„Fürs Visualisieren muss ich zeichnen können“ – oder etwa doch nicht?!

„Fürs Visualisieren muss ich zeichnen können“ – oder etwa doch nicht?!

Lesezeit: ca. 12 Minuten | aktualisiert: 22.09.2021

Ein weit verbreitetes Missverständnis ist die Annahme, dass du zum Visualisieren Zeichenkenntnisse brauchst. Aber: Funktionelle Visualisierung unterscheidet sich grundlegend von der künstlerischen Zeichnung.

Bei funktioneller Visualisierung im Job geht es Anschaulichkeit, ums Verstehen und Verstanden werden. Es geht nicht ums Zeichnen, es geht um Kommunikation:

  • Um das Vermitteln von Ideen in einer Präsentation,
  • um das Klären von Fragen in einem Gespräch,
  • um das Erschließen von Lerninhalten für eine Prüfung.

Visualisierung in diesen Anwendungen ist zweckgebunden und zielgerichtet. Das unterscheidet sie von freien, künstlerischen Zeichnungen. Bei denen steht die Ästhetik im Mittelpunkt, bei funktioneller Visualisierung die Bedeutung.

Die Frage bei Visualisierung ist also: „Wie kann ich die Bedeutung klarmachen?“ und nicht: „Wie zeichne ich es besonders hübsch?“.

1. Visualisierung braucht keine Zeichnungen

Das Visuelle an visuellen Notizen ist die visuelle Struktur:

brainwriting-mindmap-visuelle-notiz © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Das Visuelle an einem visuellen Tagesplan ist die visuelle Struktur:

anleitung-visueller-tagesplan © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Das Visuelle an visuellen Planungsmethoden ist die visuelle Struktur:

Notizbuch und Klebezettel als Start für einen sortierten Aufgabenspeicher

Alle drei Anwendungen sind praktische Beispiele visuellen Denkens und visuellen Arbeitens. Es sind Beispiele aus dem Alltag, bei denen es um Effizienz und Klarheit geht. Alle drei Anwendungen kommen prinzipiell OHNE Zeichnungen aus. Sicher, es schadet nicht, wenn sie Symbole oder Grafiken enthalten – notwendig ist es aber absolut nicht!

Besser, du nutzt das Prinzip der visuellen Struktur ganz ohne Zeichnungen und machst dir so das tägliche Arbeiten leichter, statt aus Sorge vor der eigenen (vermeintlichen) „zeichnerischen Talentlosigkeit“ Visualisierung als Werkzeug gar nicht zu verwenden.

Lass dich nicht einschüchtern von einem falsch verstandenen Anspruch an die Ästhetik: Wenn du deine Gedanken auf einem Blatt visuell strukturierst, dann machst du sie:

  1. sichtbar und
  2. räumst du sie auf.

Alles, was aufgeräumt ist, trägt eine eigene Ästhetik in sich. Ästhetik beim Visualisieren ergibt sich durchs Ordnen, nicht durchs Zeichnen.

2. Visualisieren bedeutet optisch strukturieren

Visuelle Struktur bedeutet, sich vom rein linearen Schreiben (und Denken und Organisieren) zu lösen. Du denkst mehr in der Fläche, vergleichbar mit einer Landkarte. Es bedeutet, dass du wichtige Aufgaben zum Beispiel größer darstellst als unwichtige und ihnen damit optisch mehr Fläche einräumst. Oder dass du zusammengehörige Informationen auch räumlich näher zusammenstellst.

Visuelle Struktur gibt Orientierung auf den ersten Blick.

Punkte in einer linearen Liste erscheinen visuell oft gleichwertig (Spiegelstrich + Text), auch wenn sie das inhaltlich vielleicht gar nicht sind. Außerdem passiert es beim Runterschreiben einer Liste ganz schnell, dass Inhalte, die eigentlich miteinander zu tun haben, nicht zusammenstehen, sondern kreuz und quer in der Liste verteilt sind.

Die menschliche Wahrnehmung kommt mit Listen schlechter klar als mit geclusterten Informationen, wenn es ums Verstehen geht.

Bei einer visuellen Struktur bist du frei, bestimmten Aspekten mehr Raum zu geben oder sie optisch zu gewichten. Springen deine Gedanken zwischen verschiedenen Themen hin und her, hast du die Möglichkeiten, alles passend zuzuordnen, weil du nicht untereinander schreibst, sondern auf dem Blatt verteilt. Prioritäten, Muster und Zusammenhänge erschließt du dir damit viel einfacher und schneller.

visuelle-struktur © Viktoria Cvetković bebildert.eu

3. Visuelle Struktur braucht keine Zeichnungen

… sondern einfache Gestaltungsprinzipien. Struktur in visuellen Notizen heißt aufräumen und das Auge so zu lenken, dass klar ist, in welcher Reihenfolge es die Inhalte betrachten soll. Visuelle Hierarchie ist da das Stichwort.

Bei einem linearen Text gibt es nur eine Leserichtung. Bei einer flächigen, nicht rein linearen Aufteilung springt das Auge auf dem Blatt ersteinmal von Punkt zu Punkt. Mithilfe der visuellen Hierarchie gibst du dem Auge Orientierung. Du legst du fest, welche Punkte die Hauptrolle spielen, welche eine unterstützende Nebenrolle haben und in welcher Reihenfolge sie betrachtet werden sollen. Du priorisierst Inhalte und Elemente und zeigst so, welchen visuellen Weg das Auge gehen soll. Diese bewusst gesetzten Punkte dienen als visuelle Anker.

Folgende Elemente helfen dir, eine visuelle Hierarchie herzustellen:

Größe

Ist etwas größer als der Rest, wird es automatisch als wichtiger empfunden. Das ist zum Beispiel durch die Verwendung von GROSSBUCHTABEN möglich, aber auch einfach durch größer geschriebene Buchstaben. Solche Inhalte heben sie sich visuell von der restlichen Notiz deutlich ab und lenken die Aufmerksamkeit und das Auge.

Kontrast

Kontraste ziehen ebenfalls mehr Aufmerksamkeit auf sich. Bei Schrift kann das zum Beispiel durch die Wahl eines dickeren Stiftes passieren oder durch das Nachzeichnen von Buchstaben. Auch Weißraum kann helfen, Kontraste herzustellen. Das sind die freien Flächen, wo nichts steht. Dabei lässt du um eine »Inhaltsinsel« (also etwa einen Textblock) herum bewusst Platz. Wenn nicht alles eng zusammensteht, hilfst du dem Auge zu erkennen, wo ein Inhalt aufhört und der andere anfängt. Durch Weißraum kannst du Inhalte sehr einfach voneinander trennen.

Farbe

Mit Farbe kannst du das Auge ebenso lenken. Achtung: Es gibt einen Unterschied zwischen farbig und bunt. Wenn du es sehr klar haben willst, dann benutze eher nur zwei, maximal drei Farben. Hervorragend für die Orientierung ist es, wenn du bestimmten Farben eine eigene, feste Bedeutung in deinen Notizen zuordnest.

Zum Beispiel könnte Orange für eigene Ideen stehen, Blau für wichtige Fakten, Gelb für Dinge, die du noch erledigen musst, Grün für schon Erledigtes.

visuelle-hierarchie © Viktoria Cvetković bebildert.eu

4. Einfache Formen statt komplexer Zeichnungen

Mit Linien, Rahmen und Pfeilen kommst du unglaublich weit, wenn du visuell Bedeutung und Verständnis schaffen willst. Dafür brauchst du keine einzige bildhafte Zeichnung, keine Symbole und keine Piktogramme. Einfache Formen reichen völlig aus, um Inhalte verständlich darzustellen. Das kann schon ein schnell gezeichnetes Rechteck als Textrahmen sein oder Pfeile als Verbinder.

pfeile-verbinder © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Auch wenn du etwas sehr spezifisches ausdrücken möchtest, kannst du die Visualisierung dazu sehr einfach halten. Stell dir vor, wie fasziniert dein Publikum wäre, wenn du diese einfachen Grafiken in deine PowerPoint-Präsentation einbaust und den folgenden Text einfach dazu sprichst, statt ihn auf die Folie zu setzen:

gedanken skizzieren © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

5. Auch Symbole leben von der Einfachheit

Symbole sind sehr reduzierte, einfache Zeichnungen. Sie bilden nicht die Natur ab, sondern ein Klischee, eine holzschnittartige Repräsentation, eine Verallgemeinerung. Der Vorteil: Sie sind leicht erkennbar, weil sie nur das absolut Notwendige umfassen. Je mehr Details, desto länger muss sich unser Gehirn damit beschäftigen. Je weniger (unnötige) Details, desto schneller sind wir im Erkennen. Wenn es dir also wichtig ist, dass sich die Bedeutung schnell erfassen lässt, solltest du es einfach halten.

einfach-oder-komplex © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Auch für Symbole musst du nicht künstlerisch zeichnen können. Es ist vollkommen ausreichend, wenn es erkennbar ist. Schauen wir uns mal ein Beispiel an:

Wodurch wird ein Vogel erkennbar?

Oder anders gefragt: Woran erkennst du, dass etwas ein Vogel ist und keine Giraffe, Lokomotive oder Haus? Wodurch unterscheidet sich ein Vogel von den genannten Dingen?

Wie wäre es damit: Schnabel, Flügel, Füße oder die Körperform als Silhouette. Reduzierst du dich auf wesentliche Merkmale, kommst sehr leicht auf ein mögliches Symbol für „Vogel”. Je weniger unnötige Details du hast, desto symbolhafter und desto einfacher zu zeichnen ist ein Vogel. Es ist keine Amsel, kein Storch, kein Habicht. Es ist die Oberkategorie Vogel.

kritzel-vogel © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Übrigens: Auch und gerade(!) in der Logo-Entwicklung ist Vereinfachung ein wichtiges Prinzip. Schließlich geht es auch hier um sofortige Wiedererkennbarkeit:

twitter-logo-evolution

Evolution des Twitter-Logos, gefunden auf justcreative.com

Das Schöne ist: Für Visualisierungen im Beruf brauchst du normalerweise nur Oberkategorien. Du brauchst also nicht detailliert zeichnen zu lernen, sondern kannst auf das zurückgreifen, was du schon kennst und in dir trägst: Dein erworbenes Symbolsystem.

„Hää? Wie jetzt?”

Ja, ja, auch du hast eines. 😀 Fakt ist: Unser persönliches Symbolsystem eignen wir uns in unserer Kindheit an. Wenn du also als Vierjährige gezeichnet hast, kannst du ohne Probleme visualisieren.

6. Nicht zeichnen zu können ist ein Vorteil

Das Problem, dass ich in meinen Visualisierungskursen immer wieder feststelle, ist nicht, dass jemand nicht realistisch zeichnen kann. Die eigentliche Herausforderung ist, zu akzeptieren, dass es für funktionelle Visualisierung tatsächlich nicht mehr braucht als die (reaktivierte) symbolhafte Kinderzeichnung. Und die ist nun mal nicht realistisch, sondern reduziert.

Genau dieses Reduzierte in der Kinderzeichnung kommt dir vielleicht plump vor, irgendwie „nicht richtig“ etc. Dahinter steckt der Wunsch, wirklichkeitsgetreu zeichnen zu können. Diesen Wunsch entwickeln so ziemlich alle alle Kinder mit etwa zehn bis elf Jahren. Bekommen sie dann nicht gut genug gezeigt, wie das geht, ist das genau das Alter, in dem die meisten aufhören zu zeichnen. Die meisten Erwachsen in den „westlichen“ Kulturen kommen nie weit über das Niveau hinaus, das sie als Neun- bis Zehnjährige erreicht haben. Kinder zeichnen wie Kinder, und die meisten Erwachsenen zeichnen ebenfalls wie Kinder – und zwar unabhängig davon, wie weit sie es in anderen Lebensbereichen gebracht haben.

visualisieren-wie-ein-kind © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Die gute Nachricht: Das, was uns das Zeichnenlernen schwermacht, macht uns gleichzeitig das Visualisieren mit Symbolen einfach: Das Symbolsystem, das wir in unserer Kindheit zwischen ungefähr dem zweiten und dem zehnten Lebensjahr entwickelt haben.

Wie das?

Von Kindheit an haben wir gelernt, Dinge zu benennen. Du wirfst einen kurzen Blick auf etwas und sagst: „Stimmt, das ist ein Vogel (Stuhl, Baum, Regenschirm, Hund usw.)“. Damit aktivierst du das verbale System in deinem Gehirn. Diese Hirnregion wünscht sich nicht zu viele Informationen über wahrgenommene Dinge – gerade genug, um sie wiederzuerkennen und zu kategorisieren.

Ein großer Teil der kontextuellen Wahrnehmung wird ausgeblendet, beim Vogel beispielsweise die Struktur des Gefieders oder die spezifische Form des Amselschnabels. Das ist ein notwendiger Prozess, der dir erlaubt, deine Aufmerksamkeit zu bündeln. Sehr effizient also.

Diese im Kopf verankerten Symbole machen uns das künstlerische Zeichnenlernen schwer. Statt zu beobachten, wie etwas wirklich aussieht, greifen wir auf das  vereinfachte Konzept in unserem Kopf zurück. Das Wissen gewinnt die Oberhand über das Sehen.

Und genau das machen wir uns bei funktionellen Visualisierungen zu nutze: Unser Wissen. Die bereits vorhandenen generischen Konzepte im Kopf. Wir müssen nicht den Turmfalken zeichnen lernen, uns reicht „der Vogel an sich“.

7. Üben, üben, üben

Um beispielsweise den Vogel aus dem Kopf zeichnen zu können, brauchst du Übung. Untersuchungen legen nahe, dass dafür rund 50 Wiederholungen nötig sind. Je seltener du ein Symbol nutzt, desto häufiger musst du es üben, um es bei Bedarf aus dem Handgelenk schütteln zu können.

Die Alternative dazu ist, dir einen Spickzettel mit einer Handvoll für dich nützlicher Symbole anzulegen. Dafür brauchst du werder Talent noch Zeichenkenntnisse, sondern das Wissen aus deiner Kindheit und den Willen zur Umsetzung. 

Du brauchst noch ein bisschen mehr Anleitung? Dann lade dir meine kostenlose Starthilfe herunter:

Darin findest du nur die absolut notwendigen Elemente für visuelle Notizen. Für dich vorgefiltert und ausgewählt, damit du sofort starten kannst. Inklusive Vorlage für deinen persönlichen Spickzettel.

Ich wünsche dir viel Spaß damit!

Zum Weiterlesen:

was-sind-visuelle-notizen © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Was sind visuelle Notizen?

Im Artikel gehe ich auf die acht wichtigsten Punkte ein und zeige dir, was wichtiger ist als zeichnen.

Talentfrei Blog Sketchnote © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Fühlst du dich talentfrei?

Wie du funktionelle Visualisierungen (z. B. Sketchnotes) ganz ohne Zeichnungen für deine Arbeit nutzen kannst.

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Ohne Firlefanz und Girlanden – einfach nur das, was du wirklich brauchst, um sofort loszulegen

12 von 12: September 2021

12 von 12: September 2021

Lese- und Schauzeit: ca. 6 Minuten | aktualisiert: 12.09.2021

An jedem 12. eines Monats findet das Fotoprojekt „12 von 12“ statt. Ursprünglich gestartet wurde es von Chad Darnell, aber leider inzwischen nicht mehr fortgeführt. Im deutschprachigen Raum sorgt zum Glück Caro von Draußen nur Kännchen dafür, dass wir trotzdem weitermachen können.

Es ist Sonntag, spätsommerlich schön und das letzte Wochenende, bevor wir die großen, sperrigen, wichtigen Möbel ins neue Zuhause umziehen: Tisch, Bett, Schrank, Sofa, … Zeit, für die letzten Vorbereitungen und Zeit, um noch ein bisschen durchzuatmen.

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Ich habe ein neues Wort gelernt: Rillenglas. Gefunden im Keller unter der Treppe, schön sauber gemacht und dann festgestellt, dass sie sich nicht mit Federklammern schließen lassen wie die klassischen Weckgläser, die ich so kenne. Bei diesen Rillengläsern fehlen leider die Bügel – oder wir haben sie vielleicht in den Tiefen des Kellers noch nicht entdeckt.

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Der Einbauschrank muss heute noch fertig werden, damit in den nächsten Tagen zumindest schon mal ein Teil der Wäsche staubfrei Platz findet. Frisch gestrichen ist schon, neue Regalbretter kommen rein, sobald der Mann nicht mehr im Schrank steht. 😁

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Die alte Tapete aus dem Einbauschrank. Roch leider nicht so gut und musste raus. Reststücke werde ich aber noch im meinem Bautageskizzenbuch verarbeiten, denn das Muster ist ja schon scharf.

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Die ist vielleicht auch scharf, nur auf dem Foto leider nicht. Wenn ich richtig gezählt habe, haben dieses Jahr ganze 5 Paprika dieser alten, dünnwandigen Sorte die Chance in unserem Garten reif zu werden. An denen hängt auch der Fortbestand unseres Saatguts, denn ihre Brüder und Schwestern haben die Überschwemmungen im Juli nicht überlebt.

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Apropos alte Sorte: Die Entscheidung für ein neues Apfelbäumchen im Garten (oder zwei) ist noch nicht gefallen. Wir streifen dieser Tage gerne über die Rheinische Streuobstwiese und lassen uns inspirieren.

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Das macht gerade besonders viel Spaß, weil die ersten wurmigen Äpfel vom Baum fallen und schon probiert werden können. Der Schöne von Elmpt ist in der näheren Auswahl und der Korbiniansapfel auch. Der schmeckt nicht nur gut, sondern hat auch eine besondere Geschichte.

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Neben der Streuobstwiese gibt es ein kleines Waldstück. Dort schießen gerade die Pilze wie verrückt aus dem Boden. Nicht, dass ich die unterscheiden könnte, aber der Mann kann. „Anischampignongs!“ ruft er.

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Ich bekomme gezeigt, wie ich sie erkennen und von anderen Pilzen sicher unterscheiden kann. Wie sieht der Hut von oben aus? Verfärbt sich die Schnittfläche? Ist der Stiel unten knollig oder nicht? Wie ist der Geruch? Und so weiter, und so weiter…

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Disclaimer: Voraussetzung für die köstliche Pilzfanne ist Pilzsachverstand – ich habe den nach so einem Ausflug noch lange nicht, und würde immer jemanden fragen, der sich wirklich damit auskennt, bevor ich selbstgesammelte Pilze esse.

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Das hier ist möglicherweise ein Riesenschirmling und damit ein hervorragender Speisepilz. Vielleicht ist es aber auch eine andere Schirmlingsart. Wenn unsicher: stehenlassen!

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Das ist ein ungenießbarer Bovist. Sieht aber schön aus in seinem Moosbett. 😀

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Zwei Mal Edelkastanie: Links die Blüte, die so ein bisschen aussieht wie ein Weidekätzchen und rechts die stachelige Hülle mit noch unreifen Maroni drin.

Schöner Waldausflug. 😀 Und jetzt wird weiter renoviert.

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Ohne Firlefanz und Girlanden – einfach nur das, was du wirklich brauchst, um sofort loszulegen

Monatsrückblick August 2021: Übersicht und Struktur

Monatsrückblick August 2021: Übersicht und Struktur

Lesezeit: ca. 9 Minuten | aktualisiert: 09.09.2021

Übersicht und Struktur sind die beiden Themen, die mich beruflich begleiten. Bei angewandter Visualisierung spielen sie die Hauptrollen. Umgekehrt gilt auch: Angewandte Visualisierung hilft auf sehr niederschwellige Art, Übersicht und Struktur ins Leben zu bringen. Ich habe das im August ganz ausgiebig für mich genutzt – auch persönlich.

Die rote Linie

So eine Selbständigkeit führt ja ganz leicht dazu, auch mal die Wochenenden durchzuarbeiten. Das kann man mal machen, aber auf Dauer ist das nix. Zumindest gesund ist es nicht, wie ich feststellen durfte.

Also habe ich im August ein paar Strukturen für mich festgelegt, um zu testen, wie es mir damit geht. Zum Beispiel, an Samstagen maximal drei Stunden vor dem Rechner zu verbringen und die Sonntage konsequent arbeitsfrei zu halten und gezielt für Erholung zu sorgen: Den Laptop zugeklappt lassen, viel draußen unterwegs sein, zeichnend die Umgebung erkunden, keine Fachliteratur in die Hand zu nehmen und stattdessen ein Buch lesen, das einfach nur unterhaltsam ist … und vielleicht auch ein bisschen böse und politisch und hintersinnig. 😉

buch-eifel-gold-berndorf-monatsrueckblick-august-2021 © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Die letzten Wochenenden konnte ich gut auftanken. Um weiter dranzubleiben, habe ich einen visuellen Plan für meine „ideale Woche“ erstellt. Daran orientiere ich mich jetzt – im Wissen, dass nicht jede Woche „ideal“ laufen kann und ich abweichen darf. Orientierung statt Korsett ist das Motto. Das wichtigste Element derzeit ist eine rote Linie, die sich von Montag bis Freitag zieht und nicht überschritten wird. Die markiert die Grenze zwischen Arbeitszeit und Freizeit.

rote-linie-monatsrueckblick-august-2021 © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Die rote Linie ist eigentlich ein Korridor von etwa 30 Minuten, die ich mir nehme, um den Tag sauber abzuschließen und den nächsten zu planen. Oberhalb der roten Linie ist Platz für alles Berufliche wie Trainings- und Beratungstermine mit Kundinnen oder Zeitblöcke, in denen ich mein Angebot weiterentwickle. Unterhalb der roten Linie und am Wochenende beantworte ich keine beruflichen E-Mails, ignoriere Social Media und bin nur für Familie und Freunde erreichbar.

Über der roten Linie: Übersichtlicheres Angebot

Im August habe ich mir viele Gedanken darüber gemacht, welche Trainings ich bis Ende dieses Jahres noch anbieten möchte. Ideen habe ich viele, Nachfragen gibt es auch viele, nur lässt sich nicht alles gleichzeitig umsetzen. Deshalb war es mal an der Zeit aufzuräumen und klar zu kommunizieren, was dieses Jahr noch geht – und wofür ich erst ab Anfang 2022 wieder Kapazitäten frei haben werde:

Trainings © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Einzelsessions

… haben jetzt ihren Platz in der Punktlandung. Das ist ein knackiges Format von 45 Minuten, um schnell kreative Lösungen für ein Problem zu finden. Zu zweit spielen wir Ideen-Pingpong und lösen den Knoten in deinem Kopf. Egal, ob du festhängst bei der Suche nach einem überzeugenden Schlüsselbild für deine nächste Präsentation oder dir mit visuellen Protokollen das Besprechungsleben leichter machen willst. Hast du eine klar umrissene Frage oder ein konkretes Visualisierungsproblem, dann finden wir in der Punktlandung die Lösung dafür.

Intensive 1:1-Trainingspakete zu Visualisierung

… sind derzeit der Fokus. Momentan arbeite ich viel mit Einzelkundinnen an individuellen Projekten. Das heißt, ich unterstütze über mehrere Wochen hinweg zum Beispiel bei der Erstellung einer wichtigen Präsentation, der Planung eines Seminars oder (in Form eines Visual Coachings) auch bei der Selbstorganisation. Wir nutzen dafür Schlüsselbilder, visuelle Organisationsansätze und visuelle Planungsmethoden.

Da ich diesen Projekten meine volle Aufmerksamkeit widme, meine Kundinnen sorgfältig begleite, tief in das Thema eintauche und über mehrere Wochen hinweg mit Rat und Tat zur Seite stehe, sind die Plätze für intensive 1-zu-1-Begleitung begrenzt. Und ja, auch schnell wieder vergeben. Sobald demnächst wieder ein Platz frei wird, informiere ich darüber im Newsletter.

Wenn du mit dem Gedanken spielst, ein Trainingspaket zu buchen, dann trag dich hier für den Newsletter ein. Beim letzten Mal waren die beiden verfügbaren Plätze innerhalb eines Tages nach meiner Info-Mail weg.

Die Gruppenprogramme

… „Präsentiere dein Angebot visuell überzeugend“ und „Visuelle Notizen mit Leichtigkeit“ wird es in 2022 wieder geben.

Maßgeschneiderte Trainings

… für Teams und Unternehmen sind ab November 2021 wieder möglich. Bis dahin: Anfrage stellen und mit mir in die Planung einsteigen.

rote-linie-monatsrueckblick-august-2021 © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Unter der roten Linie: Einfach nur Zeichnen

Ich versuche, wieder regelmäßig zu zeichnen. Dokumentarisch zu zeichnen. Einfach nur für mich und komplett ohne Bezug zu meinem Beruf als Visualisierungstrainerin.

Weil es mir guttut und für mich eine sehr leichte Möglichkeit ist, aus dem Gedankenkarussell auszusteigen. Da ich ausschließlich nach Beobachtung zeichne – nach genauer Beobachtung – verschmelze ich beim Zeichnen mit meiner Umgebung. Ich komme nach wenigen Minuten zuverlässig in einen Flow-Zustand. Dann bin ich absolut verankert im Hier und Jetzt – etwas, das mir zum Beispiel beim Meditieren nur sehr selten gelingt. Ein schöner Nebeneffekt (oder Kollateralgewinn, ein Wort, das ich mir gerne von Judith Peters ausleihe) ist, dass sich mit der Zeit ein visuelles Tagebuch ergibt.

Zum Beispiel, als wir in Quarantäne waren und ich winzige, aber prägnante Ausschnitte des jeweiligen Tages festgehalten habe. Oder wie hier, als zeichnerischer Rundgang durch die Wohnung, um eine persönliche Erinnerung zu haben, bevor wir umziehen:

Zeichnerischer Rundgang durch die Wohnung

Nun habe ich lange überlegt, ob ich hier überhaupt übers Zeichnen schreiben will. Es gibt da nämlich einen neuralgischen Punkt:

Ein limitierender, nein, DER limitierende, irreführende Glaubenssatz bei meinem beruflichen Thema „Visualisierung im Job“ ist, dass es dabei ums Zeichnen ginge und dass man für Visualisierungen deshalb auch Zeichentalent bräuchte. Beides ist nicht der Fall. Es ist einfach ein Mindfuck, der aber leider oft genau die Menschen davon abhält, visuell zu arbeiten, die am meisten davon profitieren können.

Wenn ich nun darüber schreibe, dass ich in meiner Freizeit sehr gerne zeichne: Befeuert das nicht diesen limitierenden Glaubenssatz? Schrecke ich damit Menschen ab, die funktionelle Visualisierung im Job gut nutzen könnten, sich das aber nach einem Blick auf künstlerische Zeichnungen nicht mehr trauen? Und ziehe ich damit die falschen Leute an, die sich eigentlich einen Zeichenkurs wünschen und in meinen Trainings dann feststellen, dass ich visuelles Denken anbiete und keine Anleitung für „Wie zeichne ich meinen Hund?“

Kann sein. Kann aber auch sein, dass diese Befürchtung nur mein eigener limitierender Glaubenssatz ist. Dann ist das jetzt ein Experiment. Denn eigentlich möchte ich hier im Blog auch frei übers Zeichnen schreiben können, weil es einen so wichtigen Teil meines persönlichen Lebens ausmacht. Ich bin ja nicht nur mein Beruf.

Glaubenssätze lassen sich verändern. Und genau deswegen vertraue ich einfach weiterhin darauf, dass weiterhin die richtigen Kundinnen zu mir finden. Auch wenn ich hier übers Zeichnen schreibe. Weil sie nämlich unterscheiden können zwischen funktioneller Visualisierung, die ich unterrichte, und künstlerischer Zeichnung, die ich nur für mich mache. Was ich jedenfalls genau weiß: Meine Wunschkundinnen sind alles andere als doof. 😉

bildungsurlaub © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Was im August 2021 sonst noch so los war

Unsere neue Küche ist angekommen. 😀

monatsrueckblick-kueche © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Einer der Männer, die sie eingebaut haben, sah aus wie Henning Krautmacher. 😂 Wie so einige Männer hier, deren Bartwuchs das hergibt. Hach ja, das Rheinland… 🥸

monatsrueckblick-kueche © Viktoria Cvetković bebildert.eu

In den Fernzügen ist es fast schon wieder so voll wie vor der Pandemie und auch das Leben im mobilen Zuhause auf Zeit sieht wieder aus wie früher:

monatsrueckblick-bahn-ice © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Und mit den Bildungsurlauben als Präsenzveranstaltung geht es auch sehr erfreulich weiter 😀

monatsrueckblick-kurs-ausgebucht © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Beim Kistenpacken für den Umzug wiedergefunden: Eine meiner ersten visuellen Notizen, die ich gemacht habe, um mir selbst „Industrie 4.0“ zu erklären. Leider ist sie nicht datiert und die Quelle der Infos steht auch nicht dabei. Da ich mich aber erinnere, dass ich das im Flieger auf Dienstreise gemacht habe, kann ich zumindest 2015 als Jahr rekonstruieren und ich vermute einen Artikel in der brandeins als Infoquelle:

sketchnote-industrie-4-0 © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Und hierüber habe ich im August 2021 gebloggt

visuell erklaeren starkregen klimawandel © Viktoria Cvetković bebildert.eu

#visuellerklärt: Starkregen

Was kannst du mit Visualisierung anfangen? Zum Beispiel erklären, wie Extremwetterereignisse zustande kommen – in drei einfachen Skizzen und einem kurzem Text.

Gähnendes Käuzchen auf Zaunpfahl

Der frühe Vogel ist früher müde

Ein Plädoyer, dem eigenen Biorhythmus zu folgen. Zwanghaft früh aufstehen zu müssen führt nicht zu mehr Kreativität, ausschlafen dürfen hingegen schon.

visuell erklaeren false balance © Viktoria Cvetković bebildert.eu

#visuellerklärt: False Balance

Wie der Versuch ausgewogener Berichterstattung dazu führen kann, dass Außenseitermeinungen und Verschwörungserzählungen zu viel Aufmerksamkeit bekommen.

visuell erklaeren false balance © Viktoria Cvetković bebildert.eu

12 von 12: August 2021

Mein Donnerstag in Bildern: Von Umzugsvorbereitungen, geretteten Pflanzen und einem Rhabarberkuchen.

strukturierter-arbeiten-anleitung-sortierter-aufgabenspeicher-statt-to-do-liste © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Eine Anleitung in 5 Schritten:

Mehr Übersicht und Gelassenheit mit einem sortierten Aufgabenspeicher.

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© Viktoria Cvetković bebildert.eu

Ich helfe dir, mit visuellen Notizen Zusammenhänge sichtbar zu machen, Wissen zu sichern und im Gedächtnis zu verankern.

Hol dir die kostenlose Vorlage für deinen eigenen Spickzettel:Die essentielle Sketchnote-Starthilfe

Ohne Firlefanz und Girlanden – einfach nur das, was du wirklich brauchst, um sofort loszulegen

Anleitung in 5 Schritten: Visueller Aufgabenspeicher statt To-Do-Liste

Anleitung in 5 Schritten: Visueller Aufgabenspeicher statt To-Do-Liste

strukturierter-arbeiten-anleitung-sortierter-aufgabenspeicher-statt-to-do-liste © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Lesezeit: ca. 10 Minuten | aktualisiert: 24.08.2021

Mehr Übersicht und Gelassenheit mit einem visuell sortierten Aufgabenspeicher: Eine Anleitung in 5 Schritten

Ein übersichtlicher Tagesplan ist zwar schon die halbe Miete, aber logischerweise kannst du nicht alle deine anstehenden Aufgaben an einem Tag erledigen. Was also tun mit den Aufgaben, die du heute nicht in deinem Tagesplan unterbringen kannst? Genau: Das ist die andere Hälfte der Miete. 😉 Um sie nicht aus den Augen zu verlieren, brauchst du einen gut strukturierten, sortierten Aufgabenspeicher für all die Dinge, die irgendwann später anstehen: Morgen, diese Woche, im nächsten Monat – oder die vielleicht noch gar keinen festen Termin haben. Am besten einen visuellen Aufgabenspeicher.

Der erste Impuls ist oft, diese Aufgabensammlung in Form einer linearen To-Do-Liste zu machen. Kommt eine neue Aufgabe dazu, schreiben wir sie unter die bereits bestehenden Listenpunkte. Das ist besser als nichts, und wir machen das oft so, weil wir es nicht anders gelernt haben – aber: Aufgaben aufzuschreiben und zu organisieren geht deutlich besser und vor allem übersichtlicher. Spätestens, wenn deine Liste immer länger und länger wird und du das Gefühl hast, den Überblick zu verlieren, ist es Zeit für einen übersichtlicheren Speicher, der dir mehr visuelle Kontrolle über deine Aufgaben bietet.

Eine sehr einfache und schnell umzusetzende Variante für einen sortierten Aufgabenspeicher zeige ich dir in diesem Artikel.

1. Sammle deine Aufgaben nur an einem Ort

Das ist das allerwichtigste überhaupt: Halte alle deine Aufgaben zusammen. Also lege wirklich den einen Ort fest, wo du alle deine noch offenen Aufgaben findest.

Was nicht funktioniert: Hier ein paar Erinnerungen in der Notizen-App auf dem Handy, dort ein paar Einträge im Kalender, dazu noch ein paar Einfälle und Gedanken auf losen Notizzetteln, weil es beim Telefonat schnell gehen musste. So ein Vorgehen ist Gift für jeden Versuch, strukturiert zu arbeiten und Oberwasser bei deinen Aufgaben zu behalten. Du verlierst unweigerlich den Überblick. Sobald du an verschiedenen Stellen suchen musst, läufst du immer Gefahr, Aufgaben aus den Augen zu verlieren, Informationen zu spät oder gar nicht mehr wiederzufinden, Prioritäten falsch zu setzen, Fristen zu verpassen … und sehr, sehr oft das Gefühl zu haben, in Arbeit zu ersticken.

Wenn hingegen alles an einem Ort ist, holst du dir damit zumindest schon einmal die visuelle Kontrolle über deine Aufgaben zurück.

Was ist ein guter Ort für deinen Aufgabenspeicher?

Obwohl ich ein Fan von digitalen Tools bin (ich halte zum Beispiel Trello für ein ganz hervorragendes Tool – für viele Dinge, aber nicht für die Aufgabensammlung!), empfehle ich dir ausdrücklich, deine Aufgabensammlung analog zu machen.

Konkret: Mit Notizbuch, Stift und Klebezetteln.

Drei verschiedene Notizbücher, farbige Klebezettel und vier Stifte

Für welches Format du dich entscheidest, hängt von deinen Vorlieben ab. Notizbücher im A4- und A5-Format haben sich für mich (und auch für meine Kundinnen) bewährt. Bei einem kleineren Format passt weniger auf eine Seite. Wenn dein Aufgabenspeicher umfangreich ist, musst du mehr Blättern und siehst weniger auf einen Blick. Größere Formate werden schnell unhandlich, nehmen viel Platz auf dem Schreibtisch weg und passen auch nicht in jede Tasche oder Rucksack. Und immerhin: Ein aufgeklapptes A4-Notizbuch bietet dir die Fläche eines A3-Blatts. Das ist schon reichlich Platz.

Kleine Randnotiz: Im Moment experimentiere ich mit einem querformatigen A4-Notizbuch und schaue, wie sich das auf meine Arbeitsorganisation auswirkt. Das wirkt optisch wie zwei aufgeklappte A5-Hefte nebeneinander und hat seinen ganz eigenen Reiz auf das Denken.

2. Reserviere dir genug Platz für deinen Aufgabenspeicher

Im agilen Arbeiten heißt dieser Platz „Back Log”. Uns kann egal sein, wie das heißt – solange es seinen Zweck erfüllt. 😉 Dein Speicher darf unbegrenzt viele Aufgaben enthalten und wird laufend aktualisiert. Das ist wichtig, weil das primäre Ziel ist, dass dir nichts an offenen Posten verlorengeht.

(Trotzdem tust du dir natürlich keinen Gefallen damit, hier einfach nur immer mehr anzuhäufen. Die Sammlung an sich ist ja kein Selbstzweck, sondern der Ausgangspunkt zum strukturierten Erledigen der Aufgaben. Wenn in deinen Speicher dauerhaft mehr reinkommt als rausgeht, ist es Zeit zu hinterfragen, wo das eigentliche Problem liegt. Deine persönliche Arbeitsorganisation kann so gut sein, wie sie will: Wenn die Struktur in deinem Unternehmen besch… ist, weil beispielsweise zu viel Arbeit auf zu wenige Schultern verteilt ist, wirst du mit „Selbstoptimierung“ das Problem nicht lösen. Möglicherweise trägst du damit sogar noch zur Verschärfung der Arbeitslast bei, weil es trotzdem irgendwie läuft und bei den Verantwortlichen kein Veränderungsdruck entsteht. Strukturelle Probleme lassen sich nur strukturell lösen. Zum Beispiel, indem ein Team vergrößert wird. Leider wird das oft erst verstanden, wenn Menschen überlastungsbedingt ausfallen. Ja, ich spreche aus Erfahrung. Aber das ist ein anderes Thema… Zurück zum Text.)

Im Notizbuch reservierst du dir entsprechend viel Platz, am besten ein paar Seiten ganz vorne oder ganz hinten in deinem Notizbuch. Eine pauschale Richtlinie dafür, wie viel Platz „richtig” ist, gibt es nicht. Wie viel du benötigst, hängt sehr davon ab, wie viele Aufgaben du regelmäßig ansammelst.

Als generelle Empfehlung: Starte doch einfach mal mit einer Doppelseite in deinem A4- oder A5-Notizheft. Das ist nicht in Stein gemeißelt, sondern ein erster Ausgangspunkt, der sich in meinen Trainings bewährt hat. Solltest du feststellen, dass du damit nicht zurechtkommst, kannst du jederzeit anbauen oder reduzieren. Klarheit kommt durchs Machen. Außerdem arbeiten wir hier mit einem seeeeehr flexiblen System. 🙂

Die einzelnen Aufgaben schreibst du auf einzelne Klebezettel. Wähle dafür ein eher kleineres Format, beispielsweise 5 x 4 cm.

Notizbuch, Klebezettel und Stift für einen sortierten Aufgabenspeicher

3. Bring alle deine Aufgaben im Aufgabenspeicher zusammen

Sehr wahrscheinlich fängst du nicht bei null an. Wenn du bisher versucht hast, deine Aufgaben an verschiedenen Orten zu organisieren, dann ist jetzt die Zeit, alles in deinem vorbereiteten Aufgabenspeicher im Notizbuch (und damit an einem zentralen Ort) zusammenzuführen.

Klappere dafür alle deine bisherigen Notizenorte ab, einen nach dem anderen.
(Bei mir waren das z. B. eine Notizen-App auf dem Handy mit diversen Listen und Ordnern, meine Sprachnachrichten, mein Online-Kalender, der Aufgabenbereich in meinem E-Mail-Programm, meine Pinnwand in der Küche, ein Flipchart im Büro, eine Sammelmappe mit losen Blättern und ein A6-Notizheft.)

Überprüfe bei dieser Gelegenheit, ob die Aufgaben noch aktuell sind. Alles, was erledigt oder nicht mehr relevant ist, kannst du direkt löschen bzw. wegstreichen. Die übrigen Aufgaben überträgst du auf Klebezettel.

Die einzige „Regel“, die du beachten solltest: Nur eine Aufgabe pro Klebezettel.

Du kannst das erst einmal ungeordnet tun, also einfach Aufgabe für Aufgabe übertragen und auf deine vorbereitete Doppelseite kleben. Was du wohin klebst, ist fürs Erste egal, denn du kannst ja jederzeit umsortieren. Oft ergeben sich im Laufe dieses Prozesses thematische Cluster oder es schälen sich neue Kategorien heraus.

Notizbuch und Klebezettel als Start für einen sortierten Aufgabenspeicher

4. Lege Kategorien für einen geordneten Aufgabenspeicher fest

Vielleicht hast du schon von Anfang an klare Kategorien im Kopf. Dann kannst in deinem Notizbuch schon vorher separate Bereiche anlegen, in die du die Klebezettel direkt einsortierst. Spätestens aber, wenn du deine Aufgaben alle in deinen Notizbuchspeicher übertragen hast, solltest du Katgorien festlegen, die dir helfen, eine bessere Übersicht zu bekommen (und zu behalten).

Dabei kann dir ein eigener Farbcode zur schnelleren Orientierung helfen. Im Beispiel habe ich die Kategorienüberschriften auf farbige Klebezettel gesetzt. Diese Farben sind für mich fest mit diesen Kategorien verbunden und finden sich auch an anderen Stellen wieder, etwa in meinem Kalender oder bei meiner visuellen Tagesplanung. (Wie du außerdem siehst, nutze ich aktuell zwei Doppelseiten für meinen sortieren Aufgabenspeicher.)

Notizbuch und Klebezettel als Start für einen sortierten Aufgabenspeicher

Übrigens: Die Kategorien ebenfalls auf Klebezettel zu setzen und nicht direkt auf die Seiten zu schreiben, macht dich überaus flexibel. Erfahrungsgemäß variiert die Aufgabenmenge in den verschiedenen Kategorien über die Zeit, sodass du mal mehr und mal weniger Platz brauchen wirst. So kannst du die Kategorien-Überschrift beliebig verschieben. Auch die Kategorien selbst können sich ändern. Im Zweifel kannst du einfach die Überschrift austauschen und Aufgaben schnell umsortieren. Und zack: Schon ist wieder alles aktuell, übersichtlich und geordnet.

5. Lege pro Kategorie deine Prioritäten fest

Die wichtigste Aufgabe, die du als nächstes angehen willst, gehört nach ganz oben (bzw. oben links). Für diese Aufgabe schätzt du auch schon den benötigten Zeitbedarf und notierst ihn auf dem Klebezettel.

Wichtiges, was noch Zeit hat, sortierst du darunter ein. Das kann auch noch ohne bestimmte Reihenfolge sein. Und Wichtiges, was derzeit nur eine Idee ist und bei dem du noch keine Vorstellung von einem ungefähren Termin hast, landet ganz unten. Unwichtiges darf übrigens direkt aus deinem Aufgabenspeicher rausfliegen. 😉

Die Aufgaben, die pro Kategorie ganz oben stehen, sind also die nächsten, die du beispielsweise in deinen visuellen Tagesplan aufnimmst. (Falls du ein Personal Kanban nutzt – was dann auch in diesem Notizbuch seinen Platz finden kann -, wären das die Klebezettel, die aus dem Speicher entnommen werden und in den Bereich „Doing“ bzw. „in Arbeit“ wandern.)

Bei jeder Entnahme aus dem Speicher legst du fest, welche Aufgabe aus der jeweiligen Kategorie als nächstes nach ganz oben soll. Kommen neue Aufgaben hinzu, überprüfst du, ob die Prioritäten noch stimmen und passt sie gegebenenfalls an.

Indem du deine Aufgaben so visualisierst, statt sie einer To-Do-Liste zu sammeln (oder an verschiedenen Orten abzulegen), machst du es dir leichter, den Überblick zu behalten und an den wirklich wichtigen Dingen zu arbeiten. 

Zum Weiterlesen:

strukturierter-arbeiten-anleitung-visueller-tagesplan-statt-to-do-liste © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Strukturierter arbeiten: Visueller Tagesplan statt To-Do-Liste

In 7 Schritten zu mehr Leichtigkeit und Effizienz im Arbeitsalltag 

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Ohne Firlefanz und Girlanden – einfach nur das, was du wirklich brauchst, um sofort loszulegen

12 von 12: August 2021

12 von 12: August 2021

Lese- und Schauzeit: ca. 6 Minuten | aktualisiert: 12.08.2021

An jedem 12. eines Monat findet das Fotoprojekt „12 von 12“ statt. Ursprünglich gestartet wurde es von Chad Darnell, aber leider inzwischen nicht mehr fortgeführt. Im deutschprachigen Raum sorgt zum Glück Caro von Draußen nur Kännchen dafür, dass wir trotzdem weitermachen können.

Es ist Donnerstag, startet also als normaler Arbeitstag für mich. Es ist aber auch August um damit zum Glücklichsein immer noch Sommer.

1-arbeitsplatz-schreibtisch-12von12 © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Guten Morgen! Schön, wenn man morgens schon so angelächelt wird. 😁 Spiegeleier gab es bei uns seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr zum Frühstück.

3-gartenzeit-johannisbeeren-ribisel-ernten-12von12 © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Mein Büroarbeitsplatz ist heute draußen. Ein Hoch auf den Sommer! (Wobei ich zugeben muss, dass so ein Bistro-Stuhl auf Dauer nur bedingt bequem ist…)

Wie auf Stichwort ist heute Mittag mein neuer Bürostuhl per Spedition aus Süddeutschland angekommen. Ich freu mich so! Ich habe das Modell schon länger umkreist und war bisher vom Preis abgeschreckt. Vor ein paar Tagen habe ich online ein verhältnismäßig günstiges Stück entdeckt, das bisher in der Ausstellung eines Möbelhauses stand. Und jetzt steht es bei mir. 🙂

4-gartenzeit-johannisbeeren-ribisel-ernten-12von12 © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Auch der Rest des Büros im neuen Zuhause nimmt so langsam Form an. Es ist noch Baustelle, aber immerhin ist der neue Schreibtisch schon eingezogen und mein geliebtes Zeichenbrett hat endlich einen würdigen Platz gefunden.

6-gartenzeit-sataras-grill-holzefeuer-12von12 © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Im Garten haben mittlerweile die Himbeerpflanzen beeindruckend gut Fuß gefasst. Noch eingekeilt zwischen Wand und 3 Meter hoher Hecke bekommen sie nicht besonders viel Licht und waren ungefähr 30 cm kleine Pflänzchen, als wir sie vor ein paar Wochen eingesetzt haben. Offenbar werden wir schon dieses Jahr ein paar Früchte ernten können. Für mich ein ganz spezieller Gruß aus der Heimat. 😀

9-gartenzeit-rosen-zeichnen-aquarell-12von12 © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Froh bin ich auch um die Paprikapflanzen, denen wir wenige Tage vor den großen Überschwemmungen eher ungeplant ein neues Zuhause gegeben haben. Von diesen fünf Pflanzen hängt es jetzt ab, ob wir genug reife Samen für die Aussaat nächstes Jahr haben werden. Es ist eine dünnwandige, sehr aromatische, alte Sorte.

10-gartenzeit-erbsen-ernten-12von12 © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Weitere gerettete Pflanzen. Unsere Blumenhändlerin stellt gelegentlich nach Feierabend bei sich vor die Tür, was sie nicht mehr verkauft bekommt – verblüht, angewelkt oder zu klein geraten. Wer will, kann die Pötte einfach mitnehmen. Was am nächsten Morgen noch da ist, landet in der Tonne. Mir ist es lieber, wir setzen sie ins Beet und päppeln sie wieder auf.

11-gartenzeit-erbsen-ernten-pulen-12von12 © Viktoria Cvetković bebildert.eu

So, wie auch diese Schönheiten.

12-gartenzeit-himbeeren-ernten-marmelade-12von12 © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Aus Jux habe ich vor einigen Tagen eine Handvoll Chia-Samen in den Topf geworfen – die aus dem Supermarkt, die im Regal neben den Frühstücksflocken stehen. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber sie sind tatsächlich keimfähig! Nur sind sie jetzt ein bisschen zu dicht beisammen…

7-gartenzeit-sataras-grill-holzefeuer-12von12 © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Sorry, vom Kuchen selbst gibt’s kein Bild… Habe übers Essen vergessen, eines zu machen und jetzt ist er schon weg. 🤷‍♀️

Als Ersatz biete ich gerne das Rezept an – ist supersimpel und funktioniert mit so gut wie jedem Obst. Wir hatten noch Rhabarber übrig. (Ja, es ist August, aber dieses Jahr ist eh verrückt.)

So geht’s:

  • Zucker und Margarine zusammen cremig schlagen
  • Eier einrühren
  • Backpulver und gemahlene Vanilleschote mit dem Mehl vermischen und einrühren
  • Teig in eine Springform streichen
  • Obststücke drauf (bei Rhabarber mit zusätzlichem Zucker) und ab in den vorgeheizten Ofen!

Taugt übrigens super als Baustellenimbiss für 3-4 Personen.

8-gartenzeit-sataras-grill-holzefeuer-12von12 © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Apropos Baustelle… Die dunklen Deckenpaneele sind jetzt überall runter und die Betondecke wird vor dem Streichen verspachtelt und abgeschliffen.

2-gartenzeit-kirschen-ernten-12von12 © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Fundstücke bei der Abendrunde im Wald. Haben mit dem Frühstück heute Morgen nichts zu tun. Zumindest nicht mit meinem. Irgendwie hoffe ich, dass daraus etwas schlüpfen durfte und die Vogeleltern einfach nur die angepickten, leeren Eierschalen aus dem Nest bugsiert haben, um Platz für ihre Brut zu machen.

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#visuellerklärt: False Balance

#visuellerklärt: False Balance

visuell erklaeren false balance © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Lesezeit: ca. 5 Minuten | aktualisiert: 06.08.2021

Zahlen, Daten, Fakten und auch abstrakte Konzepte lassen sich visuell erklären und damit leichter greifbar machen. In diesem Artikel geht um das Phänomen False Balance.

False Balance stellt ein ernstes Problem in der Auseinandersetzung mit Falschinformationen und Verschwörungserzählungen dar. Es zu kennen, hilft dir Informationen besser einzuordnen – und vielleicht auch in der Diskussion mit Menschen, die gesichtertes Wissen leugnen und stattdessen Quatsch erzählen:
Die Klimakatstrophe ist nicht menschengemacht.” „Corona gibt es nicht.” „Die Erde ist eine Scheibe.” „Menschen lassen sich wie Hunde in Rassen einteilen.”

Worum handelt es sich?

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False Balance ist ein Medienphänomen

Nehmen wir an, zu einem wissenschaftlich untersuchten Thema wie dem Klimawandel gibt es eine Mehrheitsmeinung: „Was wir derzeit an Klimawandel erleben, ist menschengemacht.” Diese Mehrheitsmeinung wird in unserem Beispiel von einhundert Wissenschaftler:innen vertreten.

visuell erklaeren false balance © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Aber dann gibt es da noch diese zwei Wissenschaftler:innen, die eine gegenteilige These vertreten. Das ist eine Minderheitsmeinung. In unserem Beispiel würde sie von den sogenannten Klimaleugnern vertreten.

visuell erklaeren false balance © Viktoria Cvetković bebildert.eu

In der Absicht, verschiedene Ansichten und damit die Meinungsvielfalt abzubilden, passiert in der medialen Präsentation dann Folgendes:

Man stellt eine:n von diesen einhundert gegen eine:n von diesen zweien. Und das sieht dann so aus, als wäre das 50:50, also ein Konflikt gleichwertig vertretener Meinungen.

visuell erklaeren false balance © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Das Abseitige bekommt mehr Gewicht

Die mediale Balance (z. B. wenn zwei Menschen die gleiche Redezeit in einer Sendung eingeräumt wird) suggeriert eine Balance der Meinungen. Wer unbedarft von außen draufschaut, könnte auf den Gedanken kommen: „Na ja, dann wird die Wahrheit wohl in der Mitte liegen.”

visuell erklaeren false balance © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Das Problem an der Sache: Menschen treffen womöglich weitreichende Entscheidungen auf Basis einer False Balance. Zum Beispiel Politiker:innen, wenn es um die Laufzeit von Kohlekraftwerken geht. Oder wir selbst in der Wahlkabine, wenn wir mitentscheiden, durch wen das Zusammenleben in unserer Gesellschaft in den kommenden Jahren geprägt wird.

Wenn wir uns über das mediale Phänomen False Balance bewusst sind, können wir leichter hinterfragen, worauf unsere eigenen Annahmen gegründet sind. Und die eigene Wahrnehmung ruckelt sich zurecht: Sind das wirklich zwei gleichwertige Meinungen, die wir da präsentiert bekommen? Oder ist eine davon eigentlich randständig und verdient viel weniger Aufmerksamkeit, als sie in den Nachrichten eingeräumt bekommt?

Dieser Artikel basiert auf einem Interview des Virologen Christian Drosten mit dem Online-Magazin Republik. Christian Drosten wurde durch den wöchentlichen NDR-Podcast Coronavirus-Update zu einer wichtigen Stimme der Wissenschaft.

Die Inhalte habe ich spontan auf kleinen Notizenzetteln visualisiert und im Anschluss als simple Handyfotos hier eingebaut. Better done than perfect! 😉 Zeitlicher Aufwand von der Zeichnung bis zur Veröffentlichung: 50 Minuten.

visuell erklaeren false balance © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Mit Visualisierungen kannst du Abstraktes leichter verständlich machen – ohne Anspruch auf künstlerische Umsetzung oder „hübsche Bilder”. Es ist mir ein Anliegen zu zeigen, dass Visualisierung nicht kompliziert sein muss: Das kann jede:r!

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Der frühe Vogel ist früher müde

Der frühe Vogel ist früher müde

Lesezeit: ca. 7 Minuten | aktualisiert: 05.08.2021

Copyright Titelbild: Herbert Henderkes

Erfolgreiche, produktive Menschen stehen früh auf. Also mindestens mal um 5 Uhr morgens. Und dann durchlaufen sie eine choreografierte Morgenroutine, in der trainiert, meditiert, Business-Podcasts gehört, ein grüner Smoothie bereitet und verzehrt, den Kindern ein gesundes Mittagessen eingepackt und ein Dankbarkeitstagebuch geführt wird. Und spätestens um 6 Uhr 30 sitzen erfolgreiche, produktive Menschen am Schreibtisch (oder wahlweise mit dem Laptop auf der Strandhausterrasse) und sind den ganzen Tag lang erfolgreich und produktiv und nehmen nebenher mehr Geld ein als sie in ihrem Leben ausgeben können. Dabei sind sie stets superzufrieden mit sich und der Welt. Und das alles wegen ihrer ausgeklügelten Morgenroutine, die am besten schon vor Sonnenaufgang beginnt.

Echt jetzt? Dann könnte ich’s ja gleich sein lassen. Ich schlafe nämlich noch tief und fest während der (hauptsächlich von Wirtschaftsmagazinen propagierten und von Hobbyredakteuren unreflektiert in Ratgeberbücher übernommenen) „einzig wahren Erfolgs-Produktivitäts-Routine“.

Das Ding mit der Chronobiologie

Meine eigene Erfahrung zeigt mir etwas anderes und deswegen bin ich zunehmend genervt von einseitig geprägten „Produktivitätsgurus“ und unreflektiert nachplappernden Pseudo-Experten.

Ich bin eine ausgeprägte Nachteule (und habe das sogar schriftlich, weil ich Studienteilnehmerin am Roenneberg Lab der LMU München war). Trotzdem bekomme ich in meinem Arbeitsalltag einiges geschafft, zum Beispiel mein eigenes Unternehmen aufbauen. Was mir auffällt: Das fluppt erst so richtig, seitdem ich meinem Biorhythmus folgen kann – weil die äußeren Umstände für mich, den chronobiologischen Spättyp, jetzt günstiger sind.

„Ich weiß, dass man den Menschen sehr unrecht tut, die eher Spät-Typen sind. Die dann lieber abends arbeiten. Es ist durchaus so, dass Produktivität auch dann erfolgen kann, wenn sie nicht in den frühen Morgenstunden abgerufen wird.“

Lennart Knaack, Schlafforscher

Der Segen des Homeoffice

Jahrelang hat mir mein Tageslichtwecker ab 5 Uhr 30 den Sonnenaufgang simuliert, damit ich mich um 6 Uhr morgens aus dem Bett quälen konnte, um zur Arbeit zu pendeln und rechtzeitig im Büro zu sein. Früh einschlafen konnte ich abends trotzdem nicht. In der Folge fehlte mir unter der Woche nächtlich mindestens eine Stunde Schlaf, denn mein Schlafbedarf liegt im Schnitt bei etwa 8 Stunden. Chronischer Schlafmangel also. Total gesund für Körper und Seele. :-/

Ich werde frühestens um 23 Uhr müde, manchmal auch erst wesentlich später. Egal, wann ich aufstehe.

„Der Chronotyp ist genetisch festgelegt. Er hängt damit zusammen, wann wir unsere minimale Körpertemperatur in der Nacht haben – ob das in den frühen oder späten Morgenstunden ist. Und das ist etwas, auf das wir gar nicht so viel Einfluss haben.“

Lennart Knaack, Schlafforscher

Was ich auch von mir kenne: Gegen 23 Uhr herum kommt mir eine zündende Idee, an der ich dann gut arbeiten kann. Gerne auch konzentriert zwei Stunden am Stück. Wenn ich kann, wie ich will, beginnt dann oft meine kreative Problemlösezeit.

Seit Beginn der Pandemie kann ich (meistens), wie ich will. Ich muss seit mehr als 17 Monaten nicht mehr ins Büro pendeln. Ich stehe auf, wenn ich ausgeschlafen bin. Beim allmählichen Aufwachen blitzt oft schon ein guter Einfall in meinen Bewusstsein auf. Oft die Lösung für ein Problem, dass mich schon länger beschäftigt. Dann gehe ich die paar Schritte rüber ins Homeoffice, klappe den Laptop oder mein Notizbuch auf und arbeite los. Statt Zeit zu verplempern, um mich auf den Arbeitstag vorzubereiten, habe ich schon den ersten Schwung an konzeptionellen Dingen erledigt. Später wird dann gefrühstückt, im Anschluss schreibe ich Mails und telefoniere.

Der inneren Uhr folgen dürfen

Trotzdem lebe ich nicht auf einer einsamen Insel, sondern muss mich mit Kolleginnen, Geschäftspartnern, Kundinnen und auch mit meinem Partner (ausgeprägter Frühaufsteher) arrangieren. Seit der positiven Homeoffice-Erfahrung versuche ich aber, meinen Arbeitsalltag wann immer möglich konkret an meinen Biorhythmus anzupassen. Das geht nicht immer ohne Reibung ab, aber es ist machbar.

Zum Beispiel hasse ich Termine vor 11 Uhr morgens, weil ich mich dann meiner energiegeladensten, ungestörten Konzentrationsphase beraubt fühle. Den Rest des Tages kann ich dann in der Regel in die Tonne kloppen und bin nur noch für Routineaufgaben zu gebrauchen. Deswegen versuche ich alle Termine, die ich beeinflussen kann, frühestens auf 14 Uhr zu legen. Mit anderen Menschen intensiv diskutieren geht dann super.

Auch Visualisierungstrainings, insbesondere 1:1-Mentorings, lege ich gerne auf den späten Nachmittag oder frühen Abend. Und ich merke, dass die Arbeit mit meinen Lieblingskundinnen dann auch am besten funktioniert. Ich kann am besten helfen, wenn ich im kreativen Flow bin.

Produktiv auch ohne Morgenroutinen?

Was mir die letzten anderthalb Jahre gezeigt haben: Für einen produktiven Arbeitsalltag kommt es weniger darauf an, wann wir aufstehen, sondern dass wir genug Schlaf bekommen. Und falls der Eindruck aufgekommen sein sollte: Ich habe rein gar nichts gegen Frühaufsteherinnen und respektiere jede Form von individuellem Tagesrhythmus. Genau deswegen mag nicht darüber „belehrt“ werden, dass mit meinem etwas nicht in Ordnung sei.

Der frühe Vogel ist früher müde und die Amsel in unserem Garten zieht auch in der Abenddämmerung noch erfolgreich Würmer aus der Erde.

Und auch Tagesroutinen finde ich sehr hilfreich, nur müssen diese mit Sicherheit nicht für jeden Menschen in aller Herrgottsfrühe beginnen. Zu meinen Routinen gehört zum Beispiel ein am Vorabend (oder in der Nacht) erstellter visueller Tagesplan. Damit schließe ich meinen Arbeitstag ab und briefe gleichzeitig meinen kreativen Autopiloten. Der sorgt dann dafür, dass Lösungen für Probleme oft beim ausgeruhten Aufwachen „plötzlich“ aufploppen.

Zum Weiterlesen:

strukturierter-arbeiten-anleitung-visueller-tagesplan-statt-to-do-liste © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Strukturierter arbeiten: Visueller Tagesplan statt To-Do-Liste

In 7 Schritten zu mehr Spaß und Effizienz im Arbeitsalltag

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Hi, ich bin Viktoria.

© Viktoria Cvetković bebildert.eu

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Monatsrückblick Juli 2021: Lieblingsmonat

Monatsrückblick Juli 2021: Lieblingsmonat

Lesezeit: ca. 7 Minuten | aktualisiert: 03.08.2021

Der Juli ist mein Lieblingsmonat. Mit Abstand. Weil: Der Juli ist für mich der Höhepunkt des Sommers. Umso schöner, sich das noch mal für den Monatsrückblick ins Gedächtnis zu rufen.

Gartenzeit. Kirschen. Aprikosen. Himbeeren. Johannisbeeren. Sommerliche Temperaturen (wenigstens ein paar Tage lang). Den ganzen Tag barfuß sein. Abends noch in kurzer Hose auf der Wiese sitzen. Geburtstag. Herrliche Sonnenuntergänge. Sich durch verschiedene Sorten India Pale Ale probieren. Bei weit offenem Fenster schlafen. Auf dem Balkon frühstücken. Im Garten mittagessen. Kurzum: Alles, was das Leben draußen schönmacht, findet Jahr für Jahr geballt im Juli statt.

Endlich wieder Kultur!

Ein Highlight im Juli 2021 war definitiv mein Geburtstagsgeschenk: Nach einer gefühlten Ewigkeit endlich einmal wieder Museumsluft schnuppern. Wie habe ich das vermisst!

In Düsseldorf lief „Die Große 20/21“.

Eingebettet in einen gemeinsamen Tag in Düsseldorf gab’s erst im Kunstpalast viel zu gucken – ich liebe ja kleine Formate…

Kleinformatige Bilder in der Ausstellung im Kunstpalast Düsseldorf

… und zu zeichnen…

Petra Weidemann in der Ausstellung im Kunstpalast Düsseldorf

… und ein bisschen Quatschmachen in der Garderobe musste auch sein 😁:

Garderobe im Kunstpalast Düsseldorf

Im Ehrenhof habe ich mich dann noch für eine weitere Zeichnung niedergelassen – und gemerkt, was mir seit der Pandemie wirklich fehlt: Das zufällige ins Gespräch kommen mit Passanten, die neugierig und etwas scheu stehenbleiben und mir beim Zeichnen über die Schulter schauen. Meist ergeben sich sehr interessante Unterhaltungen: Über das Motiv, über Wahrnehmung, über das Zeichnen an sich, über das Reisen… Noch schöner ist das mit Kindern, die dann viele Warum-Fragen stellen. An diesem Tag wurde ich damit reichlich beschenkt und habe es sehr genossen.

Zeichnung von der Tonhalle in Düsseldorf

Zu einem Besuch in diesem Teil Düsseldorfs gehört natürlich auch ein Abstecher zum legendären Fortuna-Büdchen. Hier steht man immer Schlange und das Publikum, das mit seinem Bierchen anschließend auf der Kaimauer sitzt und klönt, ist so gemischt, wie sonst nur selten. Die rotnasigen Trinker, das Schicki-Micki-Pärchen von der Kö, augenringige Mütter mit Kinderwagen, aufgedrehte Studentinnen, lässige Bärte-Hipster, die beige Rentnerinnengang, alle miteinander versammelt. 😀

2 Flaschen Uerige am Fortuna-Büdchen in Düsseldorf

1:1-Mentoring-Sessions

Spätestens nach dem Juni-Rückblick wusste ich, dass sich beruflich etwas ändern muss. Dass ICH etwas ändern muss.

Der nächste große Kurs-Launch ist erst einmal verschoben. Ich habe gerade keinen Nerv, mich mit Facebook-Ads und E-Mail-Marketing auseinanderzusetzen. Im Juli habe ich mich lieber wieder auf die individuelle Arbeit mit Kundinnen konzentriert und seit langem wieder mehr 1:1-Trainingsanfragen angenommen. Die intensiven Serien mit Einzeltrainings zu verschiedenen Visualisierungsthemen haben mir großen Spaß gemacht, und ich behaupte mal: meinen Kundinnen auch.

Mit Viktorias Hilfe habe ich eine überzeugende Präsentation für einen Angebots-Pitch bei einer Krankenkasse ausgearbeitet und einen phantastischen Auftrag an Land gezogen! Als Gesundheitscoach erstelle ich jetzt für die Krankenkasse ein innovatives Onlineprogramm zur Suchtprävention von Jugendlichen.

Die Zusammenarbeit mit Viktoria hat den Blick auf mein eigenes Angebot noch mal enorm geschärft. Allein ihre Fragen in der ersten der sechs Sessions waren Gold wert! Das ist viel mehr als „nur“ ein Visualisierungstraining. Wir sind richtig an die Inhalte gegangen, haben meine Positionierung überarbeitet und die Präsentation für den Pitch so knackig und kundenzentriert gemacht, dass ich immer noch staune! Allein die Planung der Inhalte mal ganz anders, nämlich visuell zu machen, war ein absoluter Eye-Opener. Ich hatte mehr Kontrolle über die Inhalte und war schneller fertig, als ich das sonst so von mir kenne.

Die Sessions mit Viktoria waren professionell und trotzdem spielerisch, konzentriert und trotzdem lustvoll, strukturiert und trotzdem experimentell. Einfach nur ein Gewinn!

Ich kann die Zusammenarbeit mit ihr nur empfehlen, und würde so ein Sechs-Wochen-Einzelcoaching jederzeit wieder buchen, wenn ich mich auf eine wichtige Präsentation vor einem wichtigen Kunden vorbereiten will. Daumen hoch!

Suzana Kaldereit

Zertifizierte Gesundheitscoach

Deswegen werde ich das im August noch einmal fortsetzen. Die meisten 1:1-Trainingspakete laufen zwar noch, aber: Eine Trainingsserie mit 6 Terminen zum Thema „Visuelle Notizen“ ist gerade beendet, eine weitere mit 5 Terminen zum Thema „visuell überzeugend präsentieren“ endet in der kommenden Woche, sodass im August wieder zwei Plätze in meinem Kalender frei werden.

Wenn du Lust auf ein intensives 1:1-Mentoring hast, dann melde dich bei mir:

First come, first served.

Willkommen sind sämtliche Visualisierungsthemen, zum Beispiel:

  • Von den ersten Schritten mit visuellen Notizen, um dir den Arbeitsalltag zu erleichtern (vom Tagesplan bis zur Meeting-Mitschrift),
  • über visuelle Planungsmethoden, mit denen du dein nächstes Seminar effizient vorbereitest,
  • bis hin zu fachspezifischen Bildkonzepten für deine nächste PowerPoint- oder Flipchart-Präsentation.

Bevor es losgeht, lernen wir uns kennen und sprechen unverbindlich über dein Anliegen. Wenn die Chemie stimmt, legen wir den Umfang des Trainingspakets gemeinsam fest und dann können wir auch schon starten. Klingt gut? Dann lass uns sprechen!

Zahlen, Daten, Fakten – #visuellerklärt

Ende Juli habe ich meine private, kleine Challenge gestartet: Immer, wenn ich etwas Interessantes höre oder lese und mir ein Bild dazu in den Kopf kommt, dann schnappe ich mir den nächstbesten Stift und Zettel und visualisiere meine Idee so einfach wie möglich. Wie zum Beispiel einen Beitrag vom 13.07.2021 aus dem DailyQuarks-Podcast des WDR zu Starkregen und Klimawandel.

Herausgekommen ist dabei folgende Visualisierung:

Visualisierung von Starkregen und Jetstream

Mehr dazu nachlesen kannst du in diesem Artikel: #visuellerklärt – Starkregen

Das macht Spaß und ist ein wunderbares Zwischendurch-Training, um die eigene Vorstellungskraft und Kreativität zu kitzeln. Möchtest du mitmachen? Dann lass uns auf Instagram vernetzen! Damit ich deine Ideen sehen und darauf reagieren kann, kannst du mich einfach taggen und den Hashtag #visuellerklärt nutzen. Ich freu mich drauf!

Was im Juli 2021 sonst noch so los war

Die ersten Möbel sind ins neue Zuhause eingezogen. Eine antike Kredenz mit ungeheuerlichen Ausmaßen und sehr fein geschliffenen Glaseinsätzen macht sich schon im Esszimmer breit:

Der Mann reinigt die Kredenz

Und im Büro lüftet sich ein hochbeiniges Regal-Ensemble aus den 1950ern aus:

Sideboard aus den 1950ern

Ich nähere mich wieder einer regelmäßigen Zeichenroutine an. Ganz im alten Rhythmus bin ich noch nicht (neues altes Ziel: eine kleine Zeichnung täglich), aber der Takt wird wieder dichter. Yayyy!

Zeichnung einer Erbsenschote

Meine Illustration vom Wegebau aus dem Bergwaldprojekt vom letzten Jahr reist als Briefmark durch die Schweiz! Danke an Vincent für das Foto!

gezeichnete Briefmarke

Eine Spontanaktion mit der großartigen Susanne Heinen: Wir haben uns gegenseitig selbstgemachte Postkarten geschickt – mal was Schönes auf Papier statt nur virtueller Bilder!

Postkarte

Und hierüber habe ich im Juli 2021 gebloggt

erbsen-ernten-12von12 © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

12 von 12: Juli 2021

Vollmundige Juli-Gartenliebe – zwei Tage, bevor das Hochwasser alles ertränkt hat.

strukturierter-arbeiten-anleitung-visueller-tagesplan-statt-to-do-liste © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Strukturierter arbeiten: Visueller Tagesplan statt To-Do-Liste

In 7 Schritten zu mehr Spaß und Effizienz im Arbeitsalltag!

was ist visualisierung © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Was ist Visualisierung?

Wie du mit einem Stift in der Hand unsichtbaren Gedanken, flüchtigen Ideen und abstrakten Konzepten eine konkrete, sichtbare, greifbare Form gibst.

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Ohne Firlefanz und Girlanden – einfach nur das, was du wirklich brauchst, um sofort loszulegen

#visuellerklärt: Starkregen und Klimawandel

#visuellerklärt: Starkregen und Klimawandel

visuell erklaeren starkregen klimawandel © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Lesezeit: ca. 3 Minuten | aktualisiert: 02.08.2021

Zahlen, Daten und Fakten lassen sich visuell erklären und damit leichter greifbar machen. In diesem Artikel geht um Starkregen und den Klimawandel.

Mit Visualisierungen kannst du Abstraktes leichter verständlich machen – ohne Anspruch auf künstlerische Umsetzung oder „hübsche Bilder”. Es ist mir ein Anliegen zu zeigen, dass Visualisierung nicht kompliziert sein muss: Das kann jede:r!

visuell erklaeren starkregen klimawandel © Viktoria Cvetković bebildert.eu

In NRW hat es Mitte Juli mehrere Tage durchgängig geregnet. Extremer Starkregen: Lokal sind in kurzer Zeit mehr als 200 Liter Regen pro Quadratmeter heruntergekommen. So viel hat es in den letzten Jahren mancherorts den ganzen Sommer über nicht geregnet. Forschende gehen davon aus, dass der Klimawandel auch bei diesen Wetterereignissen eine entscheidende Rolle spielt.

Und das gleich aus zwei Gründen:

1. Wärmere Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen. Ein Grad macht schon 7 Prozent aus. Im Extremfall können sich riesige Wolkenberge auftürmen, die dann auf einmal abregenen.

visuell erklaeren starkregen klimawandel © Viktoria Cvetković bebildert.eu

2. Der Jetstream, ein Starkwindband, das sich in großer Höhe um die Erde spannt, wird langsamer. Damit bleiben Wetterlagen länger an einem Ort. Egal ob heiß und trocken, wie in den letzten Jahren – oder nass, wie dieses Jahr.

visuell erklaeren starkregen klimawandel © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Die Informationen in diesem Artikel stammen aus dem Wissenspodcast DailyQuarks des WDR vom 13.07.2021. Die Inhalte habe ich spontan auf kleinen Notizenzetteln visualisiert und im Anschluss als simple Handyfotos hier eingebaut. Better done, than perfect! 😉
Zeitlicher Aufwand von der Zeichnung bis zur Veröffentlichung: 35 Minuten.

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Was ist Visualisierung?

Was ist Visualisierung?

visualisieren lernen © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Lesezeit: ca. 6 Minuten | aktualisiert: 29.07.2021

Visualisierung verwende ich als Überbegriff für alle Varianten des visuellen Denkens, Präsentierens, Dokumentierens und Erkundens. Visualisieren heißt für mich, Inhalte mit Stift und Papier sichtbar zu machen. In anderen Bereichen, z. B. Medizin, Psychologie oder Architektur, hat der Begriff andere Bedeutungen.

Visualisierung kann Symbole, kleine Grafiken und Zeichnungen umfassen – muss es aber nicht.

Visualisierung umfasst eine große Bandbreite

Von einzelnen Symbolen, die du in Bild-Wort-Kombinationen nutzen kannst, um Wichtiges hervorzuheben und einprägsamer zu gestalten…

strukturierter-arbeiten-anleitung-visueller-tagesplan-statt-to-do-liste © Viktoria Cvetković bebildert.eu

… über Gedankenskizzen, bei denen du spontan und ohne ästhetischen Anspruch deine Ideenfindung begleitest, …

gedanken skizzieren © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Schlüsselbilder (z. B. in Präsentationen auf Flipchart oder in PowerPoint), anhand derer du ein abstraktes Konzept erklären kannst, …

visualisieren lernen © Viktoria Cvetković bebildert.eu

visuellen Notizen, mit denen du für dich relevante Inhalte reduziert, kontextbezogen, lesbar und prägnant festhältst, …

was-sind-visuelle-notizen © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Ideen-Mapping, bei dem du einen Planungsprozess in kleinere Einheiten zerlegst, Wissen sammelst, sortierst und neu gruppierst, um daraus sinnhafte Strukturen zu bilden, …

anschaulich praesentieren © Viktoria Cvetković bebildert.eu

… bis hin zu Graphic Recordings, bei denen auf großen Wandbildern Vorträge oder Dialogprozesse während der Veranstaltung in Echtzeit abgebildet werden.
Aber Achtung: Das ist ein eigenes Berufsbild und braucht entsprechend viel Übung (eher Jahre als Wochen…). Das ist also nichts, was man sich in Büchern, Internetvideos oder in Wochenendworkshops beibringen kann.

Visualisierung ist keine Kunst, sondern eine erlernbare Kulturtechnik

Sie kann die Art, wie wir denken, lernen, arbeiten und erklären, revolutionieren. Das Schöne ist: Alle Menschen, die sehen können, beherrschen sie – die meisten, ohne es zu wissen. Für Visualisierung braucht es weder eine graphische Ausbildung noch ein besonderes Talent. Wer als Kind gezeichnet hat, kann visualisieren.

Es ist wie eine zweite Muttersprache, die etwas holprig wird, wenn du sie lange nicht mehr genutzt hast, die sich aber supereinfach reaktivieren lässt. Es braucht nur ein Bewusstsein für die Strategien, die du intuitiv als Kind schon genutzt hast, um einfach so vor dich hin zu zeichnen.

zeichnen wie ein kind © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Visualisierung macht Wissen sichtbar

Nimmst du einen Stift in die Hand und fängst an aufzuzeichnen, gibst du unsichtbaren Gedanken, flüchtigen Ideen und abstrakten Konzepten eine konkrete, sichtbare, greifbare Form. Das hilft dir unter anderem dabei, deine Ziele zu erreichen.

Mit der visuellen Sprache kannst du die Grenzen der verbalen Sprache, die sich in linearem Sprechen und Schreiben ausdrückt, erweitern. Durch Visualisierung öffnest du einen zweiten Wahrnehmungskanal. Der visuelle Kanal bietet ganz andere Ausdrucksmöglichkeiten als der verbale. Im Gehirn kommt quasi „doppelt“ so viel Information an, die du reflektieren, überprüfen und mit deinen Gedanken in Resonanz bringen kannst.

visualisieren lernen © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Es gibt viele Zugänge zur Welt der Visualisierung

Du kannst über Suchmaschinen das Internet nach Bildideen durchforsten und abzeichnen, was dir auf den Bildschirm kommt. Du kannst dir Anleitungsvideos anschauen oder sogenannte „Business-Symbole“ aus Büchern Strich für Strich nachmalen. Das ist für den Einstieg erstmal gut, reicht aber nicht aus, um die visuelle Sprache wirklich zu beherrschen.

Die meisten Interessierten bleiben aber genau an dieser Stelle der stecken. Das ist so, als würdest du beim Schreibenlernen nicht über das Stadium eines Grundschülers hinauskommen, der Buchstaben abmalt – und nicht in der Lage ist, selbst Wörter oder eigene Sätze zu bilden. Oder sogar kleine Geschichten zu schreiben.

Deswegen bin ich eine leidenschaftliche Vertreterin von visueller Alphabetisierung. Menschen zu befähigen, unabhängig von den Vorgaben anderer IHRE Art der visuellen Sprache zu entdecken und nach ihren eigenen Bedürfnissen weiterzuentwickeln, finde ich essenziell.

Wir leben im Informationszeitalter und die meisten von uns sind Wissensarbeiter. Wenn Visualisierung die „Weltsprache des 21. Jahrhunderts“ ist, wie der Informationswissenschaftler Robert E. Horn in seinem Buch „Visual Language“ darlegt, können wir es uns nicht leisten, visuelle Analphabeten zu bleiben.

Deswegen folgen meine Trainings nicht dem „Abmalprinzip“, sondern ich zeige dir, wie visuelles Denken funktioniert, wie du Kreativitätstechniken gewinnbringend einsetzt und wie du mit wenig Aufwand selbst auf einzigartige visuelle Ideen kommst.

Hast du Lust auf ein intensives Visualisierungstraining mit mir?

Workshopvorbereitung

Lass uns zusammen deine nächste Präsentation so anschaulich und visuell überzeugend gestalten, wie du es dir schon immer gewünscht hast.

Damit du dich und dein Wissen von der besten Seite zeigen kannst!

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Visuelle Notizen: Fachspezifische Symbole Maschinenbau

Visuelle Notizen: Fachspezifische Symbole Maschinenbau

beispiel-visuelle-notizen-symbole-maschinenbau © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Lesezeit: ca. 4 Minuten | aktualisiert: 01.08.2021

Auf Bildideen für allgemeine Symbole zu kommen, ist ziemlich einfach – die generische Glühbirne lässt grüßen… Aber wie ist es mit fachspezifischen Symbolen, etwa für den Maschinenbau?

In meinen Trainings zu visuellen Notizen gibt es früher oder später immer einen Punkt, wo es den Teilnehmer:innen darum geht, spezifische Symbole für den eigenen beruflichen Fachbereich zu finden. Das kann die IT sein, die Banken- und Finanzwelt, der Coaching-Bereich, eine Nische in den Natur- oder Ingenieurwissenschaften, oder auch etwas ganz anderes.

Bildsymbole: Allgemein oder spezifisch?

Allgemeine Bildsymbole hast du vielleicht schon irgendwo mal gesehen und hast sie im Kopf. Oder du findest schnell eine Vorlage im Internet zum Abzeichnen. Solche Symbole habe ich dir auch in der Sketchnote-Starthilfe zusammengestellt. Also zum Beispiel: Die Zielscheibe für etwas, das erreicht werden soll. Die Glühbirne für eine Idee. Die Uhr für einen Termin.

visuelle notizen symbole maschinenbau fvv © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Mit allgemeinen Symbolen kommst du auch schon ziemlich weit im beruflichen Notizen-Alltag, etwa bei der Tagesplanung. Wenn es aber beispielsweise um (handgemachte) Visualisierungen für Präsentationsfolien geht, braucht es oft mehr als die allfällige Glühbirne…

Was machst du, wenn du – nehmen wir mal an – Ingenieurin bist, Motorenentwicklung dein Maschinenbau-Nischenthema ist und du spezifische Visualisierungen für die nächste Fachtagung brauchst? Zu  Begriffen wie „Motordynamik“ oder „Tribologie“ etwa. Im Internet nach Symbolbildern zu suchen, ist recht aussichtslos. Auch in den Abmalbüchern, die dir „2.000 Business-Symbole zum Nachzeichnen“ versprechen, wirst du wahrscheinlich nicht fündig.

Was also tun?

Entwickle selbst Symbole für dein Thema!

Mit Hilfe von Kreativitätstechniken und Lust am Ausprobieren geht das oft leichter als gedacht.

Auf welche wunderbaren Ideen man kommen kann, zeigt die Forschungsvereinigung Verbrennungskraftmaschinen e. V. in der Einladung für ihre Herbsttagung. Zu acht Schlagwörtern finden sich dort visuell sehr klar dargestellte und dadurch sehr eingängige Symbole:

visuelle notizen symbole © Viktoria Cvetković bebildert.eu maschinenbau

 

Ich finde dieses Beispiel sehr inspirierend; es lädt ein zum Selber-Weiterdenken: Welche Symbolbilder fallen dir für dein Fachthema ein? Zum Beispiel, um visuell prägnante Anker in deinen Präsentationsfolien zu setzen? Und wie könntest du sie möglichst einfach darstellen?

Wie in diesem Beispiel müssen Bilder die Wörter nicht ersetzen. Im Gegenteil: Bild-Wortkombinationen sind ein mächtiges Werkzeug, um Inhalte im Gedächtnis zu verankern!

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Strukturierter arbeiten: Visueller Tagesplan statt To-Do-Liste

Strukturierter arbeiten: Visueller Tagesplan statt To-Do-Liste

strukturierter-arbeiten-anleitung-visueller-tagesplan-statt-to-do-liste © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Lesezeit: ca. 12 Minuten | aktualisiert: 23.07.2021

Einfach nur eine To-Do-Liste runterzuschreiben reicht nach meiner Erfahrung nicht, um die Aufgaben eines Arbeitstages effizient und vor allem nervenschonend zu erledigen. Warum? Einer Liste von Aufgaben fehlt die Verknüpfung zum zeitlichen Rahmen, der dir an diesem Tag zur Verfügung steht. Wenn du strukturierter arbeiten willst, solltest du einen visuellen Tagesplan nutzen. Dabei geht es im Resultat nicht unbedingt um mehr Produktivität im Arbeitsalltag (wobei die sich durch bessere Struktur auch oft einstellt), sondern vor allem um mehr Zufriedenheit und eine realistischere Einschätzung (und Wertschätzung!) deiner eigenen Arbeit.

Kleines Beispiel gefällig?

Nehmen wir an, du hast heute zwei Besprechungstermine und eine Liste von weiteren neun zu erledigenden Aufgaben. Die erste Besprechung ist für eine Stunde angesetzt, die andere für anderthalb. Nehmen wir weiter an, für deinen heutigen Arbeitstag hast du sieben Stunden zur Verfügung, inklusive (!) Pausen.

Du beginnst zu einer bestimmten Zeit (sagen wir um 9 Uhr) und hast nach deiner Arbeit noch etwas vor, z. B. mit deiner besten Freundin joggen oder deine Kinder abholen und mit ihnen ein Eis essen gehen (sagen wir um 17 Uhr). Arbeiten mit Ende offen und bis in die Puppen am Schreibtisch hocken ist heute nicht! Sagen wir also, du klappst deinen Laptop spätestens um 16 Uhr zu, damit du nicht zu deinem 17-Uhr-Termin hetzen musst. Bedeutet: 9 bis 16 Uhr – das ist dein heutiger Zeitrahmen.

Nehmen wir weiter an, dass sich die notwendigen Erholungspausen für Essen und gedanklich Runterkommen zwischen zwei Aufgaben etc. auf etwa eine Stunde summieren. Also bist du jetzt bei 7 minus 2,5 minus 1 gleich 3,5 Stunden. Für die Aufgaben auf deiner To-Do-Liste stehen dir also noch 50 Prozent deines eigentlichen Zeitkontingents zur Verfügung: 3,5 statt 7 Stunden.

Und auch diese 3,5 Stunden sind ein Idealwert. Wer sagt denn, dass dich nicht ein ungeplantes Telefonat erreicht (oder gleich mehrere)? Oder plötzlich noch eine dringend zu erledigende Aufgabe aufploppt? Von den 3,5 Stunden sind dann vielleicht nur noch 2,5 Stunden verfügbar – für deine immer noch neun Aufgaben auf der To-Do-Liste. Übersetzt in Minuten bleiben pro Aufgabe durchschnittlich nicht einmal 17 Minuten Zeit. Einiges kannst du in dieser Zeit sicher schaffen, anderes wird liegenbleiben – vielleicht gerade die wichtigen, konzeptionellen Dinge, die nicht mal eben in einer Viertelstunde erledigt sind.

Eingebautes Frustpotential inklusive

Selbst, wenn du dir weniger Zeit für Erholungspausen nimmst, deine Besprechungen kürzer sind und deine Arbeitstage länger: Das Prinzip bleibt gleich – uns stehen nie 100 Prozent unserer Arbeitszeit für die Aufgaben auf der To-Do-Liste zur Verfügung. Gedanklich tun wir aber oft so. „Neun Aufgaben in sieben Stunden? Kein Problem, das wirkt machbar.“

Vielleicht kommt dir das Beispiel auch übertrieben vor, bloß: Es ist aus dem Leben gegriffen. Meine durchschnittlichen Tage sahen eine Weile (eine lange Weile) ziemlich genau so aus. Und mein Frustpegel stieg von Woche zu Woche. Wenn ich oben drei Aufgaben von der Liste gestrichen hatte, waren unten schon wieder fünf neue dazugekommen. Hmmmpf!

Mal eine Tages-To-Do-Liste komplett abhaken? Keine Chance. Die Aufgaben wurden nicht weniger und das ungute Gefühl, langsam aber sicher die Übersicht über die Prioritäten zu verlieren, wurde immer stärker. Und erst die Unzufriedenheit mit mir selbst! „Wieso schaffe ich es nicht, diese poplige Liste abzuarbeiten?! Ich habe einen ganzen Arbeitstag Zeit dafür!“

anleitung-visueller-tagesplan © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Bei mir ist der Knoten erst geplatzt, als ich angefangen habe, mit Tagesübersichten statt mit To-Do-Listen zu arbeiten. (Ganz ohne To-Do-Liste komme ich auch nicht aus, aber ich habe nur eine und ich habe sie in einen Aufgabenspeicher umgewandelt, der visuell aufgebaut und thematisch organisiert ist. Aus diesem umfassenden Aufgabenspeicher speist sich mein Tagesplan.)

Wenn du deinen Tagesplan visuell machst, siehst du sofort, wie viel Raum deine Aufgaben einnehmen (Zeiteinheiten werden übersetzt in sichtbare Fläche). Damit kommst du zu einer realistischeren Einschätzung, wie viele Aufgaben du in deinem Arbeitstag unterbringen kannst. Außerdem siehst du auch, ob deine Prioritäten genug Platz bekommen.

Gehen wir die Tagesplanung also mal visuell an. Leg dir Stift und Papier bereit, wir starten:

1. Lege für deinen visuellen Tagesplan eine Zeitleiste an

Die Zeitleiste ist im visuellen Tagesplan das erste potentielle Korrektiv gegen eine frustrierende, weil viel zu lange To-do-Liste, die sich objektiv betrachtet überhaupt nicht an einem Tag abarbeiten lässt. Deswegen starten wir IMMER mit einer Zeitleiste. Hier kommt dann auch oft schon das erste Aha-Erlebnis des Tages um die Ecke: Wie viel (oder wenig) Zeit dir heute tatsächlich zur Verfügung steht.

Deine Aufgabe:
Lege die Anfangs- und Endzeit deines Arbeitstages fest und trage die Stunden auf der Zeitleiste ein. Wenn du ohnehin feste Arbeitszeiten hast, erübrigt sich hier langes Nachdenken. Bei Gleitzeit oder wenn du selbständig arbeitest (oder studierst), variiert das möglicherweise von Tag zu Tag.

(Bei mir ist das so. Es gibt Tage, an denen ich um 8 Uhr starte, und andere, an denen ich mich erst um 12 Uhr an den Schreibtisch setze – oder nach einem Trainingstag beispielsweise erst nach 19 Uhr.)

anleitung-visueller-tagesplan © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Zu meinem Planungsritual gehört es, die Uhrzeiten täglich angepasst einzutragen. Die Länge der Zeitleiste gibt mir schon eine erste Idee, welche Aufgaben ich für den Tag sinnvollerweise einplanen sollte – und welche nicht. Für mich hat es sich außerdem bewährt, visuell in Einheiten von 30 Minuten zu planen. Das ist im Bild der Abstand zwischen zwei Punkten.

Obwohl ich generell Fan von blankem Papier bin (Karos, Linien und Raster finde ich optisch und geistig einengend), kommt für meinen visuellen Tagesplan ausnahmsweise gerastertes Papier („dotted paper“) zum Einsatz. Die Punkte machen es mir leicht, die Zeitleiste gleichmäßig anzulegen und sie sind dezent genug, damit ich sie ich sie auf dem Rest der Seite ignorieren kann.

Momentan nutze ich dafür A5-Notizhefte, die ich zufällig mal bei einer Drogeriekette entdeckt habe. Die kosten im 2er-Pack unter 3 Euro und ich verwende sie ausschließlich für meine Tagesübersichten. Das Papier hat eine ordentliche Qualität für den Zweck – was für mich konkret bedeutet, dass es gut mit meinen Füllern klarkommt. Mit 80 Seiten sind Hefte auch kompakt und leicht genug, um sie mitzunehmen, wenn ich von unterwegs arbeite. Mein Tag findet Platz auf einer DIN-A5-Seite, das heißt ein Heft entspricht 80 (Arbeits-)Tagen.

Du kannst natürlich auch ein „normales“ Kalender-Notizbuch nutzen. Da ist die Zeitleiste schon vorgegeben und beschriftet. Ich komme damit nicht gut klar, weil sich meine Gedanken innerhalb von vorgegebenen Boxen und Linien eingesperrt fühlen. Außerdem möchte ich meine Tagesseite mit der jeweils richtigen Uhrzeit starten lassen. Dazu passt kein vorgegebenes Kalenderschema mit starrer Zeitleiste.

2. Trage unverschiebbare Termine ein

Dazu sollten übrigens auch deine Pause(n) gehören. 😉

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3. Schätze für deine Aufgaben eine realistische Dauer

Dabei ist es wichtig, dass du dich weder über- noch unterschätzt: Du solltest eine reale Chance haben, die Aufgaben auch wirklich zu erledigen.

Den Zeitbedarf kannst du schon in deinem Aufgabenspeicher schätzen. Der Aufgabenspeicher enthält idealerweise alle deine anstehenden Aufgaben, ohne dass du diese schon einzelnen Tagen zugeordnet haben müsstest. Also einfach nur eine Übersicht von Dingen, die du nicht vergessen willst. Das kann eine klassische To-Do-Liste sein oder – übersichtlicher – ein visuell strukturierter Aufgabenspeicher.

Aus diesem Aufgabenspeicher speist sich dein Tagesplan, also die konkreten Aufgaben, die du erledigen willst. Jedes Mal, wenn du eine neue Aufgabe in den Speicher schreibst, kannst du schon schätzen, wie lange du dafür wahrscheinlich brauchen wirst. Spätestens aber, wenn du eine Aufgabe aus dem Speicher entnimmst und auf deinen Tagesplan setzt, solltest du eine Idee davon haben, wie viel Zeit du brauchen wirst.

Schreibe einfach den Zeitbedarf neben die jeweilige Aufgabe („Präsentationsfolien erstellen, 3 Stunden“).

4. Visualisiere den Zeitbedarf im Tagesplan

Ich empfehle dir, mit 30-Minuten-Einheiten zu arbeiten. Das kommt aus der Pomodoro-Technik. Visuell im Tagesplan ausgedrückt sind 30 Minuten ein Kästchen. Aufgaben, die länger dauern, bekommen entsprechend mehr Kästchen auf der Zeitleiste. Aufgaben, die kürzer dauern, bündelst du und fasst sie in einem Kästchen zusammen.

Im Beispiel „Präsentationsfolien erstellen, 3 Stunden“ würdest du also 6 Kästchen auf der Zeitleiste markieren.

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5. Markiere Termine in deinem visuellen Tagesplan prägnant

Das ist optional, aber sehr hilfreich. Termine sind oft die Fixpunkte in der Tagesübersicht, um die sich alles andere herumgruppiert. Gib ihnen daher auch optisch Gewicht. Das kann durch eine bestimmte Farbe sein, oder wie bei mir zum Beispiel einfach durch Schraffur.

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6. Visualisiere auch Zeitpuffer in deinem Tagesplan

Plane vor bzw. nach Terminen auch optisch Zeitpuffer ein. Vielleicht musst du irgendwo hinfahren oder die Nachbereitung direkt im Anschluss erledigen. Das sind Zeiten, die du vielleicht im Kopf hast, aber solange sie nicht auf der Zeitleiste eingetragen sind, sind sie nicht im Blick. Außerdem suggerieren die freien Flächen dir, dass du mehr verfügbare Zeit hast, als es tatsächlich der Fall ist.

anleitung-visueller-tagesplan © Viktoria Cvetković bebildert.eu

7. (optional) Gib unterschiedlichen Aufgaben unterschiedliche Farben

Das ist insbesondere dann nützlich, wenn du auf einen Blick erkennen möchtest, ob du deinen Prioritäten genügend Zeit einräumst. Das kann auch im Nachhinein interessant sein, z. B. bei einem Quartalsrückblick. Ich unterscheide in meiner Tagesplanung nach kommunikativen Aufgaben (z. B. Telefonate und Besprechungen – gelb), administrativen Aufgaben (z. B. Buchhaltung – grau) und konzeptionellen Aufgaben (z. B. die Entwicklung eines Workshops – blau). Pausen sind bei mir übrigens grün.

Sollte ich beim Durchblättern meines Notizbuchs feststellen, dass eine Farbe über Tage hinweg dominiert oder eine andere ganz fehlt, dann weiß ich, dass ich gegensteuern muss. Das praktische ist: Um das festzustellen, muss ich nicht erst in die Notizen reinlesen, ich sehe es schon an der Farbverteilung.

anleitung-visueller-tagesplan © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Zum Weiterlesen:

strukturierter-arbeiten-anleitung-sortierter-aufgabenspeicher-statt-to-do-liste © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Strukturierter arbeiten: Sortierter Aufgabenspeicher statt To-Do-Liste

In 5 Schritten zu mehr Leichtigkeit und Übersicht im Arbeitsalltag

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12 von 12: Juli 2021

12 von 12: Juli 2021

Lese- und Schauzeit: ca. 5 Minuten

An jedem 12. eines Monat findet das Fotoprojekt „12 von 12“ statt. Ursprünglich gestartet wurde es von Chad Darnell, aber leider inzwischen nicht mehr fortgeführt. Im deutschprachigen Raum sorgt zum Glück Caro von Draußen nur Kännchen dafür, dass wir trotzdem weitermachen können.

Der Juli ist mein Lieblingsmonat und ich verbringe die Sommerzeit am allerliebsten draußen. Weil heute aber auch Montag ist, startet dieser 12. Juli  zunächst einmal als normaler Arbeitstag.

1-arbeitsplatz-schreibtisch-12von12 © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Viel administrativer Kram, E-Mails, Telefonate und die Planung der kommenden drei Wochen füllen den Vormittag.

2-gartenzeit-kirschen-ernten-12von12 © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Danach ist Gartenzeit. Unsere Sauerkirsche trägt dieses Jahr nicht viel, die Früchte sind aber gesund und knackig.

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Die Johannisbeeren wollen geerntet werden, sowohl die roten…

4-gartenzeit-johannisbeeren-ribisel-ernten-12von12 © Viktoria Cvetković bebildert.eu

… als auch die schwarzen.

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Bilanz der heutigen Beerenlese: Zwei Kilo schwarze und etwa anderthalb Kilo rote Johannisbeeren in Familiengemeinschaftsaktion geerntet. Die Marmelade ist gesichert!

6-gartenzeit-sataras-grill-holzefeuer-12von12 © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Apropos essen: Warum ich den Juli auch so liebe, ist das Kochen draußen.

7-gartenzeit-sataras-grill-holzefeuer-12von12 © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Hier schmurgelt ein Sataraš – mit Paprika als wichtigster Zutat. Viiiiiiiiiel Paprika. 😀

Für vier Personen (inkl. Option auf Resteessen am nächsten Tag):

  • 800 g in mundgerechte Würfel geschnittenes Rindfleisch in einer großen Pfanne in Olivenöl kräftig anbraten. Dann nach und nach Gemüse dazugeben und mitbraten; wegen der unterschiedlichen Garzeiten kommt nicht alles auf einmal rein.

    Die Reihenfolge:
  • 3 in Würfel geschnittene Zwiebeln
  • 3 in Scheiben geschnittene Möhren
  • ca. 20 kleingeschnittene Paprika (am besten die dünnwandigen, aromtischen Spitzpaprika aus dem türkischen Gemüseladen)
  • 4 große, in Würfel geschnittene Tomaten
  • 1 in Würfel geschnittene Aubergine
  • 2 in Würfel geschnittene Zucchini

Salzen, pfeffern, Deckel drauf und so lange schmoren lassen, bis das Fleisch butterweich ist. Final abschmecken und heiß servieren!

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Wer sagt, dass man auf einem Grill nur grillen kann?

9-gartenzeit-rosen-zeichnen-aquarell-12von12 © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Weil Schmorgerichte einfach eine Weile brauchen, bis sie fertig sind, ist jetzt Zeichenzeit. Mein Vorsatz für dieses Halbjahr ist, wieder eine Zeichnung pro Tag zu machen. Egal wie klein oder vermeintlich trivial das Motiv ist, Hauptsache nach direkter Beobachtung und vor Ort. Ich habe das in den letzten drei Monaten arbeitsbedingt schleifen lassen, aber gemerkt: Nicht zeichnen ist keine Lösung. Zeichnen ist wie Meditation, nur besser.

10-gartenzeit-erbsen-ernten-12von12 © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Am Ende des Gartentags wollen die Erbsen auch noch geerntet werden.

11-gartenzeit-erbsen-ernten-pulen-12von12 © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Und gepult natürlich auch. Damit beschäftige ich mich jetzt noch ein Stündchen.

12-gartenzeit-himbeeren-ernten-marmelade-12von12 © Viktoria Cvetković bebildert.eu

… und die werden heute Abend auch noch zu Marmelade verarbeitet. 😀

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Monatsrückblick Juni 2021: Müde & erschöpft

Monatsrückblick Juni 2021: Müde & erschöpft

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Lesezeit: 15 Minuten

Waaaas? Schon wieder ein Monat rum? Aber nicht nur das, auch das erste Halbjahr 2021 ist vorbei. Eigentlich Bergfest! Nur nach feiern war mir diesen Monat nicht zu Mute. Mit dem Halbjahresumbruch bricht auch bei mir einiges um. Zeit für einen Blick zurück und zwei nach vorne. Was passiert, wenn man es übertreibt und nicht ausreichend auf die eigenen Energiereserven achtet? Und wie lassen sie sich wieder auffüllen?

Müde und erschöpft

Die ersten beiden Juni-Wochen hing ich sprichwörtlich in den Seilen. Als wäre ich ein träge dahindümpelnder Luftballon, dem gaaaanz laaaaaaangsam die Luft ausgeht. Als ob irgendwo in der Außenhaut ein kleines Löchlein ist, aber es ist schon nicht mehr genug Druck im Ballon, um mich beim Stich zum Platzen zu bringen oder um wenigstens mit einem geräuschvollen »pfffffffffffffffffffffff« durch die Gegend zu titschen.

Alles war… zu viel. Ich hatte keinen Antrieb mehr, habe den Laptop nur aufgemacht, wenn ich musste, und mich dann auch sofort von jeder noch so kleinen Aufgabe überfordert gefühlt. Ich weiß, die meisten von uns kennen diese Gefühle. Einfach keine Energie mehr zu haben, keine Freude mehr an dem, was sonst leichtfällt und Spaß macht, und dann die Frage, die leise aus dem Hinterkopf hervorkriecht:

„Wozu mache ich das eigentlich alles?“

Bei mir fiel es zeitlich zusammen mit der Corona-Impfung. Ich könnte es jetzt auf die Nebenwirkungen der Impfung schieben (Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Schüttelfrost, Gelenkschmerzen und der dringende Wunsch, für immer im Bett liegen zu bleiben) und mir einreden, alles andere wäre töffte, das wäre aber gelogen. Der äußere Anlass – die Impfung und ihre Nebenwirkungen – war lediglich der Auslöser, aber nicht der Grund für die mentale Abgeschlagenheit. Daher: Impfen lassen würde ich mich immer wieder.

Was mich nachdenklich macht, ist, dass ich die körperlichen Symptome gebraucht habe, um mir Ruhe zu erlauben. (Ja: „erlauben“.) Sich mental ausgebrannt zu fühlen reichte offenbar nicht. Danke also für diesen Körper, der mir, der disziplinierten Perfektionistin, die Erlaubnis gegeben hat, mich gepflegt in ein Loch fallen zu lassen und da erst mal eine Weile zu bleiben und … Pause zu machen.

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Was gut ging: Halbe Tage einfach nur aus dem Fenster gucken (ich bin dankbar, dass ich dabei in eine grüne Baumkrone schauen kann) – scheinbar grundlos in Tränen ausbrechen – es tagelang nicht vor die Tür schaffen, obwohl es die schönsten Sommertage sind, die geradezu dazu einladen, sich mit einem Buch unter die Linde im Park zu legen – sich wie eine Versagerin fühlen.

Was nicht ging: Unter Menschen gehen – einkaufen – längere Telefonate führen – empathisch sein – Blogartikel schreiben – mein neues Online-Programm zum geplanten Datum veröffentlichen.

Nun bin ich familiär vorbelastet und beobachte mich in solchen Phasen sehr genau. Der Grat zwischen deprimierter Phase und depressiver Phase ist ein schmaler. Wie eine schwere pathologische Depression aussieht, weiß ich, wie sie sich anfühlt, weiß ich zum Glück nicht. Und ich möchte, dass das so bleibt.

Sie ist klein, dennoch habe ich genetisch gesehen eine gewisse Wahrscheinlichkeit zu erkranken. Längere und heftige Stressphasen können da begünstigend wirken. Bin ich einfach „nur“ müde und erschöpft, weil ich viel gearbeitet habe? Oder ist es mehr als das? Wie antriebslos fühle ich mich auf einer Skala von 0 bis 10? Bekomme ich es noch hin, mir selbst etwas zu essen zu machen oder schaffe ich es nicht mehr, mich aus dem Bett zu bewegen?

Achtsamkeit im Alltag und Meditation sollten allein schon aus Vorsorgegründen zu meinen täglichen Routinen gehören. Meistens ist das auch so, aber manchmal fällt mir auch das schwer und gerät aus dem Blick. Anfang Juni ist es mir nicht mehr gelungen. Im Mai eigentlich auch schon nicht mehr. Und im April… naja, lassen wir das.

Was mich vor einem Kurzschluss gerettet hat, war, die Überforderung jetzt endlich wahrzunehmen. Wirklich wahrzunehmen. Termine zu verschieben. Und mich erst einmal zurückzuziehen. Ins Loch fallen zu lassen. Alleine.

Nach und nach haben sich meine Batterien wieder aufgeladen. Mein Blick hat sich geklärt, meine Gedanken auch. Die Freude am Leben und auch die Freude an meiner Arbeit ist wieder zurückgekommen. Mein Glück ist: Mit mir allein sein tut mir gut. Ich mache dann eine Weile einfach nur, was mir gerade möglich ist. In solchen Phasen ist das nicht viel. Mein Wach-Schlaf-Rhythmus verschiebt sich extrem. Und nach und nach komme ich wieder in Kontakt mit meinen eigenen Bedürfnissen. Was dabei sehr hilft, ist meine Familie im Rücken zu wissen. Dass liebende Menschen für mich da sind, auch wenn sie nicht körperlich anwesend sind.

Und doch: Diese Erschöpfungsphase war heftiger als das, was ich sonst so aus den letzten Jahren kenne. Um es nicht nur bei einem diffusen Überforderungsgefühl zu belassen, sondern um in der Lage zu sein, in Zukunft aktiv gegenzusteuern, habe ich mich mal an die Analyse begeben. Gibt es objektive Faktoren, an denen ich frühzeitig ablesen kann, dass es in die falsche Richtung geht?

Arbeitszeit ist so ein Faktor. Ich erfasse meine Arbeitszeit ziemlich genau … und habe jetzt seit langem mal wieder ausgewertet. Für das erste Halbjahr 2021 komme ich auf einen Wochendurchschnitt von etwa 60 Stunden, also anderthalb Vollzeitstellen. Durchgängig. Mit Ausnahme der ersten Januarwoche. Sollte es mich also wundern, dass irgendwann Müdigkeit und Erschöpfung bei mir anklopfen? Nein…? Kann ich vorbeugend etwas dagegen tun? Ja!

Zunächst mal festlegen, was in den nächsten sechs Monaten dran ist – und was nicht. Mein Gefühl sagt mir, dass ich dem „Was nicht“ gerade besondere Aufmerksamkeit widmen sollte.

Und dann Bilanz ziehen, was ich alles in nur sechs Monaten geschafft habe. Für ein bisschen mehr Realismus und ein bisschen weniger Impostor-Syndrom. Also habe ich als erstes mein Erfolgsmomente-Glas ausgeschüttet. Darin hat sich schon unglaublich viel angesammelt und es tut gut, sich daran zu erinnern, welche Hürden ich in kurzer Zeit schon genommen habe. Und dann habe ich angefangen zu schreiben.

erfolgsmomente-glas

Mein Halbjahresrückblick 2021

Anfang Januar habe ich mich kopfüber in ein neues Abenteuer gestürzt: Innerhalb von acht Wochen einen komplett neuen Online-Kurs konzipieren, auf die Beine stellen und durchführen.

Als Visualisierungstrainerin bin ich schon mehrere Jahre unterwegs, hatte mich aber bisher auf Weiterbildungen in der analogen Welt konzentriert. Das lief sehr gut, die Kurse waren immer ausgebucht, immer mit langer Warteliste. Ich habe mit verschiedenen Bildungseinrichtungen zusammengearbeitet und musste mich um nichts weiter kümmern als um gute Inhalte und zufriedene Teilnehmer:innen. Das kann ich. 😉 Das ist meine Kernkompetenz, das habe ich in meiner Trainerausbildung gelernt und in der Praxis immer weiter ausgebaut.

Nur funktioniert ein Online-Unternehmen komplett anders. In der analogen Welt finden mich meine Kundinnen über die Bildungseinrichtungen. Werbung musste ich für meine Kurse nie machen. In der Online-Welt muss ich aber plötzlich selbst dafür sorgen, gefunden zu werden. Eine Website zu haben reicht da nicht. Und SEO ohne relevante Inhalte, die gefunden werden können, schon mal gar nicht. Also kommt zur eigentlichen Kernkompetenz als Trainerin jetzt noch der ganze Bereich Marketing neu dazu. Mich als Expertin selbst vermarkten? Uääääh… 😬

Wie das geht, musste ich erst lernen – und bin immer noch dabei. Das fühlt sich mitunter sehr mühsam an. Wie interviewt man potentielle Kundinnen, um zu erfahren, was sie wirklich brauchen? Wie testet man, ob ein Kursangebot angenommen wird, ohne viel Zeit zu verlieren? Bis zu welchem Punkt funktioniert Akquise durch persönliche Weiterempfehlung? Ab wann braucht man Facebook Ads, um auch Menschen zu erreichen, die nicht Freunde von Freunden sind? Und wie richtet man Online-Anzeigen so ein, dass sie Resultate bringen und nicht nur hunderte von Euro verbrennen? Auf welche Kennzahlen kommt es an? Muss ich wirklich die Datenkrake Facebook nutzen? Wie geht Werbung, ohne mich zu fühlen wie ein Marktschreier? Wie geht Verkaufen, ohne mich zu fühlen wie ein schleimiger Autoverkäufer?

workshop-vorbereitung-12von12 © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Was mir dann wieder mehr Spaß macht, ist dann der gesamte Technikbereich. Auch wenn es da immer mal wieder hakt. Wofür brauche ich Tools wie Zapier? Und warum trickst mich ActiveCampaign beim Versenden von Mails immer wieder aus? Wie richte ich eine Kursplattform so ein, dass meine Kundinnen und ich uns wohlfühlen? Meine Lernkurve war ziemlich steil und ist es immer noch.

Seit Januar habe ich zwei Mal online gelauncht, also zwei Zyklen Online-Marketing durchgezogen, um schlussendlich zwei Kurse in die Welt zu bringen: Visuelle Notizen mit Leichtigkeit als berufsbegleitenden 4-Wochen-Kurs mit über 150 Teilnehmer:innen und jetzt aktuell Präsentiere dein Angebot visuell überzeugend als kompakteres Format. Dafür, dass ich Anfang des Jahres noch keine Ahnung davon hatte, wie das alles gehen soll, eine ziemliche Leistung. Hätte mir das jemand vor 6 Monaten gesagt, ich hätte es für unmöglich gehalten!

Was mich besonders stolz macht, sind die vielen, vielen positiven Rückmeldungen meiner Kursteilnehmerinnen. Das zeigt mir, dass die Online-Angebote inhaltlich mindestens genauso gut funktionieren wie Präsenzkurse. Und dass all das Marketing- und Technikgedöns meine Kernkompetenz als Trainerin nicht überlagert.

 

Der Kurs Visuelle Notizen mit Leichtigkeit ist super strukturiert und baut einzelne Elemente Schritt für Schritt auf, so dass man direkt ab der ersten Woche Erfolgserlebnisse verbuchen und seine Notizen kontinuierlich verbessern kann.

Viktoria erklärt und motiviert in ihren Videos sehr sympathisch, so dass die Umsetzung der Aufgaben wirklich Spaß macht! Es gibt viele Alltagstipps und vor allem Feedback sowohl von Viktoria als auch von den anderen Teilnehmer:innen. Auf einer Plattform werden Arbeitsergebnisse ausgetauscht, so dass man von der Umsetzung der anderen inspiriert wird. Die Kombination aus Videos bzw. schriftlicher Anleitung, Übungsaufgaben und Videokonferenz ist sehr hilfreich.

Durch den Kurs kann ich meine Notizen ohne aufwendige Nachbereitung nun langfristig weiternutzen und mit Kolleg:innen teilen. Die Investition in den Kurs hat sich für mich absolut gelohnt, da ich nun mit meinen strukturierten Aufzeichnungen besser arbeiten kann. Außerdem macht die Arbeit so tatsächlich mehr Spaß.

Ich empfehle den Kurs auf jeden Fall weiter!

M. A.

Assistentin der Geschäftsführung

Der Kurs Visuelle Notizen ist sehr gut konzipiert. Viktoria stellt sich durch ihre empathische Art sehr gut auf die Teilnehmenden ein und setzt ihr umfangreiches und fundiertes Wissen zielgerichtet und adressatengerecht ein.

Die Lerneinheiten fand ich klar strukturiert und durch die Videos hatte ich das Gefühl, Viktoria live zu erleben – mit dem Vorteil zurückspulen zu können, Pausen zu machen und zu dem Zeitpunkt zu lernen/üben, der gut in meinen Alltag passt.

Die Lerninhalte konnte ich direkt in meinen Arbeitsalltag integrieren. Falls es gerade keine passende Situation gab, konnte ich auf gut ausgewählte Podcasts zurückgreifen und auch vergleichen, was andere daraus mitgenommen bzw. gemacht haben.

Der Austausch mit den anderen Teilnehmenden fand ich hilfreich und das Teilen der Ergebnisse erweitert die eigene Perspektive. Mit dem Kurs hatte ich kaum bzw. angemessenen zeitlichen Mehraufwand, er hat mir aber sofortigen Mehrwert im Alltag gebracht!

Im Gegensatz zu einer Präsenzveranstaltung konnte ich von den Erkenntnissen sehr vieler verschiedener Teilnehmender profitieren und umgekehrt. Durch die mehrwöchige Laufzeit habe ich mich diszipliniert, die Lerninhalte umzusetzen und täglich auch in kleinen Abschnitten in meine Arbeit einfließen zu lassen. Die Schreibübung nutze ich täglich als Aufwärmübung, um meine Schrift in Richtung “klar und deutlich” zu entwickeln.

Vielen Dank für diesen tollen Kurs!

Eleni Issels

Referentin und Lösungsfokussierte Beraterin

Mein Ausblick auf das zweite Halbjahr 2021

Notwendig: Es ruhiger angehen lassen. Sehr wahrscheinlich werde ich im Herbst noch einmal einen berufsbegleitenden Kurs anbieten. Welchen der beiden: Visuelle Notizen oder Anschaulich präsentieren? Und wann? Habe ich noch nicht entschieden.

Mein Fokus wird jetzt erst einmal darauf liegen, auszuwerten und auszusortieren und vor allem regelmäßig zu schreiben. Bloggen entspannt mich und hilft mir, über Geschehenes neu zu reflektieren. Ich habe mir einen Wunsch erfüllt und bin jetzt für ein Jahr bei The Content Society dabei. Auf diese Gemeinschaft und all die wundervollen Menschen, die mitmachen, freue ich mich besonders.

Viel Raum wird auch das Herrichten unseres neuen Zuhauses einnehmen. Akut ist das ganze Haus eine Baustelle. Während in einem Raum schon die Wände gestrichen werden müssen, weil bald die Möbel kommen, reißen wir im nächsten gerade erst die Paneele von der Decke. Was ich tatsächlich genieße, ist die körperliche Arbeit und das zufriedene Erschöpftsein am Abend. Und das gemeinsame Feierabendgetränk auf dem Balkon. 😉

feierabend-weninger-syrah

Was im Juni 2021 sonst noch so los war

Die feierliche Schlüsselübergabe für unser neues Zuhause, nur noch getoppt vom handgeschriebenen Namensschild an der Haustür. Ich hatte Spaß mit Tauchfeder und Tusche. 😀

Schlüssel, Tauchfeder, Tusche

Gleich zwei liebe Menschen, über deren Postkarten ich mich wie Bolle gefreut habe – danke, liebe Jane, danke liebe Susanne! Die kamen in diesem Monat genau richtig. 🙂

Postkarten

Ein Buch zum Thema Regiolekt, das ich gerade mit Genuss lese und empfehlen möchte: Rheinisches Deutsch von Georg Cornelissen. Viele Beispiele und unterhaltsame Erklärungen zum „Hochdeutsch mit Knubbeln”. Erkenntnis: Der Regiolekt im Rheinland (nicht das echte Platt!), ja, datt is von mein Ruhrdeutsch gaanich so weit wech.

Buch Rheinisches Deutsch

Ein ganzer Tag Weiterbildung bei DER Koryphäe für Graphic Recording: Brandy Agerbeck. 😀

Workshopkit visual listening

Und hierüber habe ich im Juni 2021 gebloggt

Workshopvorbereitung

12 von 12: Juni 2021

Mein Samstag in zwölf Bildern. Jeden Monat am 12. findet das Fotoprojekt „12 von 12“ statt. Ursprünglich mal angestoßen von Chad Darnell.

Ja, mehr nicht. Habe ich schon erwähnt, dass ich mich diesen Monat müde und erschöpft gefühlt habe? 😉

Wenn du noch ein bisschen näher dran sein willst an dem, was bei mir so passiert, welche neuen Projekte ich starte oder welche Trainings aktuell sind, dann abonniere gerne hier meinen Newsletter:

*Pflichtfeld. Du kannst dich jederzeit mit einem Klick wieder abmelden. Die Infos, dich ich per E-Mail verschicke, wähle ich sorgfältig aus und versorge dich normalerweise zweimal im Monat mit Neuigkeiten. Meine E-Mails enthalten neben zahlreichen kostenlosen Tipps und Inhalten auch Informationen zu meinen Kursen, Angeboten, Aktionen und zu meinem Unternehmen. Hinweise zum Datenschutz, Widerruf, Protokollierung sowie der von der Einwilligung umfassten Erfolgsmessung erhältst du unter Datenschutz.

Hi, ich bin Viktoria.

© Viktoria Cvetković bebildert.eu

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12 von 12: Juni 2021

12 von 12: Juni 2021

Lese- und Schauzeit: ca. 5 Minuten

An jedem 12. eines Monat findet das Fotoprojekt „12 von 12“ statt. Ursprünglich gestartet wurde es von Chad Darnell, aber leider inzwischen nicht mehr fortgeführt. Im deutschprachigen Raum sorgt zum Glück Caro von Draußen nur Kännchen dafür, dass wir trotzdem weitermachen können.

blick-aus-dem-fenster-am-morgen

Für heute ist ein Wettermix angesagt: Vormittags nicht so doll, dann soll es langsam sonniger werden. Für die beiden neuen Windräder vor dem Fenster ist gerade Top-Wetter.

Workshopvorbereitung

Der Samstag als Arbeitstag: Vorbereitung für den Präsentations-Workshop am 24. Juni. Auf dem Flipchart im Hintergrund habe ich den Ablauf grob skizziert und an der Bürotür hängen die ersten Haftnotizen mit Postings für die begleitende Facebook-Gruppe.

Ideenskizzen

Zwischendurch mal aufräumen und abheften. Diese Ideen-Scribbles habe ich vor ein paar Tagen für ein Projekt meiner Lieblingskundin in Kenia gemacht. Wir sind gerade mitten in einem dreimonatigen Individualtraining zu visueller Kommunikation.

Ein Hoch auf dieses Internet! Ob sich das wohl durchsetzt?

Apfelbluete

Mittagspause mit Streifzug durch die Rheinische Streuobstwiese. Ich bin immer wieder fasziniert davon, dass die verschiedenen alten Apfelsorten alle zu unterschiedlichen Zeiten blühen. Ständig verändert sich etwas und es gibt jeden Tag Neues zu entdecken.

Folie von einer Türzarge entfernen

Diese Türzarge wäre gerne aus Holz. Zumindest die Vorbesitzer unseres neuen Zuhauses hätten das gerne gehabt. Tatsächlich kommt unter der Folie eine wunderschöne Stahlzarge zum Vorschein, schlankes Profil, schlicht und schwarz. Bloß das Ablösen ist seeehr mühselig und klappt nur millimeterweise. Mit dem Föhn erwärmt beschleunigt sich die Geschichte etwas. Also so auf etwa nur noch zweieinhalb Stunden pro Tür.

Fliesen unter der Tapete

Eine weitere Überraschung in der Küche: Unter der Tapete verstecken sich Fliesen. Joaaa, kann man so machen… Das Gute daran: Diese Tapeten lassen sich leicht abziehen.

Workshopkit visual listening

Vor zwei Tagen ist das Workshop-Kit angekommen und gleich startet mein Auffrischungstraining zu Graphic Recording bei Brandy Agerbeck. Ich hab’s gerade mal nachgeschaut: In den letzten 12 Monaten habe ich rund 8.000 Euro in Weiterbildungen investiert – und jede einzelne war ihr Geld wert.

workshop-with-brandy-agerbeck-bl-12von12 © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Läuft! Coole Gruppe, großartige Trainerin!

Pilze auf totem Stamm im Naturwald

Zur Entspannung drehe ich noch eine kurze Runde durch den Wald. Die Wettervorhersage hatte Recht, jetzt ist es sonnig und warm.

Kaefer mit Regenbogen

Wie schön, den eigenen Regenbogen um sich herum zu haben!

BirdNET erkennt Moenchgrasmuecke

birdNET ist meine App-Entdeckung des Jahres. Für mich, die ein Rotkehlchen akustisch nicht von einer Blaumeise unterscheiden kann, ist es fantastisch zu entdecken, welche Vogelarten so um mich herum singen. Heute am Waldrand entdeckt: Die Mönchsgrasmücke. Wusste vorher gar nicht, dass es diese Vogelart gibt.

Sepia am Abendhimmel

Zum Tagesausklang eine weitere Entdeckung am Himmel. Keine Ahnung, was das ist. Sehr großer Ballon? UFO? Verirrte Sepia? Egal. Freu mich über die Sichtung.

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Monatsrückblick Mai 2021: Der Wert der Gemeinschaft

Monatsrückblick Mai 2021: Der Wert der Gemeinschaft

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Lesezeit: 10 Minuten

Wie ich nach über vier Jahren wieder bei meinem Ursprungsthema gelandet bin, was Gemeinschaft in diesem Monat für mich bewirkt hat und über eine wunderschöne Überraschung im Briefkasten.

Back to the roots – anschaulich präsentieren

Ich fühle mich gerade ins Jahr 2017 zurückversetzt. Der Mai 2021 stand ganz im Zeichen von „visuell überzeugend präsentieren“, und mit genau diesem Thema habe ich mich Anfang 2017 als Visualisierungstrainerin selbständig gemacht. Konkreter: Ich habe Wissenschaftlerinnen dabei unterstützt, ihre Forschungsprojekte für Vorträge und Präsentationen so aufzubereiten, dass sie für Laien verständlich sind.

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Das ist ein Zitat von Nancy Duarte und es passt wunderbar zu meinem Monatsrückblick Mai 2021. Ich bin konferenzgeschädigt und hänge sehr ihrem Motto an, sinngemäß: „Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu.“ Wenn du schon mal drei lange Konferenztage von morgens bis abends durchstehen musstest, weißt du, was ich meine. 😉 Das war damals mein Antrieb, es besser zu machen. Erst mit eigenen Präsentationen und dann mit Trainings für andere.

Mittlerweile besteht der Hauptteil meiner Arbeit im Vermitteln von Basics für visuelle Notizen sowie Anwendungsstrategien für visuelles Arbeiten für Fortgeschrittene. Dazu kommen noch individuelle Trainingspakete für Einzelpersonen, die in der Regel projektbezogen sind, also Fitmachen in visuellen Methoden beispielsweise für Strategiesitzungen, Planungsworkshops, Vorlesungen. Da sind zwar auch noch Wissenschaftlerinnen dabei, das Gros meiner Kundinnen sind inzwischen aber Selbständige, insbesondere Coaches und Trainerinnen.

Und jetzt im Mai kam nach langer Zeit mal wieder eine Trainingsanfrage zu einer der großartigsten Anwendungen für visuelles Arbeiten: Wie kann man das eigene Wissen in einer inhaltlich packenden und optisch ansprechenden PowerPoint-Präsentation teilen? Diesmal von einer Coach, die ihr Angebot einer Krankenkasse vorstellen wird – die PowerPoint wird ihr Bewerbungs-Pitch.

Ich habe es sooo genossen, mal wieder eine Schulung zu „meinem“ alten Thema zu konzipieren! Warum das als Kollateralgewinn nicht auch mit einer Gemeinschaft von Interessierten teilen?

Genau das werde ich im Herbst tun und ein neues Gruppenprogramm auflegen: Visuell planen, anschaulich präsentieren. Stay tuned!

Von Unternehmerin zu Unternehmerin

In diesem Monat ist mir auch noch einmal klargeworden, wie wertvoll es ist, sich mit gleichgesinnten Menschen zusammenzutun.

Ein freudiges Dankeschön geht deshalb an dieser Stelle an meine Business-Buddy Heidi von Kleidermarie. Auf den ersten Blick scheinen wir nicht viel gemeinsam zu haben – Heidi ist Expertin für nachhaltige Kleidung und sorgt dafür, dass wir nur auf unserer Haut tragen, was uns guttut – aber wir sind gerade beide dabei, unsere Online-Unternehmen auf unsere absoluten Wunschkundinnen auszurichten. Die, für die wir die besten Ergebnisse erzielen können, weil wir auf einer Wellenlänge schwimmen, deren Werte wir teilen und mit denen sich die Zusammenarbeit nicht wie Arbeit anfühlt, sondern wie eine Strategiesitzung mit Cocktailschirmchen am Strand.

Die wöchentlichen Treffen mit Heidi tun gut – mit einer Person zu diskutieren, die gerade selbst vor ganz ähnlichen unternehmerischen Entscheidungen steht, öffnet einfach noch einmal ganz andere Gedankenräume als Gespräche mit Menschen, die nur die Festanstellung im Unternehmen kennen.

videokonferenz

Schreiben, schreiben, schreiben

Im Mai habe ich auch das Schreiben wieder angefangen. (Du liest gerade ein Resultat davon.) Und auch das fällt mir so viel leichter mit anderen zusammen. Blogartikel waren in der Vergangenheit immer ein echter Angang für mich, jeder Artikel mit dem Anspruch mal mindestens perfekt zu sein und das jeweilige Thema aus allen möglichen Blickwinkeln absolut umfassendst auszuleuchten und für meine Leserinnen maximalst hilfreich zu sein.

Jeder! Einzelne! Artikel! Ohne! Ausnahme!

Drunter ging es nicht. Das war auf Dauer ziemlich lähmend. Das traurige (na sagen wir, unbefriedigende) Resultat war, dass ich zwar eine Handvoll richtig guter Artikel auf der Seite hatte, aber ungefähr noch einmal die zwölffache Menge an faaaaaaaaaaaast fertigen Texten im Entwürfe-Ordner vor sich hindümpelten. Und noch trauriger: Ich hatte die Lust am Schreiben verloren.

Mit Judith und der gleichgesinnten Gang in The Blong Bang hat das Bloggen jetzt wieder den Stellenwert bekommen, den es verdient. Es nimmt sich nicht mehr so wichtig und es darf auch mal persönlich sein. Und überraschenderweise braucht so ein Text von der ersten Idee bis zum veröffentlichten Artikel jetzt auch noch viel weniger Zeit. Tstststs…

Was ich mit den vorhandenen Texten im Entwürfe-Ordner mache, habe ich noch nicht entschieden, denn momentan brechen sich viele neue Themen bahn, über die ich in den nächsten Wochen viel lieber schreiben möchte.

viele-verschiedene-stifte

Post aus der Schweiz

Am Monatsende hatte ich eine wunderschöne Überraschung im Briefkasten: Sehr besondere Post vom Schweizer Bergwaldprojekt.

monatsrueckblick-mai-2021-wert-der-gemeinschaft-Bergwaldprojekt-Elm © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Im letzten Sommer – in der kurzen Phase der Covid-Lockerungen – war ich als Reportage-Zeichnerin in der Schweiz, genauer gesagt oberhalb des Dörfchens Elm im Kanton Glarus. Als Freiwillige hatten der Mann und ich in den vergangenen Jahren schon mehrere Urlaube damit verbracht, Weißtannen zu pflanzen, umgestürzte Fichten zu schälen und mit der Wiedehopfhaue Steige in steile Berghänge zu schlagen.

Nach ein paar Jahren Pause wollten wir gerne wieder im Bergwaldprojekt mitarbeiten – aus gesundheitlichen Gründen darf ich nur leider kein schweres Werkzeug mehr durch die Gegend schwingen. Die Abmachung war daher, dass ich diesmal eine andere Form von Arbeit einbringe und die Tätigkeiten im Schutzwald in Bildern dokumentiere. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich eine komplette Projektwoche zeichnerisch begleiten durfte. 

Bergwaldprojekt Elm © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Bei den verschiedenen Arbeitsgruppen war ich tage- bzw. halbtageweise dabei und konnte so alle Tätigkeiten der Woche abbilden. Entstanden ist ein Leporello mit 19 Zeichnungen und einer Gesamtlänge von rund 5,30 Metern. Die einzelnen Motive sind allesamt nach direkter Beobachtung vor Ort gezeichnet, also im Wald, in der steilen Heuwiese oder zwischen Lawinenverbauungen am Hang. In jedem Motiv stecken rund zwei bis vier Stunden Arbeit.

Es gab die Zusage des Bergwaldprojekts, dass die Bilder veröffentlicht werden, ich hatte aber keine Idee davon, wann und in welcher Form das sein würde. Und jetzt waren mehrere Belegexemplare des „Specht“ in der Post! Es ist ein unbeschreiblich schönes Gefühl, die eigenen Zeichnungen in einer Publikation zu sehen. Und dann auch noch als Aufmacher, inklusive Titelbild.

Wenn du jetzt selbst überlegst, mal eine Woche lang Aktivurlaub in einer Gemeinschaft von Freiwilligen zu machen: Das Jahresprogramm für 2021 ist draußen.

Specht Bergwaldprojekt Elm © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Was im Mai 2021 sonst noch so los war

Hören, hören, hören!

Viel draußen sein ist ja gesund, vor allem im Wald. Und da hört man viele Vogelstimmen. Leider kann ich die nicht zuordnen (Stadtkind), aber weil ich ein neugieriger Mensch bin, bin ich jetzt gelegentlich mit Vogelstimmen-App unterwegs und kann nach ausgiebigem Test speziell diese hier sehr empfehlen:

BirdNET
(kostenlos verfügbar [App für Android] [App für iOS])

Ist auch kein dubioses Angebot, sondern gehört zu einem Forschungsprojekt der TU Chemnitz und der Cornell University. Bei uns im Wald habe ich damit schon Vögel entdeckt, von denen ich vorher nicht wusste, dass es sie überhaupt gibt. Zum Beispiel das Sommergoldhähnchen oder den Bluthänfling.

Fun Fact: Die App nimmt zwar die Vogelstimme auf, wandelt die akustische Information aber in ein visuelles Muster um. Nicht der Ton, sondern das Bild der Vogelstimme wird dann mit der Datenbank abgeglichen, um den Vogel zu bestimmen.

Screenshot der Vogel-App BirdNET

Impfen, impfen, impfen!

Geimpft! Nachdem in Köln leider nichts zu wollen war mit regulärem Termin nach regulärer Anmeldung – außer du kennst jemanden, die jemanden kennt, deren Schwippschwägerin bei einem Arzt die Praxis reinigt, der Impfdosen lieber im Bekanntenkreis verteilt statt nach Prio-Liste – bin ich an ein Impfzentrum vermittelt worden, das 40 Kilometer weit weg ist.

Ich staune: Dort werden Termine tatsächlich nach Priorität vergeben und nicht nach Nasenfaktor. Und neben dem Impfzentrum gibt es eine prima Eisdiele.

Sitzen, sitzen, sitzen?

Wir ziehen bald in unser neues Zuhause. Obwohl noch einiges renoviert werden muss, weiß ich schon sehr genau, was für Stühle an unserem Esstisch stehen werden: Freischwinger von Marcel Breuer. Das steht für mich seit Jahren fest – seitdem wir damals im Studium übungsweise Stahlrohrmöbel entworfen haben.

Zufälligerweise stehen bei unserem Notar genau die herum, nur will er seine generalüberholten Exemplare partout nicht hergeben. Für neue bin ich zu geizig, deswegen suchen wir jetzt weiter nach gut erhaltenen, gebrauchten Stühlen dieser Serie.

Anyone, der seine in gute Hände abgeben möchte? Dann bitte Nachricht an mich! 😀

freischwinger-von-marcel-breuer-s-32

Und hierüber habe ich im Mai 2021 gebloggt

Was sind visuelle Notizen?

Im Artikel gehe ich auf die acht wichtigsten Punkte ein und geben eine Antwort auf die Frage:
Musst du dafür zeichnen können?

tipps-visuelle-notizen © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Meine 5 besten Tipps für visuelle Notizen

Worauf du achten kannst, wenn du gerne visuell denkst und arbeitest – und das auch noch pragmatisch und zeitsparend tun möchtest.

gedanken-skizzen © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Gedankenskizzen – schnell erklärt

Darf ich vorstellen: Die kleine Schwester der visuellen Notizen. Passt locker auf einen Klebezettel und transportiert Informationshäppchen.

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Gedankenskizzen – schnell erklärt

Gedankenskizzen – schnell erklärt

gedanken-skizzen © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Lesezeit: 7 Minuten | aktualisiert: 24.05.2021

Lass uns heute mal auf eine besondere Form von visuelle Notizen schauen: die Gedankenskizzen.

Was sind Gedankenskizzen?

Gedankenskizzen sind im Grunde die kleinen Schwestern von visuellen Notizen. Sie passen locker auf eine Moderationskarte, ein A6-Notizblockblatt oder einen Klebezettel. Sie transportieren einzelne Informationshäppchen. In der Regel enthalten sie nur einen einzigen Gedanken oder Zusammenhang.

Gedankenskizzen sind eine einfache Visualisierungstechnik, die sich derselben Elemente bedient wie visuelle Notizen auch (Text, Linien, Rahmen, Pfeile, Symbole, Farbe). Bei ihnen geht es aber noch nicht darum, alle Gedanken strukturiert zu einem großen Ganzen zusammenzufügen, sondern erst einmal zu erkunden, was da ist und wohin die Reise gehen kann. Sie konzentrieren sich jeweils auf einen Kernpunkt.

Gedankenskizzen – ein Beispiel aus dem Alltag

Mein Vater ist Handwerker und tüftelt gerne neue Dinge aus. Viele meiner Möbel, vom Schreibtisch bis zum Sofa, hat er selbst entworfen und gebaut. Jedes Mal, wenn es mit der Planung losging, haben wir uns am Küchentisch zusammengesetzt und besprochen, wie wir uns das neue Möbelstück jeweils vorstellen.

Es hat sich als sehr hilfreich erwiesen, die Ideen direkt von Anfang an mit ein paar Strichen aufs Papier zu bringen, um nicht aneinander vorbeizureden. Wenn zwei Leute über „ein Bücherregal mit sechs Einlegeböden“ sprechen, können sie nämlich sehr unterschiedliche Bilder dazu im Kopf haben:

gedanken skizzieren © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Wäre blöd, wenn das Missverständnis erst beim Zusammenbauen in der Wohnung auffällt…

Gedankenskizzen – noch ein Beispiel aus dem Alltag

Diese Klarheit ist mir auch wichtig, wenn ich mit einer Kundin spreche, um für sie ein individuelles Training zu entwickeln. Wir reden dann oft über abstrakte Prozesse und Konzepte wie Resilienz, Change-Management, Mediation, Agilität, Bürgerbeteiligung oder Friedensarbeit.

Um zu verstehen, womit ich meiner Kundin am besten helfen kann (beispielsweise, was sie von mir genau an Trainingsinhalten braucht, um als Verwaltungschefin einen dreitägigen Planungsworkshop für ihre Mitarbeitenden in visuell starken Arbeitsplakaten umsetzen zu können), fange ich nach spätestens drei Minuten an, diese Konzepte grob aufzuzeichnen.

Oft sind das nicht mehr als ein paar Kästchen und Kreise mit Pfeilen. Aber sie machen ein körperloses, begriffliches Konstrukt wie „interdisziplinäre Zusammenarbeit“ überhaupt erst einmal auf dem Papier sichtbar und (be-)greifbar.

gedanken skizzieren © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Ein paar Striche genügen, um einen Gedanken auszudrücken, zwei miteinander zu verbinden oder das eigene Verständnis zu überprüfen: „Sprechen wir gerade über einen iterativen Prozess? Verstehe ich es richtig, dass wir mindestens drei Testschleifen brauchen, um zu wissen, ob das Konzept funktioniert?“

Und schon kommen wir ganz anders miteinander ins Gespräch. Vielleicht sagt meine Kundin dann: „Genau! Aber jetzt, wo ich das so sehe, fällt mir auf, dass der Knackpunkt genau hier liegt.“

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Wozu kannst du Gedankenskizzen verwenden?

Das Beschränken auf den einen wichtigen Gedanken macht Gedankenskizzen besonders gut geeignet zum (Er)-Klären, Lehren und Präsentieren:

  • Du kannst eigene Gedanken klären, indem du schnell eine Idee festhältst. Oder mehrere Ideen sammelst, jede auf einem eigenen, kleinen Zettel. So kannst du dir Klarheit über einen Sachverhalt verschaffen und die Ideen dann leichter weiterentwickeln.
  • Du kannst im Gespräch mit einer anderen Person überprüfen, ob ihr euch richtig verstanden habt, und dann von einem gemeinsamen Punkt aus eure Gedankengänge weiterverfolgen.
  • Du kannst ein komplexes Thema in einzelne Punkte herunterbrechen und Schritt für Schritt (Gedankenskizze für Gedankenskizze) erklären – in einem Gespräch auf einem Blatt Papier, beim Teammeeting auf dem Flipchart, in großer Runde in einer PowerPoint-Präsentation.

(Das haben Gedankenskizzen übrigens mit richtig guten Präsentationsfolien gemeinsam: Pro Folie nur ein Gedanke.)

gedanken skizzieren © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Das Wichtigste zusammengefasst…

Gedankenskizzen bilden also nicht das große Ganze ab – anders als eine visuelle Notiz, die oft als Übersicht aller möglichen Zusammenhänge oder Abläufe dient – sondern konzentrieren sich auf einen Kernpunkt.

Gedankenskizzen sind ein Ideenkatalysator, um einzelne Ideen, Fragen und Lösungsansätze sichtbar zu machen. Entweder nur für dich selbst, spontan im Gespräch mit anderen, oder fertig vorbereitet auf Präsentationsfolien oder einem Flipchart, um anderen Menschen dein Anliegen Schritt für Schritt zu verdeutlichen.

Mit Gedankenskizzen kannst du ein gemeinsames Verständnis herstellen und deinen Gesprächspartner:innen einen Anknüpfungspunkt bieten:

„So sehe ich das auch!“

„Dieses Detail habe ich noch nicht verstanden!“

„Wenn wir das weiterdenken, bedeutet das Folgendes: …“

… und ein schöner Nebeneffekt

Und wenn deine eigenen Gedankenskizzen zwar lesbar aber nicht perfekt sind, dann hat dein Gegenüber vielleicht auch den Mut, einfach selbst den Stift in die Hand zu nehmen und die eigenen Gedanken ebenfalls mit ein paar schnellen Strichen sichtbar zu machen.

Ist mir in den letzten Jahren jedenfalls schon ein paar Mal passiert: Ich stehe nach meiner Präsentation in der Konferenzpause an der Kaffeebar und komme mit einem Zuhörer ins Gespräch. Wir unterhalten uns eine Weile, dann schaut er sich suchend um, verlangt von der Barista einen Kugelschreiber und erklärt mir schließlich auf einer fleckigen Papierserviette, warum er einen bestimmten Punkt aus meinem Vortrag anders sieht als ich.

Mir geht dann immer das Herz auf – nicht, weil wir unterschiedlicher Meinung sind, sondern weil diese spontane Skizze oft begleitet wird von einem halb entschuldigend, halb stolz gemurmelten: „Ach, ich probiere das jetzt auch mal…“

Ein weiterer Schritt zur visuellen Alphabetisierung des Abendlandes! 😉

 

Erzähl mal – bist du auch eine Gedankenskizzierin? Oder hast du jetzt Lust bekommen, eine zu werden? So oder so, ich freu mich, von dir zu lesen! Hinterlasse mir einfach deine Nachricht in den Kommentaren! ⇓⇓⇓

Hi, ich bin Viktoria.

© Viktoria Cvetković bebildert.eu

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Meine 5 besten Tipps für visuelle Notizen

Meine 5 besten Tipps für visuelle Notizen

tipps-visuelle-notizen © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Lesezeit: 7 Minuten | aktualisiert: 14.05.2021

Wenn du gerne pragmatisch und zeitsparend arbeitest, dann bist du hier richtig. 🙂 Die folgenden Tipps bilden die Basis für anschauliche und verständliche visuelle Notizen, egal um welches Thema es inhaltlich geht.

Tipp 1: Sorge für eine lesbare Handschrift in deinen visuellen Notizen

Deine Handschrift ist dein wichtigstes Werkzeug. Während es ziemlich egal ist, mit was für einem Stift du schreibst, ist es absolut entscheidend, dass du lesen kannst, was du aufgeschrieben hast. Im Zweifel auch noch zwei Wochen später. Und auch, wenn du mal sehr schnell mitschreiben musstest.

Visuelle Notizen sind Notizen und Text ist immer der wichtigste Informationsträger in Notizen. Sorge dafür, dass die Informationen lesbar sind. Wenn sie es nicht sind, sind sie für dich verloren und hast dir umsonst die Mühe gemacht, sie aufzuschreiben.

Die Frage nach dem Stift ist trotzdem berechtigt. Vielleicht hast du auch schon die Erfahrung gemacht, dass sich deine Handschrift verändert, je nachdem womit du schreibst.

stifte-aendern-handschrift © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Der Punkt ist, dass ich mit allen drei Stiften in der Lage bin, leserlich zu schreiben. Deswegen spielt die Stiftwahl am Ende nicht die entscheidende Rolle für eine gut lesbare Notiz.

Tipp 2: Lege das Blatt quer

Hast du dich schon einmal gefragt, warum alle möglichen Präsentationsflächen – von der Kinoleinwand über Plakatwände, Computermonitore und Fernsehbildschirme – im Querformat sind?

Querformate können wir besser erfassen. Das menschliche Gesichtsfeld ist ein Querformat (genauer gesagt, ein horizontales Oval), denn unsere Augen sind nebeneinander angeordnet. Für visuelle Notizen empfehle ich daher auch das Querformat.

lege-blatt-quer © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Dass wir es gewohnt sind, Papier im Hochformat zu beschreiben, hat einen praktischen Grund, der aus der Verwaltung kommt: Es lässt sich abgeheftet im Aktenordner platzsparender verwahren – die Regale müssen nicht so tief sein und der aufgeschlagene Ordner auf dem Tisch braucht auch weniger Platz in der Breite.

Ein Hochformat eignet sich super für lineare Listen, visuelle Notizen folgen aber einer anderen inneren Logik. In ihrer Struktur ähneln sie eher Landkarten (und sie sind häufig auch Gedanken-Landkarten), auf denen wichtige Punkte verzeichnet sind, die zum Beispiel miteinander verbunden oder voneinander getrennt sein können. Analog zu Städten, Straßen und Ländergrenzen. Das ist visuell in der Fläche gedacht, macht so Zusammenhänge klarer und die Notiz letztlich übersichtlicher.

Aus meiner eigenen Erfahrung gesprochen: Ich habe gefühlt mehr Platz auf einem Blatt, das quer vor mir liegt. Ich bin noch nicht dahintergekommen, warum das so ist. Natürlich bleibt die verfügbare Fläche exakt gleich, egal wie herum ich das Papier drehe. Trotzdem komme ich besser mit dem Platz zurecht und die Aufteilung fällt mir leichter.

Tipp 3: Beantworte die Frage »Für WEN ist deine visuelle Notiz?«

Machst du sie ausschließlich für dich selbst oder müssen andere Menschen sie auch verstehen können? Das entscheidet darüber, ob deine Notiz mehr oder weniger aufwendig sein muss.

Matrix Sketchnotes © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Wenn nur du sie verstehen musst, kannst du die Inhalte viel knapper aufschreiben. Du kannst nach Herzenslust eigene Kürzel verwenden. Und du brauchst gerade nur noch so deutlich zu schreiben, dass du selbst deine Schrift lesen kannst.

Auch in puncto Ressourcen kannst du es dir einfach machen und einfach die Rückseite des verunglückten Ausdrucks nutzen, statt ein frisches Blatt Papier zu verwenden. Außerdem darf dein gedanklicher Aufwand geringer sein, denn du bist deine eigene „Zielgruppe“ und weißt, dass du nur genau aufschreiben musst, was dich selbst interessiert.

Wenn du vorher schon weißt, dass deine Mitschrift auch für andere Menschen nachvollziehbar sein muss, ist der Aufwand oft höher (und der Anspruch auch). Der Anspruch an die Lesbarkeit deiner Schrift steigt.

Beispielsweise, wenn du einer Klientin die wichtigsten Punkte aus eurem Coaching gleich mitgeben möchtest, dann sollte sie damit auch wirklich etwas anfangen können. Eine saubere Handschrift ist ein Muss. Die Nachvollziehbarkeit der Inhalte auch: Keine kryptischen Kürzel, dafür Übersichtlichkeit und Klarheit. Du musst dich schon beim Aufschreiben in ihre Lage versetzen. Es ist dein Job, die Notiz so zu gestalten, dass die Inhalte und die Zusammenhänge für deine Klientin eindeutig sind.

Tipp 4: Beantworte die Frage »WOFÜR ist deine visuelle Notiz?«

Auch dieser Punkt entscheidet mit darüber, wie viel Zeit und Energie du in deinen Aufschrieb investierst.

Welchen Zweck soll deine Notiz erfüllen? Willst du damit für eine Prüfung lernen? Den Inhalt einer Besprechung dokumentieren? Argumente sammeln, um dich auf ein Gespräch vorzubereiten? Die Inhalte eines noch zu schreibenden Textes brainstormen? Einen Tagesplan machen? Ein ganzes Seminar durchplanen?

Was machst du mit der Notiz, nachdem du sie erstellt hast? Wie lang ist ihre „Lebensdauer“? Bewahrst du sie über Jahre auf, weil sie ein Dokument ist? Wirfst du sie weg, sobald du alle Punkte darauf erledigt hast? Arbeitest du mit ihr weiter, weil sie zu einem größeren Prozess gehört?  Gibst du sie an andere weiter?

All das hat Einfluss darauf, wie aufwendig oder einfach, wie umfangreich oder knapp eine Notiz jeweils sinnvollerweise ist.

Nicht alle Notizen sind gleich. Manche dürfen guten Gewissens schluderiger sein als andere. Dir vorher den Zweck klarzumachen, hilft dir, nur so viel Energie reinzustecken wie nötig.

Tipp 5: Nutze nur einfache Symbole

Gefühlt gehe ich in jedem Artikel darauf ein, dass eine visuelle Notiz auch ohne Symbole eine visuelle Notiz ist. 😉

Dabei habe ich gar nichts gegen Symbole oder einfache Grafiken. Im Gegenteil – Bilder in Notizen (also die Kombination aus Wort und Bild) sind ein sehr wirkmächtiges Werkzeug. Wenn du sie richtig einsetzt, dann dienen sie als visuelle Anker.

Sie leiten das Auge in der richtigen Reihenfolge über das Blatt. Sie fallen auf, sie lenken Aufmerksamkeit auf sich, unser Gehirn kann sie schneller erfassen als Text und speichert sie als zusätzlichen Informationsbaustein ab. Kurz: Symbole machen Inhalte merkfähiger.

Damit sie das gut tun können, sollten sie möglichst einfach sein. Einfach im Sinne von reduziert auf das Wesentliche. Je einfacher sie sind, je weniger ablenkende Details sie enthalten, desto schneller sind sie erfassbar. Und gleichzeitig sind sie dann auch leichter und schneller zu zeichnen.

symbole-einfach-komplexer © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Kannst du mit diesen Tipps etwas anfangen? Was davon setzt du jetzt schon konsequent um? Und hast du weitere Tipps, du gerne teilen möchtest? Erzähl mir gerne in den Kommentaren davon, ich freu mich auf deine Nachricht! ⇓⇓⇓

Hi, ich bin Viktoria.

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Was sind visuelle Notizen?

Was sind visuelle Notizen?

Was sind

visuelle

Notizen?

 

 

 

 

 

 

 

Lesezeit: 9 Minuten | aktualisiert: 06.05.2021

Visuelle Notizen sind handschriftliche Aufzeichnungen, die landkartenartig strukturiert sind und das Wichtigste auf den Punkt bringen.

Eine andere Bezeichnung für visuelle Notizen sind Sketchnotes. Nach über 15 Jahren als „Sketchnoterin“ und vier Jahren als „Sketchnote“-Trainierin habe ich mich bewusst dafür entschieden, statt Sketchnote lieber visuelle Notiz zu sagen.

Was sind also visuelle Notizen genau?

1. Visuelle Notizen sind Notizen.

Das häufigste Missverständnis, das mir begegnet, klingt in etwa so: „Ach, das sind doch diese Zeichnungen.“

Ääähm… nein. Das sind Notizen. Ziemlich effektive und effiziente Notizen sogar. Und meiner Meinung nach zu schade für ein „kreatives Hobby“, denn du kannst beruflich damit einiges reißen. Richtig eingesetzt können sie dich bei der Arbeit entlasten, dich auf neue Ideen bringen und dir jede Menge Zeit sparen.

Lass mich also festhalten:

Visuelle Notizen sind keine Zeichnungen, sie dienen nicht zur Dekoration. Du machst sie nicht, um sie eingerahmt an die Wand zu hängen. Obwohl es auf Instagram manchmal so aussieht. 😉

2. Visuelle Notizen müssen keine einzige Zeichnung enthalten.

Wie bei jeder anderen Notiz steht auch bei visuellen Notizen der Inhalt im Fokus.

Deine eigene Handschrift ist deshalb das wichtigste Element deiner Notizen. Visuelle Notizen funktionieren wunderbar ohne Bilder und Symbole, ohne Text wird es aber schwierig – denn wie sonst solltest du Informationen kurz und prägnant festhalten können?

Viele meiner visuellen Notizen enthalten keine einzige Zeichnung, sind aber visuell strukturiert. Die Struktur ist eigentlich das ganze Geheimnis. 😉

Ich finde mich deswegen schnell in meinen Notizen zurecht, weil ich die Prioritäten auf einen Blick erkennen kann. Das kann ich wunderbar auch nur mit Schrift, ein paar Linien und etwas Farbe bewirken, wenn ich weiß, wie es geht.

Trotzdem spricht nichts dagegen, auch Symbole und sehr einfache, reduzierte Zeichnungen zu verwenden. Dann aber gezielt: Nur für die allerwichtigsten Aspekte in der Notiz und in sinnvoller Kombination mit dem Text.

Bilder (und insbesondere Bild-Wort-Kombinationen) helfen dir dabei, dir Inhalte besser zu merken und sie länger zu behalten. Relevante Forschung dazu findet sich in der Dual Coding Theory, der Kognitiven Theorie des multimedialen Lernens und dem daraus abgeleitete Picture Superiority Effect.

3. Visuelle Notizen haben eine visuelle Struktur.

Visuelle Notizen sind landkartenartig aufgebaut. Das macht sie – im wahrsten Sinne des Wortes – übersichtlich. Anders als bei einer linearen Notiz (z. B. einer To-Do-Liste) schreibst du Inhalte nicht einfach hinter- oder untereinander, sondern dorthin, wo es sinnvoll ist.

Text zu Sketchnote © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Normalerweise lesen wir im Deutschen von links nach rechts und von oben nach unten. Und wir bekommen beigebracht, auch so zu schreiben. Das ist eine rein lineare Struktur, und die ist in vielen Zusammenhängen auch sinnvoll. Zum Beispiel, wenn man einen Aufsatz oder einen Bericht schreibt. Dann gibt uns diese Struktur Orientierung, denn wir wissen genau, wo es im Text weitergeht.

Es gibt aber Situationen, in denen die lineare Struktur im Weg ist. Zum Beispiel, wenn du einen Aufsatz oder einen Bericht planst. Wenn noch nicht feststeht, was alles Inhalten du aufnehmen wirst und in welcher Reihenfolge, dann hilft es, eine flexiblere Struktur zu nutzen. Eine, die sich organisch entwickeln darf.

Dasselbe gilt auch für Besprechungsnotizen. Manchmal springen Menschen beim Sprechen zwischen verschiedenen Themen hin und her, selbst wenn es eine feste Agenda (=lineare Struktur) gibt. Und dann hilft es, wenn du deinen Notizen von vornherein eine flexiblere Struktur und den einzelnen Themen genügend Raum gönnst. So kannst du auch nachträglich noch Punkte dort ergänzen, wo sie inhaltlich hingehören.

Visuelle Notizen sind von ihrer Struktur her also eher Gedanken- oder Themen-Landkarten (und selten Auflistungen).

4. Visuelle Notizen nutzen die gesamte Fläche eines Blattes.

Punkte, die inhaltlich zusammengehören, stehen näher beieinander. Punkte, die nichts miteinander zu tun haben, sind auch räumlich weiter voneinander entfernt. So wie früher bei der Grüppchenbildung auf dem Schulhof. 😉

Ein Beispiel für eine visuell strukturierte Notiz ist die Mindmap.

brainwriting-mindmap-visuelle-notiz  © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Das Schöne ist: Du musst nicht vorher schon wissen, wo der „richtige“ Platz für einen Inhalt ist, weil sich das organisch beim Aufschreiben ergibt.

Mit einer visuellen Struktur kannst du Zusammenhänge leichter darstellen bzw. erkennen. Auf einen Blick ist sichtbar, wie sich die Inhalte zueinander verhalten: Gehören einzelne Punkte zu einer gemeinsamen Kategorie? Beeinflussen bestimmte Aspekte einander? Ist eine bestimmte Abfolge wichtig? Welche sind Gegensätze gibt es?

Der Inhalt bestimmt auch die Form, also die Blattaufteilung der Notiz. Wenn ein (zeitlicher) Ablauf im Mittelpunkt steht, ist eine andere Struktur zweckmäßig, als wenn es um die Zuordnung zu bestimmten Kategorien geht.

5. Visuelle Notizen sind inhaltlich fokussiert und auf das Wesentliche reduziert.

Visuelle Notizen enthalten selten ganze Sätze. Üblicherweise ist der Text schlagwortartig oder im Telegrammstil gehalten, und die einzelnen Punkte sind oft kompakte Textblöcke mit kurzen Zeilen. Damit erleichterst du es dir, Informationen schnell wiederzufinden. Kurze Textblöcke erfassen wir beim Überfliegen als Ganzes, in lange Zeilen muss man tatsächlich erst reinlesen.

was-sind-visuelle-notizen © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

6. Visuelle Notizen sind handschriftlich.

Das ist der einfachste, schnellste und ablenkungsfreieste Weg, Text visuell strukturiert anzuordnen. Und das Schreiben mit der Hand hat außerdem viele Vorteile für die Merkfähigkeit.

Ob du dabei lieber analog mit Stift und Papier arbeitest oder digital mit Pen und Tablet, ist dabei nicht so entscheidend. Beides hat Vor- und Nachteile.

In digital erstellten Notizen kannst du Dinge leichter korrigieren, löschen, verschieben oder in der Größe verändern. Das ist praktisch, birgt aber auch die Gefahr, sich in den Details der Bearbeitung zu verlieren.

Analoge Notizen sind oft schneller gemacht, denn ein leeres Blatt Papier bietet weniger Ablenkung als eine digitale Oberfläche mit unzähligen Schaltflächen. Und auch der vermeintliche Nachteil, Dinge nicht so leicht korrigieren zu können, kann manchmal ein Vorteil sein. Zumindest bei mir ist das so. Ich stelle fest, dass ich mir beim analogen Schreiben schneller klar über die Inhalte bin und mich später an mehr erinnere.

Vielleicht liegt es daran: Digital kann ich meine Gedanken auf der Oberfläche beliebig verschieben, analog ordne ich sie schon im Kopf.

7. Visuelle Notizen sind primär für dich selbst.

Du musst sie niemandem zeigen – genauso wenig wie andere Notizen auch. Nur weil sie durch ihre nichtlineare Struktur anders aussehen (und vielleicht mehr Farbe oder Symbole enthalten, als „übliche“ lineare Notizen), heißt das noch lange nicht, dass du anderen Menschen erlauben musst, dir beim Schreiben aufs Blatt zu starren oder das Aussehen deiner Notiz zu kommentieren oder sie gar zu beurteilen.

8. Visuelle Notizen können aus mehreren Seiten bestehen.

Manchmal frage ich mich, woher die Annahme kommt, die visuelle Notiz zu einer zweistündigen Besprechung müsste auf ein einzelnes DIN A4-Blatt passen. Bei einer linearen Notiz verlangen wir das doch auch nicht von uns selbst.

Also: Niemand zwingt dich, alles auf ein einzelnes Blatt zu quetschen. Auch wenn dir die Bilder im Internet vielleicht etwas Anderes vorgaukeln.

Visuelle Notizen aus Besprechungen oder Weiterbildungen bestehen bei mir regelmäßig aus mehreren Seiten. Wenn du mehr Platz brauchst, dann brauchst du mehr Platz. So einfach ist das.

Klar ist es manchmal von Vorteil, alles auf einem Blatt zu haben – nämlich wenn es um grundsätzliche Übersichten geht. Also etwa um einen Tagesplan, die Kapitelübersicht eines Fachbuchs oder eine grobe Seminarkonzeption.

Die detaillierten Inhalte hingegen brauchen nicht in die Gesamtübersicht. Es ist einfacher, für einzelne Aspekte aus der Gesamtübersicht wiederum eine eigene visuelle Notiz als Übersicht anzulegen.

Dann bleiben die Übersichten auch übersichtlich. 😉

 

Wie sind deine Erfahrungen mit visuellen Notizen? Nutzt du sie im Alltag regelmäßig – und wenn ja: wofür?  Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen! Ich freue mich auf deine Nachricht! ⇓⇓⇓

Hi, ich bin Viktoria.

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Ohne Firlefanz und Girlanden – einfach nur das, was du wirklich brauchst, um sofort loszulegen

Stift oder Tastatur – was ist besser für Notizen?

Stift oder Tastatur – was ist besser für Notizen?

Notizen machen mit

Stift oder Tastatur?

Welche Vorteile es dir bringt, mit der Hand zu schreiben

Lesezeit: 9 Minuten | aktualisiert: 10.03.2021

Notizen gleich auf dem Laptop zu machen wird zunehmend üblich und erscheint ja auch erst einmal sehr praktisch: Statt handschriftliche Notizen noch einmal abzutippen, erfasst man die Inhalte direkt in einer Textdatei und kann sie dann auch gleich digital teilen, also zum Beispiel die Besprechungsnotiz als E-Mail-Anhang an die Kolleg:innen verschicken.

Wo ist also das Problem?

Das erste Problem ist, dass niemand wirklich Lust hat, ellenlange Bleiwüsten-Protokolle oder Veranstaltungs-Mitschriften zu lesen.

Viele solcher Aufzeichnungen werden gemacht, um dann bestenfalls irgendwo digital abgelegt zu werden oder als Ausdruck im Wir-müssen-das-fünf-Jahre-aufbewahren-Leitz-Ordner zu verstauben.

Der Form ist genüge getan: Jemand hat das Protokoll geschrieben (mitunter frustrierend für diese Person, weil sie weiß, dass sie womöglich nur für die sprichwörtliche Schublade arbeitet), andere haben es abgelegt (mitunter mit schlechtem Gewissen, weil sie es gar nicht erst lesen) oder müssen sich mühsam (und mit leichtem Groll) durch den Textwust arbeiten, bevor sie relevante Informationen finden.

Damit weiterarbeiten möchte eigentlich niemand. Und einladend zum Lesen, gerade wenn man etwas nachschlagen muss, ist es auch nicht.

Das ist eine Erfahrung, die viele von uns machen.

Als Berufsanfängerin war ich perplex, dass eine Kollegin unwidersprochen regelmäßig seitenlange Protokolle von Sitzungen verschickt hat (5 Seiten in Arial Punkt 10 waren das Minimum), die aus Fetzen von wörtlichen Mitschriften des Gesagten bestanden und vollständig ohne Absätze auskamen. Das höchste der Gefühle war die Fettung von Namen.

Wie sich schnell herausstellte, war ich zu dem Zeitpunkt die einzige, die diese Texte noch las (typischer Anfängerfehler), während alle anderen sie ignorierten. Ihrer Vorgesetzten war es egal, denn sie las diese Protokolle auch nicht: „Zu lang, zu viele Nebensächlichkeiten, wenn ich etwas wissen will, muss sie es mir eben kurz und knapp erzählen“, wie ich dann zufällig während eines Teeküchengesprächs mitbekam.

ziele-richtig-aufschreiben-nahaufnahme-einer-visuellen-planung

 

Was für eine Verschwendung von Arbeits- und Lebenszeit!
(Wenn du keine Lust mehr auf strukturell begünstigte sinnlose Tätigkeiten hast, kann ich dir übrigens folgenden Artikel empfehlen: Fake Work)

 

Viel gravierender ist aber ein anderes Problem:

Du tust dir selbst keinen Gefallen mit direkt in den Laptop getippten Notizen.

Wenn es darum geht, dir Informationen zu erschließen, Inhalte zu behalten und Zusammenhänge zu verstehen (schnöde als Lernen bezeichnet), sind dir getippte Notizen im Weg.

Hier kommt eine wissenschaftliche Studie ins Spiel (ich gestehe, ich bin Fan von Studien – ja, ein bisschen nerdig, aber ich habe in meinem ersten Berufsleben sehr gerne wissenschaftlich gearbeitet und das tiefere Verstehenwollen von Zusammenhängen ist mir geblieben). Weil nicht jede:r gern wissenschaftliche Paper liest, habe ich die Inhalte hier verständlich für dich aufbereitet:

Die amerikanischen Psychologen Pam A. Mueller von der Princeton Universität und Daniel M. Oppenheimer von der Universität Kalifornien (UCLA) führten eine dreiteilige Studie (PDF) mit 65 Teilnehmenden durch, in der 15-minütige Videos gezeigt wurden.

Die eine Hälfte der Testpersonen war mit Laptops ausgerüstet, die andere mit Stift und Papier, beide Gruppen sollten Notizen machen. Anschließend erhielten sie Ablenkungsaufgaben. Zum Schluss wurde geprüft, was sie in Erinnerung behalten hatten.

Eine erste Analyse untersuchte die Anzahl der geschriebenen Wörter in beiden Bedingungen. Die Laptop-Gruppe schrieb signifikant mehr Wörter (>300) als die Handschrift-Gruppe (<200). Dann wurde untersucht, wie gut die Gedächtnisleistung in beiden Gruppen war. Unterschieden wurde dabei Faktenfragen von Verständnisfragen.

Die Ergebnisse zeigten keine Unterschiede beim Faktenwissen (wie zum Beispiel Jahreszahlen), jedoch schnitt die Handschrift-Gruppe bei den Verständnis-Fragen signifikant besser ab.

Der zweite Studienteil ähnelte dem eben beschriebenen, jedoch gab es eine Laptop-Gruppe, die die Anweisung erhielt, nicht einfach alles Gehörte mitzutippen, sondern die Inhalte mit eigenen Worten zu notieren. Trotz dieser Instruktion schnitt erneut die Handschrift-Gruppe besser ab.

Im dritten Studienteil schaute man auf einen längeren Zeitraum. Könnten die am Laptop geschriebenen Notizen vorteilhaft sein, um später damit zu lernen, da sie mehr und detailliertere Informationen enthalten? Dazu wurde das Wissen eine Woche nach dem Anfertigen der Notizen nochmals abgefragt, die Teilnehmenden hatten vor dem Test die Gelegenheit, sich nochmals mit ihren Notizen zu beschäftigen. Auch in diesem dritten Studienteil zeigte sich die Überlegenheit der handschriftlichen Notizen.

Warum ist das so?

Die Wissenschaftler:innen vermuten, dass die Art des Notizenmachens die Informationsverarbeitung in unserem Gehirn beeinflusst.

 

Beim Tippen sind wir eher versucht, Inhalte wortwörtlich zu transkribieren, weil die meisten von uns schneller tippen als mit der Hand schreiben können.

Der Effekt: Je mehr ich versuche, jedes einzelne Wort mitzuschreiben (darunter auch Nebensächlichkeiten), desto weniger Zeit bleibt mir zu denken. Durch das Mittippen werden Informationen vermutlich nur oberflächlich verarbeitet. Sie rauschen durch das Kurzzeitgedächtnis durch; das Aufschreiben wird wichtiger als das Verstehen.

Beim Schreiben mit Stift und Papier müssen wir uns hingegen von vornherein auf die Kernaussagen beschränken: Handschriftlich kannst du schlecht eins zu eins mitschreiben, du bist zu langsam (ich jedenfalls bin es).

Um Kernaussagen zu erfassen, bist du mit deiner Aufmerksamkeit ganz anders bei den Inhalten. Du musst aufmerksam zuhören, um Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Dabei verarbeitet dein Gedächtnis schon jede Menge Informationen, es gewichtet sie. Und idealerweise fasst du diese Informationen in eigene Worte, um eine lange Aussage auf den Punkt bringen zu können – die Kernaussage, die du in deinem Tempo gut handschriftlich festhalten kannst.

Zudem bekommt die festgehaltene Information einen physischen Ort, wenn du sie mit Stift und Papier festhältst.

Zufälligerweise(?) befindet sich unser Gedächtnis im selben Hirnareal wie unser räumlicher Orientierungssinn. Je „landkartenartiger“ eine Notiz ist, desto leichter bleiben Inhalte im Gedächtnis haften. Sie werden nicht nur (wie rein lineare Texte) im sog. Sprachzentrum verarbeitet, sondern auch im räumlichen Gedächtnis abgelegt.

Das ist ein zusätzlicher „Speicherort“ in deinem Kopf, auf den du zurückgreifen kannst, um Erinnerungen wieder abzurufen. Und es könnte erklären, warum das „in eigene Worte fassen und Tippen“ im zweiten Studienteil ebenfalls nicht mit den handschriftlichen Notizen mithalten konnte.

Warum erzähle ich dir das?

Etwas von Hand aufzuschreiben, um es zu verstehen, mit vorhandenem Wissen zu verknüpfen und im Gedächtnis zu behalten, ist eine wichtige menschliche Kulturtechnik.

In Wissensberufen ist sie essenziell.

 

Versteh mich nicht falsch: Es werden nicht gleich alle verdummen, wenn sie nur noch tippen. Wenn du dir aber über die Vorteile der handschriftlichen Notiz im Klaren bist und diese häufig nutzt(!), hast du ein mächtiges Werkzeug für deine Arbeit in der Hand.

Trotz fortschreitender Digitalisierung regelmäßig etwas mit Stift und Papier festzuhalten, verschafft dir kognitive Vorteile gegenüber denen, die das nicht (mehr) machen.

  • Du nimmst mehr wahr.
  • Du bist fokussierter.
  • Du durchdringst Zusammenhänge leichter.
  • Du siehst Verknüfungen, wo andere nur Einzelteile sehen.
  • Du trainierst dein kritisches Denkvermögen.
  • Du erreichst Ziele mit höherer Wahrscheinlichkeit.

Und wenn du es clever anstellst, sparst du sogar Zeit.

Die Alternative zu (ab)getippten Notizen ist, handschriftlich übersichtliche, lesbare Notizen zu machen.

Für dich selbst – kein Problem. Aber funktioniert das auch für Sitzungsprotokolle, die du machen und weitergeben musst? Und ob!

  • Schreibe sie leserlich von Hand,
  • beschränke dich inhaltlich auf Kernaussagen,
  • lass Nebensächliches weg,
  • mach Zusammenhänge optisch deutlich,
  • scanne deine Mitschrift ein,
  • versende sie als PDF-Anhang deiner E-Mail.

 

»Waaaaas? Das ist bei uns total unüblich! Was werden die anderen denken?«

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es immer einzelne Leute geben wird, die dich schräg angucken werden, wenn du ihnen etwas Handschriftliches zur Verfügung stellst. Aus eigener Erfahrung weiß ich aber auch, dass die überwiegende Mehrheit dir (möglicherweise nach einer ersten kleinen Irritation) dankbar sein wird.

Weil sie sich vielleicht das erste Mal nach Jahren überhaupt wieder ein Protokoll ansehen und das womöglich auch noch gerne machen.

Der Clou ist nämlich, dass nicht nur du, sondern auch sie sich besser darin zurechtfinden werden.

Hast du Lust bekommen, es auszuprobieren?

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Wie sind deine Erfahrungen mit handschriftlichen Notizen? Wie häufig schreibst du in deinem Arbeitsalltag mit der Hand? Hast du Lust bekommen, es wieder öfter zu tun? Oder tippst du lieber und hast gute Gründe dafür? Lass es mich in den Kommentaren wissen!  Ich freue mich auf deine Nachricht! ⇓⇓⇓

Hi, ich bin Viktoria.

© Viktoria Cvetković bebildert.eu

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5 Gründe, warum Ziele richtig aufschreiben hilft

5 Gründe, warum Ziele richtig aufschreiben hilft

5 Gründe, warum du deine

Ziele richtig aufschreiben

solltest, wenn du sie erreichen willst

Lesezeit: 9 Minuten | aktualisiert: 14.01.2021

Erfahre, warum es dir hilft,…

… Ziele aufzuschreiben, um sie zu erreichen,…
… was „richtig“ aufschreiben bedeutet, und…
… wie visuelle Notizen dir dabei nützen können.

Teil 1 der Miniserie zum Thema Ziele richtig aufschreiben. Teil 2 folgt in Kürze.

Hast du deine Ziele immer präsent, oder verlierst du sie manchmal aus den Augen?

Ich tendiere dazu, mich öfter mal in Details zu verlieren und das große Ganze dann nicht mehr Blick zu haben. Das kostet mich am Ende viel Zeit.

Was mir in letzter Zeit gut geholfen hat, um wieder den Überblick zu bekommen, ist meine Ziele konsequent sehr klar aufzuschreiben.

Genau diese Erfahrung möchte ich hier mit dir teilen.

Warum Aufschreiben den entscheidenden Unterschied macht

Ganz ehrlich? Es braucht keine Neurowissenschaft, um zu wissen, dass du dich besser an Dinge erinnerst, wenn du sie aufschreibst.

Du kennst das selbst: Angefangen vom Einkaufszettel über die hingekritzelte Telefonnotiz bis hin zum winzigen Spickzettel, der damals während der Klausur im Ärmel versteckt war…

Aber warum ist das so? Warum macht Aufschreiben so einen Unterschied? Und wie kann „richtig“ aufschreiben dir helfen, deine Ziele zu erreichen?

Schließlich macht es zusätzlich Arbeit, und wichtige Ziele kann man doch nicht einfach so vergessen (im Gegensatz zum Joghurt beim Einkaufen). Deine Ziele im Kopf zu haben müsste doch reichen – gerade weil sich wichtig sind, oder?

Nein, leider reicht das nicht.

ziele-richtig-aufschreiben-nahaufnahme-einer-visuellen-planung

Kürzlich bin ich über eine Studie gestolpert, in der untersucht wurde, welchen Effekt Aufschreiben darauf hat, Ziele zu erreichen.

Die Studienteilnehmenden wurden unter anderem gebeten, folgende Aussage zu bewerten:

„Mein Ziel ist in schriftlicher Form (einschließlich Bilder, Fotos, Zeichnungen usw.) so anschaulich beschrieben, dass ich es anderen Menschen buchstäblich zeigen könnte und sie genau wissen würden, was ich erreichen möchte“

Weniger als zwanzig Prozent der Befragten gaben an, dass ihre wichtigen Ziele „immer“ so anschaulich aufschreiben würden. Gleichzeitig stellte sich heraus, dass genau diejenigen, die es taten, ihre Ziele tatsächlich häufiger erreichten.

Die Wahrscheinlichkeit, ein Ziel zu erreichen, stieg durch anschauliches Aufschreiben um 40 Prozent.

Das macht für die Erfolgswahrscheinlichkeit einen ziemlich großen Unterschied – vor allem, wenn du bedenkst, dass das du dafür nicht mehr brauchst als ein Blatt Papier und einen Stift.

Schauen wir uns deswegen einmal an, was beim Aufschreiben passiert:

Aufschreiben berührt verschiedene Ebenen

#1: Externe Speicherung

Externe Speicherung ist schnell erklärt.

Durch simples Aufschreiben beginnt dein Ziel, an einem physischen Ort außerhalb deines Kopfes zu existieren. Zum Beispiel auf einem Blatt Papier.

ziele richtig aufschreiben macht sie sichtbar und begreifbar

 

Du kannst dein Ziel jetzt jederzeit sehen und darauf zugreifen.

Du kannst es in der Hand halten, es mit dir herumtragen, es an die Kühlschranktür heften, es überprüfen, umformulieren und verändern.

Du hast es vor Augen. Und in der Hand.

Schöner Nebeneffekt: Du entlastest damit auch dein Gehirn. Denn es ist wesentlich einfacher, dich mit einem sicht- und greifbaren Ziel zu beschäftigen, als einen nichtfassbaren, materielosen, flüchtigen, formlosen Gedanken im Kopf hin- und herzuwälzen.

Aber es gibt noch ein tieferes Phänomen:

#2: Codierung

Codierung ist der biologische Prozess im Gehirn, bei dem entschieden wird, was in dein Langzeitgedächtnis wandert und was nicht.

Alles, was du an Sinneseindrücken wahrnimmst, muss im Gehirn zunächst den Hippocampus passieren. Dort werden die ankommenden Informationen gefiltert. Informationen, die als wichtig eingestuft werden, werden im Langzeitgedächtnis gespeichert, der Rest wird verworfen.

Mit dem Aufschreiben verbesserst und unterstützt du den Codierungsprozess im Gehirn, denn Aufschreiben signalisiert dem Hippocampus: Das ist wichtig.

Mit anderen Worten:
Wenn du dein Ziel aufschreibst, hat es eine viel größere Chance, dauerhaft in Erinnerung zu bleiben.

#3: Erzeugungseffekt

Zusätzlich kommt noch der Erzeugungseffekt („generation effect“) ins Spiel.

Neuropsychologische Studien zeigen, dass Menschen sich besser an die Inhalte erinnern, die sie selbst erzeugt haben – also zum Beispiel durch Aufschreiben, aber auch eigene Ideen generieren zählt dazu. Informationen, die lediglich gelesen oder gehört wurden, blieben nicht so gut im Gedächtnis.

Was heißt das jetzt für dich?

Wenn du deine Ziele aufschreibst, kommst du sogar zweimal in den Genuss des Erzeugungseffekts: Das erste Mal, wenn du dir dein Ziel überlegst. Und dann noch einmal, wenn du es aufschreibst.

Durch das Aufschreiben verarbeitest und überdenkst du das mental vorhandene Bild deines Ziels erneut, du re-generierst es.

#4: Anschaulichkeit

Wie oben schon erwähnt, ist es entscheidend, wie anschaulich du dein Ziel aufschreibst, denn:

Sprache ist mehr als das Aneinanderreihen von Buchstaben.

Sprache ist das Denken in Mustern und Zusammenhängen.

Die Hirnareale, die für das Gedächtnis zuständig sind, sind auch dafür zuständig, eine räumliche Kartierung anzufertigen. Sie merken sich also nicht nur, was du aufschreibst, sondern sie merken sich auch, wo etwas steht.

Und hier kommt jetzt der große Vorteil von visuellen Notizen (Sketchnotes) zum Tragen. Anders als bei einem linearen Text, wo du von links nach rechts und von unten nach oben schreibst, bist du in deiner Sketchnote frei, deine Inhalte so anzuordnen wie es für dich Sinn macht.

Indem du deine Ziele in einer visuell strukturierten Form aufschreibst, tust du übrigens mehr, als nur Gedanken auf Papier zu bringen.

Ganz intuitiv triffst du auch einige Entscheidungen:

  • Wo schreibst du etwas hin?
  • Was schreibst du auf? Was lässt du weg?
  • Wie ordnest du Inhalte, die zu deinem Ziel gehören, zueinander an?
  • Welche räumlichen Beziehungen gibt es?
  • Wie zeigst du, was zusammengehört?
  • Welche Bilder und Symbole hast du zu deinem Ziel im Kopf? Wie kannst du sie darstellen?
  • Welche Emotionen sind dir wichtig? Wie kannst du sie festhalten?

All das bewirkt, dass wie nebenbei eine Menge kognitiver Verarbeitung stattfindet. Beim visuell strukturierten Aufschreiben brennt sich dein Ziel sozusagen in dein Gehirn ein.

Es entsteht eine Gedankenlandkarte.

Buch zu Sketchnote

#5: Fokus

Es ist aber nicht nur das Erinnerungsvermögen selbst, das sich verbessert, wenn du Dinge aufschreibst. Beim Aufschreiben – insbesondere, wenn du darauf achtest, es möglichst anschaulich zu machen – richtet sich dein Fokus automatisch auf die wirklich wichtigen Inhalte.

Denn das Notieren ist immer auch ein Selektionsprozess.

Selbst wenn du nicht darüber nachdenkst, konzentrierst du dich beim Aufschreiben automatisch auf die Kernpunkte, also auf das, was zum Verständnis notwendig ist. Weil wir Menschen faul sind (oder von Natur aus energieeffizient ;-)), lassen wir normalerweise weg, was wir nicht unbedingt brauchen.

(Außer, die Angst, etwas zu verpassen wird zu groß. Dann neigen wir dazu, seitenweise Papier vollzuschreiben und wenig davon zu behalten, aber das ist ein anderes Thema.)

Übrig bleiben die wichtigen Dinge.

Auch im Schulkontext hat man das beobachtet. Dort ging es um das Lernen für Prüfungen (das Bestehen von Klausuren ist ja auch ein wichtiges Ziel). Eine Gruppe hörte im Unterricht nur zu, die andere Gruppe hörte zu und machte sich Notizen. Direkt im Anschluss an den Unterricht wurde dann geprüft, was behalten wurde.

Interessanterweise erinnerte sich die erste Gruppe an genauso viele unwichtige wie an wichtige Fakten. Diejenigen, die sich Notizen machen, erinnerten sich hingegen primär an die wichtigen Fakten und merkten sich weniger von den unwichtigen Inhalten.

Aufschreiben hilft dir nicht nur, dich zu erinnern. Es macht auch deinen Geist effizienter, indem es dir hilft, dich auf die wirklich wichtigen Dinge zu konzentrieren.

Womit wir wieder bei deinen Zielen wären, denn die sollten dir unbedingt als wichtige Dinge gelten.

Deine Ziele anschaulich aufzuschreiben hilft dir, sie aus dem Grundrauschen des Alltags herauszufiltern und dich mit Klarheit darauf zu fokussieren, sie zu erreichen. Jeden Tag aufs Neue. Tag für Tag.

 

[Wenn du noch tiefer in die Materie eintauchen möchtest, empfehle ich dir das Buch „Lernen braucht Verstehen“ von Henning Beck – kannst du in den meisten Stadtbibliotheken ausleihen, oder du bestellst es über deine lokale Buchhandlung.]

So, das war Teil 1 der Miniserie…

Ich finde es immer motivierend zu verstehen, warum etwas funktioniert. Nur wenn du den Mechanismus kennst, kannst du ihn gezielt nutzen.

Rund wird die Sache aber erst, wenn du auch weißt, WIE du deine Ziele am besten aufschreibst. Und genau das zeige ich dir im nächsten Teil der Miniserie.

 

…bald geht es weiter!

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© Viktoria Cvetković bebildert.eu

Ich helfe dir, mit visuellen Notizen Zusammenhänge sichtbar zu machen, Wissen zu sichern und im Gedächtnis zu verankern.

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Ohne Firlefanz und Girlanden – einfach nur das, was du wirklich brauchst, um sofort loszulegen

Orientierung oder Sketchnote-Frust? Warum du im Internet fast keine „Vorbilder“ findest.

Orientierung oder Sketchnote-Frust? Warum du im Internet fast keine „Vorbilder“ findest.

Orientierung oder Frust?

Warum es keine gute Idee ist, im Internet nach „Vorbildern“ für die häufigste Anwendung von Sketchnotes zu suchen und wie du stattdessen weiterkommst.

Lesezeit: 14 Minuten | aktualisiert: 19.06.2020
(Du bist in Eile? Am Ende des Artikels findest du die Essenz in 10 Sekunden.)

Ich weiß, es kann frustrierend sein.

Egal, ob du erst seit 5 Minuten oder schon seit 5 Jahren Sketchnotes machst: Es wird wahrscheinlich immer mal wieder vorkommen, dass du in Frage stellst, ob das, was du aufs Papier bringst, wirklich richtige Sketchnotes sind. Oft lassen sich diese Bedenken leicht wieder abschütteln, manchmal werden die Zweifel aber so groß, dass sie dich ernsthaft ausbremsen.

Mich hätte es vor einiger Zeit fast aus der Kurve getragen.

Ich war kurz davor, Sketchnoting wieder aufzugeben, obwohl ich es fast täglich nutze (und das sogar beruflich). Aus lauter Zweifel darüber, ob das, was ich da machte, wirklich als Sketchnotes angesehen wird. Ob ich mit meiner Art, visuelle Notizen zu machen überhaupt zur „Sketchnote-Community“ dazugehörte.

Damit dir das gar nicht erst passiert, möchte ich dir in diesem Artikel den Rücken stärken. Ich teile meinen wichtigsten Tipp mit dir, mit dem du dauerhaft den Druck rausnehmen kannst.

Eine Quelle für Inspirationen und für Zweifel

Wenn du ähnlich tickst wie ich, dann suchst du zunächst einmal nach Möglichkeiten, Sketchnotes als praktische, übersichtliche Notizenform zu verwenden.

Direkt für deinen Arbeitsalltag, ohne viel Aufwand.

Notizen, die du gerne wieder hervorholst, weil sie übersichtlich und angenehm anzuschauen sind. In denen du dich schnell zurechtfindest und Informationen auf einen Blick erfasst. Notizen, die dir helfen, dich an Inhalte von Gesprächen oder Texten oder eigenen Gedanken zu erinnern.

Notebook Sketchnote

© Viktoria Cvetković | In dieser Sketchnote habe ich ein Kapitel eines Fachbuchs für mich zusammengefasst.

Und vielleicht bist auch du immer mal wieder auf der Suche nach Inspirationen und schaust dich im Netz um, was andere so machen? Vielleicht steckst du auch gedanklich gerade fest und suchst nach Visualisierungen zu bestimmten Begriffen? Oder nach Lösungen für die Blattaufteilung?

Und dann? Wie gehst du mit den gefundenen Beispielen um? Machst du dir Gedanken darüber, wie deine Sketchnotes im Vergleich aussehen? Zweifelst du manchmal, ob deine Sketchnotes sich mit anderen messen können? Ob sie gut genug sind? Vielleicht fühlst dich manchmal sogar talentfrei?

Wenn ja, bist du damit in guter Gesellschaft.

Wenn du „Sketchnotes“ als Begriff in eine Suchmaschine deiner Wahl eingibst, findest du in der Bildersuche Tausende von Beispielen. All diese Beispiele können eine tolle Anregung für deine eigenen Sketchnotes sein – sowohl wofür du sie nutzen kannst, als auch wie du sie gestalten kannst.

Andererseits trägt die Bildersuche einen gewaltigen Nachteil in sich, der mir selbst lange nicht klar war. Und der mich an einem bestimmten Punkt fast dazu gebracht hätte, Sketchnoting wieder aufzugeben.

Collage Sketchnotes © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Der blinde Fleck im Netz

In der gesamten Bildersuche wirst du den häufigsten, relevantesten Anwendungsfall für Sketchnotes nur sehr, sehr selten finden.

Als würden diese Notizen gar nicht existieren.

Wovon ich spreche?

Ich meine die ganz gewöhnlichen, praktischen, im Arbeitsalltag genutzten Sketchnotes. Die, die wirklich als Notiz- und Merkwerkzeug für einen selbst fungieren (und nie mit dem Gedanken an eine Veröffentlichung auf Instagram oder Pinterest im Hinterkopf erstellt werden).

→ Die mit den Durchstreichungen und schnellen Korrekturen.

→ Die mit der gequetschten Schrift am Rand.

→ Die mit der unausgewogenen Seitenaufteilung.

→ Die auf der Rückseite eines misslungenen Ausdrucks.

→ Die auf dünnem Karopapier.

→ Die mit den Interna drauf (Namen, persönliche Gedanken, interne Abläufe, …).

© Viktoria Cvetković | Alltags-Sketchnotes

Dinge, die ich selbst normalerweise auch nicht veröffentlichen würde.

(Außer ausnahmsweise hier und mit verpixeltem Text, um dir zu zeigen, was ich meine… Und ganz ehrlich? Auch das sind schon die „vorzeigbareren“ Beispiele. Oben links siehst du eine typische Notiz aus einem Team-Meeting, in der ich Themen, Fristen und Zuständigkeiten für mich festgehalten habe. Unten links ist eine etwas ausführlichere Besprechungsnotiz zu strategischen Themen, oben rechts eine Ideensammlung aus einem Brainstorming, und unten rechts die Kernpunkte aus einer einstündigen Diskussion).

Trotzdem bin selbst ich bei der Bildersuche darauf hereingefallen – und habe Äpfel mit Birnen verglichen. Und das meine ich absolut nicht arrogant, sondern vor dem Hintergrund meiner eigenen langjährigen Erfahrung mit visuellen Notizen. Ich nutze sie beinahe täglich als Alltagswerkzeug für mich selbst. Ich führe zum Thema Sketchnotes Trainingskurse in Unternehmen durch und bin Dozentin in der beruflichen Weiterbildung.

Wie soll es erst jemandem gehen, der mit Sketchnotes gerade erst startet und nach Orientierung sucht?

Obwohl ich also Sketchnotes regelmäßig im Einsatz habe, begann ich nach einer umfangreicheren Bildrecherche zu einem bestimmten Thema tatsächlich daran zu zweifeln, ob meine Notizen richtige Sketchnotes sind. Ob ich sie so nennen darf. Ob ich weiterhin Trainings dazu geben sollte.

Was ich nämlich bei der Bildrecherche gefunden hatte, waren massenweise sehr aufwändig gestaltete Sketchnotes mit hohem ästhetischem Anspruch. Viele davon gefielen mir gut, aber sie verunsicherten mich auch:

Zu ähnlichen Ergebnissen kam ich nur, wenn ich mir viel(!) Zeit nahm, ABER: Meine Alltags-Sketchnotes hatten damit wenig Ähnlichkeit.

Ich fing an, meine Kompetenz in Frage zu stellen. Müssten, nach jahrelanger Praxis, meine Sketchnotes nicht immer so aussehen? Müsste ich das nicht allmählich mühelos und nebenher „aus dem Handgelenk schütteln“ können?

chi-hua-chientech_crunch_ImageThink by Quotidian Ventures is licensed under CC BY 2.0

„chi-hua-chien_tech_crunch_ImageThink“ by Quotidian Ventures is licensed under CC BY 2.0

Orientierung oder Frust?

Glücklicherweise habe ich mich zu der Zeit sehr intensiv mit einer guten Freundin zu Sketchnotes und unseren individuellen Ansätzen ausgetauscht. Wir nahmen also alles auseinander.

Was viele der Sketchnotes im Internet gemeinsam hatten:

Sie waren bei Konferenzen oder ähnlichen Veranstaltungen entstanden.

Sie waren aufwändig gestaltet.

Sie konnten problemlos öffentlich geteilt werden, da die Inhalte nicht vertraulich waren.

Meist waren sie von Leuten erstellt worden, die professionell als visuelle Konferenzbegleiter unterwegs sind (Graphic Recorder, Visual Facilitator, …).

EUviz Visual Practitioners Conference by MinaLegend is licensed under CC BY 2.0

„EUviz Visual Practitioners Conference“ by MinaLegend is licensed under CC BY 2.0

Mit ein bisschen Abstand betrachtet hatte einiges, was ich unter dem Stichwort Sketchnote gefunden hatte, tatsächlich mehr Ähnlichkeit mit Graphic Recordings  (wenn auch nicht als Riesenposter, sondern in kleinem A4- oder A3-Format). Selbst wenn die gefundenen Sketchnotes vielleicht keine beauftragte Visualisierung von Redeinhalten waren – von der Form, von ihrem Aussehen her, hätten sie welche sein können.

Das heißt:

  1. beauftragt und bezahlt von der veranstaltenden Organisation,
  2. erstellt als berufliche Dienstleistung,
  3. um die Veranstaltung zu dokumentieren und
  4. das Ergebnis zu veröffentlichen.

Merkst du was? Das spielt sich in einem anderen Bereich von „Informationen visuell festhalten“ ab. Und es hat mit persönlichen Sketchnotes kaum noch etwas zu tun.

Nun sind visuelle Formate ja auch nicht auf Sketchnotes beschränkt:

Matrix Sketchnotes © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

© Viktoria Cvetković | Sketchnotes im Kontinuum visueller Formate

Für mich sind Sketchnotes primär visuelle Notizen für mich selbst.
Ich mache sie bei der Arbeit und für die Arbeit.

Ich schaute mir meine eigenen Alltags-Sketchnotes noch einmal genauer an – und zwar unter dem Blickwinkel: Waren sie nützlich für mich? Halfen sie mir bei der Vorbereitung von Terminen, beim Erinnern an Gesprächsinhalte, beim Entwickeln von neuen Ideen? (und zwar genau so unperfekt wie sie waren)

Antwort: Ja, das taten sie.

Störte es mich, dass sie optisch nicht sorgfältig ausgearbeitet waren? Störte es mich, dass ich an der fertigen Sketchnote direkt sah, was ich hätte besser machen können?

Ja, schon. Das kratzte an meinen eigenen Anspruch. In meinem Studium hatte ich mich jahrelang mit Gestaltung beschäftigt. Ich wusste, dass es besser ging.

Störte es mich so sehr, dass ich eine zweite, verbesserte Version von den Sketchnotes erstellen wollte?

Nö. Definitiv nicht. Sie erfüllten ja ihren Zweck.

Als diese Erkenntnis einmal eingesickert war, ging es mir schlagartig besser. Denn auch wenn ich die im Internet gefundenen Visualisierungen oft großartig finde, ist es definitiv Quatsch, Alltags-Sketchnotes mit (mutmaßlich) zur Veröffentlichung bestimmten Sketchnotes/Mini-Graphic-Recordings zu vergleichen oder sie daran zu messen.

Ich fragte mich weiter: Würde es mir in Zukunft für Alltags-Sketchnotes reichen, so weiterzumachen wie bisher? Oder sollte ich mir mehr Mühe mit der Planung geben, um zu optisch ansprechenderen Ergebnissen zu kommen?

Kommt darauf an. Denn irgendwie passt beides. Ich lerne gerne dazu und ziehe oft die besten Erkenntnisse aus eigenen Fehlern. Ich habe Spaß daran, Dinge kontinuierlich zu verbessern und freue mich über Erreichtes. Ich habe aber auch nur begrenzt Zeit. Ich muss Prioritäten setzen, sonst werde ich nicht fertig.

Alles immer möglichst perfekt geht halt nicht.

Den Druck rausnehmen

Deswegen nehme ich mir inzwischen vor jeder neuen Sketchnote einen Moment Zeit (Ich spreche hier wirklich von weniger als 1 Minute!), stelle mir zwei Fragen und treffe eine bewusste Entscheidung für diese eine nächste Sketchnote.

Das befreit mich von einer übertriebenen (weil dauerhaft hohen) Erwartung an mich selbst und ermöglicht mir trotzdem, Fortschritte mit meinen Sketchnotes zu machen.

Vielleicht willst du es ja auch einmal probieren?

Hier kommt der „Trick“:

Sorge für Klarheit in deinem Kopf, bevor du den Stift auch nur aufs Papier setzt.

Beantworte dir folgende Fragen dafür:

Für wen machst du Sketchnotes © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Sketchnotes für dich selbst kannst du problemlos mit einem Kugelschreiber auf der Rückseite eines misslungenen Ausdrucks machen (sieht ja niemand außer dir). Entscheidend ist, dass sie dir nützen.

Eine krakelige, inhaltlich stimmige Sketchnote bringt dir in jedem Fall mehr als eine, die vor lauter ästhetischem Anspruch gar nicht erst entsteht.

Möchtest du deine Sketchnote mit anderen Menschen teilen? Gerade im beruflichen Umfeld ist das dann oft der Moment, in dem die äußere Form beginnt eine größere Rolle zu spielen. Was ja auch sinnvoll ist, wenn du gute Inhalte in einer dazu passenden Verpackung präsentieren möchtest. Genauso wie ein aufgeräumter Schreibtisch sendet auch eine aufgeräumte, ordentliche Notiz ein bestimmtes Signal nach außen und trägt dazu bei, wie andere deine Arbeit wahrnehmen.

Je nach eigenem Anspruch kommst du dann vielleicht auch nicht mehr mit dem ersten Versuch aus, und fängst an, Entwürfe für die Struktur der Sketchnote und Vorzeichnungen für bestimmte Elemente zu machen. Die Notiz wird aufwendiger.

Beides ist in Ordnung. Es muss dir nur klar sein, bevor du loslegst.

Differenzierst du bei Sketchnotes © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Das präsent zu haben ist wichtig, wenn du zu Perfektionismus neigst.
(Richtig, ich spreche aus Erfahrung…)

Die Gefahr ist ansonsten, überzogene Ansprüche an die Gestaltung einer Notiz zu stellen, die außer dir niemand sehen wird. Solange du Kapazitäten dafür frei und Spaß an aufwendig ausgearbeiteten Sketchnotes hast, ist das überhaupt kein Problem. Wenn du aber merkst, dass allein der Gedanke an Sketchnotes dich schon stresst, weil du nicht weißt, ob es dir gelingen wird, sie „schön genug“ zu machen, oder du einfach zu lange brauchst:

Tritt einen Schritt zurück und leg für dich fest, wann die jeweilige Sketchnote gut genug (nicht perfekt!) ist.

Eine persönliche Planungsnotiz muss nicht so aufwendig gestaltet sein wie ein visuelles Protokoll, das du an andere weitergeben willst. Aber auch das visuelle Protokoll ist immer noch ein Protokoll und kein Kunstwerk. Seinen Mehrwert bekommt es durch eine übersichtliche Struktur und klar verständlichen Text, nicht durch kunstfertige Zeichnungen (auf die du übrigens komplett verzichten kannst, aber das ist ein Thema für sich und gehört in einen anderen Artikel…).

(Für mich habe ich es so gelöst:
Gelegentlich erstelle ich Sketchnotes, um sie mit anderen zu teilen, und dann gebe ich mir zielgerichtet mehr Mühe, sie übersichtlich und optisch ansprechend zu gestalten. Schließlich müssen sie ja auch von anderen verstanden werden.

Für mich selbst könnte ich das zwar auch machen, aber es ist immer eine Frage von Aufwand und Nutzen – meistens halte ich es einfach: Fertig ist besser als perfekt. Meine Alltags-Sketchnotes sehen also weiterhin so schlicht aus wie bisher, Tag für Tag.)

Extra-Tipp Sketchnotes © Viktoria Cvetković | bebildert.eu

Bewahre deine Sketchnotes auf, möglichst zusammen an einem Ort und chronologisch sortiert, und schau sie dir gerade dann wieder an, wenn die Zweifel sich mal wieder melden.

Man vergisst so schnell, womit man vor wenigen Monaten noch gekämpft hat, sobald es einem leicht fällt… Der Blick zurück und der Vergleich mit deinem „vergangenen Ich“ hilft dir, deinen Fortschritt realistisch einzuschätzen.

Wie ist es bei dir?

Sehen deine visuellen Notizen auch anders aus, als die Sketchnotes da draußen im Netz? Wie gehst du damit um? Unterscheidest du zwischen persönlichen Sketchnotes und solchen, die du mit anderen teilst?

Falls nicht: Kannst du dir vorstellen, das mal auszuprobieren?

Lass mir gerne einen Kommentar da! Ich freu mich auf dein Feedback und bin gespannt, was du zu berichten hast!

DIE ESSENZ in 10 Sekunden

Auf der Suche nach Beispielen wirst du Alltags-Sketchnotes so gut wie nie im Internet finden.

Alltags-Sketchnotes dienen einem anderen Zweck als öffentliche Graphic Recordings. Vergleiche sie nicht miteinander.

Miss deine visuellen Notizen daran, ob sie nützlich für dich sind.

Nimm den Druck raus und befreie dich von übertrieben hohen Erwartungen: Mache dir bewusst, ob du eine Sketchnote nur für dich selbst machst oder sie tatsächlich auch mit anderen teilen wirst.

Triff eine klare Entscheidung, bevor du anfängst: Willst du diese Sketchnote schlicht halten oder ist es dir wichtig, sie aufwendig zu gestalten?

Vergiss die Bilder: Mehrwert bekommt deine Alltags-Sketchnote durch eine übersichtliche Struktur und klar verständlichen Text.

Vergleiche dich nur mit dir selbst: Bewahre deine Sketchnotes auf, um deinen Fortschritt realistisch einschätzen zu können.

Du brauchst noch ein bisschen mehr Anleitung? Dann lade dir meine kostenlose Sketchnote-Starthilfe herunter:

Darin findest du nur die absolut notwendigen Elemente für visuelle Notizen. Für dich vorgefiltert und ausgewählt, damit du sofort starten kannst. Inklusive Vorlage für deinen persönlichen Spickzettel.

Ich wünsche dir viel Spaß damit!

Deine Viktoria

P. S.: Hast du Klarheit für deine nächste visuelle Notiz? Oder drückt akut irgendwo der Schuh?
Keine Scheu – lass mich wissen, wie ich dich bei deinen nächsten Schritten unterstützen kann und hinterlasse gerne einen Kommentar. Ich freue mich auf deine Nachricht!

Hi, ich bin Viktoria.

© Viktoria Cvetković bebildert.eu

Ich helfe dir, mit visuellen Notizen Zusammenhänge sichtbar zu machen, Wissen zu sichern und im Gedächtnis zu verankern.

Hol dir die kostenlose Vorlage für deinen eigenen Spickzettel:Die essentielle Sketchnote-Starthilfe

Ohne Firlefanz und Girlanden – einfach nur das, was du wirklich brauchst, um sofort loszulegen

Talentfrei? – Warum dich der Begriff „Sketchnote“ ausbremst

Talentfrei? – Warum dich der Begriff „Sketchnote“ ausbremst

Fühlst du dich

Talentfrei?

Warum dich der Begriff „Sketchnote“ davon abhält, mit Sketchnotes loszulegen.

Lesezeit: 9 Minuten | aktualisiert: 14.05.2020
(Du bist in Eile? Am Ende des Artikels findest du die Essenz in 10 Sekunden.)

Was ist deine größte Hürde, um mit Sketchnotes zu starten?

Wenn du jetzt sagst: „Ich kann nicht (gut genug) zeichnen“, bist du in allerbester Gesellschaft.

Leider.

Denn oft verzichten genau die Menschen, die am meisten von Sketchnotes profitieren können, auf dieses mächtige Werkzeug. Wegen eines Missverständnisses. Die Assoziationskette geht dabei meistens so:

 

Allein das Wort Sketchnote rückt das Zeichnen so sehr in den Vordergrund der Wahrnehmung, dass es alles andere verdrängt.

Sketch impliziert offenbar, dass man irgendwie „begabt“ sein sollte, am besten künstlerisches Talent hat und gut zeichnen können muss.

Wie du diese Hürde überwindest und funktionale Sketchnotes ganz ohne Zeichnungen für deinen Alltag nutzen kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Sketchnotes haben mit Zeichnen nicht viel zu tun

Tatsächlich wird bei Sketchnotes das Zeichnen überbewertet.

Meiner Erfahrung nach machen „bildhafte Elemente“ in Sketchnotes nur 5 bis 10 Prozent aus. Mehr nicht. Das heißt, eine Sketchnote besteht oft fast nur aus Elementen, die nichts mit Zeichnen zu tun haben.

Man kann Sketchnotes auch komplett ohne Bilder erstellen – und ja, es sind dann immer noch Sketchnotes!

Das visuelle an Sketchnotes sind nämlich nicht die Bilder, sondern die Struktur. Text ist ein ganz wesentliches Element – wie in „gewöhnlichen“ Notizen auch. Der Unterschied zu anderen Notizen ist die Anordnung der Textteile zueinander.

Sketchnote

Sind Sketchnotes überhaupt etwas für dich?

Aber woher weißt du überhaupt, ob du Sketchnotes sinnvoll verwenden kannst? Bisher ging es doch auch ohne! Und eigentlich hast du gar nicht so viel Zeit, dich zusätzlich auch noch damit zu beschäftigen…

Verpasst du wirklich etwas, wenn du Sketchnotes nicht nutzt?

Kommt darauf an.

  • Arbeitest du in einem Umfeld, in dem du regelmäßig mit einer Vielzahl von Informationen umgehen musst?
  • Eignest du dir kontinuierlich neues Wissen an, vielleicht aus Fachbüchern oder Fachzeitschriften?
  • Besuchst du Vorlesungen, Fachtagungen, Konferenzen?
  • Hältst du Vorträge, organisierst Seminare oder Schulungen, bildest dich gerade selbst weiter?
  • Gehört es zu deinen Aufgaben, komplexe Sachverhalte möglichst verständlich an deine Kollegen oder deine Chefin zu vermitteln?
  • Arbeitest du mit Kundinnen oder Klienten, die weniger Spezialwissen haben als du? Und die erst dann ins Handeln kommen, wenn du ihnen möglichst einfach verständlich machst, warum sie etwas tun sollen?
  • Denkst du in Abläufen, Prozessen, Konzepten und Strategien?

Hast du irgendeine dieser Fragen mit „Ja“ beantwortet? Dann kannst du Sketchnotes sehr gut nutzen.

Fast alle Aufgaben, in denen du etwas dokumentierst, planst, analysierst, entwickelst oder erkundest, sind dafür geeignet, mit Sketchnotes bearbeitet zu werden.

Visuelle Notizen vs. Sketchnotes

Damit dich in Zukunft so ein einzelnes Wort nicht mehr ausbremsen kann, Sketchnotes als sinnvolles, ernstzunehmendes Arbeitswerkzeug zu nutzen, lade ich dich zu einem Gedankenexperiment ein:

Ich nenne Sketchnotes im Weiteren einfach mal konsequent anders:

Visuelle Notizen.

Und du schaust, was das mit deiner Wahrnehmung macht.

visuelle Notiz

Halte einen kurzen Moment inne und lass den Begriff gedanklich nachklingen: Visuelle Notizen. (Ja genau, auch im Englischen firmieren „ernsthafte“, also funktionale Sketchnotes im beruflichen Kontext als visual notes.)

  • Was verändert sich in deiner Wahrnehmung dadurch?
  • Wie ist deine Assoziationskette jetzt?
  • Verschiebt sich die Betonung in deinem Kopf auf „Notizen“ und „visuell“ wird eher zum Nebenaspekt? Ein Nebenaspekt, der vielleicht gar nicht mehr so einschüchternd/wichtig wirkt?

Der Ausdruck „visuelle Notizen“ beschreibt meiner Meinung nach viel treffender, was Sketchnotes eigentlich sind, nämlich 1.) Notizen, die 2.) eine visuelle Komponente in sich tragen.

Und wie gesagt, das Visuelle sind nicht die Bilder, sondern die Struktur:

Notebook Sketchnote

Warum ist eine visuelle Struktur besser?

Der Vorteil von visuellen Notizen ist, dass inhaltliche Zusammenhänge besser erkennbar sind (bestenfalls tatsächlich auf einen Blick). Durch die intuitive Struktur wird es für dich leichter, Inhalte zu erfassen, sie zu verstehen und sie dir dadurch auch langfristig besser zu merken.

Warum ist das so?

Das Schreiben mit Buchstaben und die (lineare) Schriftsprache sind evolutionär gesehen eine ziemlich neue Entwicklung. Üblicherweise folgen Texte, insbesondere Fließtexte, einer linearen Struktur. So wie dieser Text hier auch. Du liest ihn von links nach rechts und von oben nach unten.

Aber Sprache ist mehr als das Aneinanderreihen von Buchstaben. Sprache ist das Denken in Mustern und Zusammenhängen.

Die Hirnareale, die für das Gedächtnis zuständig sind, sind auch dafür zuständig, eine räumliche Kartierung anzufertigen. Sie merken sich also nicht nur, was du aufschreibst (oder liest), sondern Sie merken sich auch, wo etwas steht.

Buch zu Sketchnote

Deswegen ist es auch sinnvoller, wenn du für deine Notizen analoge Materialien wie Stift und Papier verwendest, statt zum Beispiel ein Tablet.

Zum einen kannst du Text – anders als bei digitalen Werkzeugen – nicht so einfach hin und herschieben oder löschen. Zum anderen hilft dir auch die räumliche Begrenzung des Papiers. Ein Blatt hat nur eine bestimmte Größe und Ausrichtung.

Du musst dich also bewusst dafür entscheiden, wo du welche Inhalte platzierst. Wenn das Wichtigste in der Mitte stehen soll, dann ist dir das vor deinem inneren Auge schon klar, bevor du es aufs Papier setzt. Du planst bevor du tust (und zwar innerhalb weniger Sekunden) und aktivierst damit schon die räumliche Kartierung in deinem Gehirn – und gleichzeitig auch dein Gedächtnis.

Mit einer visuellen Notiz baust du sofort ein räumliches Konstrukt auf, du verortest die Inhalte im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Papier. Und das ermöglicht es dir, die Zusammenhänge später sehr schnell wieder zu rekapitulieren und dich an die Inhalte zu erinnern.

[Wenn du mehr dazu wissen möchtest, empfehle ich dir das Buch „Lernen braucht Verstehen“ von Henning Beck – kannst du in den meisten Stadtbibliotheken ausleihen, oder du bestellst es über deine lokale Buchhandlung.]

Die lineare Struktur aufbrechen

Bei linear angelegten Notizen bleiben inhaltliche Zusammenhänge zwischen den Abschnitten optisch unsichtbar – außer, du machst mit deinen Texten das hier:

Zeitung Sketchnote

Und genau das ist schon der erste Schritt in Richtung visueller Notiz. Du identifizierst die Kernaussagen aus einer größeren Menge von Informationen. (Kernaussagen sind die Informationen, die für dich jetzt gerade relevant sind.) Du markierst sie und setzt sie durch Linien oder Pfeile optisch zueinander in Beziehung.

Für deine visuelle Notiz ist entscheidend ist, dass du die lineare Struktur aufbrichst.

Schreibe die Kernaussagen am besten blockartig auf. Wo auf dem Blatt du anfängst, ist dabei fast egal. Wichtiger ist, dass Dinge, die inhaltlich miteinander zu tun haben, näher zusammenstehen, und Dinge, die nicht miteinander verwandt sind, auf dem Blatt weiter voneinander entfernt sind. Wenn du etwas Platz zwischen den Blöcken lässt, kannst du die Zusammenhänge anschließend bequem mit Verbindungslinien oder Pfeilen sichtbar machen.

Du brauchst keine Zeichnungen

Für diesen Prozess brauchst du keinerlei Zeichentalent, denn du musst nichts zeichnen. Außer du möchtest.

Das, was visuelle Notizen für dein Gehirn und deine Merkfähigkeit so hilfreich macht, sind

der bewusste, aufmerksame Umgang mit Informationen („Was sind die Kernaussagen?“) und

die sinnvolle, logische Anordnung dieser Kernaussagen zu einen „Schau-Bild“ (selbst, wenn das „Bild“ nur Textblöcke enthält).

Bilder und Symbole sind keine Dekoration

Die Beispiele von visuellen Notizen in diesem Beitrag kommen mit sehr, sehr wenigen Bildern aus.

Das ist überhaupt der Schlüssel zu visuellen Notizen: Halte es einfach. Je weniger Firlefanz 😉 dir im Weg steht, desto leichter und schneller kommst du ins Tun und profitierst sofort davon in deinem Alltag.

Du kannst auf Bilder komplett verzichten oder einfache Bilder und Symbole nutzen, wenn du möchtest. Setze sie dann aber bewusst als optische Anker ein. Optische Anker sind niemals Dekoration, sondern bringen dir immer einen Mehrwert. Sie helfen dir, dich auf dem Blatt und in deiner Notiz zu orientieren. Sie erfüllen also eine Funktion. Wie Straßenschilder.

Straßenschilder Sketchnote

Wenige und gezielte Bildsymbole sind dabei hilfreicher als eine überbordende Fülle, die aussieht wie ein Wimmelbild und eher verwirrt als Klarheit schafft.

Und wie bei Straßenschildern gilt: Je einfacher die Darstellung ist, desto besser erkennbar ist ihre Funktion.

Du siehst: Auch hierfür brauchst du kein Zeichentalent. Wenn du dir zutraust, ein Dreieck um ein Ausrufezeichen zu malen, kannst du loslegen.

 

DIE ESSENZ in 10 Sekunden

Du profitierst von Sketchnotes, wenn dein Gehirn dein wichtigstes Arbeitswerkzeug ist.

Sketchnotes haben mit Zeichnen nicht viel zu tun.

Streiche das Wort „Sketchnotes“ fürs Erste aus deinem Wortschatz,
benutze konsequent „visuelle Notiz“.

Das Visuelle sind nicht die Zeichnungen, sondern die Struktur.

Dein Gehirn liebt sichtbare Zusammenhänge und Muster, so merkt es sich Inhalte besser.

Mach es übersichtlich: Brich die lineare Struktur deiner Notizen auf.

Verwende Bilder nur als visuelle Anker – oder verzichte ganz auf sie.

Und jetzt schnapp dir ein Blatt Papier, den nächstbesten Stift und leg los!

Ich weiß, du kannst das! 🙂

Du brauchst noch ein bisschen mehr Anleitung? Dann lade dir meine kostenlose Sketchnote-Starthilfe herunter:

Darin findest du nur die absolut notwendigen Elemente für visuelle Notizen. Für dich vorgefiltert und ausgewählt, damit du sofort starten kannst. Inklusive Vorlage für deinen persönlichen Spickzettel.

Ich wünsche dir viel Spaß damit!

Deine Viktoria

P. S.: Hast du für deine nächste visuelle Notiz alles, was du brauchst? Oder drückt akut irgendwo der Schuh?
Keine Scheu – lass mich wissen, wie ich dich bei deinen nächsten Schritten unterstützen kann und hinterlasse gerne einen Kommentar. Ich freue mich auf deine Nachricht!

Hi, ich bin Viktoria.

© Viktoria Cvetković bebildert.eu

Ich helfe dir, mit visuellen Notizen Zusammenhänge sichtbar zu machen, Wissen zu sichern und im Gedächtnis zu verankern.

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Ohne Firlefanz und Girlanden – einfach nur das, was du wirklich brauchst, um sofort loszulegen