davon in dei­nem Alltag.

Du kannst auf Bil­der kom­plett ver­zich­ten oder ein­fa­che Bil­der und Sym­bole nut­zen, wenn du möch­test. Setze sie dann aber bewusst als opti­sche Anker ein. Opti­sche Anker sind nie­mals Deko­ra­tion, son­dern brin­gen dir immer einen Mehr­wert. Sie hel­fen dir, dich auf dem Blatt und in dei­ner Notiz zu ori­en­tie­ren. Sie erfül­len also eine Funk­tion. Wie Straßenschilder. 

Straßenschilder Sketchnote

Wenige und gezielte Bild­sym­bole sind dabei hilf­rei­cher als eine über­bor­dende Fülle, die aus­sieht wie ein Wim­mel­bild und eher ver­wirrt als Klar­heit schafft. 

Und wie bei Stra­ßen­schil­dern gilt: Je ein­fa­cher die Dar­stel­lung ist, desto bes­ser erkenn­bar ist ihre Funktion.

Du siehst: Auch hier­für brauchst du kein Zei­chen­ta­lent. Wenn du dir zutraust, ein Drei­eck um ein Aus­ru­fe­zei­chen zu malen, kannst du loslegen.

 

DIE ESSENZ in 10 Sekunden 

Du pro­fi­tierst von Sketch­no­tes, wenn dein Gehirn dein wich­tigs­tes Arbeits­werk­zeug ist.

Sketch­no­tes haben mit Zeich­nen nicht viel zu tun.

Streiche das Wort „Sketch­no­tes“ fürs Erste aus dei­nem Wort­schatz,
benutze kon­se­quent „visu­elle Notiz“.

Das Visu­elle sind nicht die Zeich­nun­gen, son­dern die Struk­tur.

Dein Gehirn liebt sicht­bare Zusam­men­hänge und Mus­ter, so merkt es sich Inhalte besser.

Mach es über­sicht­lich: Brich die lineare Struk­tur dei­ner Noti­zen auf.

Ver­wende Bil­der nur als visu­elle Anker – oder ver­zichte ganz auf sie. 

Und jetzt schnapp dir ein Blatt Papier, den nächst­bes­ten Stift und leg los! 

Ich weiß, du kannst das! 🙂

Du brauchst noch ein biss­chen mehr Anlei­tung? Dann lade dir meine kos­ten­lose Sketch­note-Start­hilfe herunter:

Darin fin­dest du nur die abso­lut not­wen­di­gen Ele­mente für visu­elle Noti­zen. Für dich vor­ge­fil­tert und aus­ge­wählt, damit du sofort star­ten kannst. Inklu­sive Vor­lage für dei­nen per­sön­li­chen Spickzettel.

Ich wün­sche dir viel Spaß damit!

Deine Viktoria

P. S.: Hast du für deine nächste visu­elle Notiz alles, was du brauchst? Oder drückt akut irgendwo der Schuh?
Keine Scheu – lass mich wis­sen, wie ich dich bei dei­nen nächs­ten Schrit­ten unter­stüt­zen kann und hin­ter­lasse gerne einen Kom­men­tar. Ich freue mich auf deine Nach­richt!

Hi, ich bin Viktoria.

© Viktoria Cvetković bebildert.eu

Ich helfe dir, mit visu­el­len Noti­zen Zusam­men­hänge sicht­bar zu machen, Wis­sen zu sichern und im Gedächt­nis zu verankern.

Hol dir die kos­ten­lose Anlei­tung für dei­nen visu­el­len Tagesplan: 

Anleitung visueller Tagesplan

Ohne Fir­le­fanz und Gir­lan­den – ein­fach nur das, was du wirk­lich brauchst, um sofort loszulegen.