Aktua­li­siert: 20.07.2022 | Mit (*) sind Part­ner-Links gekenn­zeich­net, die zum sozia­len Buch­han­del führen.

Die­ser Arti­kel über Coa­ching­kar­ten (man­che sagen auch Bild­kar­ten dazu, wobei nicht immer Bil­der auf den Kar­ten sind) ist ein beson­de­res Koope­ra­ti­ons­pro­jekt. Ich habe dafür mit ver­schie­de­nen Kol­le­gin­nen gespro­chen, die Coa­chings, Trai­nings und Bera­tun­gen machen, und sie gebe­ten mir zu zei­gen, wel­che Kar­ten­sets sie nut­zen, wofür sie sie ver­wen­den und was sie empfehlen.

Ich selbst nutze auch Kar­ten bei mei­ner Arbeit (mehr dazu unten), aber das ist nur ein win­zi­ger Aus­schnitt des­sen, was über­haupt mög­lich ist.

Als ich begon­nen habe, für die­sen Arti­kel über Coa­ching­kar­ten zu recher­chie­ren, war mir nicht bewusst, dass es sooooo viele ver­schie­dene Ansätze gibt, mit Kar­ten­sets zu arbei­ten. Auch die große Band­breite und Ver­schie­den­ar­tig­keit der Kar­ten hat mich überrascht.

Was ich vor den Gesprä­chen mit mei­nen Kol­le­gin­nen vor Augen hatte, war das, was ich aus mei­ner eige­nen Aus­bil­dung aus Teil­neh­me­rin­nen­sicht kannte: Eine wilde Mischung von Post­kar­ten, aus­ge­legt in der Mitte eines Stuhl­krei­ses. Man­che davon schon mit Esels­oh­ren und so abge­grab­belt, dass ich sie gar nicht anfas­sen mochte. Jetzt zu sehen, wie man es anders (und ja: auch bes­ser!) machen kann, finde ich hoch­gra­dig fas­zi­nie­rend und inspi­rie­rend. Und diese Ent­de­ckun­gen möchte ich gerne mit dir tei­len! 

Der­zeit ist die­ser Arti­kel eine Vor­ver­sion, sozu­sa­gen work in pro­gress. Ich habe zahl­rei­che Gesprä­che geführt – die ers­ten mit Tanja Peters, Silke Hüchel-Stein­bach und Frauke Por­beck sind schon tran­skri­biert und hier veröffentlicht.

So kannst dir schon jetzt reich­lich Inspi­ra­tio­nen holen: Silke, Frauke, Tanja und ich plau­dern aus dem Näh­käst­chen, wie wir Kar­ten für unsere Arbeit einsetzen.

Ich ergänze die­sen Arti­kel lau­fend – als News­let­ter-Abon­nen­tin erfährst du als Ers­tes davon, sobald ich die wei­te­ren Emp­feh­lun­gen ein­ge­pflegt habe.

Zum Bei­spiel,…

  • wie Lena Kampf­ho­fer ihre Kar­ten online ein­setzt (sys­te­mi­sches Coa­ching und Familienberatung),
  • wel­che beson­de­ren Kar­ten Uli Stauch ver­wen­det (Trai­nings zu Gewalt­freier Kommunikation),
  • wel­chen unge­wöhn­li­chen Ansatz Susanne Eggers nutzt (Tier­kom­mu­ni­ka­tion) und
  • wie Alex­an­dra Key­ling (Fami­li­en­be­ra­tung) nicht nur ein Kar­ten­set für sich erstellt hat, son­dern es sogar schon über 40 Mal(!) ver­kauft hat.

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Lear­nings aus Schritt 1: 

  • Den Zufall zulas­sen, zuhö­ren und sich beschen­ken las­sen. Andere Men­schen haben manch­mal wert­volle Ideen, auf die du selbst nie gekom­men wärest. Das trifft ins­be­son­dere dann zu, wenn es um spe­zi­fi­sche Bedarfe geht.
    .
  • Wenn du einen blin­den Fleck bei dir erkennst: Hole dir Rat bei kom­pe­ten­ten Meschen, denen du vertraust.

Der große Vor­teil ist, dass du mit Kar­ten bereits vor­be­rei­tete Visua­li­sie­run­gen zur Hand hast, die du sofort und sehr ein­fach ver­wen­den kannst. Mit Kar­ten musst in einem Gespräch weder schrei­ben noch zeich­nen, und du musst dir auch nichts spon­tan über­le­gen. Du zückst ein­fach dein Kar­ten­set und legst los. 🙂

  • Dabei ist es egal, ob du deine Kar­ten kom­plett selbst machst, ein kom­mer­zi­el­les Set kaufst oder dir dein Kar­ten­set aus vor­han­de­nen Moti­ven zusammenstellst.
  • Kar­ten­sets dür­fen alles zei­gen, was dir bei dei­ner Arbeit hilft: Fotos, Wör­ter, Texte, Zeich­nun­gen, bild­hafte Motive, abs­trakte For­men, Farben, …
  • Du kannst online, am Tele­fon und in Prä­senz mit Kar­ten arbeiten.
  • Sie sind für Grup­pen­trai­nings genauso gut ein­setz­bar wie im Eins-zu-Eins-Coaching.
  • Sie sind nahezu für jedes Thema ver­wend­bar: Die Kol­le­gin­nen, mit denen ich für die­sen Arti­kel gespro­chen habe, nut­zen Bild­kar­ten in der Tier­kom­mu­ni­ka­tion, in der Paar­be­ra­tung, im Team­coa­ching, für die Super­vi­sion von Grup­pen, in Trai­nings zur Gewalt­freien Kom­mu­ni­ka­tion, für den Unter­richt, in der Logo­pä­die, … und das ist wie­derum nur ein win­zi­ger Aus­schnitt des­sen, was mög­lich ist.

Schauen wir uns also mal die ver­schie­de­nen Case Stu­dies an!

  Coachingkarten nur mit FARBE: Start ins Online-Training

Selbstgemachte Farbkarten

Das ist so ein Bei­spiel für: Bild­kar­ten müs­sen kein ein­zi­ges Bild ent­hal­ten. Des­we­gen ist der Begriff »Coa­ching­kar­ten« viel­leicht tref­fen­der – wobei ich diese Kar­ten nicht im Coa­ching, son­dern in mei­nen Work­shops, Grup­pentrai­nings und für Bil­dungs­ur­laube ver­wende.😂 (Begriffe sind Schall und Rauch, aber irgend­wie muss man die Kar­ten ja benennen.)

Ich nutze sehr gerne selbst­ge­machte, ein­far­bige Kar­ten für die Trai­nings – am liebs­ten zum Ein­stieg in den drit­ten Tag, wenn die Gruppe sich schon ein biss­chen bes­ser kennt. Die Farb­kar­ten sind ein nie­der­schwel­li­ger Rede­an­lass und ein leicht­fü­ßi­ger Ein­stieg in den Mor­gen. So wie ich die Kar­ten haben wollte, gab es sie nicht zu kau­fen. Des­halb habe ich sie mit wenig Auf­wand selbst gemacht.

Meine Coa­ching­kar­ten habe ich selbst gemacht: Ein­fach Blanko-Memory-Kar­ten und Deck­far­ben aus dem Bas­tel­be­darfs­la­den besorgt und in ganz unter­schied­li­chen Farb­tö­nen bemalt. Hier siehst du eine kleine Auswahl.

So verwende ich die farbigen Coachingkarten

Obwohl ich online arbeite, nutze ich gerne phy­si­sche Kar­ten, die ich in die Hand neh­men kann. Ich ver­wende sowieso häu­fig eine Doku­men­ten­ka­mera, um zu zei­gen, wie ich etwas auf­schreibe oder zeichne. Dafür filme ich mit der Doku­men­ten­ka­mera von oben mei­nen Schreib­tisch ab und über­trage das Video direkt in Zoom. Wenn ich die Bild­kar­ten ein­setze, mache ich das auch: Ich lege für die Teil­neh­me­rin­nen sicht­bar eine Karte nach der ande­ren auf mei­nem Tisch aus und lasse die Far­ben erst ein­mal wirken.

Dann stelle ich eine bestimmte Frage dazu: „Wel­che Farbe hat dein Mor­gen und warum?“, und lade die Teil­neh­me­rin­nen ein, 2–3 Sätze zu sagen. Jede Teil­neh­me­rin ent­schei­det selbst, wie per­sön­lich (oder sach­lich) sie ihre Ant­wort gestaltet.

Mein Ziel ist, ein gutes Gefühl dafür zu bekom­men, wie gerade die Stim­mung und Ener­gie bei den ein­zel­nen Teil­neh­me­rin­nen ist. Das kann ich dann im wei­te­ren Trai­ning berück­sich­ti­gen und so ein mög­lichst gutes Lern­um­feld für die­sen Tag schaffen.

Wenn also eine Teil­neh­me­rin sagt: „Mein Mor­gen ist rot, weil ich heute ganz früh schon mit mei­nen Töch­tern das Wohn­zim­mer auf­ge­räumt habe. Ich bin jetzt so vol­ler Power, dass ich kaum erwar­ten kann, im Work­shop los­zu­le­gen!“, dann gibt sie damit schon eine bestimmte Ener­gie in die Gruppe hin­ein. Das steckt die ande­ren zumin­dest ein klei­nes biss­chen an und ich weiß dann, dass ich zum Start in den Tag keine Akti­vie­rungs­übung mehr zu machen brauche.

Ein wei­te­rer Effekt: Durch das Tei­len der eige­nen Gedan­ken und Gefühle ent­steht eine beson­dere Form von Nähe in der Gruppe – abseits der the­ma­ti­schen Trai­nings­in­halte und obwohl jede Teil­neh­me­rin vor ihrem eige­nen Bild­schirm sitzt.

Ich nutze die Farb­kar­ten also mit einer ganz bestimm­ten Intention.

Weil ich gerne struk­tu­riert vor­gehe, war meine Inten­tion zuerst da: Ich will erfah­ren, wie es mei­nen Teil­neh­me­rin­nen am drit­ten Tag geht und was sie gerade brau­chen. Erst im zwei­ten Schritt habe ich mir dann über­legt, wel­che Frage mir dabei am bes­ten hel­fen kann und wel­ches Mate­rial unter­stüt­zend dazu passt. So bin ich auf die Farb­kar­ten gekommen.

Alternativen für die selbstgemachten Farbkarten

  • Post-its.
    Davon habe ich sta­pel­weise her­um­lie­gen, in allen mög­li­chen Far­ben und Grö­ßen … Sehr prak­tisch, wenn ich meine selbst­be­mal­ten Kar­ten mal ver­legt habe.
Bildkarten, die jeweils nur aus einer Farbfläche bestehen, auf einem Tisch

Post-its als Ersatz für die die selbst­ge­mach­ten Farbkarten

  • Das zurecht­ge­schnit­tene Titel­blatt eines Kata­logs.
    Das ist ein Zufalls­fund und ich habe direkt zuge­grif­fen. Ich mag die Farb­ver­läufe sehr gerne, prak­ti­scher­weise sind die Farb­fel­der im qua­dra­ti­schen For­mat und die Größe des Blat­tes passt per­fekt in den Bild­aus­schnitt der Dokumentenkamera.

Das Titel­blatt eines Kata­logs: Zufals­s­fund und Ersatz für die die selbst­ge­mach­ten Farbkarten

  • Farb­ton­kar­ten aus dem Bau­markt.
    Gedacht als Anschau­ungs­ma­te­rial für Wand­far­ben und Möbel­la­cke, leis­ten sie mir auch im Trai­ning gute Dienste. Vor­teil: Sehr viele ver­schie­dene Farb­töne, aus denen ich eine pas­sende Aus­wahl fürs jewei­lige Trai­ning tref­fen kann. Nach­teil: Die auf­ge­druck­ten Farb­be­zeich­nun­gen wie »Frot­tee­blau« und »Senf­gelb«.

    Wör­ter auf den Farb­kar­ten finde ich per­sön­lich stö­rend, weil sie schon in eine bestimmte Rich­tung beein­flus­sen kön­nen. Wenn mich eine Farbe anspricht, ich aber das Wort doof finde, bin ich raus. Ich nehme an, mei­nen Teil­neh­me­rin­nen geht es zum Teil auch so. Des­we­gen lege ich diese Kar­ten gerne über­lap­pend, sodass das Wort ver­deckt ist. Diese Vari­ante ver­wende ich meist als Foto, wenn ich im Trai­ning mit MURAL arbeite.

Bau­markt-Fund­stü­cke als Ersatz für die die selbst­ge­mach­ten Farbkarten

  Coachingkarten nur mit TEXT: Begriffe, Fragen, Aufgaben

»Fragen können wie Küsse schmecken: 111 Fragekarten für Therapie, Beratung und Coaching«

Das ist eine Emp­feh­lung von Silke Hüchel-Stein­bach. Silke ist Super­vi­so­rin, sys­te­mi­sche Bera­te­rin und The­ra­peu­tin und hat einen enor­men Fun­dus an Coa­ching­kar­ten. Unser Gespräch über Kar­ten­sets wirst du dir bald auch in einem Video anschauen können.

Das sagt Silke über Fra­gen kön­nen wie Küsse schme­cken: 111 Fra­ge­kar­ten für The­ra­pie, Bera­tung und Coa­ching*:
„Im Sys­te­mi­schen haben wir Fra­gen natür­lich immer gerne. Die­ses Fra­gen­set ist ziem­lich bekannt. Das sind schöne Fra­gen, es sind aber auch schwie­rige bzw. anspruchs­volle dabei. Je nach­dem, wofür ich sie ein­setze, sor­tiere ich vor­her auch aus. Die Fra­ge­kar­ten nutze ich im Ein­zel­ge­spräch. Ich liebe an den Kar­ten, dass sie mir eine Ent­schei­dung abneh­men. Also: was machen wir jetzt oder wo geht’s jetzt hin? Meine Kli­en­ten kön­nen auch Nein zu der gezo­ge­nen Karte sagen.

Ich nehme die Kar­ten auch für mich: Ich liebe es, mich dem Zufall zu über­las­sen. Zum Bei­spiel, wenn ich Tage­buch schreibe. Wenn mir mal nichts ein­fällt, dann sind das schöne Impulse.“

fragen koennen wie kuesse schmecken

Das Kar­ten­set Fra­gen kön­nen wie Küsse schme­cken: 111 Fra­ge­kar­ten für The­ra­pie, Bera­tung und Coa­ching* ist eine von vie­len Emp­feh­lun­gen von Silke Hüchel-Steinbach.

»Erzählt euch mehr: Seid neugierig, lernt euch kennen, reflektiert«

Eine wei­tere Emp­feh­lung aus Sil­kes Praxis:

„Für Paare gibt’s natür­lich auch Kar­ten: »Erzählt euch mehr«*. Da sind auch jeweils Fra­gen drauf, hier zum Bei­spiel: Wann du dir zum letz­ten Mal einen Rat oder eine Mei­nung ein­ge­holt? Zu wem gehst du in sol­chen Fällen? 

Außer­dem habe ein Lese­pa­ten­kind in der vier­ten Klasse, die liebt Fra­gen. Da nehme ich auch die­ses Kar­ten­set – also nicht diese Frage, da sor­tiere ich dann auch vor –, aber es ist inter­es­sant, was eine Viert­kläss­le­rin auch zu abwe­gi­gen Fra­gen zu sagen hat. Letzt­lich ist das ja nur ein Auf­hän­ger, es geht ja nicht um die Karte, son­dern was sie beim Gegen­über auslöst.“

fragen koennen wie kuesse schmecken

Das Kar­ten­set Erzählt euch mehr* ist eine von vie­len Emp­feh­lun­gen von Silke Hüchel-Steinbach.

»Humor-Set: 120 kreative Fragen und Aufgaben«

Noch eine Emp­feh­lung von Silke:

„Das Humor-Set habe ich mir damals für mich selbst gekauft. Die Kar­ten sind aber auch super für Fort­bil­dungs­grup­pen. Dar­auf sind Auf­ga­ben, das finde ich immer gut, zum Bei­spiel: Wech­selt die Rol­len, du bist 2 Minu­ten lang eine andere Per­son in der Runde. Das nennt sich dann spie­geln. Über­trei­ben ist auch immer beliebt. Oder argu­men­tie­ren ler­nen. Die Auf­ga­ben sind zum Teil schwer, da würde ich auch immer eine Vor­auswahl tref­fen. Vie­les geht in Rich­tung Impro. Das ist anspruchs­vol­ler Humor. Wie diese Karte hier, ein Para­dox: Zähle deine Stär­ken auf und sprich dabei mit lei­ser, unsi­che­rer Stimme. Das wäre z. B. auch was für mein Lese­pa­ten­kind. Zum Üben.“

Nach mei­ner Recher­che ist die­ses Set im Han­del nicht mehr zu haben, even­tu­ell kannst du es noch anti­qua­risch bekommen.

fragen koennen wie kuesse schmecken

Das Humor-Set ist eine von vie­len Emp­feh­lun­gen von Silke Hüchel-Steinbach.

Selbstgemachte Impulskarten zur Reflexion im Unterricht

Diese Text­kar­ten ver­wen­det Tanja, eine Freun­din von mir, für ihre Arbeit mit Grund­schul­kin­dern. Sie setzt sie als Impuls­kar­ten zur Refle­xion zum Tages­ab­schluss ein. Jedes Kind sucht sich eine Karte aus (es gibt meh­rere glei­che Kar­ten) und ver­voll­stän­digt dann den Satz­an­fang aus sei­ner Sicht. Die Satz­an­fänge machen es den Kin­dern leicht, in die Refle­xion zu kom­men. Gleich­zei­tig kann Tanja das Gespräch in Rich­tung Tages­ab­schluss lenken.

Tanja hat die Kar­ten selbst­ge­macht. Mit den Satz­an­fän­gen hatte sie vor­her schon gute Erfah­run­gen gemacht, aber sie hatte sie noch nicht visua­li­siert. Jetzt hat sie die Satz­an­fänge auf Kärt­chen geschrie­ben, diese lami­niert und in Sprech­bla­sen­form geschnit­ten. Zum Start der Refle­xion legt sie sie für alle Kin­der gut sicht­bar aus. So kön­nen alle alles sehen (und sogar in die Hand neh­men), bevor sie sich für einen Satz ent­schei­den. Für Tanja läuft die Refle­xi­ons­phase jetzt ein­fa­cher und flüssiger.

Impulskarten zur Reflexion

Selbst­ge­machte Impuls­kar­ten zur Refle­xion im Grundschulunterricht.

  Coachingkarten mit TEXT & BILD

»Happy Box: 77 Karten für ein glückliches Leben«

Ein wei­te­res Kar­ten­set, das Silke Hüchel-Stein­bach emp­fiehlt:

„Es gibt auch Impuls­fra­gen als schön gestal­tete Kar­ten, die finde ich auch ganz wit­zig: die »Happy Box« von Horst Conen (nur noch anti­qua­risch erhält­lich). Da ist vorne ein Foto drauf und der Impuls als kur­zer Satz, und auf der Rück­seite ist Text. Das sind oft Rat­schläge. Ich ziehe mal eine – auf die­ser steht drauf: Heute ist ein guter Tag, um doch noch glück­lich zu werden. 

Die Kar­ten gebe ich gerne Teams mit, wenn wir noch ein biss­chen Zeit zum Schluss haben. Das ist schön, um noch etwas mit nach Hause zu neh­men, wenn sie aus so einer inten­si­ven Super­vi­sion gehen. Alle zie­hen dann eine Karte für sich und kön­nen so noch einen Impuls mit­neh­men. Man­che foto­gra­fie­ren sich die Karte ab, man­che neh­men ein­fach nur die Idee mit. Der Brül­ler ist immer, wenn da steht: Heute ist ein guter Tag, um Sex zu haben. Bei man­chen Grup­pen nehme ich diese Karte vor­her raus.“

Bei die­sem Kar­ten­set steht, trotz Bild, der Text­im­puls im Vor­der­grund. Die Bil­der auf den Kar­ten sind anspre­chend gestal­tet, haben aber zunächst nur eine deko­ra­tive Funk­tion. Erst, wenn man sich mit dem Inhalt des Text­im­pul­ses beschäf­tigt hat, bekommt das Bild eine Anker­funk­tion (weil man zum Bei­spiel dann den Gedan­ken »Bat­te­rien auf­la­den« mit dem Bild von Scho­ko­lade ver­knüpft oder »Träume erfül­len« mit einem Geschenkpäckchen).

Auch die­ses Kar­ten­set nutzt Silke nicht nur in ihrer Arbeit, son­dern auch für sich selbst: „Ich liebe es, mich dem Zufall zu über­las­sen. Aus der Happy Box hatte ich in einem Jahr in den Rau­h­näch­ten die Karte  »Ent­de­cke den Clown in dir« gezo­gen. Das war so abwe­gig für mich, für meine Per­son – aber ich hatte so viel Spaß in dem Monat, für den ich die Karte gezo­gen hatte. Was alles ins Leben kom­men kann, wenn man sich dem öff­net! Ein Impuls, den man nicht kon­trol­liert, den man nicht aus­ge­wählt hat, wo man kei­nen Wider­stand hatte, … das ist ja das, was einen dann im Leben weiterbringt.“

fragen koennen wie kuesse schmecken

Das Kar­ten­set »Happy Box« ist eine von vie­len Emp­feh­lun­gen von Silke Hüchel-Steinbach.

Selbstgemachte Affirmationskärtchen

Silke wäre nicht Silke (viel­be­gabt und krea­tiv), wenn sie nur gekaufte Kar­ten hätte:

„Es gibt einen Rie­sen­markt für Kar­ten, gerade von der Firma Beltz gibt es einen dicken Kata­log. Ich könnte mich da tot­kau­fen. Das andere ist Sel­ber­ma­chen. Das ist natür­lich genial! Es macht Arbeit, wenn man die Kar­ten auf­wen­dig macht. Aber es geht ja auch einfach.“

Hier spricht Silke über selbst­ge­machte Affirmationskarten:

„Ich habe mit Aqua­rell ein­fach irgend­was aufs Papier gebracht, zufäl­lige For­men. Und dann ver­sucht, in die­sen For­men etwas zu erken­nen und das her­aus­zu­ar­bei­ten. Auf die Rück­seite habe ich meine Affir­ma­tion dazu geschrie­ben. Und dann, ganz prak­tisch: Die Kar­ten kannst du dir an einen Schlüs­sel­ring machen und so immer mit dir herumtragen.

Die Affir­ma­ti­ons­kar­ten nutze ich für mich sel­ber. Ich habe hier zum Bei­spiel eine Karte zum Thema Lächeln, hin­ten steht: »Ich liebe mein So-Sein« und hier: »Ich bin so frei, mir alles zu erlauben«.“

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Das selbst­ge­machte Affir­ma­ti­ons-Kar­ten­set von Silke Hüchel-Steinbach.

»Ich schaf(f) das! Leichte Körperübungen für mehr Lebenspower«

Ein wei­te­rer Tipp von Silke zu Kar­ten, die sowohl Text als auch Bil­der enthalten:

„Ich habe hier noch ein Kar­ten­set, das heißt »Ich schaf(f) das«*. Das sind Kör­per­übun­gen; das Prin­zip dahin­ter ist das Body-to-Brain-Kon­zept. Das Ziel ist eine Form von Selbst­für­sorge und eine Kör­per­ori­en­tie­rung, weil vie­les über den Kopf allein eben nicht geht. 

Die Kar­ten hel­fen beim Ler­nen von Kör­per­ges­ten oder Atem­tech­ni­ken. Zum Bei­spiel diese Karte hier: »Hand aufs Herz«. Das kannst du ein­fach so mal zwi­schen­durch machen. Das fällt dann nicht so auf, wenn du die Hand aufs Herz legst und quasi eine Schutz­geste für dich machst. Die belieb­teste Geste ist die Geste der Groß­zü­gig­keit. Da gibt es eine Karte, die heißt »Groß­zü­gig­keit«, das schafft dann ein inne­res Bild, das mei­nen Kli­en­tin­nen mit ihren Chefs ganz oft hilft.

Es geht oft ins Zwi­schen­mensch­li­che bei mei­ner Arbeit. Die Kar­ten sind auch Humo­ran­ker, das finde ich total wich­tig. Das muss mir auch Spaß machen, und für meine Kli­en­tin­nen sind die The­men bier­ernst genug, da hel­fen dann sol­che humor­vol­len Gesten.

Oder: Eine Freun­din hat eine Herz-OP gehabt. Ihr habe ich dann regel­mä­ßig eine Karte foto­gra­fiert und per Handy geschickt.

Ich nutze das Kar­ten­set, wenn ich Kör­per­ori­en­tie­rung rein­brin­gen will. Mit den Kar­ten muss ich mir vor­her auch nicht so viele Gedan­ken machen:

Die Kli­en­tin­nen zie­hen selbst eine Karte. Dann muss nicht ich die Übung aus­su­chen, son­dern ich halte fünf Kar­ten hin und dann machen wir ein­fach die gezo­gene Kör­per­übung. Vor­her treffe ich eine Aus­wahl aus den Kar­ten. Es sind ver­schie­dene Sachen dabei, man­che finde ich geeig­net, andere finde ich unge­eig­net. Ich mache immer eine Vor­auswahl, auch um die Menge zu redu­zie­ren. Das muss man im Gefühl haben: Wie viele Kar­ten brau­che ich, was ist zu wenig, was ist zu viel?“

fragen koennen wie kuesse schmecken

Das Kar­ten­set Ich schaf(f) das* ist eine von vie­len Emp­feh­lun­gen von Silke Hüchel-Steinbach.

»Krafttiere und ihre seelischen Botschaften«

Nicht immer sind Kar­ten, die auf den ers­ten Blick schön erschei­nen, dann auch gut im eige­nen Kon­text nutz­bar. Meine Kol­le­gin Frauke Por­beck, Exper­tin für Selbst­er­fah­rung und Coa­ching mit Pfer­den, hat so eine ambi­va­lente Erfah­rung mit dem Kar­ten­set »Kraft­tiere und ihre see­li­schen Bot­schaf­ten« gemacht:

„Manch­mal kauft man auch Kar­ten und die blei­ben lie­gen. Die­ses Kraft­tiere-Kar­ten­set* habe ich noch gar nicht benutzt. Ich fand das Set schön, weil die Tiere so schön dar­ge­stellt sind. Aber – was mir beim Kauf nicht auf­ge­fal­len ist – hier unten: Da steht ja auf den Kar­ten schon was drauf. Wie blöd! Da wird einem von außen schon eine Idee vorgegeben.

Ohne Text könnte ich die Kar­ten für eine Vor­stel­lungs­runde nut­zen. Oder für scha­ma­ni­sche Rei­sen, das würde ich gerne mal ler­nen. Oder auch als Inten­ti­ons­kar­ten, also ich würde die Kar­ten aus­le­gen im Coa­ching, ver­bun­den mit der Bitte: »Such dir ein Tier aus.« Oder eine Vari­ante mit zwei Kar­ten: Ein Tier steht dann für »Wo stehe ich gerade?« und die andere für »Wo möchte ich gerne hin?«.“

Ein ande­res Kar­ten­set, das Frauke unein­ge­schränkt emp­fiehlt, fin­dest du im nächs­ten Abschnitt: Coa­ching­kar­ten nur mit Bild.

  Coachingkarten nur mit BILD

»Der bewusste Weg mit Pferden. 40 Karten«

Frauke Por­becks Schwer­punkt ist pfer­de­ge­stütz­tes Erfah­rungs­ler­nen. Die­ses Kar­ten­set emp­fiehlt sie wärms­tens aus ihrer Coa­ching­pra­xis:»Der bewusste Weg mit Pfer­den. 40 Kar­ten mit Pferde-Arche­ty­pen und Pra­xis-Hand­hand­buch«.

„Abge­bil­det sind Illus­tra­tio­nen von Pfer­den, die Kar­ten sind ohne Text. Das finde ich sehr schön, weil ich dann ein­fach auf die Bil­der gucken und erspü­ren kann: Wie ver­bin­det sich das mit mir? Was sagt mir das?

Ich mag das eigent­lich nicht, wenn auf den Kar­ten auch Text ist. Das gibt dann direkt eine Rich­tung vor: Was ich füh­len sollte – oder eine andere Beein­flus­sung. Mit rei­nen Bil­der­kar­ten finde ich das schö­ner. Ich kann dann erst­mal sagen: „Das ist für mich X oder Y.“ Und das kann ja auch etwas ganz ande­res sein, als das, was sich die Autorin oder die Illus­tra­to­rin bei den Kar­ten gedacht haben.

Es gibt ein schi­ckes Buch dazu, sehr aus­führ­lich. Wenn man möchte, kann man sich in Texte im Begleit­buch rein­knien, wobei die schon sehr anspruchs­voll sind. Manch­mal muss ich sie zwei­mal lesen. Aber man muss das Kar­ten­set ja nicht so benut­zen. Man kann auch ein­fach nur die Kar­ten angucken.

Was ich bei Work­shops mache: Ich nutze die Kar­ten für den Ein­stieg, für die Vor­stel­lungs­runde. Wir legen die Kar­ten in die Mitte und am Anfang zie­hen alle eine Karte und sagen, was sie damit ver­bin­den, was die Karte für sie bedeu­tet. Das ist net­ter als mich vor­zu­stel­len mit: „Ich bin Frauke Por­beck, ich bin Mut­ter und ich bin Ange­stellte in einem Bio­la­den.“ Mit den Kar­ten stelle ich mich nicht über meine Rolle und mei­nen Sta­tus vor, son­dern ein­fach über Dinge, die mir gerade wich­tig sind – oder die mich in die­sen Kurs gebracht haben. Als Kurs­lei­te­rin weiß ich dann schon, wo die Men­schen gerade ste­hen (und wenn ich will, mache ich mir schnell eine Notiz und gucke dann spä­ter im Buch nach, was da zu die­ser Karte noch ergän­zend steht.)

Im Buch gibt es auch eine Anlei­tung für ein Kar­ten­le­ge­sys­tem. Wenn man möchte, kann man zu einer Frage meh­rere Kar­ten legen, mit einem fes­ten Plan, einem Lege­schema: Man legt eine Karte in die Mitte und vier drum­herum. Zu jeder Karte gehört eine Frage und zu jeder Karte gibt es einen sehr aus­führ­li­chen Text im Begleitbuch.

Im Kurs »Ja zum Nein« geht es um Gren­zen – Gren­zen set­zen, ohne uns zurück­ge­wie­sen zu füh­len. Da kann man das Grenzen­set­zen sehr schön erst über eine Übung mit den Kar­ten erfah­ren und dann drau­ßen im Coa­ching mit den Pfer­den üben.

Das kann man am bes­ten 1:1 machen. Dann läuft es so ab:

„Zieh mal die erste Karte, die kommt in die Mitte, das ist dein zen­tra­les Thema. Dann die zweite Karte: Das ist das Offen­sicht­li­che, das, was alle wis­sen. Die dritte Karte: Das ist dein blin­der Fleck.“ Und so wei­ter. Dann geht man in die Tiefe: „Was sagt dir die Karte? Wie liest du das?“ Und danach schauen wir im Buch nach, wie der Text dort noch ergän­zend dazu pas­sen kann. Das Fas­zi­nie­rende: Es ergibt sich immer ein unglaub­lich pas­sen­des Puz­zle. Oft sind das Sachen, die wir uns nicht ein­ge­ste­hen wol­len. Mit Kar­ten klappt das oft bes­ser. Die sind sehr offen für eigene Inter­pre­ta­tio­nen, man bekommt eine Anre­gung zur Refle­xion. Es geht an der Ver­stan­des­ebene vor­bei und geht mehr in die Tiefe. Bil­der berüh­ren eine andere Ebene. Wenn du nur ver­bal fragst, dann fan­gen die Leute an zu den­ken. Wenn sie Bil­der sehen, geht es direkt auf die Gefühlsebene.

Die Kar­ten für sich bedeu­ten erst­mal nichts. Es macht dann Sinn, wenn ich mich über die Kar­ten mit wich­ti­gen Din­gen beschäf­tige. Ich muss mich erst­mal mit der Frage selbst befas­sen, also eine spe­zi­fi­sche Frage stel­len. Über die Kar­ten reflek­tiere ich mich dann in ers­ter Linie selbst. Die Refle­xion ist eigent­lich das wirk­same: Was bedeu­tet es für mich? Über die Kar­ten und Fra­gen las­sen sich Sachen aus dem Unter­be­wuss­ten hoch­ho­len, an unse­ren Glau­bens­sät­zen und Ver­hal­tens­mus­tern vor­bei. Und so kön­nen wir dann mehr aus dem Authen­ti­schen her­aus agieren.“

Beispiele von Coachingkarten

Auch, wenn ich mich wie­der­hole: Der­zeit ist die­ser Arti­kel eine Vor­ver­sion, sozu­sa­gen work in pro­gress. Ich habe zahl­rei­che Gesprä­che geführt – die ers­ten mit Tanja Peters, Silke Hüchel-Stein­bach und Frauke Por­beck sind schon tran­skri­biert und hier veröffentlicht.

So kannst dir schon jetzt reich­lich Inspi­ra­tio­nen holen: Silke, Frauke, Tanja und ich plau­dern aus dem Näh­käst­chen, wie wir Kar­ten für unsere Arbeit einsetzen.

Ich ergänze die­sen Arti­kel lau­fend – als News­let­ter-Abon­nen­tin erfährst du als Ers­tes davon, sobald ich die wei­te­ren Emp­feh­lun­gen ein­ge­pflegt habe.

Zum Bei­spiel,…

  • wie Lena Kampf­ho­fer ihre Bild­kar­ten online ein­setzt (sys­te­mi­sches Coa­ching und Familienberatung),
  • wel­che beson­de­ren Bild­kar­ten Uli Stauch ver­wen­det (Trai­nings zu Gewalt­freier Kommunikation),
  • wel­chen unge­wöhn­li­chen Ansatz Susanne Eggers nutzt (Tier­kom­mu­ni­ka­tion) und
  • wie Alex­an­dra Key­ling (Fami­li­en­be­ra­tung) nicht nur ein Kar­ten­set für sich erstellt hat, son­dern es sogar schon über 40 Mal(!) ver­kauft hat.

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Hi, ich bin Viktoria.

© Viktoria Cvetković bebildert.eu

Ich helfe dir, mit visu­el­len Noti­zen Zusam­men­hänge sicht­bar zu machen, Wis­sen zu sichern und im Gedächt­nis zu verankern.

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