Mein Dreiklang für 2022: Fülle-Fokus-Wachstum

Mein Dreiklang für 2022: Fülle-Fokus-Wachstum

Foto: Ute Gabriel

Lesezeit: ca. 8 Minuten | aktualisiert: 04.01.2022

Brauche ich eigentlich ein Jahresmotto? Oder ein Leitwort für das neue Jahr? Und wenn ja, welches soll es sein? Die meiste Zeit meines Lebens hatte ich keines. 2021 war das erste Jahr mit Motto und mein Leitwort 2021 war Sichtbar werden. Es hat mich tatsächlich durchs Jahr begleitet wie ein Kompass, an dem ich mich und meine Aktivitäten immer wieder ausgerichtet habe. Wie kraftvoll so ein Leitwort sein kann, hat mich selbst erstaunt: Ich bin stolz auf die selbsterreichte Bilanz der (für mich) drei wichtigsten Kennzahlen im Online-Business:

Durch die höhere Sichtbarkeit ergeben sich plötzlich so viel mehr Möglichkeiten – deswegen habe ich mir für 2022 kein einzelnes Leitwort ausgesucht, sondern gleich einen Dreiklang: Fülle, Fokus und Wachstum.

Was Fülle für mich bedeutet

Meine erste Assoziation zu Fülle war: Aus dem Vollen schöpfen. Und genau das werde ich in 2022 tun. Ich werde weiterhin aus meinem Fachwissen als Visualisiererin schöpfen. Ich werde aus meiner langjährigen Erfahrung als Trainerin in der Erwachsenenbildung schöpfen. Und ich werde aus der Fülle meines neuen Wissens rund ums Online-Business schöpfen. (Sinnbildlich dafür steht mein Erfolgsmomente-Glas, das ich seit dem letzten Jahr auf dem Schreibtisch stehen habe.) Vor allem aber möchte ich aus meinen Beziehungen schöpfen – und das ist etwas völlig Neues für mich.

Beziehungsfülle

Ich bin keine geborene Netzwerkerin. Andere Menschen um einen Gefallen zu bitten, kam für mich lange Zeit nicht in Frage – vor allem nicht, wenn ich nichts im direkten Austausch anbieten konnte. Und ich hatte in der Vergangenheit oft das Gefühl, nichts im Austausch anbieten zu können. Was hatte ich denn, was für die andere Person wertvoll wäre? Mein Glaubenssatz war: Wenn ich um einen Gefallen bitte, bin ich lästig, falle ich zur Last. Dass dieser Glaubenssatz nun im Laufe von 2021 zerbröselt ist, hat mit dem besonderen Netzwerk in The Content Society zu tun. Dort regelmäßig die Erfahrung zu machen, dass allein schon die Aufklärung eines Begriffs, ein Kommentar oder eine Kurzanleitung für andere so wertvoll sind, dass sie von sich aus mit mir in den Austausch gehen, hebt mich regelrecht aus den Schuhen.

Verrückt: Mittlerweile komme ich ganz von selbst auf die Idee, Menschen um eine halbe Stunde ihrer Zeit zu bitten, um etwa eine Idee durchzusprechen oder meine Gedanken zu einem neuen Angebot zu ordnen.😅

Fülle in diesem Zusammenhang bedeutet für mich: Mir endlich offiziell zu erlauben, aus meinen Beziehungen zu schöpfen (und gewohnheitsmäßig nicht nur andere aus meiner Wissens- und Erfahrungsfülle schöpfen zu lassen).

Blog-and-Business-Talk © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Der monatliche Blog&Business-Talk in The Content Society hat schon zu spontanen Verabredungen zum gemeinsamen Brainstorming geführt.

Lebensfülle

Fülle bedeutet für mich aber auch, die vielen verschiedenen Aspekte des Lebens zusammenzuführen. Durch die starke Ausrichtung auf mein Online-Unternehmen ist vieles andere in 2021 zu kurz gekommen. Ich habe zu viel gearbeitet und zu wenig geschlafen, zu wenig Sport gemacht, zu wenig gezeichnet, zu wenig Zeit mit den Menschen verbracht, die ich liebe. Die Vielfalt, die mein Leben erst lebendig macht, wird in 2022 wieder in den Fokus rücken. Lebensfülle ist da das Stichwort.

Eine eingängige Form, sich die Lebensfülle vor Augen zu führen, ist das Wheel of Life. Einmal im Jahr mache eine Bestandsaufnahme mit diesem Selbstcoaching-Tool, ganz klassisch mit den derzeit für mich wichtigsten Lebensbereichen. In der Rückschau auf das letzte Jahr kommt ein ziemlich verbeultes Lebensrad heraus. Die Visualisierung hilft mir, sehr schnell zu erkennen, welche Bereiche mehr Aufmerksamkeit benötigen. Dabei geht es nicht darum, überall 100 Prozent zu erreichen, sondern um einen Abgleich zwischen: Wo wäre ich gerne in Lebensbereich A auf der Skala, um zufrieden zu sein? und Wo bin ich derzeit auf der Skala? Für die Lebensbereiche mit den größten Abweichungen zwischen Wunsch- und Ist-Zustand habe ich konkrete Ziele entwickelt und Lösungsschritte benannt.

wheel-of-life-2021 © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Das Wheel of Life: Ein einfaches und effektives (Selbst-)Coachingtool, das ich in regelmäßigem Abstand nutze. Das ist die Momentaufnahme von Anfang Dezember 2021. Mir ist sehr klar, welche drei Lebensbereiche jetzt gerade mehr Aufmerksamkeit benötigen und was ich unternehmen werde.

Finanzielle Fülle

2022 wird das erste Jahr, in dem sich mein Online-Business finanziell trägt. In den vergangenen zwei Jahren habe ich einen hohen vierstelligen Betrag ins Unternehmen investiert, vor allem in meine eigene Bildung (Wissensaufbau ist normal in einem Wissensberuf), aber auch in professionelle Tools.

Die Zeit, wo ich mir mit kostenlosen Informationen aus dem Internet mein Wissen zusammenstückelt habe, ist definitiv vorbei. Wenn es kein Geld kostet, kostet es etwas anderes – in den meisten Fällen Zeit und Nerven. Für 2022 habe ich mir die Begleitung einer Business-Mentorin gesichert, die den Weg, den ich beschreite, schon gegangen ist. Keine billige Investition, aber eine günstige: Mit ihr strukturiert zu arbeiten wird mein bisheriges Mäandern durch den Marketing-Dschungel abkürzen. Es wird dazu beitragen, meinen Wunschumsatz in 2022 zu erreichen und die Investition mehrfach wieder reinzuholen.

Erfolgsmomenteglas © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Mein Erfolgsmomenteglas, das seit März 2021 wichtige immaterielle Dinge für mich sammelt und aufbewahrt: Neue Fähigkeiten, Aha-Momente und Erfolgserlebnisse.

Wie Fokus dazu passt

Auf den ersten Blick könnten sich Fülle und Fokus ausschließen. Aber: Damit Fülle nicht zur Über-Fülle wird, brauche ich Fokus. So viele Themen und Begabungen! Als vielfältig interessierte Person neige ich oft dazu, meine Aufmerksamkeit auf zu viele verschiedene Dinge gleichzeitig zu richten. Mich für eine bestimmte Zeit nur auf die drei wichtigsten Aspekte zu fokussieren, bewahrt mich vor dem Verzetteln. Tatsächlich haben Fülle und Er-füllung für mich mit dem Setzen von Prioritäten zu tun. In gewisser Weise war schon 2021 ein Jahr der Fülle, beispielsweise in Bezug auf die Fülle von Blogartikeln, die ich veröffentlicht habe. Mein Fokus auf Content-Fülle hat zu größerer Sichtbarkeit beigetragen.

Nun ist Sichtbarkeit kein Selbstzweck, sondern soll dazu beitragen, dass mein Unternehmen mich dauerhaft ernährt, Stichwort finanzielle Fülle. Deswegen geht der Fokus in 2022 verstärkt auf das Durchführen von begleiteten Online-Kursen, individuellen Einzelcoaching-Paketen und der Verfeinerung der Launch-Strategie. Außerdem werde ich mein Signature-Programm für visuelles Denken und Arbeiten an den Start bringen: Denken mit dem Stift. Es wird DAS Go-To-Programm für Selbständige, Unternehmerinnen und Coaches, die ihre Ideen übersichtlich festhalten und mit Klarheit kommunizieren wollen: Übersichtlichere Notizen, anschaulichere Präsentationen und zeitsparende Selbstorganisation.

Der Fokus richtet sich aber auch in den persönlichen Bereich. Ich möchte meine Freundschaften wieder bewusster pflegen und mir Zeiten reservieren, die frei von Arbeit und voll von Muße sind: Zeichnen, lesen und im Garten rumprötschen sind gerade die Top 3.

Blumenstrauß-Tusche © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Momentan liebe ich Tuschezeichnungen, um mich zu entspannen. Das Original ist 50 cm lang und an drei Abenden entstanden. Den Blumenstrauß, der bei uns auf dem Tisch stand, habe ich jeweils ein Stück um seine Achse weitergedreht und so eine Abwicklung gezeichnet.

Wie Wachstum den Dreiklang vervollständigt

Das letzte Jahr war geprägt von immensem persönlichen Wachstum. Ich finde es unfassbar, wie viel Neues ich „nebenher“ gelernt habe in den 10 Wochen, in denen ich meinen ersten „richtigen“ Online-Kurs erstellt, gelauncht und durchgeführt habe. Jetzt wird das Unternehmenswachstum nachziehen – und das bedeutet primär Listenaufbau. Nur wenn die E-Mail-Liste wächst, tut es auch das Onlinebusiness. Umsatzwachstum gibt es nicht ohne eine größere Sichtbarkeit und eine stetig wachsende E-Mail-Liste. Die drei sind miteinander gekoppelt: Kognitiv hatte ich das schon lange verstanden, was das aber unternehmerisch bedeutet, sickert erst jetzt so richtig bei mir ein.

Dann gibt es einen weiteren Aspekt, der mich kribbelig macht: Teamaufbau. Ich brauche Entlastung bei Ads bzw. will sie auslagern. Und ich wünsche mir eine Allround-Unterstützung für die Launches: Eine umsetzungsstarke Person, die mir organisatorisch den Rücken freihält, technische Skills mitbringt und das Community-Management im Blick hat. Das wird noch spannend…🙃

Wachstum habe ich aber auch konkret vor Augen, wenn ich in den Garten schaue. Wir sind auf dem Weg vom Zier- zum Nutzgarten. Und auch wenn der Winter aktuell geprägt ist vom Roden und Umgraben der Beete: Zu beobachten, wie die die Blattknospen an den Apfel- und Pflaumenbäumen sich jetzt schon millimeterweise entwickeln und der Feldsalat klein, aber stabil immer weiterwächst – das macht demütig. Es rückt die Lebensdimensionen wieder im Kopf zurecht: Was ist eigentlich wirklich wichtig? Und es erdet.

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Die 7 größten Fehler in meiner Selbständigkeit

Die 7 größten Fehler in meiner Selbständigkeit

Lesezeit: ca. 15 Minuten | aktualisiert: 19.11.2021

… und der Ruf nach mehr weiblichen Stimmen

Wenn du hier schon eine Weile mitliest, weißt du, dass ich mich 2017 selbständig gemacht habe. Ich habe damals nebenberuflich gegründet. Und weil das jetzt bald 5 Jahre her ist, lasse ich meine Erfahrungen Revue passieren. Viele Entscheidungen waren genau richtig, bei einigen habe ich mich ausgebremst und es mir unnötig schwergemacht. Mittlerweile darf ich paar großartige Frauen bei ihrem eigenen Weg in die Selbständigkeit begleiten. Seither berge ich meine Erfahrungsschätze viel bewusster und teile sie als Mentorin.

Viele limitierende Glaubenssätze, ich damals hatte, entdecke ich heute bei meinen Mentees wieder. Es scheint so etwas wie ein Muster zu geben, denn in den Gesprächen begegnen mir dieselben Dinge wieder und wieder. Zeit also, mal offen über ein paar häufig vorkommende Selbstsabotagen zu sprechen – nicht aber ohne einen positiven Schluss! Am Ende dieses Artikels ziehe ich ein Fazit, bei dem es ein bisschen mit mir durchgeht… und lade dich zu einer besonderen Aktion ein 😉

Fehler #1: Als allererstes ein Logo machen lassen

Wenn meine Mentees zu mir kommen, haben sie diesen Schritt meistens schon angestoßen (oder fertig). Ich kann das gut verstehen, weil es sich professionell anfühlt. Ich bin ja auch in diese Denkfalle getappt. Nur: Das Logo verdient kein Geld für einen. Es ist gut, irgendwann mal eines zu haben, aber es hat gerade am Anfang überhaupt keine Priorität.

Wichtiger wäre, ein klares Angebot zu formulieren und zu veröffentlichen. Zum Beispiel auf einer einfachen Website, als simpler One-Pager. Am besten mit einer kurzen Vorstellung, klaren Kontaktdaten und einer eindeutigen Handlungsaufforderung. So etwas wie: „Vorgespräch vereinbaren“.

Meine eigene Geschichte dazu? Ich habe mich lange mit meinem Angebot nicht rausgetraut, weil mein Logo noch nicht fertig war. Schade. In der Zeit hätte ich nämlich mein Angebot schon bekannt machen und auch die ersten Test-Kund:innen gewinnen können.

Meine Domain habe ich mir Anfang 2016 gesichert. Und davor und danach elendig lang recherchiert: Wie könnte ich die Seite aufbauen? Wie machen andere das? Was gefällt mir daran? Was würde ich anders machen? Ich habe gescribbelt und entworfen und verworfen, bis ich dachte, den ultimativen Plan zu haben. Auf meiner Seite war derweil einige Monate lang nur das hier zu finden:

So sah meine Coming-Soon-Page 2016 aus

Niemand konnte mich kontaktieren und um was es inhaltlich bei meinem Angebot ging, war bei dem bunten Blumenstrauß auch unklar. Meine „fertige Website“ existierte in dieser Zeit nur als Entwurf auf Powerpoint-Folien. Ich kam mir sehr gut vorbereitet vor… nur umgesetzt hatte ich in der Zeit leider nichts.

Fehler #2: Zu lange an der Website basteln

Im Hintergrund hatte ich angefangen, an der Seite zu basteln, Unterseiten anzulegen, Inhalte einzupflegen. Ich war unsicher, ob die Texte gut genug sind (Kann ich das so schreiben? Du oder Sie? An wen richte ich mich überhaupt?). Und ich habe mich sehr lang mit der Optik aufgehalten (Welches Theme ist das richtige? Warum kann ich die verd*mmte Bildgröße nicht ändern? Wie ändere ich das Farbschema? Wie die Schriftart?).

Dass ich mich technisch reingefuchst habe, war für mich genau richtig. Ich will durchschauen, wie WordPress funktioniert, damit ich selbständig alles anpassen kann und nicht von irgendwelchen herablassenden Programmierern abhängig bin.

Dass ich mich so lange mit dem Perfektionieren der Inhalte aufgehalten habe, war hingegen ein Akt der Selbstsabotage. Ich war wochenlang wunderbar beschäftigt, habe in einer Kaskade von „das muss ich aber vorher noch erledigen/entscheiden“ verheddert und konnte so sehr erfolgreich immer weiter hinauszögern, den „Veröffentlichen“-Button zu drücken. Weil ich nämlich Angst hatte. Angst vor Kritik. Angst, dass „das alles“ nicht gut genug ist. Angst, dass jemand merkt, dass ich das zum ersten Mal mache.

Was passiert ist, als den „Veröffentlichen“-Button kurz vor Weihnachten 2016 endlich gedrückt hatte?

Nichts.

Ich wette, dass wochenlang niemand die frisch online gegangene Website überhaupt auch nur wahrgenommen hat. Ich hatte vorher nämlich (fast) niemandem davon erzählt. Aus Angst, dass es dann doch nicht gut wird. Siehe oben. Dass die Google-Crawler zum Teil Wochen brauchen, um neue Websites überhaupt zu finden und zu indizieren (damit sie in Suchmaschinen überhaupt auftauchen können), wusste ich damals noch nicht.

Meine Mentees ermutige ich daher, möglichst früh schon ihren One-Pager zu veröffentlichen. Dann ist diese Selbstsabotage-Falle schon mal weg und auf eine neue Website verirrt sich am Anfang sowieso niemand, außer du streust die Adresse gezielt.

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So sah meine Website 2017 aus, als ich sie endlich veröffentlicht hatte.

Fehler #3: Das eigene Angebot nicht genug zuspitzen

Mein Bauchladen hatte zwar nur zweieinhalb Produkte, aber es war ein Bauchladen. Ich konnte mich nämlich nicht entscheiden: Wollte ich Wissenschaftler:innen beibringen, wie sie durch visuelle Kommunikation ihre Forschungsergebnisse verständlich präsentieren können? Oder wollte ich das Visualisieren selbst übernehmen und als Dienstleistung anbieten?

Also habe ich beides auf der Website präsentiert. Außerdem noch vermischt mit dem Angebot, auch „andere Sachen“ visuell zu dokumentieren. Das hat potentielle Kunden verwirrt, wie mir durch das Gespräch mit meiner Mentorin später klargeworden ist.

Seitdem ich eine klare Trennung zwischen Trainingsangebot und Kreativdienstleistung habe (zwei Websites, zwei Sprachen), läuft es deutlich besser. Es kommen mehr und passendere Anfragen von Kund:innen. Weil es tatsächlich zwei komplett unterschiedliche Wunschkundengruppen sind, mit denen ich zusammenarbeite und die ich jetzt viel gezielter ansprechen kann.

Meinen Mentees rate ich, dass sie erstmal mit einem Angebot starten. Erweitern und ausbauen lässt sich das immer noch.

Fehler #4: Zu lange nur statischen Inhalt auf der Website haben

Was ist statischer Inhalt? Alles, was sich selten verändert. Also zum Beispiel die Über-mich-Seite, die Kontaktseite, die Angebotsseite(n) und zu einem gewissen Grad auch die Startseite.

Dynamischen Inhalt haben Websites eigentlich nur, wenn regelmäßig neuer Inhalt veröffentlicht wird. Wenn wir also zum Beispiel einen Blog pflegen und wöchentlich einen Artikel schreiben. Oder – deutlich aufwendiger – Podcastfolgen oder Videos produzieren.

Warum ist dynamischer Inhalt so wichtig? Ich erzähle es mal an meinem Beispiel: Meine Website ist Ende 2016 online gegangen, meinen ersten Blogartikel habe ich am 14. Mai 2020 veröffentlicht. In diesen etwa dreieinhalb Jahren mit nur statischem Inhalt hatte meine Website pro Woche etwa nur eine Handvoll Seitenaufrufe. Meine Kurse waren nur deswegen ausgebucht, weil ich mit Bildungsträgern zusammengearbeitet habe, die eine hohe Reichweite haben und die die Werbung für mich übernommen haben. Durch die Website habe ich dieser Zeit so gut wie keine Kund:innen gewonnen. Wer auf meiner Website gelandet ist, kannte mich in der Regel vorher schon durch einen Kurs.

Wer auf meiner Website gelandet war, konnte sich aber auch gleich fragen: Was gibt es denn hier für mich? Warum hätten diese Menschen nach dem ersten Besuch der Website wiederkommen sollen? Es gab nichts interessantes Neues zu entdecken. Mal ehrlich: Niemand kommt wöchentlich wieder, um sich die immer gleiche Startseite anzugucken.

Seitdem ich einen Blog habe, hat sich das dramatisch verändert. Ich habe mir verdutzt die Augen gerieben, als ich unter meinem allerersten Blogartikel schon einen Tag nach der Veröffentlichung zwei Kommentare hatte. 😮 Von zwei mir völlig unbekannten Menschen. 😲 Die sich auch noch für den Inhalt bedankt haben. 🙃

Mit diesem ersten Blogartikel begann mein Reichweitenaufbau – und nicht mit der Website an sich. So konnte das weitergehen! Ja, und schade auch um die dreieinhalb ungenutzten Jahre…

Kommentare im Blog

Fehler #5: Zu selten & unregelmäßig frischen Inhalt veröffentlichen

In meinen ersten 12 Monaten mit Blog habe ich ganze 4 Artikel veröffentlicht. Viel zu selten und viel zu unregelmäßig. Warum?

Weil es mir unendlich schwergefallen ist.

Erstens: Der Glaubenssatz „Ich kann nicht schreiben“ hing mir seit Schulzeiten hartnäckig an den Hacken. Ich hatte keinen Spaß an Aufsätzen und meine Textinterpretationen wichen regelmäßig vom vorgefassten Textverständnis meiner Deutschlehrer ab. Zwar hat ein Blogartikel herzlich wenig mit einer Interpretation von Schillers Maria Stuart zu tun. Gelähmt hat mich das trotzdem.

Spoiler: In den nächsten 6 Blog-Monaten – das heißt von Mai bis heute – habe ich 26 Artikel veröffentlicht und bekomme regelmäßig positive Resonanz darauf. Scheint so, als ob dieser hinderliche Glaubenssatz einfach nur ein hinderlicher Glaubenssatz war – und nicht die Wahrheit.

Zweitens: Diese ersten 4 Artikel zu schreiben war so mühsam, weil ich mich an niemanden spezifisch gerichtet habe. Wenn du nicht weißt, wem du schreibst, fällt es schwer festzulegen, welche Inhalte hineinsollen. Was ist interessant? An wen richte ich mich? An alle im Internet, die deutschsprachig sind?!

Drittens: Ich habe sehr lang für die Texte gebraucht. Wenn ich mehrere Tage lang an einem Artikel geschrieben und herumkorrigiert hatte, brauchte ich erstmal eine Pause vom Schreiben. Ich hatte dann wochenlang keine Lust, mich an den nächsten Text zu setzen.

Fehler #6: Zu lange, erschöpfende Artikel schreiben

Ein weiterer Grund für die Schreibunlust: Diese ersten 4 Artikel waren erschöpfend lang. Irgendwo hatte ich gelesen, dass ein „echter“ Blogartikel zwischen 2.000 und 10.000 Wörtern hat. Aber natürlich ginge es nicht darum, den Text künstlich aufzublähen, sondern „wertvolle Inhalte“ für die Leser:innen zu erstellen. Ach ja, und dann am besten auch noch unterhaltsam geschrieben. Das hat mir dann gleich dreifach Druck gemacht: Wertvolle Inhalte, langer Text, unterhaltsam. Diese hohen Ansprüche an mich selbst waren optimale Voraussetzungen, noch vor dem Losschreiben gleich wieder die Lust zu verlieren. Nicht vergessen: Ich war Schreibwiedereinsteigerin mit so gut wie null Übung im Texten.

Das hat dazu geführt, dass ich versucht habe, in einem einzigen Artikel ein Thema komplett und umfassend abzuhandeln. Die Texte sind ausgeufert, weil ich alle inhaltlichen Verzweigungen, die sich teilweise erst beim Schreiben ergeben haben, gleich einbauen wollte. Mich hat das gestresst und meine Leserinnen verwirrt: Wenn mehr als ein roter Faden enthalten ist, dann wird ein unübersichtliches Knäuel draus. Mehrere kurze Artikel sind dann deutlich besser.

Und wenn ein Thema so umfassend abgefrühstückt war, folgte immer die bange Frage: „Und worüber soll ich jetzt schreiben?“ Ich hatte Angst, dass mir nach spätestens 10 Artikeln die Themen ausgehen.

Fehler #7: Das Bloggen erstmal wieder einschlafen lassen

Weil das Schreiben war mühsam war, hatte ich mir schon die nächste Selbstsabotage als Glaubenssatz zurechtgelegt: Ich wollte ja gar nicht „Bloggerin“ werden.

Das waren für mich Menschen, deren Ziel es war, mit ihrem Blog direkt Geld zu verdienen. Ich bin Visualisierungstrainerin. Ich habe keinen blassen Schimmer davon, wie ich meinen Blog „monetarisieren“ könnte – und ich will das auch gar nicht. Ich bin gut darin, Menschen zu helfen, besser verstanden zu werden. Ich zeige ihnen, wie sie im Job visuell kommunizieren können. Damit sie ihren Klienten oder Patientinnen leichter helfen oder ihre Chefin überzeugen können.

Wenn das mein Schwerpunkt ist, dann kann ich ja nicht auch noch Bloggerin sein – oder?!

Das Problem bei dieser Denkweise: Wie soll ich denn Menschen helfen, die mich als Visualisierungstrainerin brauchen, wenn sie online nicht zu mir finden? Ich mache meine Trainings seit Anfang 2020 fast nur noch online und ich bin dabei, mich von den Bildungsträgern abzunabeln.

Gefunden werde ich nur, wenn Suchmaschinen wie Google etwas Interessantes von meiner Website anzeigen können. Angezeigt werden bevorzugt – tadaaa! – dynamische Inhalte. Also regelmäßig veröffentlichte Blogartikel. Was auch logisch ist. Google mag, was Menschen mögen. Zum Beispiel aktuelle Tipps und Anleitungen – und keine verstaubten Startseiten.

Also habe ich im Mai 2021 wieder angefangen zu bloggen. Diesmal aber mit Plan und Unterstützung. Und weißt du was?

Das war eine meiner 3 besten Entscheidungen als Selbständige in 2021!

Im Frühjahr bin ich in den kostenlosen Blog-Kurs von Judith Peters eingestiegen. Und auf einmal war die Freude am und Lust aufs Schreiben wieder da. Texte und Themen sprudelten nur so aus mir heraus. Schreiben wurde plötzlich leicht und – oh Wunder – „Worüber soll ich schreiben?“ war keine Frage mehr. Eher: „Wann soll ich all diese vielen Ideen verbloggen?“

Dass ich davon mehr wollte, war mir schon in der zweiten Woche klar. Ich bin dabeigeblieben bzw. habe mir im Juli ein Upgrade gegönnt und bin in The Content Society gewechselt. Damit habe ich jetzt  ein volles Jahr Unterstützung in einer wundervollen Gemeinschaft schreibender, bloggender Frauen. Und ich genieße bisher jeden einzelnen Tag davon, auch wenn ich nicht jeden Tag schreibe.

Fazit: Was würde ich aus heutiger Sicht anders machen?

a. Früher mit dem Bloggen anfangen.

Viiiiiiiiiiiel früher! Am besten schon, sobald die allerste Website-Version als  One-Pager steht. Warum?

Mal abgesehen davon, dass mein Angebot über Suchmaschinen wie Google, Ecosia oder DuckDuckGo viel früher hätte gefunden werden können: Schreiben bringt mir Klarheit und mich immer wieder auf neue Ideen. Es öffnen sich ganz neue Möglichkeitsräume, neue Ideenräume. Mein Angebot als Visualisierungstrainerin hat sich durch das Bloggen innerhalb kurzer Zeit verbessert und weiterentwickelt. Schreibend habe ich Ideen entwickelt, auf die ich durch reines Nachdenken gar nicht gekommen bin.

b. Mir erlauben, auch kürzere Artikel zu schreiben

Das macht mich beim Schreiben schneller. Und es nimmt mir den Druck, den „perfekten“ Artikel veröffentlichen zu wollen. Wenn ich mich zu lange an einem Text aufhalte, dann kommen die anderen gar nicht zu ihrem Recht. Denn mit jedem neuen Artikel sprudeln mindestens 5 neue Artikelideen nach. Und auch die wollen alle raus in die Welt.

Interessanterweise bekomme ich auf diese kürzeren, umsetzungsorientierteren, unpolierten Artikel viel mehr Resonanz, als auf die superlangen, erschlagenden ersten 4…

Alleine wäre ich so weit nicht gekommen. Daher:

c. Mir zügig eine Gemeinschaft mit Gleichgesinnten suchen

Ich bin eher zufällig auf Judith und ihre Kurse gekommen und bin glücklich über diesen Zufall. In The Content Society habe ich meinen Tribe gefunden. Hier fühle ich mich wohl, bekomme ich Unterstützung und Feedback und unglaublich viele Anregungen. Denn eigentlich ist das, was Judith aufgebaut hat, ein empowerndes Netzwerk inspirierender Frauen… verkleidet als harmlose Blog-Kurse.

Zu sehen, was all diese Frauen zu sagen und zu schreiben haben, macht mir Mut und macht mich immer wieder auch glücklich.

Es sind ja nicht nur Expertenartikel, die da zu unseren jeweiligen Themen entstehen. Es sind auch all diese endlich(!!!) wahrnehmbaren weiblichen (Schreib-)Stimmen, die ich bisher so schmerzhaft im Internet vermisst habe. Intelligente Texte, anrührende Texte, lustige Texte, melancholische Texte, ehrliche Texte, ratlose Texte, ermutigende Texte, kurze Texte, lange Texte, persönliche Texte, sachliche Texte, engagierte Texte. Die ganze Bandbreite dessen, was einen lebendigen Menschen eben so bewegt.

Und ich möchte noch viel mehr davon lesen!

Weil ich davon überzeugt bin, dass sich noch mehr großartige Frauen mit ihrer (Schreib-)Stimme Gehör verschaffen sollten! Wer schreibt, bleibt – und prägt den öffentlichen Diskurs mit. In dieser Gesellschaft brauchen wir viel mehr weibliche Stimmen, die sich zu Wort melden und in ihrer Vielfalt etwas bewegen können. Vom Gender Pay Gap und der Gläsernen Decke, über die Sichtbarkeit und Sicherheit von Frauen im öffentlichen Raum, über Jobs, die man uns plötzlich doch zutraut…

Als schreibende, bloggende Visualisierungstrainerin bin ich mittlerweile aus Überzeugung im Chor der weiblichen Stimmen dabei. Obwohl ich introvertiert und sonst eher zurückhaltend bin. Warum? Weil ich andere, die nach mir kommen, dadurch ermutigen kann!

Kommentar im Blog

Es wurde schon genug ÜBER uns geschrieben, höchste Zeit, dass wir selbst mitmischen! Ich habe genug von Gestalten wie Kubicki, Merz und Lindner. Ich habe die Nase voll von Vorgesetzten, die Frauen weniger zutrauen als Männern, und uns deswegen mit „Junior“-Rollen abspeisen wollen. Und ich habe auch genug von technischen Bloggern, die das Schreiben im Netz so furchtbar kompliziert erscheinen lassen (von wegen „mindestens 2.000 Wörter“ und „ohne SEO brauchst du gar nicht erst anfangen“…)

Und was ist mit dir?

Ich möchte auch deine Stimme gerne hören! Denn ich bin sicher: Wenn du bis hierher mitgelesen hast, dann hast auch du etwas zu sagen – beziehungsweise zu schreiben. Lass uns das Internet fluten mit der Vielfalt unserer Stimmen, Ideen und Erkenntnissen!

Die nächste Gelegenheit, das in einer großartigen, energievollen Gemeinschaft zu tun, ist beim Jahresrückblog* von Judith:

Jahresrückblog

Ich werde dieses Jahr vom 1. Dezember an dabei sein und kann dir das nur aus vollem Herzen empfehlen. Die Teilnahme kostet nichts und die Gruppe wird wieder Granate sein (denn ich weiß schon, wer noch so alles dabei sein wird)! Am 20. Dezember veröffentlichen wir alle gemeinsam unseren Artikel, der in dieser Zeit in Ruhe entstehen, wachsen und reifen darf.

Kommst du mit dazu? Dann melde dich jetzt an und lass uns zusammen eine gute Zeit haben: 

(*Affiliate-Link aus Überzeugung. Wenn du dich über diesen Link anmeldest und später ein Angebot buchen solltest, erhalte ich eine Provision. Für dich entstehen keine Mehrkosten.)

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© Viktoria Cvetković bebildert.eu

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10 Tipps an mein 10 Jahre jüngeres Selbst

10 Tipps an mein 10 Jahre jüngeres Selbst

Foto: Ute Gabriel

Lesezeit: ca. 6 Minuten | aktualisiert: 13.10.2021

Wäre es gut, manchmal eine Zeitreise machen zu können? Zu einem jüngeren Ich, um sich selbst beraten und Mut machen zu können? Mit dem Wissen von heute? Ich weiß es nicht. Die Erfahrungen, die wir dann machen (und die wir nicht machen) würden, wären wahrscheinlich andere. Trotzdem finde ich das Gedankenexperiment interessant:

Welche 10 Tipps würde ich meinem 10 Jahre jüngeren Selbst geben – von heute aus gesehen?

1. Nimm die gläserne Decke wahr – und ernst.

Ja, du steckst beruflich fest. Du bist im vierten Jahr in dieser Organisation und die gläserne Decke wird allmählich spürbar. Du wirst dir in den nächsten Jahren noch einige Male heftig den Kopf daran stoßen, du weißt es nur noch nicht.

Mit Fleiß, Weitsicht und harter Arbeit krempelst du deinen Aufgabenbereich um. Abläufe greifen jetzt besser ineinander, brauchen weniger Zeit und Aufwand. Dein Team wächst. Du berichtest deinen Vorgesetzten regelmäßig darüber und bist überzeugt, dass sie die positiven Veränderungen wahrnehmen, anerkennen und honorieren werden.

Werden sie nicht. Nicht jetzt – und auch nicht in 10 Jahren.

keine-befoerderung © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Nimm wahr, was hier gespielt wird. Und dann:

2. Finde deine Nische.

Konzentriere dich frühzeitig auf die Bereiche, in denen du dich entfalten kannst. Die du gestalten kannst. Du wirst Erfolge einfahren und Erfahrungen machen, die dich innerlich laut lachen lassen über die verzweifelten Sprüche derer, die versuchen, dich weiterhin klein zu halten.

totes-pferd © Viktoria Cvetković bebildert.eu

3. Wenn der Weg nach oben blockiert ist, mach dich breit.

Werde die Expertin, auf die sie schlecht verzichten können. Dann wirst du auf sie verzichten können. Du wirst staunen, wer alles im Laufe der Jahre deine Expertise nachfragen wird.

expertise © Viktoria Cvetković bebildert.eu

4. Lass dich nicht verheizen – lerne Nein zu sagen.

Deine Kollegin geht in Elternzeit? Kein Problem, du mit deinem unermüdlichen Einsatz kannst ihre Aufgaben doch sicher noch zusätzlich übernehmen, oder? Ist ja nur für 15 Monate.

Dir schmeichelt, dass nur du dafür in Frage kommst. Es fühlt sich an wie ein Ritterschlag.

Die Folge ist aber ein Tiefschlag. Nach 6 Monaten wirst du ausgebrannt sein. Eines Morgens wirst du aufs Rad steigen und zur Arbeit fahren, denselben Weg wie immer. Und dann wirst du mitten auf der Strecke stehenbleiben und nicht mehr wissen, wo du langfahren sollst.

BÄM! Du kannst dich einfach nicht mehr an den Weg erinnern. Da ist nur noch ein gähnend schwarzes Loch in deinem Kopf. Deine Kraft reicht noch, um umzudrehen und nach Hause zu fahren. Du weinst erstmal eine Runde und dann machst du das einzig richtige: Du holst dir Hilfe.

Umarme die nächsten Monate. Sie bilden einen entscheidenden Wendepunkt in deinem Leben.

5. Such dir frühzeitig Verbündete.

Stell dir vor: Es geht dir nicht allein so. Das wirst du aber erst feststellen, sobald du dich öffnest und mit anderen über deine Situation sprichst.

Du musst das nicht mit dir alleine ausmachen.

Je mehr du dich vernetzt, desto klarer wird dir, dass mit dir alles in Ordnung ist. Der Fehler steckt nicht in dir, der Fehler steckt im System. Diese Organisation krankt an strukturellen Problemen. Die wirst du nicht lösen können, auch wenn du es gerne würdest.

6. Lass die Verantwortung bei denen, die sie haben.

Punkt.

7. Nimm Beratung an.

Du wirst bei einer Weiterbildung eine Mentorin kennenlernen, die dich auf eine ganz neue Spur setzt. Am Beispiel ihres Lebenswegs wird dir klar, was auch für dich alles möglich wäre. Das erste Mal leuchtet zaghaft die Idee von Selbständigkeit in deinen Gedanken auf.

Dir geht der Arsch auf Grundeis – das hat in deiner Familie noch niemand gemacht.

Aber der Wunsch nach Freiheit und Selbstwirksamkeit wird dich nicht mehr loslassen. Halte Ausschau nach Barbara. 😉 Und dann nach Sigrun – sie wird später deine Business-Mentorin werden und dein Verständnis, wie eine Unternehmerin arbeitet, komplett umkrempeln.

8. Verrate niemals deine Werte und Überzeugungen.

Gerechtigkeit, Transparenz, Wertschätzung, Neugier, Offenheit, Flexibilität, Integrität. Je mehr du dein Leben an deinen Werten ausrichtest, desto stärker wirst du. Auch wenn du es jetzt noch nicht glauben kannst:

Das ambivalente Gefühl des Angstgestelltenverhältnisses wird sich in 10 Jahren verwandelt haben in das herrliche Gefühl der freien Wahl.

Wenn du bleibst, dann, weil du willst – nicht, weil du musst. Love it, change it, or leave it.

love-it-change-it-leave-it © Viktoria Cvetković bebildert.eu

9. Folge beim Aufbau deiner Selbständigkeit deiner Intuition.

Du musst dein Thema nicht suchen – es hat dich schon längst gefunden.

Du wirst es erst zergrübeln und versuchen, alle deine Multibegabungen unter einen Hut zu bringen. Auf dem Weg wirst du dir immer wieder eine bestimmte Frage stellen. Die Antwort lautet:

JA, es ist völlig OK, nicht deine Number-One-Leidenschaft zum Beruf zu machen, sondern dein zweitliebstes Thema. Wenn das, was du liebst, mit finanziellem Erfolgsdruck verbunden ist, macht es dir keinen Spaß mehr. Kreativität auf Abruf wird für dich zu Unkreativität. Auftragsarbeiten engen dich ein. Wenn du das loslässt, schaffst du Platz für Neues.

Und BÄM! Dein zweitliebstes Thema wird sich zur echten Berufung entwickeln, sobald du ihm die verdiente Aufmerksamkeit schenkst.

stifte-zauber © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Bild: Ute Gabriel

10. Hör auf dein Bauchgefühl, hör auf die Signale deines Körpers.

Du hast mittlerweile viel Erfahrung. Deine Intuition ist dein zuverlässigster Kompass, wenn es um wichtige Entscheidungen geht. Du fühlst dich müde? Dann mach eine Pause. Du musst nicht alles schaffen und schon gar nicht alles auf einmal. Lass den maßlosen Perfektionismus los. Oder wie Jane von Klee einmal so schön gesagt hat:

„Weißt du, was 80/20 wirklich bedeutet? Unser Perfektionismus kostet uns 80 % unserer Lebenszeit.“

was-die-80-20-regel-wirklich-bedeutet © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Meine Liebe, du kannst dich auf die nächsten 10 Jahre freuen. Es wird nicht immer leicht sein, es wird Wachstumsschmerzen geben – und es wird richtig gut werden!

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Der frühe Vogel ist früher müde

Der frühe Vogel ist früher müde

Lesezeit: ca. 7 Minuten | aktualisiert: 05.08.2021

Copyright Titelbild: Herbert Henderkes

Erfolgreiche, produktive Menschen stehen früh auf. Also mindestens mal um 5 Uhr morgens. Und dann durchlaufen sie eine choreografierte Morgenroutine, in der trainiert, meditiert, Business-Podcasts gehört, ein grüner Smoothie bereitet und verzehrt, den Kindern ein gesundes Mittagessen eingepackt und ein Dankbarkeitstagebuch geführt wird. Und spätestens um 6 Uhr 30 sitzen erfolgreiche, produktive Menschen am Schreibtisch (oder wahlweise mit dem Laptop auf der Strandhausterrasse) und sind den ganzen Tag lang erfolgreich und produktiv und nehmen nebenher mehr Geld ein als sie in ihrem Leben ausgeben können. Dabei sind sie stets superzufrieden mit sich und der Welt. Und das alles wegen ihrer ausgeklügelten Morgenroutine, die am besten schon vor Sonnenaufgang beginnt.

Echt jetzt? Dann könnte ich’s ja gleich sein lassen. Ich schlafe nämlich noch tief und fest während der (hauptsächlich von Wirtschaftsmagazinen propagierten und von Hobbyredakteuren unreflektiert in Ratgeberbücher übernommenen) „einzig wahren Erfolgs-Produktivitäts-Routine“.

Das Ding mit der Chronobiologie

Meine eigene Erfahrung zeigt mir etwas anderes und deswegen bin ich zunehmend genervt von einseitig geprägten „Produktivitätsgurus“ und unreflektiert nachplappernden Pseudo-Experten.

Ich bin eine ausgeprägte Nachteule (und habe das sogar schriftlich, weil ich Studienteilnehmerin am Roenneberg Lab der LMU München war). Trotzdem bekomme ich in meinem Arbeitsalltag einiges geschafft, zum Beispiel mein eigenes Unternehmen aufbauen. Was mir auffällt: Das fluppt erst so richtig, seitdem ich meinem Biorhythmus folgen kann – weil die äußeren Umstände für mich, den chronobiologischen Spättyp, jetzt günstiger sind.

„Ich weiß, dass man den Menschen sehr unrecht tut, die eher Spät-Typen sind. Die dann lieber abends arbeiten. Es ist durchaus so, dass Produktivität auch dann erfolgen kann, wenn sie nicht in den frühen Morgenstunden abgerufen wird.“

Lennart Knaack, Schlafforscher

Der Segen des Homeoffice

Jahrelang hat mir mein Tageslichtwecker ab 5 Uhr 30 den Sonnenaufgang simuliert, damit ich mich um 6 Uhr morgens aus dem Bett quälen konnte, um zur Arbeit zu pendeln und rechtzeitig im Büro zu sein. Früh einschlafen konnte ich abends trotzdem nicht. In der Folge fehlte mir unter der Woche nächtlich mindestens eine Stunde Schlaf, denn mein Schlafbedarf liegt im Schnitt bei etwa 8 Stunden. Chronischer Schlafmangel also. Total gesund für Körper und Seele. :-/

Ich werde frühestens um 23 Uhr müde, manchmal auch erst wesentlich später. Egal, wann ich aufstehe.

„Der Chronotyp ist genetisch festgelegt. Er hängt damit zusammen, wann wir unsere minimale Körpertemperatur in der Nacht haben – ob das in den frühen oder späten Morgenstunden ist. Und das ist etwas, auf das wir gar nicht so viel Einfluss haben.“

Lennart Knaack, Schlafforscher

Was ich auch von mir kenne: Gegen 23 Uhr herum kommt mir eine zündende Idee, an der ich dann gut arbeiten kann. Gerne auch konzentriert zwei Stunden am Stück. Wenn ich kann, wie ich will, beginnt dann oft meine kreative Problemlösezeit.

Seit Beginn der Pandemie kann ich (meistens), wie ich will. Ich muss seit mehr als 17 Monaten nicht mehr ins Büro pendeln. Ich stehe auf, wenn ich ausgeschlafen bin. Beim allmählichen Aufwachen blitzt oft schon ein guter Einfall in meinen Bewusstsein auf. Oft die Lösung für ein Problem, dass mich schon länger beschäftigt. Dann gehe ich die paar Schritte rüber ins Homeoffice, klappe den Laptop oder mein Notizbuch auf und arbeite los. Statt Zeit zu verplempern, um mich auf den Arbeitstag vorzubereiten, habe ich schon den ersten Schwung an konzeptionellen Dingen erledigt. Später wird dann gefrühstückt, im Anschluss schreibe ich Mails und telefoniere.

Der inneren Uhr folgen dürfen

Trotzdem lebe ich nicht auf einer einsamen Insel, sondern muss mich mit Kolleginnen, Geschäftspartnern, Kundinnen und auch mit meinem Partner (ausgeprägter Frühaufsteher) arrangieren. Seit der positiven Homeoffice-Erfahrung versuche ich aber, meinen Arbeitsalltag wann immer möglich konkret an meinen Biorhythmus anzupassen. Das geht nicht immer ohne Reibung ab, aber es ist machbar.

Zum Beispiel hasse ich Termine vor 11 Uhr morgens, weil ich mich dann meiner energiegeladensten, ungestörten Konzentrationsphase beraubt fühle. Den Rest des Tages kann ich dann in der Regel in die Tonne kloppen und bin nur noch für Routineaufgaben zu gebrauchen. Deswegen versuche ich alle Termine, die ich beeinflussen kann, frühestens auf 14 Uhr zu legen. Mit anderen Menschen intensiv diskutieren geht dann super.

Auch Visualisierungstrainings, insbesondere 1:1-Mentorings, lege ich gerne auf den späten Nachmittag oder frühen Abend. Und ich merke, dass die Arbeit mit meinen Lieblingskundinnen dann auch am besten funktioniert. Ich kann am besten helfen, wenn ich im kreativen Flow bin.

Produktiv auch ohne Morgenroutinen?

Was mir die letzten anderthalb Jahre gezeigt haben: Für einen produktiven Arbeitsalltag kommt es weniger darauf an, wann wir aufstehen, sondern dass wir genug Schlaf bekommen. Und falls der Eindruck aufgekommen sein sollte: Ich habe rein gar nichts gegen Frühaufsteherinnen und respektiere jede Form von individuellem Tagesrhythmus. Genau deswegen mag nicht darüber „belehrt“ werden, dass mit meinem etwas nicht in Ordnung sei.

Der frühe Vogel ist früher müde und die Amsel in unserem Garten zieht auch in der Abenddämmerung noch erfolgreich Würmer aus der Erde.

Und auch Tagesroutinen finde ich sehr hilfreich, nur müssen diese mit Sicherheit nicht für jeden Menschen in aller Herrgottsfrühe beginnen. Zu meinen Routinen gehört zum Beispiel ein am Vorabend (oder in der Nacht) erstellter visueller Tagesplan. Damit schließe ich meinen Arbeitstag ab und briefe gleichzeitig meinen kreativen Autopiloten. Der sorgt dann dafür, dass Lösungen für Probleme oft beim ausgeruhten Aufwachen „plötzlich“ aufploppen.

Zum Weiterlesen:

strukturierter-arbeiten-anleitung-visueller-tagesplan-statt-to-do-liste © Viktoria Cvetković bebildert.eu

Strukturierter arbeiten: Visueller Tagesplan statt To-Do-Liste

In 7 Schritten zu mehr Spaß und Effizienz im Arbeitsalltag

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